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Reviews - VirtuaVerse

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Re: Reviews - VirtuaVerse

von Jehane » 13.06.2020, 01:27

Selbst gesprochene Dialoge sind manchen Leuten bereits zu viel. Einer meiner Freunde spielt grade The Witcher 3, zwar ein völlig anderes Genre, aber gesprochen wird beim Witcher sehr, sehr viel. Meinem Freund ist das zu viel, der überspringt die Dialoge, weil sie ihn nerven. Müsste er alles ablesen oder lange Texte studieren, würde er vermutlich abbrechen, und ein Textadventure käme sowieso nicht in Frage. Selber mag ich sowas ja, und mit langen Texten hab ich auch kein Problem - ich lese einfach gern :D Wenn ein Spiel haufenweise Texte parat hat, die entweder die Story vorantreiben oder "nur" die Welt etwas plastischer gestalten - her damit! Das und die vielen Dialoge fand ich z.B. bei The Longest Journey grandios, weil man da so richtig schön in die Welt eintauchen konnte und die oft langen Dialoge bzw. die zahlreichen Texte die Immersion unterstützt haben. Das liegt aber nicht jedem.

Aufmerksamkeit ist diesbezüglich ein gutes Stichwort. Manche Leute haben die Aufmerksamkeitsspanne einer Fruchtfliege, können oder wollen sich auf nichts konzentrieren, konsumieren Unterhaltung oft nur sehr oberflächlich und sind mit komplexeren Themen oder Spielmechanismen hoffnungslos überfordert. Das sind meistens auch Menschen, die mit einem Adventure nichts anfangen können - weil man sich da Zeit nehmen und das Hirn einschalten muss, weil die Spielmechanik oft sehr unbequem ausfallen kann, weil einem nicht alles auf dem Silbertablett serviert wird, weil es Geduld erfordert. Ich hab schon lange aufgegeben, Freunde für Adventures begeistern zu wollen. Die, die spielen, zocken eher Rollenspiele, Shooter oder sonstige Actionspiele. Gute Geschichten ja, aber bitte nicht in Adventureform, ist da die Devise. Das ist selbst denen, die zig Stunden in einem RPG zubringen, einfach zu mühsam. Wer da die Logik findet, darf sie gerne behalten :)

Re: Reviews - VirtuaVerse

von Albaster » 12.06.2020, 09:07

Sprachausgabe. Ein Effekt, so scheint mir, der heute wirklich extrem wichtig bei der Spielerschaft ist. Wir haben im Winter viele Brettspiele innerhalb der Familie gespielt, da stach bei meinen Kids z.B. "Adventure Games" hervor, im Prinzip ein "Choose Your Own"-Spielbuch in Brettform, die einzelnen Abschnitte wurden aber per digitaler Stimme über eine App vorgelesen, besonders mein Sohn war begeistert...

...abgeleitet durch diesen kleinen Exkurs kann Sprachausgabe auch mit Aufmerksamkeitsspanne zu tun haben, die im heutigen Gaming-Zeitgeist vielleicht nicht mehr so stark ausgeprägt ist. Lange Texte aufmerksam lesen, das kann anstrengend und ermüdend werden und so wird heute fehlende Sprachausgabe per se in Spielen immer kritisert, unabhängig vom Genre oder Budget des Titels. Letzt ist mir das bei Persona 5 aufgefallen, also in Diskussionen darüber. Sie gibt es, aber nicht durchgängig und der Protagonist hat auch keine eigene Stimme.

Mir selbst macht das nicht viel aus, vielleicht weil ich zur Generation gehöre, die mit entsprechenden Produkten aufgewachsen ist, z.B. auch die hier schon genannten Textadventures oder P&P. Versierte (lange) Texte können in Spielen einen großartigen Mehrwert bieten, wenn ich z.B. an mein geliebtes "The Secret World" und ihre Lore denke, ist das eine klare immersive Aufwertung.

Veraltete Technik hin oder her, Adventures haben das Problem - meiner Meinung nach - heute nicht mehr interessant und lukrativ genug zu sein, weil sie qua ihrer Spielmechaniken oft unbequem und langatmig sind und sich dadurch den heutigen Standards verwehren, was Gameplay und Unterhaltung bieten muss. Ja, es wurde hier erwähnt, klassische Spielelemente des Adventures findet man zur "Auflockerung" in anderen Genres. Walking Simulatoren als Subgenre haben ganz ähnliche Probleme, zusätzlich muss man sich die Handlung aus Texten oder Tonbandaufnahmen oft selbst zusammen basteln, wiederum ein "anstrengender" Aspekt.

Re: Reviews - VirtuaVerse - Review

von rcatcorner » 11.06.2020, 23:00

P.S.

Übrigens ist Deine gesamte Antwort von 20.11 Uhr ein Paradebeispiel für Scheinargumente. Fast jeder Typ kommt vor. Egal ob Atoritätsargument, persönlicher Angriff oder das Wechseln der Kategorieebene, die Unterstellung von Positionen als Scheinkampfplatz oder Polemik. Ich könnte den ganzen Absatz in der Luft zerpflücken.

