Reviews: Das Geheimnis des Berghotels - Dead Mountaineer's Hotel:

Das Geheimnis des Berghotels


Seit 2007 ist 'Das Geheimnis des Berghotels' des Entwicklers Akella bereits in Russland erhältlich. Hierzulande erreichte es nach einigen Schwierigkeiten erst am 13. November diesen Jahres die Ladentische. Serguei Melikhov, der bei Electronic Paradise die Entwicklung des Adventures leitete, beschreibt das Krimiadventure als Mix aus realistischen und mysteriösen Ereignissen eingebettet in die Atmosphäre eines Hotels im Stil der 70er Jahre. Die Story entstammt einem Roman der erfolgreichen Strugatski-Brüder mit dem Titel: „Hotel ‚Zum Verunglückten Bergsteiger‘“, der voller Spannung ist, angereichert mit Science-Fiction-Elementen und Fans aus aller Welt begeisterte. Ob 'Das Geheimnis des Berghotels' mit dem Buch mithalten kann, erfahrt Ihr in unserem Test.


"Inspektor übernehmen Sie!"

Bildnis des Namensgebers des Hotels.

Inspektor Peter Glebski braucht Erholung vom stressigen Polizeialltag und will sich zwei Wochen Urlaub in verschneiter Bergidylle gönnen. Kaum angekommen wird er schon freudig von Hotelbesitzer Alek empfangen. Der erzählt im ohne Umschweife gleich die Historie der Herberge. Es gab nämlich einen Bergsteiger, der unter mysteriösen Umständen abstürzte und nicht wieder ins Hotel zurückkehrte. Seit diesem Tag trägt das Hotel den Namen „Hotel zum verunglückten Bergsteiger“. Das Zimmer der Kletterers ist fortan ein Museum für die anderen Gäste. Peter Gelbski wird von Alek im Haus herumgeführt und darf auch das Zimmer des Bergsteigers besichtigen. Dem geschulten Auge entgeht nichts und so erspäht Glebski eine noch brennende Zigarette, aktuelle Zeitungen und nasse Schuhe vor dem Bett des Bergsteigers. Da dieser schon drei Jahre verschollen ist, können die Gegenstände ja unmöglich von ihm sein. Und so häufen sich mit der Zeit geheimnisvolle Vorkommnisse, die Alek damit erklärt, dass „Er“ immer noch sein Unwesen treibt.

Nachdem sich Glebski aus seinem Zimmer befreien konnte, trifft er nun nach und nach auf die anderen Gäste des Hotels: Physiker Simon, Ehepaar Moses, Rockerbraut Brun und ihren Onkel, den Magier du Barnstok. Später treffen noch zwei weitere Gäste ein. Die Handlung plätschert weiter vor sich hin und verliert ihre anfängliche Krimiatmosphäre. Jeder der Gäste hat merkwürdige Umstände zu berichten und der Inspektor wird häufig angewiesen diese aufzuklären. So ist man über die Hälfte des Spiels damit beschäftigt aufzuklären, wer die Dusche blockiert oder woher die nassen Fussabdrücke stammen. Erst im letzten Drittel geschieht dann doch etwas Großes und das Ende naht in drei verschiedenen Versionen...

Trepp auf, Trepp ab, Trepp auf, Trepp ab

Steter Tropfen höhlt den Stein.

Das Adventure wartet mit etwa 120 detailreichen und liebevoll gestalteten Hintergründen. Zwar ist man nur im und um das Hotel unterwegs, doch für das Auge wird es keinesfalls langweilig. Steht Peter Glebski zum Beispiel draußen auf der Dachterasse und betrachtet das weiße Schneetreiben, atmet er die warme Luft aus, die als weiße kleine Wolke vor seinem Gesicht sichtbar wird. Entgegen der in 2D-gestalteten Hintergründe, die starre und eigentlich veraltete 1024 x 768 Pixel Auflösung haben, sind die Charaktere dreidimensional designt.

 

 

 

 

Das Tagebuch des Peter G.

Die Steuerung im Spiel ist klassisch in Point-und-Klick-Manier gehalten. Der Mauszeiger leuchtet auf, sobald er auf ein interaktives Objekt trifft und verwandelt sich je nach möglicher Aktion in eine Lupe, eine Hand oder bei Personen in ein Mikrofon. Mit der rechten Maustaste öffnet sich das sehr hilfreiche Notizbuch des Inspektors. Verzeichnet werden alle Ereignisse, Personen, der Grundriss des Hotels und die neu hinzukommenden Informationen. Erfolgt ein neuer Eintrag, leuchtet das Notizbuch auf dem Bildschirm auf und ein neuer Eintrag wird mit weißer Schrift im Menü hervorgehoben. Ebenfalls mit der rechten Maustaste öffnet sich das Inventar und das allgemeine Menü zum Speichern oder Laden des Spiels. Eine Hotspot-Funktion gibt es leider nicht, somit ist man gezwungen mühsam den Bildschirm zu Scannen. Mit einem Doppelklick sollte man sich lange Wege ersparen, aber der funktioniert nur manchmal und deswegen ist man gezwungen den Szenen- und Raumwechsel wartend zu verfolgen. Es stellte sich außerdem noch heraus, das man mit F10 das Spiel sofort beenden kann und dass ein Umschalten in das Windows-Fenster mit entsprechender Taste nicht funktioniert.

