Reviews: Oxenfree:

Oxenfree


Fünf Teenager allein auf einer einsamen Insel? Klingt auf den ersten Blick wie der typische Stoff, aus dem Teen-Horror-Streifen gemacht sind. Dankenswerterweise liegt der Fokus bei 'Oxenfree' jedoch in erster Linie im Mystery-Bereich. Nebst vieler Dialoge sehen wir uns mit unterschiedlichen Realitäten, Zeitschleifen, Blackouts und mehr konfrontiert. Es tut sich einiges. Wie überzeugend das Debüt-Werk von Night School Studio aus unserer Sicht gelungen ist, verraten wir Euch jetzt im Review.

Oxenfree

 

Protagonistin ist die 16-jährige Alexandra, kurz Alex genannt. Gemeinsam mit ihrem besten Kumpel Ren, sowie Jonas, Nona und Clarissa, besucht sie zu später Stunde Edwards Island, einen Ort, mit dem sie den Verlust ihres älteren Bruders verbindet. Seit diesem Schicksalsschlag hat sich ihr Leben radikal geändert. Mit Jonas hat sie jetzt zum Beispiel einen gleichaltrigen Stiefbruder, was für sie noch neu ist. Für sie ist dieser heimliche Ausflug eine Gelegenheit, um sich mit einer ungewohnten Situation zu arrangieren. Konflikte tun sich übrigens auch bei den weiteren Gefährten auf, die sich - abhängig von unseren Entscheidungen - in die eine oder in die andere Richtung entwickeln können.

Oxenfree

Oxenfree lebt von Dialogen und einer gelungenen Mystery-Story

Bei der Ankunft mit der Fähre präsentiert sich die einst militärisch geprägte Insel verlassen, ohne beängstigend zu sein. Edward Island ist heute vorwiegend für Touristen interessant. Fast niemand wohnt hier. Wie geschaffen also für ein ungestörtes Lagerfeuer am Strand. Nach einer Einführung in die soziale Konstellation der Gruppe gewinnt die Handlung an Fahrt. Alex und Jonas aktivieren in einer Höhle ein seltsames Portal per Radiofrequenz. Fortan mehren sich sonderbare Zeitschleifen sowie unerklärliche Blackouts und Halluzinationen. Ein gemeinsames Entkommen von diesem Ort entpuppt sich schließlich als unerwartet schwere, wenn nicht sogar lebensbedrohliche Herausforderung.


Story und Dialoge

Erwarten darf man sich bei 'Oxenfree' eine durchdacht umgesetzte Mystery-Geschichte mit unheimlichen, aber auch lustigen Momenten. Grob könnte man es als eine Mischung aus 'Firewatch' und 'Life is Strange' umschreiben, gepaart mit 'Kentucky Route Zero'. Im Fokus stehen die Story und die Beziehung der greifbar wirkenden Charaktere zueinander. Ob einem der Inhalt zusagt, hängt wohl auch davon ab, wie viel man mit Teenagern und ihren Problemen anzufangen weiß. Wer selbst bei 'Life is Strange' den Kopf schüttelte, sollte was 'Oxenfree' angeht eher vorsichtig sein.

Oxenfree

Per Radio informieren wir uns über die Geschichte der Insel

Das Dialogsystem ist jedenfalls dynamisch gelungen und vermittelt recht erfolgreich das Gefühl, Teil der Clique zu sein. Nur wenige Adventures vermögen in diesem Punkt ähnlich zu überzeugen. Gespräche lassen oft bis zu drei Antwortmöglichkeiten zu. Schweigen ist eine weitere Variante. Allerdings sollte man nie voreilig auf etwas klicken, denn das kann eine Konversation unterbrechen. Nicht immer wird sie hinterher wieder fortgesetzt. Beim ersten Mal Durchspielen entgehen einem so oder so einige Details, von den verschiedenen Enden und kleineren Story-Verzweigungen ganz zu schweigen.