Du sagst ja, Du wärst Wissenschaftler. In jeder Wissenschaft lernt man doch sachlich und nach gewissen Regeln zu argumentieren. Verwechsel bitte nicht das Studierendenparlament oder eine gepflegte polemische Sprachschlacht auf Twitter mit Wissenschaft. Du machst das sehr selbstbewusst und ich glaube, in der ein oder anderen mündlichen Prüfung kannst Du gut durch diese Rhetorik den Prüfer in die Ecke reden.

Was ein Cecil (Autoritätsargument) mal gemeint hat, ist vollkommen irrelevant. Du könntest auch ein Einsteinzitat posten. Es ist egal. Das ist kein Argument für eine wissenschaftliche Diskussion.

Dann schlägst Du irgendwelche Nebenschausplätze auf und verlierst Dich darin. Unhabhängig von polemischen Seitenhieben.

Bei mir würden solche Fouls nicht funktionieren. Du kannst mit Relativismus die Welt bis in ihre Atome zerpflücken. Nur dann verlierst Du begrifflich auch diese Welt.

Aber wieder zurück zur eigentlichen Sache:

1. Ich habe den Text von Jehane gerne gelesen und er hat mich mit einer gewissen Melancholie daran erinnert, dass Dinge ihre Zeit haben. Was ich geschrieben habe war eine wertfreie Reflexion.

2. Ich habe in keinster Weise ihren Text oder ihre Aussagen kritisiert.

3. Mit »jung« wollte ich niemanden abwerten oder mich über ihn stellen. Den weißen alten cis-Mann kannst Du wieder einstecken. Das war lediglich eine Annahme, da die Aussagen so klangen, dass die Aussagen damals nicht dabei waren. Entweder eben wie Du (1985) d.h. Du bist erst so ab 92/93 (Schätzung) eingestiegen und hast die ganze goldene Zeit verpasst.
Oder ich (1975), der noch ein ganzes Stück in den 80ern fast alles mitbekommen hat. Übrigens mit Textadventures begonnen. Und genau wie ein weißer cis-Mensch nie verstehen wird, wie sich Rassismus für einen Schwarzen anfühlt, hat vielleicht ein später geborener die damaligen historischen Gegebenheiten nicht mitbekommen oder jemand, der vielleicht auch früh geboren wurde, aber dort damals nicht unterwegs war. Das meine ich nicht als Vorwurf, Kritik oder Wertung. Das war einfach Grundlage meiner Schlussfolgerung bezogen auf das junge Alter.

Das bedeutet, ich habe lediglich als Zeitzeuge das Gefühl gehabt, dass der Autor, und derjenige Stichwort »Sprachausgabe« vielleicht so in der 2. Hälfte der 90er erst dazu gekommen sind oder gar die alten Spiele erst rückwirkend kennen gelernt hat. Nicht als Kritik gemeint, nicht als Abwertung von Kompetenz, nicht als alter weißer Mann erklärt die Welt. Mit einem späteren Einstieg hat man auch andere Erfahrungen als Grundlage der Rezeption, ist schon anders sozialisiert.

Wenn mir z.B. jemand sagte. »Von Loom kamen ja damals 3 Versionen raus. Eine VGA Version und daneben noch eine EGA-Version und die FM-Towns-Version,« weiß ich, der war nicht dabei. Denn jeder, der damals Computerspiele-Nerd war, wusste die Genese der Spiele, hat die Jahre dazwischen nicht vergessen, weil er/sie es ja selbst erlebt hat.

Aber wie gesagt, geschenkt. Das kannst Du jetzt hinnehmen oder weiter Deine Unterstellungen und Nebenschauplätze raushauen.

Reviews - VirtuaVerse - Review

von rcatcorner » 11.06.2020, 21:48

»Das ist halt das klassisch toxische Mansplaining. Alter, weißer cis-Mann erklärt die Welt.«

Och nöööö! Das wird ja immer schlimmer. Wo habe ich den Autor denn diskreditiert oder etwas abgesprochen? Ich habe lediglich mein persönliches Gefühl nach dem Lesen des Artikels wiedergegeben, was das mit mir gemacht hat. In keinster Weise habe ich den Artikel abgewertet.
Du unterstellst mir hier einfach was. Das wäre dann toxische Argumentation oder den Artikel kritisiert.
Du bist da offensichtlich gerade in so einer Ideologie-Phase. Vielleicht erst schießen, wenn da wirklich ein Ziel ist. Auf diesem Twitterniveau wollen wir uns aber nicht unterhalten, oder?

Und zu der Frage jung. Das habe ich geschlossen, da einer sagte, dass Adventures in den 90ern doch fast alle Sprachausgabe hatten und, was für mich der Beleg war, dass derjenige anscheinend erst Mitte der 90er so richtig dazugekommen ist. Und weil für uns damals das, was oben kritisiert wurde, eben das war, was wir daran mochten. Und es war im Text so beschrieben, als wenn zwischen der Autorin und den damaligen Spielen innerlich eine gewisse Distanz steht.

Du musst die Cultural Studies Brille nicht überall anwenden. Das sind gute Analysewerkzeuge, wenn es Sinn macht.


