Specials: gamescom 2018:

gc2018: Irony Curtain, Jennifer Wilde und Beyond Blue

 

 

Anmerkung: Die englischen Original-Artikel von Harald Bastiaanse findet Ihr bei den Adventure Gamers. Übersetzt wurden die Texte von Jennifer Mendez und von Adventure Corner (wir haben zudem unsere Eindrücke ergänzt). In diesem Text geht es um 'We. The Revolution' und '11-11: Memories Retold'. Beides Spiele mit historischem Hintergrund.

 

 

Irony Curtain: From Matryoshka with Love

Irony Curtain

 

'Irony Curtain: From Matryoshka with Love' stammt vom Indie-Studio Artifex Mundi aus Polen, das in den vergangenen Jahren primär Hidden Objects-Titel entwickelt hat. In Köln hatten wir Gelegenheit mit ihnen über ihr neues Spiel zu plaudern und es sogar anzuspielen. Tatsächlich kommt hier ein waschechtes 2D-Point&Click-Abenteuer der alten Schule auf uns zu.

Die Entwickler erzählten uns zudem, dass es ihnen ein Anliegen sei, endlich ein bedeutsameres Spiel zu machen. In diese Geschichte wurden viele Erlebnisse aus jener Zeit eingebaut, als Polen kommunistisch regiert wurde. Das 2D-Abenteuer lebt zwar vom Humor und Satire, aber zugleich soll es einen Einblick in das kommunistische Leben gewähren, auch für jene, die sich danach sehnen, oder es beschönigen. In 'Irony Curtain' besuchen wir das totalitäre kommunistische Land Matryoshka. Der Spieler übernimmt die Rolle eines naiven westlichen Journalisten, der sich vom Start weg mit einem kafkaesk anmutenden, bürokratischen Martyrium konfrontiert sieht.

Nach einer kurzen Zwischensequenz zu Beginn, wo er heimlich im Land ankommt (mit der Hilfe einer stereotypen Spionin), besteht unsere erste Aufgabe darin, im Hotel einzuchecken. Das mag einfach klingen, ist in Wahrheit jedoch sehr nervenaufreibend. Das Hotel hat zu wenig Personal und ist sehr überreguliert, zudem sind zwischendurch absurd widersprüchliche Formulare auszufüllen und die damit verbundene Laufarbeit erinnert ansatzweise an Asterix und Obelix auf der Suche nach Passagierschein A38.

Der Humor funktioniert in der von uns angespielten Demo-Fassung gut und es ist spürbar, dass die Situationskomik einen wahren Kern hat. An schrägen Dialogen fehlt es nicht. Abgesehen davon lassen sich Gegenstände im Inventar kombinieren und es gibt Rätsel der abgedrehteren Art, die gezielt an alte LucasArts-Tage erinnern. Mit kleinen Quick-Time-Events ist allerdings auch zu rechnen.

In grafischer Hinsicht fallen die schön gezeichneten, hochauflösenden 2D-Hintergründe auf, die einen zeichentrickartigen Stil vermitteln. Auch auf akustischer Ebene macht 'Irony Curtain' bislang keinen schlechten Eindruck. Neben einer englischen Vertonung, soll es sogar eine deutsche Sprachausgabe geben, zu der wir aber noch nichts sagen können. Mit dem Release ist 2019 zu rechnen und zwar für PC, PS4, Xbox One und Nintendos Switch.

 

 

Jennifer Wilde

Jennifer Wilde

 

Wie immer erstaunte der UKIE Stand im Geschäftsbereich der gamescom durch sein Aufgebot an Studios von den britischen Inseln. Diesmal hatte der Stand sogar ein Karneval-Thema, mit kostenloser Zuckerwatte.

Einen Termin hatten wir dort mit Stephen Downey von Outsider Games, wo es um 'Jennifer Wilde' ging, das u.a. via Kickstarter finanziert wurde. Schon im letzten Jahr hatten wir darüber berichtet. Vieles Neues gibt es nicht dazu, doch es geht vorwärts und wir konnten ein paar neue Schauplätze besichtigen.