Exploration und Radiofrequenzen

Die geheimnisvolle Insel bietet einige Gelegenheiten zur Erkundung. Auf freiwilliger Basis gibt es unter anderem geheime Notizen zu entdecken, die für die aktuellen Vorfälle informativ sein können. Es ist nicht leicht, sämtliche Fundstücke gleich beim ersten Durchspielen ausfindig zu machen, zumal Edwards Island nicht so klein ist, wie man vielleicht meinen möchte. Wer versehentlich in die falsche Richtung läuft (das Spiel lässt meist freie Hand), bezahlt das mitunter mit längeren Laufwegen. Anfangs kann einem das selbst mit Karte leicht passieren, die zwecks Orientierung abrufbar ist.

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Diese Karte zeigt die Abschnitte der Insel

Ein weiteres auffälliges Gameplay-Element ist die Suche nach Radiofrequenzen, um Türen und dergleichen zu öffnen und Anomalien aufzudecken. Besonders gut klappt das per Controller mit Vibrationsfunktion, denn Vibration ist ein taktiler Hinweis auf die passende Frequenz. Alternativ kann man das Spiel aber auch per Tastatur und Maus bedienen, was zufriedenstellend funktioniert. Bei den Sehenswürdigkeiten von Edwards Island besteht die Möglichkeit, die Tourismus-Infos per Radio anzuhören. Das so erlangte Wissen könnte später einmal nützlich werden.


Visuell interessant, akustisch hervorragend

Die 2.5D-Grafik ist vielleicht nicht aufwändig, dafür aber stilsicher gelungen und hübsch anzusehen. Im Normalfall gewöhnt man sich rasch daran, dass die Spielfiguren immer nur klein im Bild zu sehen sind. Lediglich auf Gruppen-Fotos im Spiel sieht man ihre Gesichter aus der Nähe. Warum die Mystery-Stimmung so zu überzeugen vermag, ist zu einem Großteil dem hervorragenden Sounddesign zu verdanken, welches sowohl mit elektronischen Musikstücken als auch mit tollen Soundeffekten besticht. Leider gibt es bislang lediglich eine sehr überzeugende englische Sprachausgabe und keine deutschen Untertitel.

Oxenfree
Auf Fotos sieht man die Gesichter aus der Nähe. Noch ist alles gut...

Stoßen kann man sich am automatischen Speichersystem: Gespeichert wird stets zu Beginn jedes Abschnitts der Insel und das Speichersymbol ist bei diesem Vorgang klar zu erkennen. Daran kann man sich prima orientieren und die einzelnen Abschnitte sind nie übertrieben groß, weshalb die fehlende manuelle Speicherfunktion eher zu verzeihen ist. Im Endeffekt gibt es jedoch keine Möglichkeit, frühere Spielstände zu laden, etwa um schneller ein anderes Ende auszuprobieren, ohne wieder von vorne anzufangen. Es gibt auch nur einen einzigen Spielstand. Wenigstens besteht die Möglichkeit, nach dem ersten Durchlauf eine Art New-Game-Plus zu starten, wobei die Dialoge etwas angepasst wurden und auch so nicht alles gleich bleibt.


Galerien

Fazit:

Wertung: 85%

Nach rund vier Stunden Spielzeit war ich sehr angetan von 'Oxenfree' und fühlte mich hervorragend unterhalten. Mehr noch, ich verspürte sogar große Lust, mich gleich noch einmal auf die mysteriöse Insel zu begeben, um durch andere Entscheidungen mehr über die Akteure in Erfahrung zu bringen. Noch dazu wirft das Ende zusätzliche Fragen auf, die mich beschäftigen. Wenn ich etwas kritisieren möchte, dann die mitunter etwas längeren Laufwege und dass es allzu leicht passieren kann, dass man ein eigentlich interessantes Gespräch unabsichtlich unterbricht und dann nicht mehr den Rest zu hören bekommt. Davon abgesehen liefert Night School Studio ein sehr überzeugendes Mystery-Abenteuer. Bitte mehr davon!

geschrieben am 27.06.16, Matthias Glanznig

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