Reviews: Eselmir and the five magical gifts:

Eselmir and the five magical gifts


Ein klassisches Point-and-Click-Adventure im Fantasy-Setting, mehr als 170 handgezeichnete Hintergründe, dazu eine Fülle von Charakteren und eine überdurchschnittliche Spielzeit: Das Schweizer Entwicklerstudio Stelex Software hat sich für sein erstes Adventure 'Eselmir and the five magical gifts' eine ganze Menge vorgenommen. Das Spiel basiert auf den Erzählungen des Schweizer Autors Sebastiano B. Brocchi, der mit 'Pirin' eine bislang dreiteilige Fantasy-Saga erschaffen hat. Ob uns das Adventure verzaubern konnte, erfahrt Ihr in unserem Test.


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Jäger des verlorenen Königsgrabs


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Eselmir erhält einen göttlichen Auftrag.

Der Priester Eselmir, der sich der Gottheit der Zeit verschrieben hat, wird eines Nachts von ebendieser Gottheit aufgesucht: Er soll fünf magische Artefakte finden, die vor Urzeiten mit dem legendären König Theoson, dem Stammvater von Eselmirs Volk, begraben wurden. Ein Klacks, sollte man meinen, wäre da nicht ein Haken: Niemand weiß, wo Theosons Grab liegt. Zwar gibt es gleich zwei Mausoleen, aber bei denen handelt es sich um Kenotaphe, also leere Grabmale. Eselmir muss daher nicht nur die fünf Artefakte, sondern Theosons Grab selbst aufspüren. Die Mission artet natürlich rasch aus und führt Eselmir quer durch den Kontinent Gaimat. Zusatzmissionen sorgen dafür, dass ihm – und den Spielern – auf gar keinen Fall langweilig wird. Denn da wäre noch das entführte Kind, das Eselmir suchen möchte, und auch der Tod seiner geliebten Jeselion bedarf einer gründlichen Recherche. Und weil der Priester, dessen höchste Tugend die Geduld ist, ja noch nicht alle Hände voll zu tun hat, darf er sich zudem an einem Krieg beteiligen und sich um einen fiesen dunklen Magier kümmern. Was also recht harmlos beginnt, ufert sehr rasch aus, wobei die einzelnen Handlungsstränge logisch miteinander verwoben sind und Schritt für Schritt zusammengeführt werden.

 

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In Lothriel gibt es bereits eine Menge zu tun.

Ehe es an die Reise geht, gilt es, verschiedene Aufgaben im Reich Lothriel zu erfüllen und Vorbereitungen zu treffen. Dabei erfahren wir en passant auch gleich einiges über die Welt, in der Eselmir lebt, sowie über sein Volk, die Pirin. Diese stammen von König Theoson und einer Fee ab, werden von anderen Völkern als halbgöttlich angesehen und haben das unverschämte Glück, in einem Land zu leben, in dem immer die Sonne scheint, niemand ernsthaft krank oder alt wird und es offenbar auch keine Querelen etwa wegen Geld gibt. Die Pirin verzichten nämlich ganz einfach auf Geld und bilden eine solidarische Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt, wenn mal Not am Manne ist. Im Zentrum des Reichs steht die riesige Zitadelle samt Tempel und Königspalast. Nicht weniger als 17 Götter werden hier verehrt, jeder mit eigener Zuständigkeit und der Fähigkeit, auch in weiblicher Form zu erscheinen. Die Gottheit Monusad, die über die Zeit gebietet, macht davon gleich zu Beginn Gebrauch und sucht Eselmir in ihrer weiblichen Form als Monusadah auf.


Unter göttlicher Beobachtung

Die Götter sind für die Handlung insofern wichtig, als sie ins Geschehen eingreifen können und in Eselmirs Gedanken ständig präsent sind. Speziell Monusadah und Ladin interessieren sich für Eselmir, einfach, weil sie eine Art Wette laufen haben. Während Monusadah Eselmir nach Kräften unterstützt und auch immer wieder persönlich in Erscheinung tritt, kündigt Ladin an, die Mission zu sabotieren. Er beruft sich dabei auf eine uralte Prophezeiung, wonach es niemandem gelingen soll, die fünf Artefakte wieder ans Licht zu bringen. Allerdings, und das fand ich etwas schade, verhält sich Ladin die meiste Zeit des Spiels verdächtig ruhig, während Monusadah sporadisch auftritt, um Eselmir aus der Patsche zu helfen oder ihm netterweise gegen Ende den Grund für seine Mission zu erklären. Auch andere Wesen mischen sich zeitweise ins Geschehen ein, wobei sie wiederum andere Agenden verfolgen als die beiden Götter.

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Im Questbuch werden alle Missionen festgehalten.

Neben seiner Hauptmission darf Eselmir weitere, teils optionale Aufgaben in Angriff nehmen. Drei davon müssen auf jeden Fall getriggert werden und im Questbuch aufscheinen. Ansonsten ist ein Weiterkommen nicht möglich, egal, ob man diese Nebenquests schafft oder nicht. Hat man z.B. die Quest „Löse das Geheimnis um den Tod Jeselions, der Geliebten Eselmirs“ nicht getriggert, kann man das Reich erst gar nicht verlassen. Dasselbe gilt für die Nebenmissionen „Finde alle Seiten aus dem Tagebuch von Eselmirs Eltern“ und „Finde den entführten Sohn des Künstlers“. Diese Missionen, die in anderen Kapiteln um weitere kleine Nebengeschichten erweitert werden, verleihen dem Spiel mehr Tiefe da man durch sie vor allem die Hintergrundgeschichte des Hauptcharakters kennen lernt, aber auch noch so einiges über Land und Leute erfahren kann.


