Reviews: Hidden Agenda:

Hidden Agenda


Supermassive Games ('Until Dawn') ist zurück. Diesmal mit dem interaktiven Thriller 'Hidden Agenda', der mit bis zu sechs Mitspielern auf der PS4 spielbar ist. Bei den Darstellern findet man wie zuletzt den einen oder anderen mit viel TV-Erfahrung. Im Review werfen wir nun einen Blick darauf und verraten Euch, wie gut es auch als Solo-Erfahrung tauglich ist.

Hidden Agenda

Suche nach dem Trapper-Killer

'Hidden Agenda' beginnt mit einem sehr eindeutig wirkenden Fall: Zwei Polizisten sind dem Bombenleger und Serienkiller „The Trapper“ auf den Fersen. Die ambitionierte Gesetzeshüterin Becky Marney ist eine davon. Sie wird gespielt von Katie Cassidy, die u.a. als Laurel Lance in der CW-Superhelden-Serie 'Arrow' viel Erfahrung gesammelt hat. Die zweite Hauptfigur bei diesem Thriller ist District Attorney Felicity Graves, die von Christy Choi verkörpert wird.

Hidden Agenda

Ein eindeutiger Fall soll gar nicht so eindeutig sein...

Jonathan Finn wird bald darauf auf frischer Tat ertappt und die Beweise deuten darauf hin, dass er der gesuchte Verbrecher ist. Allerdings müssen wir ihn auch zur Strecke bringen, was früh im Spiel schwerwiegende Konsequenzen mit sich bringen kann, die von unseren Entscheidungen abhängen. Finn landet in der Todeszelle, wo er ein paar Jahre verbringt. Ehe das Urteil vollstreckt wird, tun sich jedoch Zweifel auf: Hatte er vielleicht Hilfe, oder wurden ihm Verbrechen angehängt? Becky und Felicity nehmen den Fall pflichtbewusst nochmal unter die Lupe. Und das, obwohl Finn sehr gefährlich ist. Tatorte und Opfer des Killers... überall könnte es wertvolle Hinweise geben. Die Zeit läuft.


Passable Geschichte mit einigen Klischees

Ähnlich wie einst bei 'Until Dawn' darf man sich auf Klischees gefasst machen. Da hätten wir Becky Marney, die im Schatten ihres verstorbenen Vaters steht, einen mutmaßlichen Mörder, der wenige Stunden vor der Hinrichtung auf seine Unschuld pocht, korrupte Cops und vieles mehr... komprimiert auf etwa 100 Minuten Spielzeit. Was bei 'Until Dawn' prima zum Genre gepasst und für humorvolle Momente gesorgt hat, passt bei diesem ernsteren Krimi-Thriller-Thema nicht immer perfekt zusammen. Viel aufregender als eine durchschnittliche 'Law & Order'-TV-Folge wird es nicht.

Abgesehen davon sind nicht alle Rollen ideal besetzt. Bei Leuten wie Noah Riggs tut man sich zum Beispiel schwer damit, ihnen die Rolle abzukaufen (seine Präsenz als Sergeant ist freilich abhängig vom Spielverlauf). Im Bereich Mimik hat Supermassive Games zudem Luft nach oben. Dies ist manchmal recht statisch. Im Spielesektor hat sich hier in den vergangenen Monaten einiges verbessert und die Latte liegt höher, als noch vielleicht beim Release von 'Until Dawn'. Die Sprachausgabe geht allerdings auch in der deutschen Fassung sehr in Ordnung.


Viele interaktive Elemente

Hidden Agenda

Neben typischen Entscheidungen dieser Art, ist oft auch schnelle Reaktion gefragt

Viel Wert wird auf Interaktivität gelegt. Für gewöhnlich vergehen keine zwei Minuten, ohne dass irgendetwas zu tun ist: Tatorte nach drei Hotspots absuchen (auf Zeit), Quicktime-Events auf Zeit (dabei müssen wir in kurzer Zeit per Touchpad einen bestimmten Punkt auf dem Bildschirm erreichen), oder Entscheidungen (dabei werden uns immer nur zwei Optionen zur Auswahl gegeben) gibt es immer wieder. Fehler werden einem zwar teilweise verziehen, doch es empfielt sich, immer konzentriert zu bleiben.

