Reviews: The Journey Down:

The Journey Down - Chapter 3


Bwana, Kito und Lina sind wieder zurück und bestreiten ihr vorläufig letztes gemeinsames Abenteuer. Die üblen Machenschaften der Armando Power Company erreichen im dritten Kapitel ein dramatisches Ausmaß und Teamwork ist erforderlich, um eine drohende Katastrophe rechtzeitig zu stoppen. Im Showdown von 'The Journey Down' geht es SkyGoblin dabei vor allem um eines: ein bombastisches Point&Click-Adventure. Ob es das tatsächlich geworden ist, sehen wir uns jetzt im Review an. Unsere Wertung bezieht sich auf alle drei Episoden.

 

REVIEW: Chapter 1

REVIEW: Chapter 2


The Journey Down

 

Das Abenteuer geht weiter

Angekommen im Dschungel von Underland, finden Bwana, Kita und Lina einen sehr lebhaften Ort vor, wie man ihn - zumindest in visueller Hinsicht – eher vom Disney-Klassiker 'König der Löwen' erwarten würde. Nach der Noir-artigen Atmosphäre von Episode zwei, bei der man durch die dunklen Gassen in Port Artue wandern durfte, ist das ein ordentlicher Tapetenwechsel. Unglücklicherweise wird das liebenswerte Trio bald von der Vergangenheit heimgeholt: Die Armando Power Company ist nämlich eifrig damit beschäftigt, einen Teil der schönen Natur gnadenlos auszubeuten.

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'Der König der Löwen' lässt grüßen

Mit cineastischen Referenzen auf die 1980er- und 1990er-Jahre geht es munter weiter. Die nächsten Minuten stehen im Zeichen von 'Indiana Jones', was passend von einem packenden orchestralen Soundtrack untermalt wird. Lina entziffert in einer abgelegenen Höhle eine seltsame alte Tafel, die warnend auf ein paar mächtige Gottheiten der Region hinweist. Hängen die Aktivitäten der feindseligen Firma etwa damit zusammen? Natürlich sind Bwana und Kita währenddessen eifrig damit beschäftigt, mit dem Feuer zu spielen. Was wäre eine alte Höhle ohne tödliche Fallen, die gerade zu verlockend wirken, um die Hände davonzulassen.

Wie in einem echten Actionstreifen dauert es nicht lange bis zum nächsten Ortswechsel. Dort erfahren die drei Freunde mehr über die finsteren Pläne der Widersacher. Zahllose Menschenleben stehen auf dem Spiel und natürlich geht es nur um Macht. Höchste Zeit die Öffentlichkeit zu alarmieren. Nur wie? Immerhin wird die komplette Stadt von der Armando Power Company kontrolliert.


Wer die bisherigen Episoden bereits vergessen hat, muss nicht verzagen

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Die Armando Power Company führt nichts Gute im Schilde

Inhaltlich knüpft das dritte Kapitel unmittelbar an die zweite Episode an. Die wichtigsten Details werden zu Beginn ohne große Umschweife rekapituliert, sodass man sich im Normalfall rasch zurechtfindet. Dabei hilft es, dass die Charaktere und weite Teile der Geschichte sehr archetypisch gehalten sind und klassischen Mustern folgen, wie man sie von Filmen der genannten Zeit kennt: Eine mächtige Firma, die für Macht über Leichen geht und ein sympathischer Einfaltspinsel, der gemeinsam mit seinen Freunden für seine Mitmenschen kämpft. Diese Ausgangslage ist doch recht einfach zu begreifen und Ziele im Spiel werden immer sehr klar kommuniziert.

Obwohl die dritte Episode so gesehen ganz gut für sich stehen kann, empfehlen wir, die anderen Episoden des sehr humorvollen Point&Click-Abenteuers zumindest einmal gespielt zu haben, damit einem möglichst wenig entgeht. Oft wird ein Bogen zuden bisherigen Ereignissen hergestellt, und ein paar Aspekte, wie zum Beispiel die Rolle von Kapitän Kaonandodo, verlieren ohne Vorkenntnisse an Wirkung. Wer sich an vieles nicht mehr erinnert, der muss sich aber keine Sorgen machen.


