Previews: Dracula: Origin:

Dracula: Origin


Es gibt wohl kaum eine Lizenz, die über ähnlichen Weltruhm verfügt, wie die von Bram Stoker´s Dracula. Namen wie Dracula und Van Helsing dürften sogar den meisten Menschen ein Begriff sein, die weder das Buch gelesen haben, noch eine der etlichen Verfilmungen gesehen haben. So verwundert es nicht, dass der Fürst der Finsternis bereits in mehreren Spielen, den Weg auf die heimischen Monitore gefunden hat. Dieses Mal gehen die 'Sherlock Holmes' Entwickler von Frogwares mit 'Dracula: Origin' an den Start, um die Herzen von Vampirfans und Adventurespielern zu gewinnen. Ob das Vorhaben mit der Frogwares eigenen Variation des Themas schlussendlich gelingt, wird sich wohl erst ab dem 6. Juni zeigen. Zumindest eine Prognose, die sich mit dieser Frage beschäftigt, findet ihr in folgender Preview.

 

Van Helsings Stunde der Erkenntnis

Einst war der brutale Karpatenfürst Vlad Dracul -alias Graf Dracula- ein gottesgläubiger Mensch, doch nach dem Selbstmord seiner geliebten Frau, schloss er aus lauter Verbitterung und aufkeimendem Hass gegen Gott einen Pakt mit Satan, der ihn zu einem Wesen der Nacht machte.
Als untoter Vampir sollte er fortan die Jahrhunderte überdauern, um des Nachts Jagd auf das Blut unschuldiger Opfer zu machen.
Jahrhunderte später entdeckt Graf Dracula bei einem Gast (und gleichzeitig Spion) aus England – Jonathan Harker-, das Bild der wunderschönen Mina Harker, die seiner verstorbenen Frau verblüffend ähnlich sieht. Umgehend macht sich der Vampir auf die Reise nach England.
In einem Schreiben konnte Jonathan Harker den Gelehrten und Vampirforscher Dr. Van Helsing in letzter Sekunde auf die Ankunft des Grafen vorbereiten, so dass Harkers Mentor, Mina in der Stunde der Not, unter Einsatz seines Lebens zur Seite steht. Ein Kampf zwischen Gut und Böse beginnt, der den Spieler unter anderem nach Transylvanien, Ägypten und Österreich führen wird.

Die Handhabung

Auf Draculas Spuren.

In klassischer Adventuremanier, bewegen wir den Protagonisten Dr. Van Helsing durch die stilvoll dargestellten Räumlichkeiten. Per Spacetaste lassen wir uns sämtliche Hotspots anzeigen, mit der linken Maustaste interagieren wir mit Items. Per Klick auf die rechte Maustaste öffnet sich ein Menü, wie man es aus 'Sherlock Holmes jagt Arsene Lupin' kennt. Neben unserem Inventar finden wir hier Dokumente und Berichte, die wir im Laufe des Spiels erhalten. Ebenso elementar für Rätsel, wie unsere Dokumente ist eine Funktion, in der bisher geführte Dialoge erneut gelesen werden können, welche oft konkrete Lösungshinweise zu enthalten scheint.

Gothische Stimmung

Idyllische Sightseeing Tour.

Storytechnisch geht es spannend los, besonders Dracula Kenner fühlen sich inhaltlich schnell heimisch. Die bedrückende Atmosphäre macht einen guten Eindruck und passt gut zum düsteren Inhalt. Die detailreiche Grafik weiß bislang zu überzeugen. Speziell der Friedhofabschnitt bietet kraftvolle Farben, einen schön düster animierten Himmel, sowie einige bewegliche Objekte innerhalb der Screens, wie etwa Vögel oder sich bewegendes Gras, was gut der Sterilitätsgefahr vorbeugt.
Animationen beim aufnehmen von Items, werden nicht in ganzen Bewegungen durchgeführt, daneben wirken die Figuren etwas steif in den prachtvollen Hintergründen, was auch für ihre Bewegungsabläufe gilt. Dennoch scheint es, als würden Grafik und Atmosphäre dem finsteren Ursprungssetting gerecht werden, was gerade bei Stoker Fans, einen elementaren Punkt bei der Kauffrage darstellen dürfte.

Gelehrter und Bekämpfer des Bösen

Gruft des Grauens?