Manche Aktionen haben drastische Folgen, wodurch Wiederspielwert gegeben sein dürfte. Die häufige Einbindung des Spielers in Aktivitäten hat jedoch den Nachteil, dass kaum Gelegenheit bleibt, um in die Charaktere einzutauchen und sie kennenzulernen. Persönliche Momente werden oft nur komprimiert dargeboten. Wirklich nahe gehen einem die Hauptfiguren eher nicht.



Für die Handhabung ist ein mobiles Gerät erforderlich

Unbedingt zu beachten ist, dass 'Hidden Agenda' ein PlayLink-Abenteuer ist! Das bedeutet, dass es auf der PS4 nicht per Gamepad-Controller gesteuert wird. Es ist erforderlich, zuerst die 'Hidden Agenda'-App auf dem eigenen mobilen Gerät zu installieren (Android ab Version 4.2.2x, oder iOS ab Version 9.x - nicht alle mobilen Geräte werden unterstützt).

Hidden Agenda

Nicht alle Rollen sind ideal besetzt

Hauptgrund für diese Art der Handhabung ist, dass man diesen Krimi-Thriller vor Ort (d.h. jeder muss über dieselbe Internetverbindung miteinander verbunden sein, wie die Konsole) mit bis zu sechs Spielern spielen kann. Neben dem Story-Modus gibt es auch einen Wettbewerbsmodus, bei dem jedem Spieler heimlich spezielle Aufgaben zugeteilt werden. Dafür eignet sich ein mobiles Gerät deutlich besser, als ein normaler Controller.

Die Steuerung klappt grundsätzlich ganz passabel, wobei man gerade in den ersten Minuten schnell mit den Fingern mal in die falsche Richtung rutscht und eine Entscheidung trifft, die man nicht treffen wollte. Ärgerlich ist womöglich auch, dass es beim Durchsuchen von Tatorten zu Verzögerungen kommen kann: Hat man einen wichtigen Hotspot entdeckt, zögert das Gerät mitunter ein paar Sekunden, ehe es uns weiter suchen lässt (die Zeit läuft weiter...). Diese möglicherweise auftretende Problematik könnte mit dem beim Test verwendeten mobilen Gerät zusammenhängen (iPad 3). Wenigstens sind die wichtigen Hinweise gut zu finden (sie befinden sich bei jedem Playthrough übrigens an derselben Stelle) und es ist meist kein Drama, wenn man ein Detail übersieht.

 

Hidden Agenda mit mehreren Mitspielern (von Peter Färberböck)

Hidden Agenda

Bei Mitspielern ist schnelles Reagieren wichtig!

Im Mehrspieler-Story-Modus stimmt man über die Entscheidungen ab und die Mehrheit siegt. Zwischendurch wählt man auch die/den Mutigste(n) oder Besonnenste(n) aus, der/die dann einzeln gewisse Entscheidungen treffen muss. Manche Entscheidungen müssen auch einstimmig getroffen werden. Durch dieses ständige Treffen von Entscheidungen bremst sich aber die Story aus. Aus einer recht spannend wirkenden Serienmörder-Geschichte wird dann ein zerhacktes Stück Story, das nicht ganz fesseln kann. Zumindest kann man sich zwischendurch auch miteinander unterhalten, bei Pausen über die Geschichte diskutieren oder einfach über Einigkeit freuen. So wirkt es für uns als ein interessantes Experiment, das aber so nur schwer bei der Stange hält. Je mehr Leute es spielen, umso witziger könnte es werden, aber umso weiter rückt die Story in den Hintergrund.
                                                                                                                                             
