Reviews: The Rockin' Dead:

The Rockin' Dead


Point-&-Click-Adventures sind keine Seltenheit in der Schatzkammer der Adventurespiele. Doch 'The Rockin‘ Dead' hebt sich eindeutig von seinen Genre-Kollegen durch das skurrile Setting ab, das vor Skeletten, Riesenratten und Versuchslaboren nur so protzt. B-Movies lassen grüßen. Dank der Optik des Spiels und der beiliegenden 3D-Brille kommt beinahe 50er-Jahre-Kinofeeling auf. Wir haben Hauptfigur Alyssa auf ihrer ungewöhnlichen Reise begleitet und verraten in unserem Test, ob es sich bei The Rockin‘ Dead um eine wahre Perle handelt.


Wenn drei Mädels auf Reisen gehen

Selbst nach dem Tod hängt mancher noch an seinem Hobby.

Was haben die Spice Girls und die No Angels gemeinsam? In beiden Fällen handelt es sich um Girl Bands. Zu einer solchen Band gehört auch Alyssa in 'The Rockin‘ Dead'. Sie ist die Leadsängerin der „Deadly Lullabyes“. Der Rest der Truppe besteht aus Sahara und Cassandra. Markenzeichen der Drei: leichte Kleidung, große Klappe und laute Musik. Als Alyssa zur Probe kommt, entdeckt sie im Briefkasten die Einladung zum „Creator’s Creation“-Festival, auf dem ihre Band auftreten soll. Da die „Deadly Lullabyes“ im Moment nicht sehr erfolgreich sind, will sich natürlich niemand so eine Gelegenheit entgehen lassen. Nachdem der Bandbus repariert ist, machen sich die Mädchen daher umgehend auf den Weg. Es kommt, wie es kommen muss: Nach einem Unfall bleibt der Bus liegen und Sahara und Cassandra sind plötzlich verschwunden. Alyssa macht sich auf die Suche nach Ihnen, wobei sie auf ihrem Weg Bekanntschaft mit zahlreichen Untoten macht. Da soll noch mal jemand behaupten, ein Friedhof sei eine ruhige Nachbarschaft …

Kreisrunde Icons und hilfreiche Software

Besonders im 3D-Modus sind die Hotspots eine willkommene Hilfe.

Alyssa steuert man komplett mit der Maus, wobei mögliche Aktionen durch den kontextsensitiven Cursor angezeigt werden. Soll zum Beispiel ein Objekt aufgehoben werden, ist eine Hand als Symbol zu sehen. Dialoge und andere Aktionen – wie ein Tauchgang im nahegelegenen See - werden ebenfalls durch ein entsprechendes Icon gekennzeichnet. Betrachtet man einen im Inventar abgelegten Gegenstand genauer, so öffnet sich ein Fenster mit einer Großansicht von Busenwunder Alyssa, die einen genaueren Blick auf das besagte Objekt wirft. Ein erläuternder Text hilft dem Spieler auf die Sprünge, falls man sich fragt, was man da eigentlich gerade in die Tasche gesteckt hat. Extra vertont wurden diese Erläuterungen jedoch nicht. Das Inventar lässt sich übrigens ein- und ausklappen, worauf man beim Spielen achten muss, denn einige Items werden sonst durch das Inventar verdeckt.

Mit dem zweiten Patch wurde das leidige Problem behoben, dass Alyssa keine Wege überspringen kann. Ist das Symbol für den Bildausgang nun gelb umrandet, kann man sich mit einem Rechtsklick direkt dorthin begeben, was dem Spielfluss erheblich zugutekommt. Für Verbesserung des Gameplays sorgt außerdem eine Hotspot-Anzeige, die nun ebenfalls eingebaut wurde. Spielt man im 3D-Modus, so sind die Farben nicht mehr so gut zu erkennen, was die Suche nach nützlichen Gegenständen erschwert. Daher sind die einblendbaren Hotspots eine willkommene Hilfe.

3D-Technik im fünfziger Jahre Stil

Die anaglyphe 3D-Technik funktioniert gut.

Überhaupt, der 3D-Modus: 'The Rockin‘ Dead' funktioniert mit anaglypher 3D-Technik (Folien der Brille sind rot und cyan). Gegenüber teuren Shutterbrillen hat das den wesentlichen Vorteil, dass es den Spieler nichts kostet und sogar erstaunlich gut funktioniert. Spieltechnisch kommt der 3D-Modus besonders gut zum Einsatz, wenn eine Location aus mehreren Ebenen besteht. So muss Alyssa in einem Labor auf diverse Leitern steigen, um die Wege im hinteren Bereich zu erreichen. Auf Wunsch lässt sich der 3D-Modus deaktivieren, was nach längerem Spielen ratsam sein kann, da die Augen doch nach einiger Zeit ermüden.