In welchem Zimmer sind sie denn?

Übersichtlicher Dialogbaum.

Ständig ist Glebski auf der Suche nach Personen, die er in eigener Sache und zur Aufklärung der geheimnisvollen Taten befragen muss. Das kann schon mal dauern, da die anderen Gäste auch im Hotel umherwandern. Die Dialoge gestalten sich dabei so, wie die Personen wirken. Die Bedienstete Kaisa in enger Uniform kommt etwas dümmlich daher und versteht kaum, was der Inspektor von ihr wissen will. Rockerbraut Brun antwortet rüde und patzig und der mächtige Herr Moses poltert mit lauter Stimme einige Beleidigungen zu Peter. Gut getextet sind die Dialoge, doch teilweise auch recht langweilig. Das Design der Dialogbäume wirkt aufgeräumt. Bei einem Gespräch erscheint am oberen Bildschirmrand der Text mit einem Bild des Dialogpartners und am unteren Bildschirmrand erscheint der eigene Part mit Textbestandteilen zum Auswählen. Manchmal verändert sich im Gespräch die Perspektive und die Personen werden im Großformat dargestellt. Dabei fällt die leider schlechte Lippensynchronisation auf.

Entspannung beim Billard?

Klingel kaputt.

Das 'Das Geheimnis des Berghotels' bietet dem Spieler wenig logische Rätsel unterschiedlichen Schwierigkeitsgrads. Manchmal ergibt sich die Lösung fast von selbst. Ein anderes Mal muss man erst das Auto in die Garage befördern um dort das Werkzeug zu finden mit dem man das Klingelsystem reparieren kann. Dazu muss man aber auch vorher noch alle Personen zu der Farbe ihrer Klingelknöpfe befragen oder deren Zimmer untersuchen. Ebenfalls ins Spiel integriert finden sich die sogenannten Minispiele, die teilweise auch die Story beeinflussen. Wenn man sich aus seinem Zimmer befreien will, muss man seinen Nachbarn blenden. Das geht nur indem man mit seinem Mauszeiger in einem Kreis bleibt, wobei sich dieser immer von der Stelle bewegen will und man ihn auf Kurs halten muss. Ein anderes Mal soll Glebski Skifahren, Billard oder Karten spielen. Diese kleinen Games können zur Auflockerung beitragen oder nerven, je nachdem was man von einem Adventure und dessen Rätseldesign erwartet. Wie schon erwähnt, hilft Peters Notizbuch bei einigen Rätseln mit Hinweisen was genau jetzt zu tun ist. Denn genau das, bleibt manchmal im Verborgenen.

Huch, was war denn das?

Viele kleine Minispiele locken zum Zocken.

Betritt Peter Glebski die Bibliothek, hört man das Schlagen der Uhr, die Tritte auf dem Teppich oder Steinboden und im Hintergrund mystische Musik. Plötzlich ohne die Szenerie zu wechseln, lässt einen harte Rockmusik fast vom Sitz hoch schrecken. Die Musik ist zwar toll gewählt, zerstört aber durch ihre scheinbar zufälligen Wechsel die ganze Atmosphäre. Außerdem gibt es nur drei Hintergründe: mystisch, rockig und romantisch. Da schaut man schon mal irritiert drein.


Galerien

Fazit:

Wertung: 48%

Tolle Grafik und eine bereits erfolgreiche Geschichte machen leider noch kein gutes Adventure. Das Spiel plätschert so vor sich hin und die Story zieht sich in die Länge, eh endlich das passiert, was man in einem Krimi erwartet. Dann geht es plötzlich nur noch holterdipolter dem Ende entgegen, das einen mit einem großen Fragezeichen den Abspann sehen lässt. Eine verunglückte Inszenierung, die noch mehr Geschichte und Rätsel zum Ende des Spiels gebraucht hätte.


geschrieben am 28.12.09, Simone Riecke

Systemanforderungen Weitere Links

Windows XP/Vista-Betriebssystem (32-/64-Bit)Pentium IV-Prozessor mit 2,0 GHz 512 MB Arbeitsspeicher
2,3 GB freier Festplattenspeicher
DirectX 9-kompatible Grafikkarte mit 128 MB RAM (GeForce FX 5700 oder höher, außer Onboard-Grafikkarten)
DirectX 9-kompatible Soundkarte
8-fach DVD-ROM-Laufwerk, Tastatur und Maus, DirectX 9.0c
Offizielle Homepage


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Dieses Review gehört zu  Das Geheimnis des Berghotels.




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Kommentare 3
Bluemchenmaedchen
06.02.2011, 17:26

Zu dem Schluss sage ich nur: ???
Da hatte wohl jemand keinen Bock mehr oder das Spiel musste schnell fertig werden.
Alles in allem ganz nett aber bestimmt keins von meinen Lieblingsspielen.

Dolgsthrasir
06.02.2011, 18:00

Den gleichen Gedanken hatte ich damals auch. Was man sich wohl bei dem "Ende" gedacht hat? Wahrscheinlich nicht allzu viel. :?

froggermo
07.02.2011, 10:30

Oh ja, was für eine Gurke. Wahrscheinlich musste es gegen Ende schnell gehen.


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