Viel Lesestoff

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Es gibt eine Menge zu lesen.

Mehr Komplexität erhält die Geschichte auch durch zahlreiche Texte, die wir während der Reise zu Gesicht bekommen. Es lohnt sich, diese teilweise recht langen Texte gründlich zu lesen, da sie meistens Hinweise auf die Lösung eines oder mehrerer Rätsel enthalten. Das gilt auch für scheinbar sinnlose Inventargegenstände wie beispielsweise ein Gemälde, das Eselmir auf seine Reise mitnimmt. Klar, gehört ja schließlich zum Standardgepäck. Erst viele Spielstunden später wird dieses Gemälde mit einem Nebencharakter verknüpft und trägt so zur Geschichte bei. Dasselbe gilt für Aufzeichnungen, die wir in einer Höhle finden. Eine Geschichte, die in diesen Notizen erzählt wird, gelangt erst viel später durch einen Nebencharakter zu ihrem Abschluss. Derartige Verknüpfungen finden sich immer wieder, oft erst nach Stunden, wenn man bereits vergessen hat, dass man etwa besagtes Gemälde bei sich trägt oder sich zu Beginn des Spiels einen bestimmten Gegenstand angesehen hat.

Erzählerisch kann man 'Eselmir and the five magical gifts' insofern nicht viel vorwerfen. Lediglich der Start gestaltet sich etwas träge, da man die ersten vier bis fünf Stunden ausschließlich in Lothriel mit Recherchen und Reisevorbereitungen verbringt sowie damit, die Handhabung des Spiels zu verinnerlichen. Manche Dialoge entpuppen sich dazu als sehr ausufernd und stellen die Geduld auf die Probe, da ab dem vierten Kapitel so ziemlich jeder Gegenstand seine eigene Geschichte hat, die unbedingt eingeflochten werden muss und die erstaunlicherweise auch einen Sinn hat, der sich aber oft erst später erschließt.

Trotz einiger langatmiger Passagen kann einen die Handlung vor den Bildschirm bannen. Die ominöse Prophezeiung hat dabei nicht nur Eselmir beständig im Hinterkopf; auch als Spieler fragt man sich dauernd, ob die Mission überhaupt von Erfolg gekrönt sein kann und warum es so wichtig ist, dass Eselmir die fünf Artefakte findet. Dass laufend neue Prophezeiungen dazu kommen – die Dinger gibt’s offenbar nur im Multipack – oder manche Charaktere versuchen, Eselmir von seiner Mission abzubringen bzw. diese ganz frech hinterfragen und Zweifel säen, macht die Sache noch einmal spannender. Dazu gesellt sich in den mehr als 20 Spielstunden die eine oder andere überraschende Wendung.


Liebevoll von Hand gezeichnet

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Die Schauplätze wurden von Hand gezeichnet.

Die Bücher von Sebastiano B. Brocchi enthalten vom Autor selbst angefertigte Illustrationen, die stilgebend für den Look von 'Eselmir and the five magical gifts' waren. Am oberen Bildschirmrand findet sich eine runde Plakette mit der Aufschrift „Pirin“; die Schriftart wurde direkt von den Buchcovern übernommen. Die von Hand gezeichnete Grafik - Brocchi war hier involviert - wurde digital koloriert, und man merkt, wie viel Arbeit und Herzblut in jedem der gut 170 unterschiedlichen Hintergründe sowie in den zahlreichen Charakteren stecken.

Dennoch ist die Grafik vor allem eines: Geschmackssache und zumindest am Anfang auch gewöhnungsbedürftig. Je länger man spielt, umso schwieriger wird es allerdings, sich dem ganz eigenen Charme dieser ungewöhnlichen Optik zu entziehen, und auf einem größeren Monitor sieht das Spiel direkt umwerfend aus. Sicher – Grafik-Fetischisten, die Fotorealismus bevorzugen, werden mit der handgezeichneten Comic-Optik nicht viel Freude haben. Sie sind aber auch nicht die Zielgruppe des Spiels, und letztlich steht auch nicht die Grafik im Vordergrund, sondern ganz klar die Story.

Die Animationen beschränken sich auf das Nötigste – Eselmir kann gehen, mit Doppelklick auch etwas flotter, er kann kämpfen und bei Bedarf auch schwimmen, wobei die Animationen mitunter etwas steif und speziell im Kampf unfreiwillig komisch wirken. Das gilt auch für andere Figuren, wobei diese sich nicht mehr bewegen als notwendig; Mimik und Gestik sind nur reduziert vorhanden. Aufwändigere Bewegungen wie „Eselmir steigt aus dem Bad“ oder animierte Zwischensequenzen bekommen wir gar nicht erst zu sehen, und auch die Kampfszenen wurden auf wenige notwendige Bewegungen reduziert. Das ist allerdings nicht weiter tragisch. Schließlich haben wir es hier nicht mit einem AAA-Titel zu tun, für den ein riesiges Budget zur Verfügung stand. Insofern kann man angesichts der etwas groben Animationen schon ein wohlwollendes Auge zudrücken. Es ist ohnehin erstaunlich, was Stelex Software auf die Beine gestellt haben.


