Klassiker-Tests: Space Quest 2 - Vohaul's Revenge:

Space Quest 2 - Vohaul's Revenge


Ende des Jahres 1987, genauer gesagt im November, veröffentlichte Sierra den zweiten Teil ihres spaßigen Weltraum-Abenteuers. Marc Crowe und Scott Murphy, auch bekannt als die zwei bösen Jungs vom Andromeda, waren auch diesmal für die Produktion verantwortlich. Nachdem sie mit 'Space Quest – The Sarien Encounter' bereits einen grandiosen Erfolg gefeiert hatten, legten sie mit 'Space-Quest Chapter II – Vohaul's Revenge' nach, um die Fans des Adventure-Genres wiederholt in die Tiefen des Weltraumes zu entführen. Hohe Verkaufszahlen waren jedenfalls damals auch bei diesem Titel auf Anhieb schon mal gesichert. Ob das Urgestein auch in unserer Punkte-Wertung gut abschneidet, erfahrt Ihr in diesem Klassiker-Test.

 

 

Helden kommen und gehen. Gerade noch eben die Galaxie Earnon vor den bitteren Machenschaften der Sariens bewahrt und als große Helden gefeiert, ist diese Heldentat von Roger Wilco auch schon wieder vergessen und der Alltag hat ihn wieder. Die erhaltene Belohnung, die Beförderung zum Chef-Hausmeister, war nicht gerade das, was er sich vorgestellt hatte, zumal er immer noch der einzige angestellte Hausmeister ist. Und so beginnt Roger das Abenteuer mit dem was er am besten kann: er fegt die Decks von XOS4. Die Weltraumstation dient als eine Art Umsteigebahnhof für Reisende, die zu den verschiedenen Planeten im Earnon-System befördert werden möchten. Nachdem unser Protagonist den Befehl erhielt, die soeben gelandete Raumfähre zu säubern, da es dort einen Zwischenfall von Weltraum-Übelkeit gab, macht er sich auch schon schnurstracks auf den Weg dorthin. Doch es kommt anders als erwartet. Roger wird von zwei übel aussehenden Raufbolden bewusstlos geschlagen. Und das nicht ohne Grund, denn hinter dieser Aktion steckt kein Geringerer als Sludge Vohaul, der böse Klon von Slash Vohaul. Der Bösewicht war auch der Drahtzieher bei dem Überfall der Sarien auf die Arcarda und ist mächtig sauer, dass wir seinen Plan, die Galaxie mithilfe des Star-Generators zu unterjochen, vereitelt haben. Natürlich hat der Schurke einen weiteren Plan den Planeten Xenon in seine Gewalt zu bekommen. Diesmal will er eine gewaltige Menge Klone in Anzügen hinschicken, die von Tür zu Tür gehen und in klassischer Vertreter-Manier die Menschheit zermürben. Genial. Roger Wilco soll vorher aus dem Weg geräumt werden und Vohauls Rache zu spüren bekommen. Deswegen wird er auf den Dschungelplaneten Labion gebracht. Dort wimmelt es nur so von todbringenden Gefahren, die das Leben von Roger Wilco immens verkürzen sollen.

 

Eine Story zum Durchgucken

Die Handlung im weiteren Spielverlauf ist sehr dünn und in wenigen Sätzen erzählt. Nachdem wir unsanft auf Labion gelandet sind, weil Vohauls Trottel vergessen

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Hier startet das Abenteuer.

haben ihren Gleiter zu tanken, verbringen wir den Großteil des Adventures auf dem Planeten und kämpfen uns durch den Dschungel bis uns letztendlich die Flucht gelingt. Sludge Vohaul fängt uns ab und wir finden uns in seiner Festung wieder, errichtet in einem Asteroiden. Hier verbringen wir quasi den dritten und eigentlich letzten Abschnitt des Spiels. Das Ende ist nicht spektakulär, aber irgendwie witzig und lässt auf einen weiteren Teil schließen.


Überlebenstraining, Rätselspaß und Punkte-Belohnung

Unser Erzfeind Sludge sollte Recht behalten, der Tod lauert fast hinter jeder Ecke. Giftige Pflanzen und fleischfressende Pilze warten nur darauf mit Roger Bekanntschaft zu machen, ganz zu schweigen von einheimischen Jägern und hungrigen Monstern. Als wäre das nicht schon genug, muss man sich vor den patrouillierenden Truppen Vohauls in Acht nehmen sowie die Augen nach Fallen offen halten und aufpassen, dass man nicht in Abgründe stürzt oder ertrinkt. Es folgt ein knallharter Kampf ums Überleben. Auch auf Vohauls Festung gibt es genügend Gefahren, die ein vorzeitiges Game Over bedeuten können. Das User Manual gibt folgenden Tipp: “Versuche nicht zu oft abgemurkst zu werden. Denk' dran: Speichere früh und speichere häufig.” Man tut gut daran, diesen Rat zu beherzigen und zwar mit so vielen Speicherständen wie möglich, weil

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Hier wird extreme Geschicklichkeit in Form von pixelgenauer Steuerung verlangt. 