Re: Reviews - VirtuaVerse - Review

von sinnFeiN » 11.06.2020, 20:11

rcatcorner hat geschrieben:
11.06.2020, 01:06
Als Geisteswissenschaftler kann ich Dir sagen, dass Genres und sagen wir »Terminologie« immer noch Sinn machen. Wir sind eigentlich schon in der Post-Postmoderne. :-)
Bin ich auch. Und nun? Dann solltest du wissen, dass es in der Wissenschaft nie eine Meinung gibt :). Die Postmoderne hat dann schon im späten 19. Jahrhundert angefangen. Da ist natürlich richtig, dass wir in bestimmten Bereichen schon die Post-Postmoderne erreicht haben oder vielmehr diskutiert wurde, dass der Dekonstruktivismus eh alle diese Regeln zerstört. In den Spielen hat sie, da gibts sogar Beiträge dazu, noch gar nicht begonnen oder ist erst in ihren ersten Schritten. Es gibt sogar eine These, dass sie in Europa später als in den USA begonnen hat. Das sieht man auch in Spielen. In den USA sind Genres in Spielen sehr weich und nicht genaue Kategorien. Im deutschsprachigen Raum sind wir da noch ganz weit entfernt. Ich hab den Fehler begangen, aber stell dich mal mit Dave Gilbert (NYC) zusammen und rede über Adventures. Du wirst schnell feststellen, dass der Begriff nicht deckungsgleich ist :). Da wäre dann auch ein Mass Effect oder Dragon Age eher dazuzuählen.
rcatcorner hat geschrieben:
11.06.2020, 01:06
Für mich ist »Walking Simulator« nicht negativ konnotiert. Ich spiele auch andere Genres. Es macht durchaus einen Unterschied, ob Du über eine Gattung oder ein, sagen wir »Thema«, sprichst. Oft wird der Begriff und das Thema verwechselt.
Das führt dann z.B. bei Amazon dazu, dass Rennspiele plötzlich als Tag »Adventure« erhalten, weil sie einen Storymode haben. Die Verwirrung ist hier voll eingeschlagen.
Tags und Genres, gibt es bei uns auch und hier ist leider ein weiteres Problem. Das Sonnenssytem ist nicht egozentrisch... Dass du das so siehst, ist schön für dich. Dass allgemein der Begriff belastet ist, ist etwas anderes. Man höre sich diverse Folgen beim gamespodcast an oder einfach Wikipedia oder Wiktionary würde schon reichen. Beispielhaft gäbe es dann auch noch Berichterstattung darüber. In Zeiten des Postfaktualismus (da sind wir nun definitiv drin) glaubt man denen natürlich nicht und baut sich seine eigene Blase - egozentrisch eben.
Artikel: https://killscreen.com/previously/artic ... simulator/
Wiktionary: https://en.wiktionary.org/wiki/walking_simulator
rcatcorner hat geschrieben:
11.06.2020, 01:06
Dass in der Realität, in der Welt der Dinge, das Konzept meist nicht mit dem ihm mehr oder weniger ähnelnden Ding übereinstimmt, ist ein Gemeinplatz.