Eingängige Musik bohrt sich ins Gehör

In Sachen Sound bekommen wir wunderschöne Musikstücke zu hören. Fast jeder Ort, den wir besuchen, hat seinen eigenen Musikteppich verpasst bekommen – das reicht von mystischen Chören über Flöten- und Gitarrenklänge bis hin zu Klavier und Saxophon. Im Menü erwartet uns das Hauptmusikstück des Spiels, „The Way to Lothriel“, dargeboten vom Schweizer Sänger Marco Santilli. Das Stück ist dermaßen eingängig, dass es sich schon nach ein-, zweimal im Gehörgang einnistet und es sich dort gemütlich macht. Daneben gibt es im Spiel zwei weitere Lieder, die mit Lyrics versehen wurden, eines davon im Abspann. Obwohl der zweite Song mit Text ebenfalls sehr schön ausgefallen ist, ist die Platzierung denkbar ungünstig. Man befindet sich am Beginn einer Schlacht und hat eine Menge Dialog zu lesen (dazu komme ich noch), während gleichzeitig die Sängerin einen Wächter bittet, sie vorbeizulassen. Da der Text des Liedes sehr gut verständlich ist, lenkt er leicht vom eigentlichen Geschehen und den Dialogen ab. Das hätte nicht sein müssen und hat bei mir dazu geführt, dass ich nach einer Weile den Ton abgedreht habe, um mich auf die Dialoge konzentrieren zu können.

Zum sehr gut gelungenen Musikteppich gesellen sich abwechslungsreiche Hintergrundgeräusche wie plätscherndes Wasser, das Summen von Insekten, das Zwitschern von Vögeln, Schritte auf der Straße, prasselnder Regen, blökende Schafe oder brüllende Monster. Sprachausgabe gibt es nur in den Zwischensequenzen; hier haben wir die Wahl zwischen Englisch und Italienisch. Im Spiel selbst müssen Dialoge gelesen werden, ebenfalls wahlweise auf Englisch oder Italienisch. Vereinzelt gibt es Tippfehler, über die man aber hinwegsehen kann, da sie das Verständnis der betreffenden Texte nicht beeinträchtigen.


Technische Kinderkrankheiten

Die erste Version von 'Eselmir and the five magical gifts' (v1.0.1) hatte noch mit einer Fülle technischer Kinderkrankheiten zu kämpfen, die den Spielspaß bisweilen nachhaltig getrübt, teilweise ganz verdorben haben. Es kam immer wieder zu Abstürzen, zeitweise verschwanden auch Eselmir und/oder das Inventar sowie alle anderen Charaktere von der Bildfläche, sodass nur noch der Hintergrund übrig blieb und das Spiel via Task-Manager beendet werden musste, weil absolut nichts mehr ging. Mitunter ließ sich ein Spielstand auch nicht laden bzw. ist es vorgekommen, dass das Spiel während des Ladevorgangs abgestürzt ist. Bisweilen lief das Spiel auch sehr träge bzw. geriet ins Stocken, was insbesondere bei jenen Szenen, in denen es auf Geschwindigkeit ankam, frustrierend war. Einige Locations werden als Sidescroller dargestellt, was einen flüssigen Übergang von einem Screen zum nächsten ermöglicht. Teilweise gab es in der Ur-Version aber auch hier Probleme. An manchen dieser Stellen hatte das Spiel sichtlich zu kämpfen, obwohl es nicht sonderlich hardwarehungrig ist.

Ein Update der verwendeten Visionaire-Engine hat die erwähnten Probleme schlagartig aus der Welt geschafft. Nach der Aktualisierung gab es kein Stocken mehr, das Spiel lief so flüssig, wie man sich das nur wünschen konnte. Sämtliche Charaktere waren sichtbar, dazu kamen Hintergrundgeräusche, die in der ursprünglichen Version teilweise gefehlt haben. Stelex Software hat auf die technischen Probleme sehr schnell reagiert und es geschafft, sie vollständig zu beseitigen, sodass dem Spielspaß nichts mehr im Wege steht.


Wir klicken uns durchs Land

Um Eselmir quer durchs Land zu scheuchen, brauchen wir nur eine Maus. Mit Linksklick lassen wir unseren Helden gehen (ein Doppelklick sorgt dafür, dass er sich etwas schneller bewegt). Teilweise reagiert er etwas schwerfällig; ungeduldiges Klicken kann dann schon mal zum Absturz des Spiels führen, siehe oben. Aber wie wir gleich zu Beginn des Spiels lernen, ist Geduld eine Tugend, die auch dem geneigten Adventurespieler nicht schlecht zu Gesicht steht.

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Dialogoptionen befinden sich am unteren Rand.

Ebenfalls mit Linksklick können wir andere Personen betrachten, Gegenstände untersuchen und Dinge aufnehmen. Dabei müssen wir jedoch unter Umständen zuvor per rechter Maustaste das Interaktions-Icon wechseln. Standardmäßig ist das Auge eingestellt; dazu gesellen sich so unterschiedliche Icons wie eine Hand (wenn man etwas nehmen kann), ein Hammer (wenn etwas gemacht werden kann) oder gefaltete Hände, wenn wir wollen, dass Eselmir betet. Wir können ihn auch schlafen schicken, wenn das sinnvoll erscheint. Für die meisten Personen und Gegenstände im Spiel stehen maximal zwei Interaktionen zur Verfügung, seltener drei. Teilweise kommt es auch vor, dass ein Charakter, der vorher nur dekorativ in der Landschaft herumgesessen oder -gestanden ist, plötzlich ansprechbar ist oder dass wir an einer Stelle etwas tun können, die vorher lediglich untersucht werden konnte. Es ist daher unumgänglich, alle Schauplätze gründlich zu untersuchen und gegebenenfalls erneut aufzusuchen. Das ist jedoch eine Eigenheit speziell des ersten Kapitels. In späteren Abschnitten des Spiels gestaltet sich die Sache dank kleinerer Schauplätze deutlich übersichtlicher und wir rennen uns nicht mehr die Hacken wund. Auch die Interaktionen werden mit der Zeit überschaubarer.

