Reviews: CSI 5 - Tödliche Absichten:

CSI Tödliche Absichten


Was haben ein Ringrichter, eine Braut, ein professioneller Feuerschlucker, ein Travestiestar und eine Gameshow Moderatorin gemeinsam? Auf den ersten Blick sicher nichts. Auf den Zweiten schon, sofern der Betrachter ein Ermittler des CSI-Teams aus Las Vegas ist. Dann bedeutet es für unsere illustere Gruppe nämlich, dass ihr zum Teil recht schillerndes Leben soeben ein plötzliches und vor allem unnatürliches Ende gefunden hat. Für uns bedeutet es hingegen, dass wir uns im neuesten Spiel eines Serientäters wiederfinden: 'CSI – Tödliche Absichten' ist bereits das siebte PC-Spiel, in dem wir die Rolle eines Ermittlers aus der bekannten TV-Serie übernehmen dürfen und im Gegensatz zu 'CSI New York', das zu Beginn des Jahres erschien, wieder ein richtiges Adventure. Wir waren mit auf Mörderjagd.


Willkommen in der Nachtschicht, hier ist dein Fall…

Das hat sicher weh getan: Unser erster Fall in der Nachtschicht des CSI-Teams dreht sich um eine kurze Hochzeitsnacht.

Der Einstieg in das neueste 'CSI'-Spiel erfolgt für Kenner der Vorgängerspiele überraschend schnell. Kaum sind wir als neuer Ermittler im Kriminallabor von Las Vegas eingetroffen, schon geht es in die erste Morduntersuchung. Ein Tutorial, in dem beispielsweise ein Donutdieb aus den eigenen Reihen überführt werden muss, fehlt. Stattdessen können wir auf Wunsch eine Tutorial-Hilfe im Optionsmenü einschalten, die uns während der laufenden Ermittlungen mit Hinweisen zur Handhabung der einzelnen Werkzeuge versorgt. So stehen wir auch gleich in einem der unzähligen Hotelzimmer Las Vegas’, wo eine Hochzeitsnacht ein brutales Ende gefunden zu haben scheint: Eine riesige Glasscherbe im Hals hat der Gesundheit der Braut nicht wirklich gut getan. Seltsamerweise ist auch vom Bräutigam weit und Breit nichts zu sehen. Also machen wir uns auf die Suche nach Spuren, Fingerabdrücken und DNA-Proben, die wir im Labor unter die Lupe nehmen. So kommen wir nach und nach der seltsamen Hochzeitsgesellschaft auf die Spur und können irgendwann auch einen Mörder überführen. Die weiteren Fälle laufen nach dem gleichen Muster ab: Wir betreten einen Tatort, untersuchen diesen auf Spuren, lassen die Leiche untersuchen und befragen Zeugen. Nach einiger Zeit füllt sich unsere Fallakte, weitere Orte wollen untersucht, neue Zeugen ausgequetscht werden, ehe am Ende eines Falles dann der Haftbefehl wartet. Vorher ist aber in jedem Fall einige Laborarbeit zu leisten.

… und das hier ist unser Labor

Die Laborarbeit besteht aus verschiedenen Minispielen, die aber sehr gut ins Spiel eingebaut sind.

Dan Connors, Chef von Entwickler Telltale hatte uns auf der diesjährigen 'GamesCom' versprochen, dass man im neuen 'CSI'-Spiel den Spielern das Gefühl geben möchte, wirklich selbst die Untersuchungen durchzuführen und die Nachforschungen im Labor realistischer gestalten will. Zu einem gewissen Teil ist das auch gelungen: Das Labor ist interaktiver geworden. Bei Fingerabdrücken müssen wir markante Stellen finden, je besser wir das machen, desto genauer ist das Suchergebnis. Bei DNA-Proben werden zwei Felder mit Farbklecksen angezeigt, in denen wir passende DNA-Stränge zueinander finden müssen, bei chemischen Analysen suchen wir Gemeinsamkeiten mit einer oder mehreren Proben. Sicher: Das alles sind Minispiele. Überraschenderweise machen sie aber Spaß, weil sie wirklich logisch und konsequent in das Spiel eingebaut sind. Besonders aber deswegen, weil sie – Im Gegensatz zu Minispielen in vielen anderen Titeln – das Spielgeschehen eben nicht sonderlich aufhalten. Vielleicht aber auch nur deshalb, weil man in einem 'CSI'-Spiel so etwas eher erwartet als in einem anderen Adventure.

Die Stimmung der Gesprächspartner kann man auch an deren Gesichtern ablesen.