Natürlich finden sich, z.B. in Monkey Island 3, Minispiele. Hier der Schiffskampf, den man sich bei »Pirates!« abgeschaut hat. Aber tendenziell ist es eben ein Adventure. In Rollenspielen gibt es als Sidequests gerne Adventure-Gameplay. In der Tendenz sind diese Spiele aber Rollenspiele.
Wo wir wieder bei aktuelleren Ereignissen sind. Was genau ist Mass Effect? Ein Rollenspiel? Ein Third-Person-Shooter? Tendenziell zweiteres - rein der verbrachten Spielzeit wegen. Komisch, so wird es aber nie genannt. Weil Spielmechaniken, ja, sogar Perspektiven (!) zwar früher das Genre ganz genau vorgegeben haben, mittlerweile aber nur mehr ein Teil des Ganzen sind. Demzufolge gibt es vor allem aus dem englischsprachigen Raum nie ein Genre, das das Spiel beschreibt. Nein, in Pressemitteilungen sind es durchaus auch schon mal sechs oder mehr Genres, die allesamt seine Berechtigung haben.
Ein Beispiel: Ich spiele gerade Outer Wilds. Ist das ein Adventure? Es gibt unzählige Punkte, die dafür sprechen (Gameplay, Storylast, Rätsel, die vorhanden sind und natürlich der explorative Aspekt). Es gibt einige, die dagegen sprechen (Dialoge sind nur sehr wenig, man liegt mit einem direkt steuerbaren Raumschiff umher (Space Simulator?), man hat pro Session einen Pseudo-Zeitdruck, denn alle 22 Minuten löscht eine Supernova das Sonnensystem aus - im Sinne des Rogue-like Prinzips behält man aber Wissen und Fortschritt und macht einfach da weiter, wo man aufgehört hat).
Ein zweites Beispiel wäre das von mir getestete Disco Elysium. Rein von Perspektive und Aufmachung ein wirklich klassisches Rollenspiel - ein cRPG mit Party! Es fehlen aber Kämpfe und das Spiel besteht nur aus Ermittlung, Exploration und Dialogen. Damn...
rcatcorner hat geschrieben:
11.06.2020, 01:06
Ich habe das ernst gemeint. Ich musste schmunzeln, da Jehane im Prinzip genau das wiedergibt, was viele »junge« Gamer so über das bei Euch »klassische Adventure« so denken. Das sehe ich auch nicht kritisch. Es war mehr so gemeint, dass ich als alter Hase nun von der »jungen« Generation nochmal verdeutlicht bekomme, dass Adventures bzw. die Zeit des bei Euch »klassischen Adventures« gezählt sind.
Das ist halt das klassisch toxische Mansplaining. Alter, weißer cis-Mann erklärt die Welt. Ohne alle Details zu wissen :). Wie Jehane schon schreibt, bin ich hier mit 1985er Baujahr mit das jüngste Redaktionsmitglied :).
rcatcorner hat geschrieben:
11.06.2020, 01:06
Das grundlegende Spielprinzip blieb aber immer gleich. Rätsel gibt es auch in anderen Genres. Bei Adventures liegt das Rätsel sozusagen auf der Handlung. In einem Minispiel ist das Rätsel Selbstzweck.
Und hier gehen die Meinung auseinander. Wäre Borderlands aus dieser Hinsicht noch ein Shooter? ist es nicht dann ein Rollenspiel? Oder dann doch der Shooter mit Rollenspielelementen? Oder ein Loot-Shooter? Oder alles davon?
Die Spielmechanik und der Spielablauf ist nur ein Behelf der Genre-Definitionen. Die Diskussion hatten wir schon einmal. Das Problem bei Spielen ist, dass es KEINE Definition gibt. Es wurde einfach nie genau definiert. Selbst in der Wissenschaft gibt es das nicht. Da hab ich dir schon sogar einmal Literaturhinweise gepostet.
rcatcorner hat geschrieben:
11.06.2020, 01:06
Also die Handlungskette, die z.B. oben im Text kritisiert wurde, ist sozusagen typisch. Denn die Handlung ist sozusagen das Spiel. In gewissem Sinne ist ein Adventure immer linear. Du kannst vielleicht 2-3 Handlungstränge ausdenken oder wie z.B. in Monkey Island 2 mehrere nebeneinander laufen lassen.
Die bleiben allerdings in sich linear. Das Problem hat übrigens auch der Interaktive Film.
Ich gebe zu, dass ich da schon fast ein One-Trick-Pony bin. Aber Outer Wilds zeigt, dass es nicht unbedingt linear sein muss. Warum? Die Geschichte ist natürlich wie in einem Buch festgeschrieben. In welcher Reihenfolge du die Geschichte aber erlebst, ist völlig dir überlassen. Ganz der Archäologie ähnlich, grabst du alte Hinweise aus. Je nachdem, wohin du zuerst hinfliegst, erfährst du Dinge früher oder später. Zeitschleifen-Spiele haben das Phänomen öfter. 'NiER Automata' wäre ein sehr prominentes (und absolut geniales) Beispiel in einem anderen Genre. Und da gibt es dann auch noch über 30 Enden.
rcatcorner hat geschrieben:
11.06.2020, 01:06
Hero Quest ist sozusagen 2 Spiele in einem. Pirates! ist z.B. ein Jahrmarkt unterschiedlicher Spiele. Mir würde es hier schwer fallen, das nur einem Genre zuzuordnen.
Ja, aber, wie geht das denn? Ich dachte, ein Adventrure kann nur ein Adventure sein und die Definition ist über Rätsel? :o
Genau dafür plädiere ich... den Genre-Begriff nicht so eng sehen und auch Mischformen zulassen... und das verdammte Wort "klassisch" in unserer Sprachwelt in dem Genre endlich loswerden. Es ist ein Hemmschuh.

Pirates! ist z.B. ein Jahrmarkt unterschiedlicher Spiele. Mir würde es hier schwer fallen, das nur einem Genre zuzuordnen.Ich habe kein Problem damit, dass der Genrebegriff verschwunden ist. Das »Adventure« im eigentlichen Sinne, findet begrifflich in historischen Spielebüchern dereinst sein Grab. Aber zumindest für diese Begriffsgeschichte ist es wichtig, zu wissen, welche Art Spiele mal damit gemeint war. Schon alleine für Spielehistoriker der Zukunft.[/quote]
Das soll jetzt heißen, dass es heutzutage keine Genres mehr gibt? Nope...
Deiner Analyse, dass das Genre tot ist, stimmt zumindest ein prominenter Protagonist des Genres entgegen: Charles Cecil. Er sieht eine Blüte. Diese strenge "Klassisch"-Begrifflichkeit täuscht nur darüber hinweg. Die Nintendo Switch ist übrigens ein Musterbeispiel dafür. Da befinden sich in den Charts eine Unmenge an narrativen Spielen - sprich Adventures. Die populären Visual Novels (nicht nur in Japan) zeigen da ein ähnliches Bild.

Bedeutungswandel und die Veränderung von Begriffen, oft auch unsinnig verzerrt zur ursprünglichen Bedeutung, wird es immer geben.
rcatcorner hat geschrieben:
11.06.2020, 01:06
Vielleicht bist Du auch einfach nur sehr empfindlich Sinnfein und Dein Vergleich zur aktuellen Situation in den USA und der mitlaufenden Unterstellung ist deswegen nicht sehr rational.
Unabhängig der USA ist das übrigens auch wieder ein Musterbeispiel für heutige Internetdiskussionen. Klassische Opferumkehr und Diskreditierung des Gegenübers. Man könnte meinen, dass du an NLP-Kursen teilgenommen hast. Sorry, aber ich hab einfach was gegen allwissende Dauererklärer, die Diskussionen anfachen, aber eigentlich eh darüberstehen wollen. Das hat ganz wenig mit Geisteswissenschaft zu tun.
rcatcorner hat geschrieben:
11.06.2020, 01:06
Ich war z.B. in Köln und habe dort gegen Rassismus demonstriert und politisch sehe ich mich grün-links.
Nice! Und tappst dann trotzdem aus Versehen in die Falle die Qualifikation und das Wissen einer Redakteurin mit süffisantem Schmunzeln einfach mal wegzuwischen. Wenigstens schreibst du selbst, dass das nicht deine Absicht war.
rcatcorner hat geschrieben:
11.06.2020, 01:33
bezüglich »Vom Winde verweht«.