Das Inventar ist ebenfalls in diese Interaktions-Icons eingebunden. Eselmir kann zwar jede Menge Dinge einsammeln, er kann damit aber nicht nach Belieben verfahren und beispielsweise nicht an einem Hotspot alle Inventargegenstände ausprobieren, bis der passende gefunden ist. So funktioniert das Spiel nicht. Kann ein Objekt aus dem Inventar verwendet werden, dann wird das angezeigt, sobald man mit der rechten Maustaste auf den betreffenden Hotspot klickt. Erscheint kein Inventargegenstand, kann man an der entsprechenden Stelle auch nichts machen. Gegenstände, die wir nicht mehr benötigen, können wir übrigens verkaufen, wobei Eselmir klipp und klar seine Meinung sagt, wenn wir etwa das Tagebuch seiner Eltern verhökern wollen. Wir können also nicht nach Lust und Laune alles, was wir mit uns herumschleppen, zu Kleingeld machen. Abgesehen davon ist es ohnehin nur im Rahmen einer bestimmten Aufgabe notwendig, durch das Verkaufen von Besitztümern an Geld zu kommen.

Eine weitere Besonderheit des Inventars: Müssen Gegenstände kombiniert werden, macht Eselmir das entweder automatisch oder wenn wir vorher eine Aufgabe gelöst haben, die ihn dann auf die richtige Fährte bringt. Das kann mitunter etwas frustrierend sein, wenn man als Spieler genau weiß, was zu tun ist, Eselmir aber keinen Finger rührt, weil man einen Zwergentext nicht ganz exakt übersetzt hat. Obwohl sich der Sinn erschließt (im fraglichen Text gilt es lediglich, einige Lücken zu ergänzen), kann man die Aufgabe nicht beenden, weil Eselmir der Impetus dazu fehlt. Erst eine 100%-ige Übersetzung löst bei ihm einen „Heureka!“-Effekt aus und er macht brav, was man als Spieler seit einer halben Stunde weiß. An solchen Stellen zeigt sich, dass die Handhabung des Inventars vielleicht nicht ganz so glücklich gelöst ist, auch wenn sie über weite Strecken des Spieles sehr gut funktioniert. Ein weiterer Nachteil dieser Art des Inventars: Es nimmt einem als Spieler sehr viel Arbeit ab, wenn das Spiel vorgibt, welcher Gegenstand wo benutzt werden kann. Teilweise werden wir von Eselmir selbst darauf hingewiesen, dass es jetzt aber wirklich an der Zeit wäre, ein bestimmtes Objekt einzusetzen.

Hotspots können wir uns durch Druck auf die Leertaste anzeigen lassen, was speziell im ersten Kapitel praktisch ist. Lothriel ist nämlich die mit Abstand größte Karte im ganzen Spiel, mit mehreren Schauplätzen und Personen, die es immer wieder aufzusuchen gilt. Da kann man leicht was übersehen. Auch für Trophäenjäger ist die Hotspot-Anzeige unverzichtbar, zeigt sie uns doch, wo wir unter Umständen noch eine Tagebuchseite oder ein unsichtbares Wesen finden können – für die Komplettierung beider optionalen Aufgaben gibt es jeweils ein Achievement.

Eine Sprachausgabe gibt es wie bereits erwähnt nicht. Stattdessen klicken wir uns durch die Dialoge, die wir allerdings nicht beeinflussen können. Zwar können wir verschiedene Themen auswählen, über die wir mit unserem Gegenüber sprechen wollen, und wir können ein Gespräch auch vorzeitig verlassen. Aber das war's dann auch schon.


Eine Fülle von Aufgaben

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Der Mechanismus muss geknackt werden.

Die Aufgaben, die wir gemeinsam mit Eselmir erledigen dürfen, sind vielfältig. Neben den typischen Dialogen, die teilweise etwas gar ausufern, und den ebenfalls typischen Botendiensten der Art „Ich helfe dir, aber ich will, dass du etwas für mich tust, lauf doch mal zu XY und hol mir Z, dann bekommst du A“ werden wir mit einer Fülle von Rätseln konfrontiert. Wir müssen ein altes Kochrezept entschlüsseln, dürfen an seltsamen Mechanismen herumspielen, geheime Inschriften entziffern, auf einer Vogelflöte spielen, ein Labyrinth erforschen (das hat tatsächlich Spaß gemacht – sage ich als bekennende Labyrinth-Hasserin), an einem sportlichen Wettbewerb teilnehmen, an Statuen und Spiegeln drehen, Lieder singen, einem unsichtbaren Wesen drei Rätsel beantworten, Juwelen richtig anordnen, Heilkräuter sammeln, Fallen austricksen, militärische Einheiten strategisch positionieren, gegen Monster kämpfen – kurz, das Gameplay gestaltet sich sehr abwechslungsreich. Kaum eine Aufgabe wiederholt sich, fast alle sind sie logisch in die Handlung eingebettet bzw. aus den vorherigen Geschehnissen ableitbar. In der Regel lassen sich die Aufgaben auch ohne großes Grübeln bewältigen, da meistens klar ist, was getan werden muss und die Anzahl der verfügbaren Hotspots überschaubar bleibt. Der Schwierigkeitsgrad bleibt im mittleren Bereich.

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Es darf gekämpft werden.