Ein weiterer wichtiger Punkt zur Lösung des Falls sind die Verhöre. Nachdem genügend Beweise gefunden wurden, dürfen wir Verdächtige zum Verhör bitten. Die Verhöre laufen noch genau so ab, wie in den Vorgängern: Wir haben einige Themen, die wir nach und nach durchsprechen, Multiple-Choice oder unterschiedliche Stimmungen (wie beispielsweise in 'Criminal Intent') gibt es nicht. Stattdessen müssen wir unser Gegenüber meist erst dazu bringen, mit der Wahrheit herauszurücken. Nahezu jeder Verdächtige hat ein Geheimnis nimmt es mit seinen Aussagen nicht so genau. Da wird gern mal etwas vergessen oder verdreht. Für einen echten CSI ist das natürlich kein Problem, sofern wir den entscheidenden Beweis schon gefunden und untersucht haben und ihn dem Verdächtigen vorlegen können.

Kriminaltechnik von Telltale

Dank besserer Grafiken sehen die Figuren ihren Serienvorbildern schon deutlih ähnlicher als noch im Vorgänger.

Obwohl 'CSI – Tödliche Absichten' ein komplettes Adventure ist, merkt man auch hier die Telltale eigene Episodentaktik an. Wir haben fünf Fälle, die nur über das Hauptmenü verbunden sind und von der Länge in etwa einer kurzen Telltale-Episode entsprechen, pro Fall sind wir also ca. zwei Stunden beschäftigt. Auch sonst merkt man der Engine an, woher sie stammt: Die Grafik bewegt sich in etwa auf dem Niveau von 'Tales of Monkey Island', wenn sie auch eine gänzlich andere Optik präsentiert. Im Vergleich zu den Vorgängern sind die Hintergründe detailreicher geworden und die Charaktere sehen ihrem Serienvorbild schon recht ähnlich, so dass das Spiel insgesamt besser aussieht. Grafische Spitzenleistungen sucht man jedoch weiterhin vergebens.
Ein besseres Bild gibt die Sprachausgabe ab. Nahezu alle Darsteller der Serie leihen auch ihrem PC-Ebenbild die Stimme. Man setzt dabei natürlich auf den Cast der neuesten Staffel um Laurence Fishburne. Der Publisher Ubisoft verzichtet bei dem Spiel nach wie vor auf eine deutsche Synchronisation – aufgrund der hervorragenden englischen Sprecher (und der deutschen Untertitel) ist das aber nicht sonderlich schlimm.

Für echtes Serienfeeling sorgen nicht nur die eingestreuten Videoclips und Originalsprecher, sondern auch die Tatsache, dass alle Fälle von den Autoren der Serie geschrieben wurden.

Bei der Steuerung setzt man auf Altbewährtes. Per Maus bewegt man sich auf vorgegebenen Pfaden durch die dreidimensionalen Hintergründe, ein Pfeil zeigt eine mögliche Detailansicht an, in die man per Klick wechselt. Findet sich eine Spur, verwandelt sich der Mauszeiger in einen kleinen Werkzeugkoffer, der sich per Klick öffnet. Je nach gewähltem Werkzeug variiert die Bedienung, mal muss großflächig Luminol verteilt werden, um Blutspuren sichtbar zu machen, mal müssen mit einer Pinzette kleinste Gegenstände eingesammelt werden. Alle gefundenen Spuren landen dann zusammen mit den Fall betreffenden Orten und weiteren Informationen in der elektronischen Fallakte unseres PDA, wo sie weitergehend untersucht werden können. Vollständig untersuchte Beweise und Orte werden wie gewohnt durch einen grünen Haken gekennzeichnet.


Galerien

Fazit:

Wertung: 74%

'CSI – Tödliche Absichten' ist ganz eindeutig das bisher beste PC-Spiel zu der Krimiserie der letzten Jahre, ohne jedoch dabei zu glänzen. Die fünf Fälle sind gut geschrieben und spannend erzählt, wirkliche ermittlerische Freiheiten gibt es jedoch nicht. Übersehen wir einen Beweis oder finden wir im Labor nicht die richtigen Zusammenhänge, geht es nicht weiter. Auch ist es immer noch nicht möglich, sich an den Tatorten frei zu bewegen. Am Ende bleibt halt eine starre Geschichte, in der wir uns wie vorgeschrieben voranbewegen müssen. Zusätzlich wurde in 'CSI – Tödliche Absichten' noch mehr Augenmerk auf die Laborarbeit gelegt, im Gegenzug wurden die Anzahl der Schauplätze außerhalb deutlich zurückgefahren. Wer sich also mit dieser Tätigkeit nicht anfreunden mag, sollte lieber die Finger von dem Spiel lassen. Laborfüchse und 'CSI'-Fans sollten hingegen unbedingt zugreifen.

geschrieben am 05.12.09, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Windows XP SP3 / Vista
Pentium 4 mit 2GHz
Speicher: 512MB (XP) / 1GB (Vista)
Grafikkarte: 64MB, DirectX 9.0c
Soundkarte: DirectX 9.0c
6GB Festplattenspeicher
DVD-Laufwerk
Offizielle Seite
C.S.I. Tödliche Absichten \


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Dieses Review gehört zu  CSI 5.




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