Reviews: Law & Order Legacies:

Law & Order Legacies


Nach 'Zurück in die Zukunft' und 'Jurassic Park' wagt sich Telltale Games an die nächste Lizenzumsetzung, die auf der Zusammenarbeit mit der TV und Filmfirma Universal beruht. Statt Zeitreisen oder einem Treffen mit Riesenechsen steht dieses Mal ein Ausflug ins US-Amerikanische Rechtssystem auf dem Programm. 'Law & Order: Legacies' überlässt uns in sieben Episoden die Steuerung von bekannten und beliebten Helden der gleichnamigen TV-Serie. Nach den recht guten Umsetzungen von 'C.S.I.' durch Telltale lässt das auf spannende Ermittlungsarbeiten hoffen. Nun, da alle Episoden veröffentlicht wurden, stellt sich das gesamte Spiel unserer Jury.


Der Preppy-Jogger-Fall

Für die Ermittlungen schlüpfen wir in die Rolle der bekannten TV-Helden.

Das Rechtssystem kennt zwei wichtige, voneinander unabhängige Behörden, die dem Schutz der Bürger dienen: die Polizei, die begangene Straftaten aufklärt, und die Staatsanwaltschaft, die die Täter anklagt. Dies sind ihre Geschichten. Mit diesen Worten beginnt jede Folge der TV-Serie 'Law & Order'. Natürlich darf dieser Satz auch vor den Episoden der neuesten Spielumsetzung nicht fehlen. Und wie im Vorbild stolpern wir direkt nach dem Intro auch schon über unsere erste Leiche. Um die Fälle aufzuklären, dürfen wir in die Rollen der beliebtesten TV-Ermittler schlüpfen. Diese wechseln je nach Zeit der Folge, denn die insgesamt sieben Fälle erstrecken sich über verschiedene Jahre, beginnend in den frühen 1990ern. Als überspannendes Thema der einzelnen Folgen entpuppt sich schnell der Fall des Preppy-Joggers, in dem zwei Teenager Opfer eines Mörders wurden. Während ein Teenager schwer verwundet überlebt, bezahlt der andere mit seinem Leben. Ein Mörder wurde bisher nicht gefunden. Ob sich das ändert, entscheidet sich am Ende der sieben Folgen, die nicht nur aufgrund ihrer Spielzeit von jeweils rund 45 Minuten an die TV-Serie erinnern. Auch die einzelnen Fälle könnten direkt aus dem Vorbild stammen. Das Spektrum der Opfer ist weit gesät: Vom jugendlichen Ausreißer über einen spielsüchtigen Ehemann bis zur Mutter, deren blindes Kind einer der Zeugen ist.


Mördersuche per Multiple-Choice

Wenn wir einem Zeugen glauben, müssen wir anschließend begründen, warum.

Nachdem nun also eine Leiche gefunden wurde, gilt es herauszufinden wie der Mord geschehen ist und wer am vorzeitigen Ableben der Person die Schuld trägt. Dazu übernehmen wir die Steuerung eines aus der TV-Serie bekannten Ermittlers wie beispielsweise Lennie Briscoe oder Rey Curtis und befragen die anwesenden Zeugen. Per Multiple Choice gilt es nun, die richtigen Themen auszuwählen und falsche Fährten zu vermeiden. Nach einigen Aussagen müssen wir für den Ermittler die Überlegung anstellen, ob die eben gehörte Aussage wahr ist oder ob sich der Zeuge in Wiedersprüche verwickelt. Haben wir uns hier richtig entschieden, müssen wir im Anschluss noch begründen, warum das so ist. Auch hier gibt uns 'Law & Order: Legacies' verschiedene mögliche Antworten vor, von denen immer nur eine richtig ist. Je nach Erfolg sammeln wir Haftsterne für die richtige oder Fehlerpunkte für die falsche Auswahl. Nach drei Fehlerpunkten ist Schluss und der Zeuge verweigert die weitere Mitarbeit. In diesem Fall müssen wir die Befragung erneut starten. Auch wer unter drei Fehlerpunkten bleibt, sollte möglichst immer die richtigen Antworten auswählen. Ansonsten läuft man Gefahr, einzelne Informationen zu verpassen, die dann später den Anwälten vor Gericht fehlen.