Damit uns trotz dieser Fülle an Aufgaben auch ja nicht langweilig wird, wurde außerdem ein Kampfsystem eingebaut, das nicht sonderlich komplex ist, aber dafür äußerst nervig. In einem rot-grün-roten Balken bewegt sich ein Icon in Form von Eselmirs Kopf von links nach rechts und wieder retour. Befindet sich das Icon im grünen Bereich, müssen wir auf das Kampfsymbol klicken. Mit steigender Geschwindigkeit kann das durchaus zur Herausforderung werden und dazu führen, dass Eselmir beim Kampf auf die Nase fällt oder sein Ziel verfehlt. Zwar gibt es einen grünlich angehauchten Toleranzbereich rechts und links des grünen Abschnittes, allzu groß ist dieser jedoch nicht. Dadurch, dass das Spiel auch an solchen Stellen gerne mal stockt, kann man Kämpfe mit etwas Geduld aber leichter bewältigen, indem man ganz frech den technischen Makel ausnutzt: Man wartet dazu einfach so lange, bis das hin- und herflitzende Icon, das immer wieder auch mal kurz stehenbleibt, für einen Sekundenbruchteil im grünen Bereich oder zumindest am Rande des grünen Bereichs verharrt, um dann sehr schnell zu klicken. Das ist zwar vermutlich nicht im Sinne der Erfinder, kann aber dabei helfen, den Frustfaktor etwas zu verringern. Wirklich gebraucht hätte ich persönlich das Kämpfen nicht, da es nicht auf Können, sondern auf Geschwindigkeit ausgelegt ist und nur mit viel Humor überhaupt als "Kampfsystem" bezeichnet werden kann. Da die Pirin aber nun mal auch hervorragende Kämpfer sind, war es wohl unumgänglich, Eselmir in irgendeiner Form kämpfen zu lassen. Das ist vermutlich der Buchvorlage geschuldet.

Last but not least sei eine kurze Stealth-Sequenz gegen Ende des vierten Kapitels erwähnt. Diese ist nicht besonders schwierig, kann aber problematisch werden, wenn das Spiel beim ersten Versuch ruckelt oder überhaupt einfriert und sich weigert, weiter nach rechts zu scrollen, um den restlichen Bereich, durch den man schleichen muss, freizugeben.


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Fazit:

Wertung: 77%

Geduld ist nicht nur die herausragende Tugend von Titelheld Eselmir. Auch dem Spieler wird ein gehöriges Maß dieser Eigenschaft abverlangt: Über 20 Stunden Spielzeit - laut Steam habe ich 29 Stunden mit Eselmir verbracht - sind für ein Indie-Adventure mehr als ordentlich, und die durchdachten, oftmals sehr langen Dialoge können bisweilen die Geduld strapazieren. Speziell im letzten Kapitel scheint jeder Gegenstand seine eigene, langwierige Geschichte zu haben, die unbedingt erzählt werden muss, wobei aber jede Geschichte ineinandergreift und sich am Ende ein großes Ganzes ergibt.

Durchhaltevermögen zahlt sich daher angesichts der abwechslungsreichen Geschichte rund um den sympathischen Priester Eselmir und sein Schicksal aus. Die gewöhnungsbedürftige eigenwillige Grafik versprüht mit der Zeit so viel Charme, dass man sich ihr kaum noch entziehen kann. Auch der hervorragend gelungene Soundtrack und das abwechslungsreiche Aufgabendesign tragen ihren Teil dazu bei, dass 'Eselmir and the five magical gifts' unterm Strich ein sehr solides Spiel ist, das seit der Behebung der technischen Mängel auch richtig Spaß macht und definitiv einen Blick wert ist.

geschrieben am 18.01.18, Susanne Lang-Vorhofer

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Kommentare 23
Lebostein
19.01.2018, 14:10

Ist das nicht ein bisschen hart, nur wegen technischer Probleme 52 % zu vergeben? Wenn man den Text dieser Review liest, und mal den technischen Aspekt auslässt, dann würde man bei den vielen positiven Bemerkungen und wenigen Abstrichen eigentlich eine 70 - 80 Prozent erwarten.

sinnFeiN
19.01.2018, 15:10

wenn es wegen den technischen Problemen aber fast nicht spielbar ist und nur für Frust sorgt, kann das beste Spiel auch nichts mehr retten :(

Jehane
19.01.2018, 18:23

Normalerweise hätte ich dem Spiel auch mindestens 75 gegeben, aber es war zeitweise einfach nicht spielbar. Ich hab im Minutentakt speichern müssen - teilweise sah das so aus, dass ich eine kurze Aktion durchgeführt hab, z.B. irgendwas untersuchen, und dann sofort gespeichert hab, weil ich nicht gewusst hab, wie lange das Spiel stabil läuft. Der längste Zeitraum, über den es ohne Probleme funktioniert hat, war glaub ich eine Dreiviertelstunde, und das bei einer Spielzeit von weit über 20 Stunden.

Nach längeren Sequenzen ist es immer wieder zu Abstürzen gekommen, sodass ich alles noch mal spielen musste, und das mehr als einmal. Manche Abschnitte hab ich vier-, fünfmal spielen müssen, weil das Spiel abgestürzt ist oder sich nicht starten ließ oder zwischendurch einfach mal zum Desktop zurückgekehrt ist, ehe ich speichern konnte.
Teilweise ist es beim Laden oder Speichern abgestürzt, oft genug waren wie beschrieben auch Datum und Uhrzeit bei den Saves weg. Man konnte die dann zwar laden, aber dafür waren dann alle Charaktere und das Inventar futsch, und das mehr als einmal. Im letzten Abschnitt gab es im Minutentakt Abstürze - ein Klick auf einen Gegenstand, Absturz, neu starten (teils mehrmals, weil's nicht immer beim ersten Mal funktioniert hat), alles noch mal spielen, ganz schnell speichern, wieder auf was Neues klicken, Absturz und so weiter. Das ist wahnsinnig nervig und frustrierend. Das kann man auch nicht mit "Es sind noch ein paar kleine Bugs im Spiel" abtun.