einige Fehlentscheidungen erst im späteren Verlauf des Spiels wirksam werden. Diese Momente sind ohne passenden Spielstand umso frustrierender. Um zu Überleben benötigt man u. a. auch einiges an Geschick, z. Bsp. wenn es darum geht in einer Art Labyrinth sicher ans Ziel zu gelangen, in dem man darauf achten muss, nicht den Wegesrand zu berühren, der in Wirklichkeit Teil einer fleischfressenden Pflanze ist. Einige Situationen verlangen  Timing und Schnelligkeit und einige im gleichen Zuge auch Kreativität, um sich aus der Bredouille zu manövrieren, wobei es dabei niemals unfair zugeht. Das klassische Kombinieren und Benutzen von Gegenständen wird oft benötigt, Dialogrätsel gibt es im Gegenzug aber keine. Roger spricht im Grunde (fast) gar nicht, die NPC und der Erzähler allerdings schon, und darauf sollte man achten, denn die Bildschirmtexte verraten einem oft, wenn auch latent, in welche Richtung gedacht werden soll um die Lösung eines Problems zu erhalten. Die Highlights der Rätselkost sehe ich in der Steuerung des Shuttles und die Sequenz als Miniatur-Wilco. Insgesamt gibt es 250 Punkte zu verdienen. Um das Spiel erfolgreich abzuschließen, benötigt man allerdings nicht alle. Wichtige Handlungen und erst recht Lösungen, die Kreativität erfordern, bringen uns eine große Summe ein, während Aktionen wie “take lighter” uns nur einen Punkt sichern. 


Dem Stil treu geblieben

Zu Beginn des Spiels wird man aufgefordert seinen Namen einzugeben. Eine Warum?-Frage ist berechtigt, denn im Grunde hat dies keine größere Bewandtnis, als dass

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Hinter den Gittern wartet ein außerirdisches, gefährliches Wesen. Wir kennen es aus einem anderen Sci-Fi-Klassiker, mir fällt nur gerade der Titel nicht ein. :)

die beiden Jungs vom Andromeda sich um so besser über uns, dem Spieler, amüsieren können. Auch diesmal wird so gut wie jedes Ableben unseres Protagonisten mit witzigen Sprüchen kommentiert, auf Rogers Tollpatschigkeit rumgeritten, Werbung für weitere Sierra-Titel gemacht und in gewohnter Manier einige Klassiker aus der Sci-Fi-Welt parodiert. 


Ansonsten fast so wie der Erste

An der Steuerung mit den Cursor-Tasten und der Parser-Befehlseingabe auf AGI-Basis hat sich beim zweiten Teil der 'Space Quest' – Serie nichts geändert. Einige Befehle werden auch wieder im User-Manual genannt, andere muss man erraten. Die damals neue 16-Farben EGA-Grafik wurde im ersten, sowie im zweiten Teil eingesetzt und bewegt sich auf dem gleichen Level. Mich überrascht jedes Mal, mit wie viel Leidenschaft doch trotz beschränkten Mitteln an der Grafik gearbeitet wurde. Wäre Labion nicht so gefährlich, würde man bei der schön gestalteten Landschaft an einen Urlaubsort denken. Beim PC-Speaker-Sound sieht es in diesem Game etwas anders aus. Er ist von Anfang bis Ende fiepsig und nervig. Man kann heutzutage mit dieser Art an Soundeffekten und musikalischer Untermalung nichts mehr anfangen. Um das Feeling der alten Zeit zu bekommen, habe ich den Sound nicht ausgeschaltet, aber dafür sehr leise gestellt. 



Versionen und Verfügbarkeit

Entwickelt für den IBM-PC, kam das Spiel auch für Apple II, Commodore Amiga und Atari ST auf den Markt.  An das Original wird man nicht mehr ran kommen, an die  Collection jedoch schon. Dosbox und ScummVM sorgen für problemloses Spielen auf allen Windows-Systemen.  Infamous Adventures hat eine Fan-VGA-Version des Adventures entwickelt und zum kostenfreien Download zur Verfügung gestellt. 


Galerien

Fazit:

Wertung: 3 / 5

Wer schon mal ein Sierra-Adventure der alten Zeit gespielt hat, wird wissen was ihn bei diesem Titel erwartet. Das Spielprinzip ist das gleiche wie bei 'Space Quest I', 'Police Quest I' oder 'Larry I' und auch die EGA-Grafik besitzt die gleiche Qualität. Ich kann mich sehr gut darauf einlassen und spiele auch heute noch gerne die alten Klassiker. Abgesehen davon ist 'Space Quest II – Vohaul's Revenge' trotz dünnem Handlungsrahmen ein Abenteuer mit einigem Unterhaltungswert. Dafür sorgen der gute Humor der Entwickler und die Spannung, die beim Sondieren auf dem gefährlichen Planeten Labion und der Asteroiden-Festung aufkommt. Negativ zu bewerten ist die akustische Untermalung und die eingebauten Sackgassen. Der erste Teil hat mit seinen Androiden, Raumschiffen, verschiedenen Rassen irgendwie etwas mehr zu bieten, aber dafür glänzt Part II mit seinem eigenen Charme und ist außerdem auch etwas leichter. Klar, es ist für heutige Begriffe kein Überflieger, aber alle Mal ein würdiger Nachfolger von 'The Sarien Encounter'. Wer den ersten Teil gerne gespielt hat, macht mit Part II nichts verkehrt. Kurz: Wenig Story, viel Abenteuer, viele spaßmachende Rätseleien, viele Gags.

geschrieben am 31.05.15, BTao

Systemanforderungen Weitere Links
DOS
EGA-/VGA-Grafikkarte
Soundkarte


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Dieser Klassiker-Test gehört zu  Space Quest 2.




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