Previews: Jekyll & Hyde (Pixelcage):

Jekyll & Hyde


Die Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde ist wohl eine der Bekanntesten der klassischen Literatur. Schon jeder dürfte über den Arzt mit seinem dunklen Geheimnis gehört haben. Im September nun wollen Pixelcage und bitComposer Games die Buchvorlage auf den PC bringen. Dabei geht das junge Entwicklerstudio gänzlich neue Wege und versucht das Adventure-Genre so mit neuen Ideen weiter zu entwickeln. Anhand einer voll spielbaren Version von 'Jekyll & Hyde' konnten wir uns bereits einen ersten Eindruck verschaffen und verraten Euch, wie viel klassisches Adventure aktuell in dem Spiel steckt.


London, 1894

Düstere Zeiten in der britischen Hauptstadt: Eine Seuche rafft immer mehr Einwohner dahin.

Eigentlich sollten der britischen Hauptstadt fröhliche Tage bevorstehen: Schließlich ist es nach langer Bauzeit endlich so weit und die Tower Bridge steht kurz vor der Eröffnung. Doch die Bevölkerung plagt sich mit einer seltsamen Seuche herum. Immer mehr Menschen werden dahingerafft und die Medizin kennt kein Gegenmittel. Da aber überwiegend Einwohner aus den armen Vierteln der Stadt der Seuche zum Opfer fallen, interessieren sich die Mediziner nicht so sehr darum – Irgendwann wird sich das schon von allein regeln. Nicht so Dr. Jekyll. Der gutherzige Arzt kümmert sich um die Kranken und versucht alles, um ein Gegenmittel zu finden. Nächtelang forscht er in seinem Labor nach einem wirkungsvollen Medikament. Mangels Versuchspersonen probiert er seine Mittelchen an sich selbst aus – mit verheerenden Folgen, denn sein letzter Saft weckt in Jekyll ungeahnte Kräfte. Als er einige Zeit später wieder zu sich kommt, hat er keine Ahnung was passiert ist, aber die Probe seines Tranks ist weg. Auf der Suche nach dem Mittel findet Jekyll einen unterirdischen Tunnel, der ihn in eine Art Tempel führt. Wer hat diese uralte Anlage gebaut? Und zu welchem Zweck? Findet sich hier vielleicht ein Mittel gegen die Seuche? Oder liegt hier gar der Grund für die rätselhafte Krankheit? Immer tiefer dringt der Arzt in die Tunnel und Gewölbe ein und stößt dabei auf seltsame Maschinen und grausige Machenschaften.

Unterwelten

Steintafeln mit Buchstaben, eine Lohrenfahrt durch ein Bergwerk: Indy lässt grüßen!

Kenner der Originalgeschichte von Robert Louis Stevenson werden schon festgestellt haben, dass das Spiel keine direkte Umsetzung ist, sondern eine eigene Geschichte um den Arzt und das Monster erzählt. Und genau so wie bei der Geschichte gehen die Entwickler auch mit dem Spiel eigene Wege. Bei 'Jekyll & Hyde' handelt es sich nicht um ein klassisches Point & Click-Adventure, sondern eher um einen Hybriden, der sich auch bei Action-Adventures wie 'Tomb Raider' einordnen lassen könnte, wäre er nicht so rätsel- und storylastig. Durch die dreidimensionalen Katakomben, Tunnel und Tempel, die – zumindest im Spiel - tief unter London existieren, bewegt sich Jekyll am geschicktesten per Tastatur, trifft dabei auf verschiedene Fallen, springt über Abgründe oder weicht Feuerbällen aus. Alternativ kann das Spiel auch per Maus oder Gamepad bedient werden, wobei die Aktionstasten komfortabel eingestellt werden können.

Ein wichtiger Bestandteil von Jekylls Inventar: Das Minilabor zum Mischen von Tränken.

Wer jetzt glaubt, das es sich hier doch um einen 'Tomb Raider'-Klon handelt, liegt falsch: Immer wieder finden wir Rätseleinlagen: Mal muss der Doktor einen Speer manipulieren, um an ein sonst nicht erreichbares Teil zu gelangen, mal muss eine Maschine richtig eingestellt werden, ehe es weiter geht. Der Schwierigkeitsgrad steigt über das gesamte Spiel spürbar an, auch was die Geschicklichkeitseinlagen angeht. Auch der Charakter von Dr. Jekyll oder besser gesagt, der von Mr. Hyde entwickelt sich weiter: Durch immer neue Tränke bekommt das Monstrum neue Fähigkeiten und kann so Aufgaben lösen, an denen der mit menschlichen Kräften ausgestattete Jekyll verzweifelt. Diese Tränke werden mithilfe eines mobilen Labors direkt in den Dungeons zusammengemischt. So schleicht, rätselt und kämpft sich der Jekyll durch jedes der insgesamt sechs Kapitel, die allesamt einen Endgegner bieten. Und wieder zeigt sich, dass 'Jekyll & Hyde' mehr Adventure als Action ist: Keiner der Endgegner muss durch Waffengewalt zur Strecke gebracht werden. Im Gegenteil: Weiter geht es nur durch Nachdenken. Hat man dann einmal einen Weg gefunden, wird oft auch gutes Timing vorausgesetzt. Schafft man das nicht, ist die Wahrscheinlichkeit des plötzlichen Ablebens sehr hoch. Besonders schlimme Auswirkungen hat der Tod aber nicht: Das Spiel setzt kurz vorher wieder ein. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil Pixelcage kein freies Speichern erlaubt, stattdessen speichert das Spiel nach bestimmten Abschnitten automatisch.

