Daedalic in schwerer See

Das Echtzeit-Strategiespiel 'A Year of Rain' kam bei den Spielern nicht gut an und wird eingestellt. Bastei Lübbe plant Restrukturierungen.

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15 Kommentare

cheat vor 1 Jahr
Es war ein großer Fehler sich neu auszurichten. Mit Point & Click Adventures groß geworden und sich einen Namen gemacht...um dann alles wieder einzureißen indem man Strategiespiele und Co. entwicken möchte. Klar hat man Ideen und möchte diese auch verwirklichen mit anderen Marken, auch außerhalb der Spielebranche. Aber dann muss man auch damit rechnen, den Karren gegen die Wand zu fahren. Mir persönlich gefällt nicht ein einziges Spiel mehr vondenen. Ich vermisse solch liebevolle Spiele wie Whispered World, Night of the Rabbid, a new Beginning, Deponia oder auch Edna. Ich habe sie geliebt und Daedalic dafür vergöttert. Nun kommt da rein gar nichts mehr in die Richtung. Als ich die Bilder von Devils Man gesehen habe dachte ich, wow das wird der Hammer! Leider wurde das Spiel ja eingestellt ? ich verstehe nicht warum man trotzdem noch in die Richtung entwickelt hat. Alles für was Daedalic stand, wurde in die Tonne geschmissen nur um sich breiter aufstellen zu wollen. Schade !
Schäfer Timmäh (Gast) vor 1 Jahr
@cheat

Was dein Verhältnis/Empfinden zu Daedalic angeht, bin ich ganz bei dir. Auch ich habe sie für ihre Adventures geliebt – und hoffe bis heute auf eine Wiederaufnahme der Entwicklung von Devil's Man, meinem Immer-noch-Most-Wanted-Titel (von mir aus auch bei einem anderen Studio).

Warum sich Daedalic (und andere ehem. Adventure-"Helden" wie z.B. Deck13) von Adventures schrittweise - über eine experimentelle Übergangsphase mit Silence, Pillars of Eternity und State of Mind - wegbewegt und (wenig erfolgreich) in andere Genres vorgewagt hat, wurde aber schon ausführlich von den Machern dargelegt. Adventures rentierten sich irgendwann schlicht nicht mehr aufgrund zu niedriger Erlöse. Hintergründe:

1. Steigender Anspruch = steigende Entwicklungskosten bei gleichzeitig nicht steigenden Verkaufszahlen – im Gegenteil:

2. Gegenseitige Kanibalisierung: zu viele Titel durch zu viele Studios für einen unwesentlich wachsenden Kundenkreis. Nach Jahren der Adventure-Flaute stürzten sich die Fans auf jeden neuen Titel des beginnenden zweiten Genre-"Booms" Mitte der 2000er, was bei vergleichsweise niedrigen Entwicklungskosten und bis zu sechsstelligen Erlösen eine regelrechte Goldgräberstimmung auslöste und zu einer Schwemme an Produkten führte - die nun einerseits viel öfter den Kunden mit ihren persönlichen Vorlieben die Wahl ließen, sich andererseits dadurch auch ihre Käuferbasis abgruben.

3. Darauf einsetzende Experimente mit Lizenzen und Spielmechaniken brachten nicht den erhofften Effekt, das nischige Genre für neue Käufergruppen zu öffnen, und schreckten gleichzeitig das konservative Stammpublikum ab.

4. Digitale Distributionsplattformen wie App Store, Google Play und Steam erhöhten zwar zwischenzeitlich die Reichweite von Adventures und konnten durchaus zu Mehreinnahmen führen, verschärften mit ihrem generellen Preisdumping und dem unübersichtlichen Massenangebot langfristig aber das Dilemma insofern, dass zunehmend die Bereitschaft der Kunden sank, Spiele bei Release zum Vollpreis zu kaufen – man wartet heute lieber den garantiert kommenden nächsten Sale ab.
ohgott (Gast) vor 1 Jahr
Die Frage ist hier, wer sich hier an wen rangeschmissen hat. War es Bastei an Daedalic oder Daedalic an Bastei?

Vielleicht hat man vergessen, wie "erfolgreich" Daedalic in der letzten Zeit vor der Übernahme gewesen ist. Säulen der Erde hat da bei den Gesprächen sicher keine kleine Rolle gespielt. Und das Spiel ist ja wohl offensichtlich nicht so erfolgreich gelaufen. Wieso sollte Bastei dann an Peanuts wie Devils festhalten?
ohgottrcatcorner (Gast) vor 1 Jahr
Schäfer Timmäh (Gast) vor 1 Jahr
Das Daedalic von heute bedeutet mir wenig bis nichts, ich gehöre einfach nicht zur Zielgruppe für die Spiele, die sie seit den letzten 5 Jahren produzieren.

Nur zwei Dinge interessieren mich noch: 1. Was für Spiele sind Superlatent und Orc's Kitchen von Daedalic Bavaria und kommen sie jetzt überhaupt noch? 2. Kann sich irgend ein selbstlose Studio erbarmen, Daedalic The Devil's Men abzukaufen und fertig zu entwickeln? Würde auch 'nen Kickstarter unterstützen.

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