Reviews: Finding Teddy:

Finding Teddy


Es ist das Grauen aller kleinen Kinder (und damit wohl auch das der dazugehörenden Eltern): Mitten in der Nacht öffnet sich der Schrank im Kinderzimmer, ein Monster tritt heraus und greift sich den Lieblingsteddy. Normalerweise bekommen Kinder einen Riesenschreck und für die Eltern bedeutet das - je nach Kind - eine verkürzte Nacht. Nicht so in 'Finding Teddy', einem eher ungewöhnlichen Adventure von Storybird Games, denn hier folgt das Kind dem Monster in die seltsame Schrankwelt. Wir sind mit ihm durch den Schrank getreten, um das Spiel zu testen.


Hinter der Schranktür geht's weiter

Finding Teddy Screenshot

Hinter dem Schrank wartet eine fantastische Welt voller Musik

Es ist Nacht, als ein kleines Mädchen unsanft aus dem Schlaf gerissen wird. Die Beine eines Monsters ragen aus dem Kleiderschrank in ihr Zimmer und greifen nach ihrem Lieblingsteddy. Das Mädchen steht auf und will der Sache auf den Grund gehen: Schließlich haben ihre Eltern immer wieder behauptet, dass es keine Monster gibt. Also klettert sie vorsichtig in den Schrank und wird so in eine magische Welt teleportiert - Eine Welt voller Monster und anderer seltsamer Geschöpfe. Einige davon sind Freunde, andere bedeuten den sicheren Tod. Wird das kleine Mädchen in dieser gefährlichen surrealen Welt ihren Teddy wiederfinden? Und wird sie einen Weg nach Hause zurückfinden?


Musik ist der Weg

Finding Teddy Screenshot

In der Fantasy-Welt lauert so manche Gefahr für das kleine Mädchen

So wie das kleine Mädchen zum ersten Mal die Welt entdeckt, unwissend, was die Zukunft für sie bereit hält und wo sie überhaupt ist, so fühlt sich auch der Spieler in den ersten Minuten von 'Finding Teddy'. Die Welt sieht zwar einigermaßen bekannt aus: Es gibt Gräser, Büsche, Flüsse und Kreaturen, die wie Frösche aussehen - aber wie soll man mit damit kommunizieren? Und kann man das überhaupt? Beim Versuch des Gesprächs mit einem anderen Wesen wird das kleine Mädchen direkt verspeist. So geht es also nicht. Die Suche nach der Lösung macht uns das Spiel aber nicht leicht: Nahezu ohne Hilfsfunktionen müssen wir die Welt erkunden, lediglich hin und wieder werden neue Möglichkeiten kurz und rudimentär erklärt. Da sich interaktive Objekte vom Hintergrund nicht unterscheiden, ist das aber sehr hilfreich. So finden wir auch bald einen Weg am Monster vorbei und treffen auf einen weiteren Frosch, der uns sein Lied singt - und wir lernen das erste Musikrätsel, denn davon bringt 'Finding Teddy' sehr viele mit. Später lernt das kleine Mädchen mehr Noten kennen und der Spieler bekommt eine einblendbare Notenreihe am oberen Bildrand. Ähnlich wie beim Klassiker 'Loom', aber deutlich umfangreicher. Die einzelnen Noten können per Klick gespielt werden - und das ist auch das Geheimnis der Kommunikation. Gespräche laufen über diese Noten ab, hinter deren Anordnung ein recht einfaches System steckt - zumindest, wenn man es durchschaut hat. Aber selbst wenn, stellt sich oft die Frage, was genau das Spiel eigentlich möchte, welche Befehl man also wie spielen muss, damit es weiter geht. Im Spielverlauf schließen sich dann noch einige Wesen dem Mädchen an, die neue Möglichkeiten mitbringen. So kommt ein Vogel beispielsweise an Dinge heran, die für das Mädchen zu hoch sind. Eingesammelte Gegenstände finden sich im Inventar wieder, dass per Klick auf das Mädchen aufgerufen werden kann.