Das ist oder war, soweit ich weiß, in Planung. Der rassistische Anteil wird aber ausgespart.

»Vom Winde Verweht« ist genau wie »Pippi Langstrumpf« oder »Tim im Kongo« ein Kind seiner Zeit.
Natürlich kannst Du diese Stoffe heute noch adaptieren. Es wird auch immer jemanden geben, der sich darüber aufregt. Das kann aber nicht Problem des Künstlers sein.

Bei einer Adaption passt man das entsprechend an das heutige Wertesystem an. Z.B. lässt man Pippi Langstrumpf nicht das N-Wort verwenden.

Die Werke selbst stehen in ihrer Zeit und die heutige Rezeption in den Cultural Studies wird das entsprechend durch Queer-Readings, Gender-Readings und Racial-Readings beleuchten.

Ein Verbot oder gar Zensur wäre Geschichtsklitterung.
Um das Offtopic auch kurz abzuarbeiten:

Ist übrigens passiert. 'Vom Winde verweht' wurde von einigen Streaming-Diensten von den Anbietern selbst verbannt - aufgrund aktueller Ereignisse.

Little Britain's Matt Lucas hat ebenso gesagt, dass er heute einen solch harten Humor nicht mehr machne würde. Damit meint er seinen Sketch, wo er Blackfacing betreibt und eine schwarze, adipöse Frau spielt.
Da bin ich selbst nicht ganz sicher, was da richtig ist. Wenn die*der Autor*in das schon so sieht, ist es wahrscheinlich durchaus gut, das abzustellen. Little Britain kann man übrigens auf Netflix und Co nicht mehr ansehen - unabhängig von Lucas' Aussagen, denn diese hat er schon vor Jahren getätigt. Das Runternehmen erfolgte aufgrund #BlackLivesMatters und ist eine Konzernentscheidung.

Ist das gut? Ich wieß es nicht. Mir persönlich wäre es lieber, es bestünde und würde mit Hinweisen oder gar zusätzlichen Kommentaren versehen. Eine gute halbe Stunde von mir entfernt, wird gerade das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau neu gestaltet. Ein Rückkehr zum Biedermeier wird das genannt (https://science.orf.at/stories/3200891/). Es wird entfernt. Das ist problematisch... äußerst problematisch.

Ist es hingegen rechtens die Statue des KKK-Gründers im Kapitol zu zeigen? Das wird gemacht. Und ja, die Republikaner stimmen gegen eine Wegnahme der Statue. Warum ist das auch problematisch? Die prominente Stellung. Wie wenn in der in Österreich derzeit regierenden Partei in der Klubzentrale noch das Gemälde des ehemaligen Diktators Dollfuß aufgehängt wäre. Aber Moment... das hatten sie bis vor ein paar Jahren noch im Foyer hängen, weil unproblematisch... Da frag ich mich immer wieder, ob der in COVID-19-Zeiten so oft zitierte "Hausverstand nicht doch fehlt.

Mit dem Hausverstand wäre es wahrscheinlich auch ganz gut die Genre-Begrifflichkeiten nicht mit dem Vorschlaghammer durchzudreschen.

Re: Reviews - VirtuaVerse

von Jehane » 11.06.2020, 16:52

Ich find's halt witzig, dass du automatisch annimmst, wir wären hier alle weiß Gott wie jung :D Ich kann mich noch allzu gut an die 1980er erinnern, und die sind ja doch schon eine Weile her - zum Glück, manches war ja wirklich scheußlich.

Re: Reviews - VirtuaVerse - Review

von rcatcorner » 11.06.2020, 01:33

bezüglich »Vom Winde verweht«.

Das ist oder war, soweit ich weiß, in Planung. Der rassistische Anteil wird aber ausgespart.

»Vom Winde Verweht« ist genau wie »Pippi Langstrumpf« oder »Tim im Kongo« ein Kind seiner Zeit.
Natürlich kannst Du diese Stoffe heute noch adaptieren. Es wird auch immer jemanden geben, der sich darüber aufregt. Das kann aber nicht Problem des Künstlers sein.

Bei einer Adaption passt man das entsprechend an das heutige Wertesystem an. Z.B. lässt man Pippi Langstrumpf nicht das N-Wort verwenden.

Die Werke selbst stehen in ihrer Zeit und die heutige Rezeption in den Cultural Studies wird das entsprechend durch Queer-Readings, Gender-Readings und Racial-Readings beleuchten.

Ein Verbot oder gar Zensur wäre Geschichtsklitterung.