Hätte ich nicht den Test schreiben müssen, hätte ich vermutlich nicht mal das erste Kapitel beendet und das Spiel ohne Umschweife wieder von meiner Festplatte geputzt. Schaut man ins Steam-Forum, dann zeigt sich, dass diese Probleme noch immer vorhanden sind und das Spiel bei einem Teil der Leute gar nicht erst spielbar ist, sich nicht starten lässt, schon zu Beginn abstürzt... das kann man einfach nicht schönreden. Das reißt auch die gute Story nicht raus.

Lebostein
22.01.2018, 00:28

@Jehane: Ich sehe gerade, dass du für den Test eine Vorabversion gespielt hast, deren Bugs in der Release-Version vermutlich behoben wurden (http://steamcommunity.com/app/677850/di ... 262195766/). Bisher konnte ich beim Spielen der Release-Version jedenfalls keinerlei Probleme feststellen (weder Abstürze noch Probleme beim Speichern).

Jehane
22.01.2018, 14:15

Dachte ich auch, dass das eine Vorabversion ist, weil das auch die vielen technischen Probleme erklärt hätte. Ich hab das Spiel in dem Glauben beendet, eine Testversion vor mir zu haben und bin davon ausgegangen, dass es automatisch auf die fertige Version aktualisiert wird, sobald diese raus ist. Tat es nicht. Also hab ich mit den Entwicklern Kontakt aufgenommen - ich wollte nicht werten, ohne die fertige Version angespielt zu haben, der Plan war, das gesamte erste Kapitel noch mal zu spielen und zu schauen, ob die technischen Mängel weg sind. Normalerweise kann man unter Steam, wenn es eine Beta ist, selbige deaktivieren und quasi auf die Release-Version umschalten. Das war in dem Fall nicht möglich, weil ich, wie sich rausgestellt hat, bereits die fertige Version hatte. Unten rechts im Hauptmenü steht "v1.0.1" - das ist laut Devs nur in der fertigen Version so. Wäre es die Testversion gewesen, hätte dort v1.0.0 stehen müssen.

Auf Anraten der Devs hab ich alles deinstalliert, dann noch mal neu installiert und erneut gestartet. Dieses Mal hatte ich zwar in der Eröffnungssequenz Figuren am Bildschirm, aber das Spiel hat sich noch vor dem ersten Dialog aufgehängt. Das war dann auch mit ausschlaggebend für die Wertung, weil ich zu dem Zeitpunkt wusste: Das ist das fertige Spiel. Und sowas geht einfach nicht. Mag sein, dass es von der Zusammensetzung des eigenen Computers abhängt, ob das Spiel funktioniert oder nicht - unter XP hat es besser geklappt als unter Win8.1 -, aber das sollte eigentlich auch nicht passieren.

Du bist der Erste, von dem ich höre, dass es einwandfrei hinhaut :)

Thurgor
22.01.2018, 15:41

Einerseits kann ich's ja verstehen, dass man ein Spiel nicht wirklich hoch bewerten kann, wenn es so gravierende, scheinbar aber sehr systemabhängige Bugs aufweist. Ich erinnere mich, dass auch einige der hochbewerteten Daedalic-Spiele anfangs überaus kuriose Bugs bei mir zeitigten - z.B. verschwanden bei A New Beginning auch mal gerne Figuren und das Spiel stürzte ab (möglicherweise eine Engine-spezifische Schwachstelle - Esemir nutzt ja dieselbe Engine, oder?). 52 Prozent finde ich offen gestanden schon etwas sehr happig, weil sie, wenn ich den Test lese, wohl wirklich fast ausschliesslich den technischen Problemen geschuldet sind. Persönlich würde ich in so einem Fall gar keine numerische Wertung vergeben, aber deutlich auf die technischen Mängel verweisen. Durch die fast stigmatisierende und vermeintlich objektive Zahl schreckt das wohl schon manchen ab, der dann nicht einmal mehr einen Test liest. Das finde ich gerade für einen winzigen Indie-Entwickler schade. Wenn er sich ins Zeug legt und nachbessert, hoffe ich, dass das honoriert wird. Ansonsten ein sehr gut und stilistisch angenehm geschriebener Test! Ich werde mir das Spiel wohl bald holen - ich wurde ja gewarnt. ;)

Jehane
22.01.2018, 16:09

Die Überlegung, auf eine Wertung zu verzichten, stand tatsächlich im Raum, weil es mir auch nicht leicht fällt, schlecht zu werten, grade, wenn ich merke: Da hat sich jemand viel Mühe gemacht und sehr viel Herzblut und Liebe ins Spiel gesteckt. Und das kann man den Entwicklern ja nun wirklich nicht vorwerfen, dass sie sich nicht beide Haxen ausgerissen haben. Ich hoffe auch, dass da noch nachgebessert wird, weil's echt schade wäre, wenn das Spiel wegen technischer Probleme komplett untergehen würde. Es hat zwar auch abseits der technischen Probleme ein paar nervige Momente - ich fand das Kampfsystem grausam, hab aber generell keine Freude mit solchen Gameplayelementen, die nur auf Reaktion und Schnelligkeit gehen -, aber die Geschichte ist durchdacht und wird gut erzählt, wenn auch manchmal etwas gar langatmig. An einer Stelle hab ich den Monitor gefragt, ob jetzt wirklich jeder Stein seine eigene Geschichte bekommt - nur um dann zwei, drei Stunden später festzustellen, dass das durchaus Sinn hatte. Man hätte manche Dialoge unter Umständen etwas abkürzen können, aber das ist dann wohl auch Geschmacksache.