Schiefe Töne

Finding Teddy Screenshot

Musik und Noten spielen in Finding Teddy eine gewichte Rolle

Das Problem von 'Finding Teddy' sind dann aber leider auch die Töne. Die Rätsel sind nicht nur deswegen schwer, weil man die Befehle zum Teil erraten muss, sondern auch weil man sich gehörte Melodien merken muss. Dass die Töne - sagen wir mal - ungewohnt klingen und man stellenweise am liebsten den Sound abstellen würde, vereinfacht die Sache nicht unbedingt. Außer den Tönen lässt das Spiel übrigens einen packenden Soundtrack vermissen. Hin und wieder gibt es Melodien, die zu den Rätseln gehören. Zu einem hörenswerten Soundtrack fehlen aber die richtigen Instrumente, denn die klingen wie aus einer lang vergessenen Zeit, als die Spieleprogrammierer noch mit den ersten Soundkarten herum experimentierten.

Ja wo laufen sie denn?

Finding Teddy Screenshot

Die neuen Freunde sind hilfreich, müssen aber auch mitlaufen

Die Entwickler haben der Grafik den Retro-Stempel verpasst und ein wenig erinnert 'Finding Teddy' auch hier an eine Zeit, in der Super Mario erstmals über die Bildschirme hüpfte. Leider wirkt aber auch die Steuerung wie aus dieser Zeit, denn das Mädchen und seine Begleiter sind in der Bewegung sehr eingeschränkt. Pro Screen gibt es nur wenige Ausgänge und noch weniger Hotspots. Auch einen Schnellwechsel zum nächsten Bildschirm sucht man vergebens. Immerhin kann das kleine Mädchen rennen. Vor diesem Hintergrund leistet sich das Rätseldesign leider einen großen Schnitzer, denn das Mädchen muss immer und immer wieder hin und her laufen, ehe es dann weiter geht: Gibt es auf der einen Seite des Levels ein Hindernis, findet sich die Lösung fast immer auf der komplett anderen Seite, was je nach Level durchaus einige Screens Laufarbeit bedeutet. Ist das Hindernis überwunden, findet sich dahinter eine Information, die wieder direkt am anderen Ende des Levels benötigt wird - also läuft das Mädchen wieder zurück. Spätestens dann, wenn man auf dem Weg noch die benötigte Melodie vergessen hat, stößt dieses Spielprinzip sauer auf. Ansonsten merkt man der Steuerung ihre Herkunft von Touch-Geräten an, hier funktioniert die Maus als Fingerersatz.

Hält man dennoch bis zum Ende durch, wird man Zeuge einer ungewöhnlichen Geschichte, die durchaus gefallen kann - auch wenn sie fast ohne Worte auskommt. Es gibt jedoch auch bei 'Finding Teddy' eine Art offenes Ende, wie derzeit bei vielen aktuellen Spiele er Fall, und so stehen alle Zeichen auf Fortsetzung.


Galerien

Fazit:

Wertung: 55%

Um es vorweg zu nehmen: 'Finding Teddy' ist trotz der eher kindlichen Geschichte kein Spiel für Kinder. Schon allein durch seine Komplexität und den unzähligen Todesmöglichkeiten richtet es sich ganz klar an eine ältere Zielgruppe. Ob diese Spielerschaft mit 'Finding Teddy' Spaß haben kann, hängt stark vom persönlichen Frustfaktor ab. Wer kein Problem damit hat, immer wieder durch dieselben Screens zu laufen, um nach genau einer Aktion den gleichen Weg wieder zurück zu laufen und wer auch seltsam klingende Instrumente mag, wird sicherlich seinen Spaß haben. Ebenso, wer kreative Independent-Titel mag und ihnen den einen oder anderen Schnitzer in der Steuerung verzeiht. Alle anderen werfen vor dem Kauf besser einen Blick auf die Demo, bevor sie 'Finding Teddy' kaufen.

geschrieben am 28.11.13, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Finding Teddy bei Steam Greenlight


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Dieses Review gehört zu  Finding Teddy.




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Kommentare 1
Han Solo
24.12.2013, 20:18

Ich habe es mir günstig für das iPad gekauft. Mir hat es gut gefallen, auch wenn es sehr kurz ist. Die Musikrätsel fand ich sehr schwer, auch wenn man weiß, das jede Note für etwas steht. ;)


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