Aufgelockert wird Alyssas Abenteuer immer wieder durch kurze Zwischensequenzen, die komplett in Schwarz-weiß gehalten sind und so noch mal das B-Movie-Feeling betonen. Die Auflösung kann man übrigens nicht einstellen. Das Spiel kennt nur 1024x 768 Pixel. Die Hintergründe sind ordentlich und werden durch Vögel oder Schmetterlinge (und natürlich auch durch Skelette) belebt. Die Animationen hingegen sind steif und einfallslos. Zum Glück, könnte man da fasst sagen, gibt es ohnehin nur wenige.

Eine Rockröhre ohne Gesang

Harry ist nicht nur so blass, weil sich seine Bar in einer Gruft befindet.

Vertonung und Musik sind im Großen und Ganzen gelungen. Die Hauptfigur ist sogar mit Claudia Urbschat-Mingues, der deutschen Stimme von Angelina Jolie, recht prominent besetzt. Das passt zum Sexappeal der Figur und Alyssas trockene Kommentare sind eine Bereicherung für das Spiel. Jedoch ist man generell mit Dialogen sparsam umgegangen und die Interaktion mit anderen Charakteren lässt sich an einer Hand abzählen.

Passend zum Titel rockt übrigens nicht nur Alyssa mit ihrer E-Gitarre: Spontan wird sie von Barkeeper Harry zu einem Gig mit einigen Skeletten in seiner Bar eingeladen. Gitarren und Schlagzeug sorgen für den richtigen Beat, allerdings hört man Alyssa als Leadsängerin nicht einmal eine einzige Strophe trällern. Szenarien, in denen Rockmusik eine Rolle spielt, gibt es nicht viele, was jedoch vorteilhaft ist. Denn so bleibt die Hintergrundmusik stimmig ohne sich zu sehr aufzudrängen. Auch an den Umgebungsgeräuschen gibt es nichts auszusetzen: Vogelgezwitscher & Co. sorgen für eine angenehme Geräuschkulisse.

Das Knobeln ist des Spielers Frust

Alyssa muss den Türsteher überreden, sie in den Club zu lassen.

Werfen wir einen Blick in die Rätselkiste. Die meisten Rätsel bestehen daraus, Gegenstände zu finden, die an anderer Stelle benutzt werden müssen. Daher ist es ratsam, den Bildschirm peinlichst genau abzugrasen. Wer außerdem viel Logik erwartet, ist hier fehl am Platz. Einige der eingesteckten Items kommen am Ende gar nicht zum Einsatz. Bis zum Schluss schleppt Alyssa zum Beispiel recht unmotiviert ein Laib steinhartes Brot und eine Spielzeugposaune mit sich herum, und die Liste ließe sich auf jeden Fall noch erweitern.
Hin und wieder muss man Gegenstände im Inventar kombinieren oder den richtigen Code für einen Mechanismus finden. Die Hinweise für Letzteres befinden sich immer in der Nähe und sind sehr leicht zu durchschauen.
Auch ein paar Dialogrätsel fehlen nicht, wobei es verwirrend ist, dass man sich erneut durch ein- und denselben Dialog klicken muss, falls man die richtige Antwort nicht sofort gefunden hat. Wer gar nicht weiterkommt, kann die Hilfefunktion des Spiels aufrufen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 57%

Fazit

Eins muss man 'The Rockin‘ Dead' lassen: Es kann durch sein abgefahrenes Setting und den 3D-Modus punkten, der zum Stil des Spiels passt, auch, wenn die Technik heute schon viel weiter ist. Neben der Vertonung und der Musik ist dies einer der positiven Aspekte des Spiels. Unschöne Animationen, eine flache Story und unlogische Rätsel verpassen dem Spielspaß aber einen heftigen Dämpfer. Immerhin kann man sich nun dank des Patches Hotspots anzeigen lassen und Laufwege verkürzen. Wer also Spaß an einem skurrilen Szenario hat, bei dem es natürlich um nichts Geringeres als die Weltherrschaft durch die Verbreitung von Dosensuppen geht, der sollte das Spiel vielleicht näher ins Auge fassen.

geschrieben am 07.05.11, Maren Keitel

Systemanforderungen Weitere Links

Windows 98/ME/2000/XP/7
Pentium 4 mit 2Ghz
1GB Hauptspeicher
DirectX 5.0 oder höher
4MB DirectX kompatible Grafikkarte
DirectSound kompatible Soundkarte
DvD Laufwerk
Anaglyph-3D Brille (rot/cyan) für den 3D-Modus
Offizielle Homepage


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Dieses Review gehört zu  The Rockin' Dead.




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