Bei der Tatortuntersuchung müssen lediglich die Indizien eingekringelt werden.

Sind alle Zeugen befragt, darf hin und wieder ein Tatort untersucht werden. Das geht bei 'Law & Order: Legacies' aber deutlich leichter von der Hand als in den 'C.S.I.'-Titeln. Während die Tatortermittler ohne das richtige Werkzeug nicht weit kommen und auf kleinste Spuren achten müssen, genügt hier ein Kringel am rechten Fleck. Per Maus (oder Finger auf den Geräten mit Touch-Steuerung) malen wir einen Kreis um ein Objekt, das entweder direkt ins Inventar wandert oder näher untersucht werden kann. Damit uns nichts entgeht, bekommen wir zu Beginn der Untersuchung eine Liste der zu findenden Gegenstände. Außerdem wird uns die Anzahl von Versuchen vorgegeben, diese Sachen zu finden. Je weniger Versuche wir benötigen, desto besser ist die Bewertung. Für den Fall selbst ist es aber unerheblich, wie viele Kringel wir auf den Tatort malen. Eigentlich hätte man sich diese Sucherei auch ganz sparen können, denn keines der gefundenen Indizien sehen wir im Laufe des Spiels wieder, sie finden höchstens noch in den Gesprächen Erwähnung.


Wir sehen uns vor Gericht

Im Gerichtssaal nehmen wir die Zeugen und Täter in die Mangel.

Nachdem die Polizei mit ihren Ermittlungen fertig ist, übernimmt mit der Staatsanwaltschaft die zweite Behörde und wir stehen etwa als Abbie Carmichael oder Jack McCoy vor dem Richter und den Geschworenen, um die Schuldigen möglichst hinter Gitter zu bekommen. Auf dem Programm stehen jetzt Zeugenbefragungen. Wie schon bei der Polizeiarbeit müssen wir die Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt hin prüfen und unsere Vermutung mit Erinnerungen an frühere Aussagen untermauern. Auch während die Gegenseite ihren Auftritt hat, ist unsere Aufmerksamkeit gefragt: Erheben wir Einspruch? Und wie begründen wir diesen? Damit auch Spieler ohne Kenntnisse der Gepflogenheiten an amerikanischen Gerichten zum Erfolg kommen können, liefert Telltale während der ersten Gerichtsverhandlungen eine kurze Einweisung in unsere Möglichkeiten.

Je nachdem, wie gut wir uns schlagen und wie überzeugend unsere Zeugen sind, holen wir die Jury auf unsere Seite. Am Ende eines jeden kurzen Gesprächsabschnitts sehen wir, wie wir uns geschlagen haben. Steht die Jury auf unserer Seite, ist eine Verurteilung des Verdächtigen wahrscheinlich. Im anderen Fall müssen wir mit einem Freispruch rechnen. Als dritte Möglichkeit können wir in bestimmten Situationen einen Deal mit der Verteidigung aushandeln.


Einspruch!

Der Grafik wurde eine leichte Comic-Optik verpasst.