Reviews - VirtuaVerse - Review

von rcatcorner » 11.06.2020, 01:06

»Immerhin solltest du dann die postmodernen Einflüsse in die festen Genre-Begriffe und Vermischung mit unzähligen Stilmitteln kennen.«

Da hat Sinnfein aber mal vorsorglich die Krallen ausgefahren. Mein Kommentar war gar nicht so böse gemeint wie er gelesen wurde. Vielleicht bist Du auch noch wegen Daedalic ein wenig traurig.

Als Geisteswissenschaftler kann ich Dir sagen, dass Genres und sagen wir »Terminologie« immer noch Sinn machen. Wir sind eigentlich schon in der Post-Postmoderne. :-)

Für mich ist »Walking Simulator« nicht negativ konnotiert. Ich spiele auch andere Genres. Es macht durchaus einen Unterschied, ob Du über eine Gattung oder ein, sagen wir »Thema«, sprichst. Oft wird der Begriff und das Thema verwechselt.
Das führt dann z.B. bei Amazon dazu, dass Rennspiele plötzlich als Tag »Adventure« erhalten, weil sie einen Storymode haben. Die Verwirrung ist hier voll eingeschlagen.

Dass in der Realität, in der Welt der Dinge, das Konzept meist nicht mit dem ihm mehr oder weniger ähnelnden Ding übereinstimmt, ist ein Gemeinplatz.

Natürlich finden sich, z.B. in Monkey Island 3, Minispiele. Hier der Schiffskampf, den man sich bei »Pirates!« abgeschaut hat. Aber tendenziell ist es eben ein Adventure. In Rollenspielen gibt es als Sidequests gerne Adventure-Gameplay. In der Tendenz sind diese Spiele aber Rollenspiele.

Jetzt mal zu Deinen Krallen.

Ich habe das ernst gemeint. Ich musste schmunzeln, da Jehane im Prinzip genau das wiedergibt, was viele »junge« Gamer so über das bei Euch »klassische Adventure« so denken. Das sehe ich auch nicht kritisch. Es war mehr so gemeint, dass ich als alter Hase nun von der »jungen« Generation nochmal verdeutlicht bekomme, dass Adventures bzw. die Zeit des bei Euch »klassischen Adventures« gezählt sind.
Ich kann auch gut damit leben. Selbst ich schaue da nur noch selten rein.

Habe auch nichts gegen Explorationsspiele. Und natürlich können sich Adventures entwickeln.
Das haben sie immer getan. Text, Text/Grafik, Tastatur, Joystick, Maus, Gamepad etc. etc. Das grundlegende Spielprinzip blieb aber immer gleich. Rätsel gibt es auch in anderen Genres. Bei Adventures liegt das Rätsel sozusagen auf der Handlung. In einem Minispiel ist das Rätsel Selbstzweck.

Also die Handlungskette, die z.B. oben im Text kritisiert wurde, ist sozusagen typisch. Denn die Handlung ist sozusagen das Spiel. In gewissem Sinne ist ein Adventure immer linear. Du kannst vielleicht 2-3 Handlungstränge ausdenken oder wie z.B. in Monkey Island 2 mehrere nebeneinander laufen lassen.
Die bleiben allerdings in sich linear. Das Problem hat übrigens auch der Interaktive Film.

Im Adventure hast Du eine Handlung, die das Spiel selbst ist. Die Erzähleinheit ist das Rätsel. Im Interaktiven Film ist die Erzähleinheit die Entscheidung. In anderen Genres ist die Handlung der Rahmen oder läuft im Hintergrund mit. Das Gameplay ist aber nicht Teil der Dramaturgie, sondern Zufälligkeiten unterworfen.

Dass kann man sehr schön in Sierras Hero Quest sehen. Hier wechseln sich die Rollenspielelemente mit den Adventureelementen ab. Das liegt daran, dass Adventuregameplay eben an eine Dramaturgie gekoppelt ist und damit notwendig linear und Rollenspiel eben frei ist. Hier geht es in erster Linie um Charakterentwicklung in einem rudimentären Open World Umfeld mit nebenher laufender Rahmenhandlung. Hero Quest ist sozusagen 2 Spiele in einem.

Pirates! ist z.B. ein Jahrmarkt unterschiedlicher Spiele. Mir würde es hier schwer fallen, das nur einem Genre zuzuordnen.

Ich habe kein Problem damit, dass der Genrebegriff verschwunden ist. Das »Adventure« im eigentlichen Sinne, findet begrifflich in historischen Spielebüchern dereinst sein Grab. Aber zumindest für diese Begriffsgeschichte ist es wichtig, zu wissen, welche Art Spiele mal damit gemeint war. Schon alleine für Spielehistoriker der Zukunft.

Bedeutungswandel und die Veränderung von Begriffen, oft auch unsinnig verzerrt zur ursprünglichen Bedeutung, wird es immer geben.

Es gab mal vor vielen Jahren in der Steinzeit des Films einen »Experten«, der hat den Begriff Filmtrope eingefügt, ohne den Unterschied zwischen Trope und Topos zu machen. Das hat dazu geführt, dass Literaturwissenschaftler seither schmunzeln müssen, wenn ein Topos als Filmtrope bezeichnet wird.
Man hat sich damit eingerichtet und redet mit einem Filmwissenschaftler entsprechend seiner Welt.