Das 2D-Point&Click-Adventure spielt bekanntlich zu Beginn des Jazzzeitalters im Paris des Jahres 1921. Die junge französische Künstlerin Jennifer Chevalier untersucht den Tod ihres Vaters. Unterstützt wird sie dabei vom Geist des irischen Schriftstellers Oscar Wilde, der zu Lebzeiten eine Affäre mit ihrem Vater hatte. Jennifer ist in der Lage, mit Geistern zu sprechen und beide Charaktere werden spielbar sein.

Der auf dem gleichnamigen Comicbuch basierende Grafikstil ist wie gewohnt in Schwarzweiß gehalten und macht immer noch einen sehr interessanten Eindruck. Wie überzeugend das Gameplay funktionieren wird ist vorerst allerdings schwer abschätzbar.

Mit einer geringen Verspätung sollte Jennifer Wilde im Frühjahr 2019 am PC erscheinen. Es ist übrigens noch nicht sicher, ob es eine englische Sprachausgabe geben wird, da das Stretch-Goal bei Kickstarter nicht erreicht wurde.

 

 

Beyond Blue

Beyond Blue

 

Ebenfalls beim UKIE Stand war E-Line Media zu finden, die für das stimmungsvolle 3D-Platform-Abenteuer 'Never Alone' mitverantwortlich sind. Mit der Kultur von Alaskas Ureinwohnern hat ihr neues Projekt aber wenig zu tun, denn bei 'Beyond Blue' geht es um die riesige Unterwasserwelt. Es entsteht für die BBC und wird sogar unbenutztes Material von der Doku-Reihe 'Blue Planet' verwenden. Die Entwickler zeigten sich im Gespräch mit uns sehr um eine wissenschaftliche Herangehensweise an das Thema bemüht. Ozean-Experten wurden zum Beispiel früh ins Team geholt, um möglichst realitätsnah zu bleiben, auch wenn die Geschichte in der nahen Zukunft spielt.

Das Abenteuer beginnt irgendwo im Südchinesischen Meer, wo wir die Wissenschaftlerin Mira beim Tauchen begleiten. Irgendwo soll es da eine Gruppe von Pottwalen geben. Am Weg zum Ziel bleibt Gelegenheit die Umgebung gründlich zu dokumentieren. Interessante Geschöpfe und Pflanzen gibt es bei diesem Third-Person-Abenteuer so einige. In spielerischer Hinsicht erinnert das Gameplay an 'ABZÛ', dürfte dem Spieler jedoch deutlich mehr Raum für Interaktivität bieten. Der stärkere Fokus auf Realismus bedeutet zudem, dass die Farben gedämpfter sind und mit zunehmender Tiefe wirkt das Meer zwangsläufig einsamer. Trotzdem sind während des Tauchens einige wunderschöne Momente zu erleben und das vor Ort Gezeigte war eindrucksvoll.

In 'Beyond Blue' erkunden wir nicht nur die Umgebung und tauchen von A nach B. Bei manchen Missionen kehren wir zurück ins U-Boot, um eine Unterwasser-Drohne loszuschicken. In anderen Situationen ist es wiederum notwendig, einen Peilsender erfolgreich an bestimmten Kreaturen anzubringen, um mehr über sie herauszufinden. Die Lebewesen des Meeres reagieren auf uns recht unterschiedlich, was auch von unserer Herangehensweise abhängig ist. Manche davon sind sehr gefährlich und zwingen uns zum Rückzug – sterben ist aber nicht möglich. Mitunter bremst die Dunkelheit unseren Erkundungstrip und zwingt uns dazu, ein spezielles künstliches Licht einzusetzen. Zwecks Orientierung wird präzise angezeigt, wo das nächste Ziel liegt. Dadurch gestaltete sich die Erkundung in den ersten Minuten der Demo gefühlt ein bisschen einfach. Das Entwicklerteam ist allerdings am Überlegen, ob es vielleicht alternativ dazu eine weniger präzise Orientierungshilfe geben könnte.

Voraussichtlich wird 'Beyond Blue' im Frühjahr 2019 für Windows PC, Mac und Konsolen veröffentlicht. Neben der englischen Sprachausgabe wird es deutsche Untertitel geben.


geschrieben am 09.10.2018, Team Adventure Corner




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