Telltale hat bei 'Law & Order: Legacies' einige Zugeständnisse an die kleineren Displays der mobilen Geräte gemacht, für die das Spiel auch erhältlich ist. Nicht nur, dass man die Kreise mit einem Finger auf dem Touchscreen besser um Gegenstände ziehen kann als mit der Maus am PC. Auch die angezeigten Texte werden ungewohnt groß präsentiert. Für die vier möglichen Antworten der Multiple-Choice-Fragen wird beispielsweise der gesamte Bildschirm benötigt. Für iPhone oder iPad ist das sicherlich sinnvoll, am PC aber doch eher ungewohnt. Auch bei der Grafik hat Telltale scheinbar auf Kompromisse gesetzt. Während die Figuren in 'Jurassic Park' noch recht überzeugend aussahen, wirken die Darsteller aus 'Law & Order: Legacies' eher kantig. Dafür, dass es nicht ganz so schlimm aussieht, sorgt der leichte Comic-Look, der sich durch das gesamte Spiel zieht. Wirklich schick ist aber auch das nicht. Einige der Charaktere wirken darüber hinaus schlecht ausgeschnitten oder sind einfach nur pixelig. Die Hintergründe hinterlassen leider keinen besseren Eindruck.

Besser sieht es mit der Sprachausgabe aus. Zwar fehlen die Originalstimmen der Serie, die verpflichteten (englischen) Sprecher machen ihre Sache aber dennoch gut. Hin und wieder stört aber Knacksen die Sprachausgabe. Deutschsprachige Spieler bekommen übrigens keine eigene Sprachausgabe, aber immerhin deutsche Untertitel. Leider finden sich hier immer wieder Fehler, was besonders bei den Zeugenbefragungen zu Problemen führt, weil mögliche Antworten durch falsch übersetzte Worte einen gänzlich anderen Sinn ergeben und so vom Spieler nur als falsch ausgeschlossen werden können. Wenn es sich dabei aber um die im Original richtige Antwort handelt, vermasselt man dadurch eventuell einen ganzen Fall. Glücklicherweise kann man die Sequenz aber direkt wiederholen, denn das Spiel speichert jeweils zu Beginn eines neuen Abschnitts. Freies Speichern sieht das Spiel nicht vor, wenn der Fall also einmal anders ausgehen soll, muss man von vorn starten.

Mit Ausnahme des abschließenden Urteils verlaufen die Episoden streng linear. Man hangelt sich von einem Dialogrätsel zum nächsten und versucht, alles Gesagte im Kopf zu behalten. Für den Fall, dass einem im entscheidenden Moment doch einmal ein Hinweis fehlt, gibt es ein Notizbuch, in dem alle Dialoge festgehalten werden. Weder hat der Spieler die Chance, zwischen verschiedenen Orten zu wählen, noch darf selbst entschieden werden, wer als nächstes befragt werden soll. Für Abwechslung sorgen immerhin die erzählten Geschichten.


Galerien

Fazit:

Wertung: 50%

'Law & Order: Legacies' hätte der nächste Schritt im Krimigenre sein können, besonders nachdem die von Telltale entwickelten 'CSI'-Spiele immer besser wurden. Leider hat man versäumt, dem Käufer neben vielen Multiple-Choice-Dialogen und wenigen einfachen Tatortuntersuchungen tatsächlich etwas zum Spielen zu geben, denn außer den hier aufgeführten Möglichkeiten gibt es nichts zu tun. Gepaart mit der totalen Linearität bleibt hier nicht viel mehr übrig als ein paar abwechslungsreiche Geschichten aus dem 'Law & Order'-Universum, die mit dem Gameplay eines 'Wer wird Millionär'-Klons garniert wurden. Auch die Grafik kann nicht überzeugen. Immerhin wird das Flair der TV-Serie gut eingefangen und wiedergegeben, weswegen Fans einen Blick auf die Spiele werfen sollten.

geschrieben am 19.03.12, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links

Betriebssystem: Windows XP/Vista/7
Prozessor: Intel Pentium 4 @ 2.0 GHz / AMD Athlon XP 2200+
Arbeitsspeicher: 2 Gb
Harddisk: 2 Gb frei
Grafikspeicher: 256 Mb
Grafikkarte: nVidia GeForce 6600 / ATI Radeon X1300
Soundkarte: DirectX kompatibel
DirectX: 9.0c
Tastatur
Maus
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