Genauso kann ich mit dem Label leben. Wenn Ihr z.B. über »klassische Adventures« redet, weiß ich, dass das Genre gemeint ist.

Aber um es nochmal auf den Punkt zu bringen. Es war nicht wertend gegen Jehane gemeint.

Vielleicht bist Du auch einfach nur sehr empfindlich Sinnfein und Dein Vergleich zur aktuellen Situation in den USA und der mitlaufenden Unterstellung ist deswegen nicht sehr rational.

Ich war z.B. in Köln und habe dort gegen Rassismus demonstriert und politisch sehe ich mich grün-links.



Re: Reviews - VirtuaVerse - Review

von Jehane » 10.06.2020, 20:37

rcatcorner hat geschrieben:
10.06.2020, 00:59
Dass die Handlung aus Rätselketten besteht, ist eben genretypisch.
Potzblitz! Wer hätte das gedacht... schön, dass du uns aufklärst :D

Re: Reviews - VirtuaVerse - Review

von sinnFeiN » 10.06.2020, 14:35

Mikej hat geschrieben:
10.06.2020, 12:34
sinnFeiN hat geschrieben:
10.06.2020, 09:35
Ich musste schmunzeln. Ihr scheint alle sehr jung zu sein.
:D :D Aber, aber... wir sind doch erst 18 :D :D

Also, die Corner zumindest und wir damit doch automatisch auch. Bin mir sicher, dass das so funktioniert :]
Richtig... ich vergaß. In Internet-Jahren fühlt sich das schon wieder steinalt an :oops:.
myspace ist jünger und schon tot :D.

Re: Reviews - VirtuaVerse - Review

von Mikej » 10.06.2020, 12:34

sinnFeiN hat geschrieben:
10.06.2020, 09:35
Ich musste schmunzeln. Ihr scheint alle sehr jung zu sein.
:D :D Aber, aber... wir sind doch erst 18 :D :D

Also, die Corner zumindest und wir damit doch automatisch auch. Bin mir sicher, dass das so funktioniert :]

Re: Reviews - VirtuaVerse - Review

von sinnFeiN » 10.06.2020, 09:35

rcatcorner hat geschrieben:
10.06.2020, 00:59
Ich musste schmunzeln. Ihr scheint alle sehr jung zu sein.
Da muss ich eigentlich nicht schmunzeln. Mal kurz mit dem Vorurteil-Hammer aus dem eigenen Weltbild alle über einen Kamm scheren? Nicht schlecht... Hat in der heutigen Zeit ein Geschmäckle.
rcatcorner hat geschrieben:
10.06.2020, 00:59
Heute wird »Adventure« nicht mehr als Genrebegriff als vielmehr als Label über verschiedenste, teilweise völlig neue Genres wie Walking Simulatoren u.a., teilweise altbekannte wie den interaktiven Film, das Actionadventure, den Puzzleplattformer oder das Puzzlespiel, gestülpt.
Btw. der Begriff Walking Simulator steht nicht umsonst ziemlich in der Kritik. Abwertend und eigentlich falsch.

rcatcorner hat geschrieben:
10.06.2020, 00:59
Jedes Genre hat seine Zeit und Zielgruppe. Die Zeit des Adventures, um damit Geld zu machen, ist vorüber. Geschichten werden jetzt auch in anderen Genres erzählt, die man dann einfach als Abenteuer bezeichnet.
Genres entwickeln sich weiter. Wenn jemand heutzutage Scarlett produziert, wird er nicht "nur" schief angeschaut. Das wäre schon schwer problematisch. Das beiseite gestellt, entwickelt sich aber alles weiter - auch der Genre-Begriff. Dich als Profi-Cineast hab ich da aber anscheinend überschätzt. Immerhin solltest du dann die postmodernen Einflüsse in die festen Genre-Begriffe und Vermischung mit unzähligen Stilmitteln kennen.

Fehlende Sprachausgabe ist auch heute noch keine Schande. Ich spiele gerade 'Outer Wilds', in deiner Begriffslage wäre das wahrscheinlich ein Abenteuer, aber kein Adventure, obwohl es etwas zu entdecken und Rätsel gibt. Der deutsche Fokus auf klassische Adventures verbietet das aber fast. Nennen wir es deswegen einfach mal abwertend "Walking Simulator" (ich bevorzuge narratives oder exploratives Spiel). Das Spiel ist 2019 mit Preisen überhäuft worden und von Kritikern und Spielern gefeiert worden. Es ist ein riesiger kommerzieller Erfolg. Sprachausgabe? Nein, Fehlanzeige. Braucht das Spiel auch nicht, immerhin spielt man fiktive Wesen mit einer völlig anderen Schrift und Sprache. Deswegen denke ich nicht, dass fehlende Sprachausgabe ein Retro-Aspekt sein muss. Es kann Stilmittel sein, kann Kosten sparen oder den Retro-Aspekt unterstreichen. Letzteres ist bei VirtuaVerse der Fall.

Re: Reviews - VirtuaVerse - Review

von rcatcorner » 10.06.2020, 01:03

P.S

»Sprachausgabe kam erst gegen 92 dazu. Bei LA ewar das« Das war eigentlich zur Löschung bestimmt und gehört nicht mehr dazu.