Der alternativ dazu ebenfalls spielbare Wettbewerbsmodus fügt dem Mehrspielermodus eine gewisse Zusatzbrisanz hinzu. Manche Spieler bekommen immer wieder geheime Missionen - daher auch der Name 'Hidden Agenda'. So müssen sie gewisse Entscheidungen schaffen oder die Spieler, die keine Mission haben, erraten, welcher Mitspieler womöglich eine geheime Mission hat. Das führt zu deutlich mehr Spannung und Überlegung. Gleichzeitig ist es erst ab 3+ Spieler richtig sinnvoll, weil es sonst äußerst einfach ist, den Spieler, der eine Mission hat, zu erraten. Für erfüllte Missionen bekommt man 100 Punkte, für erratene 50 Punkte. Für unseren Geschmack kommt das 'Hidden Agenda'-System fast ein bisschen zu oft vor, denn schon in der ersten halben Stunde hat man drei Aufträge zu erfüllen. Außerdem erfährt an vom Spiel genau, bei welchen Entscheidungen eine Mission erfüllt werden kann, was es noch einfacher macht.


Galerien

Fazit:

Wertung: 69%

'Hidden Agenda' funktioniert auch als Solo-Erfahrung recht gut. In diesem Fall darf man sich auf einen interaktiven Thriller in Spielfilmlänge einstellen, mit diversen Quicktime-Events, sowie Entscheidungen mit manchmal drastischen Auswirkungen. Und selbst wenn man meint, den Fall durchschaut zu haben, kann es ein paar Details geben, die für Zweifel sorgen. Wiederspielwert ist gegeben, wobei die Geschichte letztlich zu klischeebeladen erzählt ist, um im Story-Modus zu mehreren Durchgängen zu motivieren. Obendrein ist die Steuerung via mobiles Gerät etwas gewöhnungsbedürftig. Das macht bei mehreren Spielern Sinn, im Solo-Bereich ist der Nutzen aber kaum ersichtlich. Das Konzept ist für sich genommen wirklich spannend, narrativ und im darstellerischen Bereich wäre jedoch mehr drin gewesen. Auch gemeinsam mit Freunden ist es noch nicht restlos ausgereift.

geschrieben am 29.11.17, Matthias Glanznig

Systemanforderungen Weitere Links
PS4 mit mobilem Gerät und installierter App(Smartphone oder Tablet - Android, iOS) Offizielle Webseite


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Dieses Review gehört zu  Hidden Agenda.




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Kommentare 1
advfreak
29.11.2017, 13:25

Ich sehe hier zwei ganz große Schwachpunkte:

1. Nach einmaligem durchspielen wird der Täter enttarnt und auch die Gegenstände die man suchen muss sind immer an der selben Stwlle. Somit weiß man beim zweiten mal sofort wo man hin muss und wie man spielen muss um das Game richtig zu beenden.

2. Wenn man mit mehreren Gegeneinander spielt dann ist es kinderleicht zu erraten wer eine Hidden Agenda Mission ausführen muss weil das einfach auffällig ist jemand zu überzeugen eine bestimmte Antwort zu nehmen.

Fazit: Das Game funktioniert genau einmal, und zwar beim ersten Mal durchspielen. Beim zweiten mal ist der Zauber schon vorbei weil die Story jedesmal die selbe ist und beim dritten mal einfach so fad das keiner mehr drauf lust hat.

Positiv finde ich die Entscheidungen, die meiner meinung nach viel zu wenig oft kommen, wer in der Gruppe z.B. der mutigste ist. Da kommt kurzfristig eine Überraschung auf, allerdings ist das auch nur in einer großen Gruppe spannend und nicht zu zweit. Hier wäre mehr auch wirklich mehr gewesen.

Story technisch ist es mir zu seicht, vor allem beim dritten mal haben wir den Täter enttarnt und wurden, blos weil wir ihn erschossen haben, schon wieder zu Unrecht verdächtigt selbst der Täter zu sein.

Erwartung an so etwas wie Until Dawn story technisch zu bekommen kann man sich abschminken, nicht mal im Entferntesten hat das diese Qualität.

Also für 9.90€ kann man sich durchaus mal 2 Stunden mit Freunden sich daran versuche, aber mehr sollte man dafür echt nicht ausgeben und erstmal auf einen Sale warten.


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