Reviews: Calm Waters:

Calm Waters


Das Ein-Mann-Studio Tayanna Studios sammelte im März 2016 1210 britische Pfund für ein Grusel-Adventure mit dem Namen 'Calm Waters'. Sechs Jahre Entwicklungszeit lagen insgesamt hinter dem Projekt, als es schließlich im Juni erschien. In dem Adventure begleiten wir Peter Taylor auf eine schaurige Urlaubsreise voller mysteriöser Vorfälle. Wir haben uns mit Peter ins Abenteuer gestürzt und verraten Euch, ob sich das Erstlingswerk der Tayanna Studios lohnt.

 

Calm Waters

 

Urlaub auf einer griechischen Insel

Calm Waters

Endlich Urlaub...

"Urlaub, wo die Götter wohnen" war einst ein Werbespruch der griechischen Tourismusbranche. Dem Ruf folgt Peter, der sich auf einer kleinen und unbekannten Insel vom Verlust seiner Frau erholen möchte. Im einzigen Hotel der Insel, das nur vier Zimmer hat, kommt auch Peter unter. Nachdem er eingecheckt hat, schaut er sich in seiner neuen Unterkunft um und entdeckt in einer Schublade ein Tagebuch, das ein vorheriger Gast vergessen hat. Bei einem Blick ins Buch erfährt Peter von seltsamen Vorgängen auf der Insel: Menschen verschwinden und die Einwohner scheinen sich nicht dafür zu interessieren. Grauenvolle Schreie ertönen mitten in der Nacht und die Polizei unternimmt nichts. Peter beschließt, sich nicht weiter um diese Geschichte zu kümmern, schließlich will er sich erholen.

So erkundet er die Insel und trifft im Hafenrestaurant auf eine junge Frau, die nach ihrem Freund sucht. Dieser ist vor genau einem Jahr während einer Urlaubsreise verschwunden. In Tränen aufgelöst berichtet sie Peter von den damaligen Vorkommnissen. Auch ihr wollte niemand helfen.

Am nächsten Morgen wartet die Polizei auf Peter. Die junge Frau ist verschwunden und er gilt als Hauptverdächtiger, da man die beiden zuletzt zusammen gesehen hat. Peter kann sich das nicht erklären und will weiter Urlaub machen. Doch schon bald findet er sich hinter Gittern wieder. Seine einzige Hoffnung ist eine weitere Urlaubsbekanntschaft, die Journalistin Michelle. Und dann sind da wieder diese Schreie in der Nacht...


Ein bisschen Baphomet...

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Die Reporterin Michelle hat eine Vorahnung...

Die Geschichte umfasst mehrere Tage und startet recht langsam. Zunächst steht nur die Erkundung der Gegend auf dem Zettel. Ab dem zweiten Tag nimmt sie etwas an Fahrt auf, richtig in Schwung kommt sie bis zum Ende leider nicht. Selbst das Finale, das eigentlich zu einem dramatischen Höhepunkt werden könnte, schafft es nicht, wirkliche Spannung aufkommen zu lassen.

Grund dafür ist das finale Rätsel, in dem wir in größter Gefahr schweben - der "Gegner" allerdings wartet in aller Seelenruhe darauf, dass uns die richtige Lösung einfällt. Nein, ich bin kein Freund von zeitkritischen Rätseln. Genau in diesem Fall wäre es jedoch sinnvoll gewesen. Zumal wir bereits früher im Spiel in Dialogen unter Zeitdruck die richtige Antwort finden müssen.

Unter dem Strich bleibt so eine insgesamt recht kurze und etwas holprig erzählte Geschichte, die sich ein wenig Anleihen bei Spielen wie 'Baphomets Fluch' nimmt, ohne jedoch jemals in die Nähe des Vorbilds zu kommen. Bei nur rund zwei Stunden Spielzeit wäre das auch verwunderlich.


Triggerpunkte in Griechenland

Calm Waters

Hin und wieder kommt es auf schnelle Reaktion an.