Reviews - VirtuaVerse - Review

von rcatcorner » 10.06.2020, 00:59

»dass auch die lästigen Eigenheiten dieser Spiele mit übernommen wurden«

Ich musste schmunzeln. Ihr scheint alle sehr jung zu sein.
Dass die Handlung aus Rätselketten besteht, ist eben genretypisch.
Das ist eben das »Genre« Adventure, was man heute gerne »klassisches Adventure« nennt, um die Terminologie noch komplizierter zu machen.
Heute wird »Adventure« nicht mehr als Genrebegriff als vielmehr als Label über verschiedenste, teilweise völlig neue Genres wie Walking Simulatoren u.a., teilweise altbekannte wie den interaktiven Film, das Actionadventure, den Puzzleplattformer oder das Puzzlespiel, gestülpt.

Aber lustig mal das Genre aus heutiger Sicht bewertet (abgewatscht) zu sehen. Das ist auch der Grund, warum das »Genre«, kommerziell gesehen, tot ist. Jedes Genre hat seine Zeit und Zielgruppe. Die Zeit des Adventures, um damit Geld zu machen, ist vorüber. Geschichten werden jetzt auch in anderen Genres erzählt, die man dann einfach als Abenteuer bezeichnet.



Und zur Sprachausgabe, das kam doch erst 1993 mit Day of Tentacle und Sam und Max. Indy 4 und Loom wurden da nochmal nachgerüstet, aufgrund der CD-ROM. Bei Sierra etc auch etwa zu dieser Zeit.





Sprachausgabe kam erst gegen 92 dazu. Bei LA ewar das

Re: Reviews - VirtuaVerse

von Jehane » 04.06.2020, 22:42

Naja, VirtuaVerse orientiert sich laut den Entwicklern vor allem an den alten Lucas Arts-Spielen wie Indiana Jones & The Last Crusade. Gut möglich, dass die Sprachausgabe absichtlich weggelassen wurde. Oder es gab kein Budget, aber nachdem die Entwickler immer wieder betonen, dass die Lucas Arts-Spiele ihre Vorbilder sind, würde es mich nicht wundern, wenn das Absicht wäre.

Reviews - VirtuaVerse - Review

von kicker044 » 04.06.2020, 14:22

Ich verstehe nicht, weshalb es für Euch im Geiste der klassischen Adventure ist, dass die Sprachausgabe fehlt. Selbst Gabriel Knight 1 hatte eine. In den 90ern hatte doch gefühlt jedes Adventure eine Sprachausgabe.

Für mich ein klares KO-Kriterium.

Re: Reviews - VirtuaVerse

von Jehane » 28.05.2020, 14:40

Optisch ist das Spiel auch echt gelungen; Abzüge gab es unter anderem dafür, dass die Story relativ lange braucht, bis sie überhaupt ins Rollen kommt - rund drei Stunden Anlaufzeit (oder mehr, je nachdem, wie fix man die Rätsel löst), in denen man nichts anderes macht als das Headset zu reparieren und die verschwundene Freundin zu suchen, sind bei einem Spiel, das eh nur 10 bis maximal 15 Stunden dauert, einfach zu viel, auch, weil aus jeder noch so banalen Handlung eine Rätselkette gemacht wurde. Dazu gibt es immer wieder Trial and Error, weil die Lösungen oft sehr abstrakt oder skurril sind. Und dass das Gameplay der Klassiker übernommen wurde, ist halt auch nicht mehr zeitgemäß, auch wenn das vielen Spielern sicher gefällt. Ja, und dann wäre da noch Nathan. Sowas Unsympathisches ist mir in einem Spiel schon lange nicht mehr untergekommen. Er muss ja nicht superlieb sein, aber dermaßen arrogant und abgehoben... das kann einem den Spielspaß und die an sich spannende Handlung versauen, wenn man sich nicht irgendwie damit arrangiert oder das hochtrabende Gelaber einfach ignoriert.

Reviews - VirtuaVerse

von M4gic » 27.05.2020, 18:39

Werde ich ganz sicher spielen. Steht zwar nicht ganz oben in der Prioritätenliste, könnte aber ein super Spiel für die dunkle Jahreszeit für mich sein. Warum? Weil ich früher (Lucas Arts etc) immer im Winter gespielt habe und da immer eine besondere Oldschool Stimmung habe ^^ passt da also perfekt rein.

Reviews - VirtuaVerse

von weckman » 27.05.2020, 12:25

Also ich verstehe ja, dass es eventuell Teil der (Prä-CD)-90er-Jahre-Hommage ist und natürlich vermutlich auch eine Geldfrage, aber so sehr mir Setting und Pixel-Look auch gefallen, ohne gute Sprachausgabe sind auch noch so gelungene Point-and-Click-Adventures im Jahre 2020 für mich einfach nicht mehr drin. Spiele gerade auf dem iPad "Whispers of a Machine", und die großartige Sprachausgabe macht das Spiel noch mal SO VIEL BESSER! Sehr schade, aber da werde ich dann wohl doch lieber dankend verzichten... ¯\_(ツ)_/¯

Reviews - VirtuaVerse

von Steve-O » 26.05.2020, 23:25

Danke für den Test. Hatte mir wegen der ansprechenden Optik eine bessere Wertung erhofft, aber vielleicht bekommt das Spiel trotzdem eine Chance.

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