Dungeon-Inventar

Über die Quickslots in der unteren Ecke kann Jekyll schnell auf bestimmte Gegenstände wie z.B. die Fackel zugreifen.

Von den Rollenspielen hat sich Pixelcage die Inventar-Steuerung abgeschaut: Dem Spieler stehen verschiedene Quickslots zur Verfügung, in denen wichtige Utensilien abgelegt und per Tastendruck benutzt werden können. Jekyll findet hier beispielsweise den Hyde-Trank und eine Fackel, Hyde erfreut sich an den schon angesprochenen weiteren Tränken. Das Inventar selbst kann am unteren Bildrand eingeblendet werden. Je nach eingesammeltem Objekt gibt es bis zu drei Handlungsoptionen. Neue Gegenstände werden gesondert markiert, verbrauchte verschwinden aus dem Inventar. Damit auch alles gefunden werden kann, gibt es im Spielmenü die Möglichkeit, Hotspots dauerhaft anzeigen zu lassen. Alternativ werden wichtige Gegenstände auf Tastendruck angezeigt.

Einsam in 3D

Für Abwechslung in den Dungeons ist gesorgt: Jekyll wundert sich über Lava, direkt unter London.

Für 'Jekyll & Hyde' nutzt Pixelcage eine selbstentwickelte 3D-Engine. Die Grafik kommt zwar nicht an aktuelle Ego-Shooter oder Actionadventures heran, macht aber dennoch einen guten Eindruck. Speziell durch die gelungene Beleuchtung und der sich dauernd bewegenden Kamera wird ein beklemmender Eindruck vermittelt. Wert legen die Entwickler auf Abwechslung: Obwohl Jekyll die meiste Zeit in den Dungeons unter London weilt, gibt es hier genügend Abwechslung. Von Felsengängen über alte Tempelanlagen bis zu Lavahöhlen findet sich eine breite Palette. Sogar eine Lorenfahrt durch eine stillgelegte Mine, wie sie schon Indiana Jones erleben durfte, ist mit von der Partie. Was hingegen fehlt, sind andere Charaktere, denn Jekyll bleibt über die Spielzeit meist allein. Wir treffen lediglich auf seine Geliebte, seinen Diener Coltrane sowie seinen Widersacher Rufus – und das meistens auch nur in den Zwischensequenzen. Damit die Geschichte auch in den Dungeons weitergeht, findet Jekyll immer wieder einmal Buchseiten, die ein wenig von dem verraten, was einst tief unter London vor sich ging. Jedes mal nicht viel, aber dennoch genug, um Ansporn zu sein, die tiefen Gänge weiter zu erforschen.

Malerische Zwischensequenzen

In Zwischensequenzen zum Levelende wird die Geschichte weitererzählt.

Nach jedem Kapitel verrät eine Zwischensequenz, wie es weiter geht. Dafür hat Pixelcage auf Gemälde zurückgegriffen, die am PC in verschiedene Ebenen zerlegt werden und dann in mehreren Ebenen übereinander geschoben werden. So entsteht ein Eindruck von Tiefe. Begleitet werden die kurzen Filme von einer passenden Musik und natürlich den sehr guten Sprechern. Während Jekyll von dem bisher eher unbekannten Hans Henrik Wöhler gesprochen wird, hören wir David Nathan als Rufus und Christian Schult als Butler Coltrane. Er übernimmt auch die Rolle des Erzählers.

Der Kontakt mit einem Feuerball ist immer tödlich.

In unserer Beta-Version lief 'Jekyll & Hyde' schon erstaunlich stabil. Dennoch gab es hin und wieder einige kleinere Probleme, die sicherlich noch bis zum Erscheinen korrigiert werden. So reagierte der Charakter hin und wieder nicht auf Tastendruck – was zu einem spontanen Ableben führte. Auch gab es hin und wieder Probleme, dass die Figur sich gar nicht mehr bewegen wollte oder nach einem Ableben im Kampf gegen einen Endgegner direkt wieder in einen Feuerstoß gesetzt wurde, so dass das nächste Ableben direkt auf dem Fuße folgte. Das größte Manko sind aber noch die Ladezeiten. Beim Neustart eines Kapitels wird gleich der gesamte Dungeon geladen. Das führt dann zwar dazu, dass während des gesamten Kapitels kein Nachladen mehr notwendig ist, dauert beim ersten Start aber auch eine recht lange Zeit. Hier sollte unbedingt noch etwas getan werden.


Galerien

Fazit:

Wertung: Gut

Mit 'Jekyll & Hyde' geht Pixelcage einen mutigen Versuch ein, in dem Elemente aus Rollenspielen und Actionadventures mit klassichen Adventure-Rätseln und Minigames kombiniert werden. Wer nur Point & Click mag, wird an dem Spiel ebenso wenig Gefallen finden, wie Spieler, die Actioneinlagen meiden. Freunde von ausgiebigen Dialogen ebenso wenig. Dennoch muss man den Entwicklern bescheinigen, dass sie versuchen, das Genre ein wenig weiter zu entwickeln und dabei deutlich mehr Adventure als Rollenspiel oder Action-Adventure in 'Jekyll & Hyde' gepackt haben. Wenn bis zum Erscheinen im September noch ein wenig an den Kritikpunkten gefeilt wird, dürfte das Spiel durchaus seine Fans finden.

geschrieben am 11.08.10, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links

Windows XP / Vista / 7
DirectX 9.0c kompatible Grafikkarte mit 128MB
512 MB RAM
2.5 GHz Prozessor


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Dieses Preview gehört zu  Jekyll & Hyde (Pixelcage).




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