Für gefühlte Hoffnungslosigkeit sorgt der Abschnitt im Gefängnis, in dem wir uns schnell so hilflos fühlen wie Peter. Hier schafft es das Spiel wirklich, das Gefühl vom Hauptcharakter auf uns zu übertragen. Das liegt aber nur daran, dass man nicht weiß, wie es weitergehen soll. Ja, eine Idee haben wir durchaus. Umsetzen können wir sie jedoch vorerst nicht, weil das Spiel in dieser Situation die Spielregeln ändert. Bislang genügte immer nur ein Mausklick, um das Ziel zu erreichen oder einen Kommentar zu erhalten. Nun müssen wir aber an einer Stelle fünf Mal klicken, um zu einem neuen Ergebnis zu kommen. Das deutet sich vorher in keinster Weise an, obwohl es an der Stelle durchaus möglich gewesen wäre.

In anderen Situationen kennen wir ebenfalls schon die richtige Lösung, dürfen sie jedoch noch nicht angehen, da Peter oder Michelle, die wir später ebenfalls steuern, zunächst noch andere Dinge erledigen müssen - die offensichtlich nicht die richtige Lösung sind. Schwer wird 'Calm Waters' nur in diesen Situationen. Alle anderen Rätsellösungen liegen auf der Hand: Wir finden eine Zahlenkombi? In der Nähe ist bestimmt ein passendes Schloss. Auch alle anderen benötigten Informationen und Gegenstände finden wir schnell oder tragen sie bereits bei uns.

Manche Lösungen sind allerdings auch irritierend. Im Laufe des Spiels kauft Peter in einem Laden ein. Er nimmt sich den benötigten Gegenstand aus dem Regal, hat im anschließenden Gespräch aber keine Bezahlmöglichkeit. Beim Verlassen des Ladens wird er rüde darauf hingewiesen, doch bitte den Gegenstand zurück ins Regal zu legen. Den Bezahlvorgang und das dazugehörige Gespräch leiten wir ein, indem die Geldbörse aus dem Inventar auf den Ladenbesitzer gezogen wird. Das ist zwar immer noch logisch, hätte jedoch eleganter gelöst werden können.


Angestaubte Grafik

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Die Grafik gehört nicht zu den Highlighs.

Trotz Unity-Engine wirkt die Grafik von 'Calm Waters' überholt. Angefangen bei den Hintergründen über die Partikeleffekte, die Filmflackern emulieren sollen (und die der Entwickler inzwischen per Patch etwas reduziert hat) bis hin zu den Charakteren, die sich zum Teil überhaupt nicht bewegen. Das Modell unseres Helden steht ungewöhnlich breitbeinig in der Gegend herum und kann auch nur in wenige Richtungen laufen. Die verwendete Engine gibt deutlich mehr her.


Englische Vertonung

'Calm Waters' ist bislang nur komplett auf Englisch verfügbar, bietet - für ein solch kleines Projekt sehr unüblich -, hat aber sogar Sprachausgabe. Die Sprecher halten verständlicherweise keinem Vergleich mit Profis stand, machen ihre Sache zum Teil aber überraschend gut. Andere hingegen stören eher als dass sie der Atmosphäre zuträglich wären.


Galerien

Fazit:

Wertung: 42%

'Calm Waters' ist kurz, hat keine hübsche Grafik und weder die Geschichte noch die Rätsel können überzeugen. Dennoch muss man dem Entwickler Respekt dafür zollen, was er nahezu im Alleingang und mit nur 1210 Pfund auf die Beine gestellt hat. Als Hobby-Projekt und ohne Erfahrung im Bereich Gamedesign ist 'Calm Waters' noch eines der besseren Mini-Projekte, die durch Kickstarter entstanden sind. Wir drücken die Daumen, dass es nicht das letzte Adventure der Tayanna Studios war und man die Erfahrungen dieses Spiels für zukünftige Projekte nutzt.

geschrieben am 26.06.17, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Projektseite bei Kickstarter
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Dieses Review gehört zu  Calm Waters.




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