Das mit der Engine ist ein spannender Hinweis; ich hatte ganz verdrängt, dass 'A New Beginning' zeitweise ähnliche Probleme hatte, wenn auch nicht ganz so schlimm. Das ist mir - auf demselben Rechner, auf dem ich Eselmir gespielt hab - zwei-, dreimal abgestürzt, und etwa ebenso oft waren die Charaktere weg. Ich hätte da ehrlich gesagt gar keinen Zusammenhang hergestellt, aber ich befasse mich auch selten damit, welche Engine verwendet wird *ahem* In dem Fall wäre das aber durchaus eine mögliche Fehlerquelle.

Ich würde dem Spiel an deiner Stelle auch eine Chance geben, wenn's dir von der Geschichte und der Optik her zusagt - ich halt die Daumen, dass es funktioniert :)

Indiana
22.01.2018, 16:34

Nur mal kurz eingeworfen, weil es damals auch irgendwo kritisiert wurde (ich finde den Eintrag grad nicht wieder) und jetzt auch wieder angesprochen wird: Beim Test zu 'A New Beginning' hatte ich kein einziges Problem. Die Animationen und Figuren waren da, das Spiel ist nicht so ohne Weiteres abgestürzt (wenn ich mich richtig erinnere nur beim Benutzen des Task-Managers, das war damals "Standard").

Thurgor
22.01.2018, 17:13

@ Jehane
Ja, das Kampfsystem klingt für mich auch nicht gerade toll... ich mag das in der Regel auch nicht. Solche Stellen haben mich z.B. auch bei Pillars of the Earth richtig gestört (da hat's ja eine ganz ähnlich primitive Klick-Mechanik), weil das so richtig aufgesetzt wirkt und überhaupt keinen Gewinn für das Spielerlebnis bietet. Wär's ein halbwegs spielbares rundenbasiertes System, könnte ich mehr damit anfangen, aber in einem Adventure mag ich es nicht, wenn meine Reaktion getestet wird. Ich hoffe, dieses "Feature" ist nicht ausurfernd oft eingesetzt?
Hingegen gefällt mir die Grafik wirklich gut - ich habe ein Faible für solche handgemachten Sachen. Das muss für mich gar nicht perfekt aussehen, wenn es einen eigenen Stil transportieren kann. :) Interessant, dass Du bei ANB auch diese Fehler hattest. Ich erinnere mich jetzt, da Du ja von der schwachen Performance schreibst, dass ich das bei einigen auf der Visionaire Engine basierenden Daedalic-Spielen ebenfalls hatte. Kann es sein, dass die Engine für komplexere Spiele zu schmalbrüstig ist bzw. viele optimiererische Kniffe und Tricks braucht?

@Indiana
Möglicherweise war das sogar meiner einer, der das damals kritisiert hat. ;) Klar, bei vielen lief ANB ohne Probleme. Gerade weil mir die Fehler so bekannt vorkommen, meine ich, dass es womöglich Schwächen der Engine sind, die hier je nach Systemkonfiguration auftreten oder auch nicht.
Na wie auch immer, ich berichte dann, ob's bei mir fehlerfrei läuft (oder tobe und keife wie ein verhutzeltes Waschweib, wenn dem nicht so ist ;) ).

Jehane
23.01.2018, 02:30

Das Kampfsystem ist auch nicht toll. Es wird jetzt zwar nicht permanent eingesetzt, aber doch öfter, als mir lieb war. Ich schätze, dass überhaupt gekämpft werden musste, liegt daran, dass die Pirin als extrem gute Kämpfer dargestellt werden - vermutlich geht das auf den Autor der Romanvorlage zurück. Und wenn das so ein wichtiges Element dieses Volkes ist, muss man das halt auch einbauen. Die Lösung, die Stelex gefunden hat, war vermutlich noch die einfachste; ein komplexes Kampfsystem wäre echt ein bissl viel verlangt gewesen. Aber ich mag in Adventures auch nicht kämpfen, weil es selten dazu passt und auch nicht wirklich ein tolles Spielerlebnis bietet. Wenn ich mich virtuell prügeln will, spiele ich Assassin's Creed oder etwas in der Art :)

Hm. Das mit der Engine klingt sehr plausibel. Man müsste dem direkt mal nachgehen und schauen, ob die dauernd solche Zicken macht oder ob das nur bei bestimmten Spielen vorkommt. Bei anderen Daedalic-Spielen hatte ich solche Probleme nicht, das ist mir nur von A New Beginning in Erinnerung. Oder ich hab's verdrängt :D

Ja, berichte mal, ob das Spiel bei dir gut läuft - bei Lebostein scheint's zu funktionieren, ich drück die Daumen, dass es bei dir auch klappt :)

Lebostein
23.01.2018, 07:03

Als damals Daedalic begonnen hatte, Visionaire zu benutzen ("The Whispered World" 2009, "A New Beginning" 2010 usw.), war die Engine tatsächlich sehr träge, speicherhungrig und fehleranfällig. Sei der Version 4 (ab Mitte 2014) läuft sie aber wie geschmiert, da die Engine komplett neu geschrieben wurde. Daedalic haben daraufhin sukzessive JEDES ihrer Spiele auf Visionaire 4 geupdated (der Prozess hat sich über mehrere Jahre hingezogen). Seit dem hatte ich auch nie wieder einen Absturz eines Visionaire-Spiels.