Der deutsche Sprecher von Van Helsing hört sich im ersten Spielabschnitt gelungen an. Dem Ursprungsgedanken entsprechend ist Van Helsing ein weiser Gelehrter, der somit etwas steif ist, allerdings in einem Maße welches der Vorlage entspricht und nicht in einem einschläfernden Ton a la 'Sherlock Holmes jagt Arsene Lupin' endet. Alle anderen bisher aufgetretenen Stimmen machen auf den ersten Eindruck einen soliden Eindruck, lassen aber noch keine generellen Schlüsse auf die restliche Sprachausgabe zu.
Die bisher gehörte Musik im Spiel, verstärkt mit ihren schwermütigen Klavier und Streicher Klängen, das starke Gefühl der Beklemmung und Bedrohung- Oder um es anders zu sagen, sie klingt so, wie man es von einer 'Dracula' Lizenz erwarten kann, was bis hierhin einen großen Pluspunkt darstellt.

Van Helsing, Rätselmeister?

Von Dämonen und Heiligen.

Der Rätselanteil zu Beginn des Spieles ist sehr hoch und die Rätsel könnten ausnahmslos aus der 'Sherlock Holmes' Reihe stammen. Bis hierhin waren sie nicht besonders schwer, was sich allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit noch ändern wird. Nur hat man es schon zu Beginn etwas mit den Rätseln übertrieben und wenn ich Schwarzmalerei betreiben würde, würde ich befürchten, dass nur schwerlich mal ein Spielfluss aufkommen wird und das angedeutete Potenzial bei Inhalt, Atmosphäre und Spannung unter einer zu starken Rätsellastigkeit leiden könnte.
In einem 'Sherlock Holmes' Spiel macht dies vielleicht Sinn, aber in einer Stoker Versoftung sehe ich weder Sinn noch Vorlage für einen Rätselmarathon, worauf es anhand der Friedhofsequenz hinauslaufen könnte (!). Trotzdem sei nicht verschwiegen, dass die bisherigen Rätsel zumindest von hoher Qualität sind. So müssen wir zu Beginn des Spiels auf einer Karte, anhand von Zeitungsartikeln die auf die Aktivität Draculas hindeuten, Linien ziehen, deren Schnittpunkt am Ende den Aufenthaltsort des Grafen offenbart.
Worauf man bei den Rätseln und generellen Aufgaben im Spiel achten sollte: Es wird vom Spieler verlangt ganz genaue Vorgaben einzuhalten, ein Beispiel:
Wir wollen für den Friedhofswärter die Tür zum Lagerschuppen öffnen, um ihm eine Schaufel zu holen, er kann sich aber nicht mehr an die Kombination des Zahlenschlosses erinnern. Er erinnert sich aber vage daran, dass die Kombination etwas mit den Jahresdaten eines begrabenen Paares auf dem Friedhof zu tun hat und sagt uns um welches Paar es sich handelt. Also begeben wir uns zum Grabstein. Da die Schrift mit Moos verwachsen ist, müssen wir erst das Moos abkratzen um die Jahresdaten erkennen zu können. Schnell kann man die Daten lesen, geht zum Schuppen um das Schloss zu öffnen, das kann man aber nicht benutzen. Also zurück zur Grabinschrift und so lange weiter Mooskratzen bis Van Helsing sagt, dass er die Daten nun lesen kann( Obwohl der Spieler sie schon vorher sehen konnte). Erst danach können wir mit dem Schloss interagieren und den Code eingeben.
So genau müssen wir auch bei anderen Rätseln vorgehen, wenn man es allerdings vorher weiß ist es nicht unbedingt schlimm, da man sich gut darauf einstellen kann.


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

In vielen Bereichen wie Atmosphäre, Spannung, Story, Grafik dürfte Dracula sämtlichen bisherigen Frogwares Titeln deutlich überlegen sein, es bleibt nur zu hoffen (Besonders für Fans der Vampirthematik), dass das Spiel nicht zur Rätselorgie verkommt und damit am Ende trotz der positiven Seiten, in einer Ansammlung von Logikrätseln, zum qualitativ leicht angehobenen 'Sherlock Holmes 5' verkommt.
Mit einer ausgewogenen Mischung aus Spielelementen und dem benötigten Raum, damit sich die Story entfalten kann, kann 'Dracula: Origin' allerdings ein wirklich guter Titel werden, so viel wage ich zu prognostizieren.
Das Potenzial hierfür scheint 'Origin' zumindest zu besitzen.

geschrieben am 03.06.08, Ingmar Böke

Systemanforderungen Weitere Links
Windows XP / Vista
PIV 1,5GHz CPU
512MB RAM
2500MB HD
3-D-Karte
Offizielle Homepage


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Dieses Preview gehört zu  Dracula: Origin.




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