Gelungene Präsentation

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Die Zwischensequenzen sind gut gemacht und treiben die Story voran

Visuell präsentiert sich die bunte Spielwelt detaillierter und abwechslungsreicher, als zuletzt. Sämtliche Schauplätze sind neu, es wurde also nichts recycled. Die Charaktere könnten zwar noch flüssiger animiert sein und es ist schade, dass sie kaum einen Schatten auf den Boden werfen, doch in Summe muss man angesichts des kleinen Budgets den Hut ziehen. Der liebevolle Grafikstil ist sehr charmant gelungen. Unterhaltsam sind auch die aufwändig animierten 3D-Zwischensequenzen, die enorm viel Tempo in die Geschichte bringen und von denen es einige gibt.

Schon die Vorgänger hatten einen klasse Soundtrack und daran hat sich wenig geändert. Die facettenreiche Musik passt sich an die diversen Filmhommagen an. Neben Reggae-Flair gibt es somit auch orchestrale Kompositionen und vieles mehr. Im Hinblick auf die englische Sprachausgabe ist diese zwar Großteils sehr solide gelungen und die Pointen kommen gut zur Geltung, doch bei den Nebencharakteren ist nicht immer alles optimal. Zum Beispiel klingen die Sprachsamples bei einer Anführerin von den Piraten blechern, was ein bisschen stört. Deutsche Untertitel sind geplant, waren aber zum Testzeitpunkt noch nicht verfügbar.


Actionreich und trotzdem klassisch

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Wie bei jedem klassischen Adventure stehen schräge Dialoge und Rätsel im Vordergrund

Das hohe Tempo der ersten Minuten wird über weite Teile konsequent beibehalten. Lediglich das mittlere Drittel lässt uns mehr Zeit zum Erkunden, während das Finale dann wieder mächtig an Fahrt gewinnt und sich von Streifen wie 'Lethal Weapon' inspirieren lässt. Dieser Aufbau passt gut zur klassischen 3-Akt-Struktur, die bei Hollywood-Streifen der damaligen Zeit noch viel deutlicher spürbar war, als im zeitgenössischen Kino.

Im Schlussakt überschlagen sich die Ereignisse von 'The Journey Down' und man fühlt sich ab und zu mehr wie ein Zuschauer, denn als Spieler. Es wäre schön gewesen, auch die Actionmomente spielen zu können (Verfolgungsjagden und dergleichen). Aufgrund der klassischen Zielgruppe ist jedoch nachvollziehbar, warum genau das unterlassen wurde. Die packenden Actionmomente beschränken sich also vorwiegend auf die Zwischensequenzen und verzichten auf interaktive Elemente.

Das Gameplay besteht ausschließlich aus Rätseln. Nur der Schwierigkeitsgrad hätte in Episode drei manchmal höher sein können. Story steht beim dritten Kapitel stärker im Fokus, als noch zuletzt und das hohe Tempo wollte SkyGoblin offensichtlich nicht durch Rätselketten oder Nonlinearität behindern. Aufgrund der witzigen Charaktere und einer sehr ereignisreichen Geschichte, ist das aber kein grobes Manko.


Galerien

Fazit:

Wertung: 87%

Allein was die Story und die Präsentation anbelangt, so hat das schwedische Indie-Adventure mit jedem Teil ordentlich zulegen können. Während es in den bisherigen Episoden gemütlicher zur Sache ging, fühlt man sich in der dritten Episode tatsächlich wie in einem temporeichen Actionstreifen der 1980er- und frühen 1990er-Jahre. Auf den Spieler wartet eine dichte Erzählung mit vielen Anspielungen auf bekanntere Streifen aus dieser Zeit. Langeweile kam bei fast vier Stunden Spielzeit nie auf. Im Gegenteil: es hätte gegen Ende ruhig sogar noch etwas länger sein können, denn da überschlagen sich die Ereignisse ein bisschen. Bei den Rätseln werden traditionsbewusste Point&Click-Fans möglicherweise kritisieren, dass ein paar Herausforderungen schwieriger hätte sein können. Episode zwei hatte in diesem Bereich eine etwas ausgewogenere Mischung. Das liegt zweifellos auch daran, dass der narrative Aspekt diesmal deutlich mehr im Vordergrund steht. In Summe bildet das finale Kapitel aus unserer Sicht aber den krönenden Höhepunkt einer sehr empfehlenswerten Episoden-Reihe.

geschrieben am 21.09.17, Matthias Glanznig

Systemanforderungen Weitere Links
Windows XP SP 2+, Windows Vista, Windows 7 1.8 GHz CPU 1 GB RAM Direct X 9.0c kompatible Grafikkarte DirectX®:9.0c 1 GB Festplattenplatz Offizielle Homepage (englisch)


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