Edit: Kann durchaus sein, dass der Entwickler von Eselmir noch die alte Visionaire-Version 3.7 nutzt (die ist von 2012!). Das würde natürlich einiges erklären (die Probleme mit Windows 10, auch die relativ langen Ladezeiten beim Speichern und Laden). Jedenfalls deuten aktuelle Forenbeiträge eines Nutzers mit Eselmir-Icon "smac96" (Stefano Maccarinelli?) darauf hin. Hier wird auf ein Problem in Verbindung mit Visionaire 3.7 und Windows 10 hingewiesen:
https://www.visionaire-studio.net/forum ... crc-error/

PS: Hier findet man übrigens eine Liste mit (fast) allen Visionaire-Spielen:
https://wiki.visionaire-tracker.net/wik ... ire_Studio

Thurgor
23.01.2018, 13:42

Tadellose Detektivarbeit, Lebostein! Daran scheint's wohl zu liegen. Ich hoffe, dass der Entwickler das Spiel trotz der Aussagen im Thread (von wegen der Inkompatibilität mit den Savegames - wobei ich persönlich ein Spiel gerne noch einmal von vorne beginne, wenn ich weiss, dass es dafür stabil läuft) dennoch auf die aktuelle Version der Engine updated.

Lebostein
24.01.2018, 15:19

Eselmir wurde gestern Abend noch auf Visionaire 4.25 gepatcht (unter Beta, erstmal nur für Windows). Jetzt sollte es deutlich flotter und fehlerfrei laufen. Leider sind nach dem Update die alten Spielstände nicht mehr zu gebrauchen.

Jehane
24.01.2018, 17:21

Coole Sache, dass da so rasch nachgebessert wird :)

Lebostein
24.01.2018, 20:18

Der Entwickler hat gerade geschrieben: "Alright. We played from start to finish on different machines and we had no errors at all. The size of the game is now halved, everything goes very smooth and the framerate is great! Let's hope that all issues are solved now so we can set this version from beta to public. Unfortunately I think that now is too late to make change the bad review vote"

sinnFeiN
24.01.2018, 22:20

wenns so "einfach" ging, frag ich mich wirklich, warum sie das nicht vor Release getan haben... Erinnert mich an die technische Katastrophe von Syberia 3... kanns ja doch irgendwie nicht sein.

Mikej
24.01.2018, 23:47

Jup, wäre klüger gewesen, das vor dem Release zu machen, bzw. notfalls den Release zu verschieben, wenn man eh schon merkt, dass noch nicht alles rund läuft...

Ist ja auch echt total schade ums Spiel, wenn man durch sowas den Spaß trübt ...

Lebostein
25.01.2018, 09:56

Ich denke das Problem war, dass es auf bestimmten Konfigurationen unter Windows 10 Probleme gemacht hat. Und das betraf nur sehr wenige Nutzer. Man hatte wohl das Spiel auf verschiedenen Rechnern getestet und keine Probleme festgestellt. Natürlich hätte man mal auf die Idee kommen sollen, die aktuelle Version der verwendeten Engine zu testen...

sinnFeiN
25.01.2018, 11:45

Hat ja im Test auch Win 8 und XP betroffen, wenn ich das jetzt richtig im Kopf hab. Da wurde wahrscheinlicih nur auf den eigenen Rechnern getestet und das wars.

Jehane
25.01.2018, 19:46

Stimmt, ich hab's auf Win8 und XP getestet. Laut Abspann gab es fünf Beta-Tester. Das ist ein bissl wenig. Ich find's aber gut, dass sie auf die Probleme reagieren und nachbessern.

Jehane
28.01.2018, 12:56

Hab jetzt einen Teil des ersten Kapitels noch mal gespielt und will zumindest das komplette erste und auch das zweite Kapitel noch mal durchzocken - es sieht so aus, als wären durch das Engine-Update sämtliche Probleme behoben. Wenn das bis Ende des zweiten Kapitels so bleibt, dann passe ich die Wertung an :)

Lebostein
08.02.2018, 09:47

Was ich sehr enttäuschend fand und was leider im Test nicht erwähnt wird: die extreme Linearität. Fand ich das erste Kapitel dahingehend noch gut, da man diverse Aufgaben parallel erledigen konnte, ist der Rest des Spieles eine einzige Kette von vordefinierten Schritten, die hintereinander auszuführen sind. Hab selten so ein dermaßen lineares Adventure gespielt, was man auch ständig in den Kommentaren vorgehalten bekommt ("Da kann ich jetzt noch nicht hingehen, ich muss erst Aufgabe XY lösen")... Schade.

Ein Kriterium für ein gutes Adventure ist für mich auf jeden Fall ein gewisses Maß an Nichtlinearität. Meine Favoriten sind hier:
* Monkey Island 1, Kapitel 1: Die drei Prüfungen
* Monkey Island 2, Kapitel 2: Die vier Kartenteile
* Deponia 2, Kapitel 2: Goals dreigeteilte Persönlichkeit
* und natürlich Toonstruck

Jehane
08.02.2018, 12:53

Das ist allerdings wahr, nach dem ersten Kapitel wird es sehr linear - fand ich jetzt aber nicht so störend, grad beim ersten Durchspielen haben mich die damals noch bestehenden technischen Probleme mehr genervt als die Linearität. Deswegen ist das wohl auch im Test untergegangen :)

Auf den Schwierigkeitsgrad wirkt sich diese Linearität natürlich schon aus, das Spiel ist ja nicht unbedingt schwierig und gibt einem dauernd Hinweise, was man tun muss. Das erste Kapitel fand ich tatsächlich am schwierigsten, eben weil man zwischen so vielen Orten herumspringen kann und manche überhaupt erst freischalten muss. Dass man z.B. die Quest "Löse das Rätsel um Jeselions Tod" durch MinispoilerAnwenden der Tugenden auf ihre Urne startet, war für mich überhaupt nicht offensichtlich, ich find das auch nach wie vor etwas aufgesetzt, aber gut :)

Wie hat's dir denn sonst gefallen? Also so in Sachen Story?


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