Reviews: Last Day of June:

Last Day of June


Der Publisher 505 Games hat am 31. August das interaktive Adventure ‘Last Day of June’ veröffentlicht, welches von Ovosonico, einer im Jahre 2012 gegründeten italienischen Spieleschmiede entwickelt wurde. 'Last Day of June‘ basiert auf Steven Wilsons Song "Drive Home" und thematisiert Liebe, Verlust, den Butterfly Effect und die damit verbundene Frage: „Was würdest du tun, um einen geliebten Menschen zu retten?“ Wir haben uns das Indie-Adventure für Euch genauer angesehen.


Ein Tag am See

June und Carl sind eine kleine, glückliche Familie. An einem sonnigen Nachmittag hat June eine Überraschung für Carl und auf der Suche nach dem passenden Ort, findet sie ein Foto vom See, einem Platz, an dem die beiden schon viele schöne Stunden verbracht haben. Bald ist der Picknickkorb gepackt und mit dem Auto machen Carl und June sich gemeinsam auf zum See. Dort angekommen, genießen sie den Nachmittag. Als June Carl endlich das Geschenk übergeben will, wird das Wetter plötzlich schlechter. Sie flüchten ins Auto und fahren früher zurück als geplant. Langsam lenkt Carl das Auto durch Regen und Wind zurück nach Hause…


Erinnerungen

{Beschreibung der Grafik}

Carl ist alleine mit seinem Rollstuhl.

Die Anfangsszene des Spiels entpuppt sich schon bald als böse Erinnerung und nicht als schöner Traum. Wir spielen Carl und erwachen in unserem dunklen Haus. Desorientiert stellen wir fest, wie hungrig wir sind und machen uns auf den Weg etwas zu essen zu suchen. June ist nicht da und der Spieler bemerkt schnell, dass an jenem Tag am See etwas Schreckliches auf der Rückfahrt geschehen sein muss.

Auf der Suche nach einem Dosenöffner betreten wir schweren Herzens Junes altes Atelier. Dort werden wir auf ein Bild von ihr aufmerksam und erinnern uns an die Geschehnisse auf der Rückfahrt. Regen und Wind machten die Straße rutschig und plötzlich tauchte ein Junge auf, der einen Ball von der Straße holen wollte. Erschrocken rissen wir das Steuer herum und das Unglück nahm seinen Lauf.

Doch das Schicksal ist uns heute Abend wohlgesonnen und die Bilder in Junes Atelier machen es uns möglich, das Leben und Tun der Menschen in unserer Umgebung am Tag des Unglücks nachzuvollziehen. Wir reisen zurück in der Zeit und erleben nach und nach, welche Ereignisse im Leben des Nachbarjungen, Junes bester Freundin, des Jägers und des alten Mannes von gegenüber zu unserem Unfall geführt haben. Wenn wir den Tagesablauf dieser Personen ändern, können wir dann den Unfall verhindern?


Minimalistisches Gameplay und wunderschöne Grafik

{Beschreibung der Grafik}

Durch die Bilder reisen wir in der Zeit zurück und retten June.

'Last Day of June‘ ist weniger ein klassisches Point&Click Adventure als vielmehr ein interaktiver Film mit Point&Click Elementen. Wir manipulieren den Tagesablauf von verschiedenen Personen, um jeweils eine richtige Kombination verschiedener Ereignisse zu finden, die unseren Unfall verhindert. Getreu dem Butterfly Effect folgend, müssen wir dabei immer wieder auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren.

Mit der Maus steuern wir unseren Blickwinkel, die Tasten WASD stehen uns für unsere Bewegung zur Verfügung. Zum Interagieren benutzen wir die Tasten E und R. Leider wird bereits früh deutlich, dass das Spiel in Puncto Rätsel weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Wir haben kein Inventar, können aber immer einen Gegenstand mit uns herumtragen. Interaktionsmöglichkeiten werden uns immer farblich hervorgehoben angezeigt. Wer hier noch nicht reagiert, bekommt auch noch den Hinweis, welche Taste er zum Interagieren benutzen muss. Das führt dazu, dass ich das Spiel eher als interaktiven Film beschreiben würde, da es spielerisch eigentlich keine Herausforderung bietet. Leider haben wir auch keine große Auswahl an Möglichkeiten und die Geschichte hat eine deutlich vorgegebene Struktur, von der wir nicht abweichen können.

{Beschreibung der Grafik}

Liebevolle Details ergänzen die malerische Grafik.

Punkten kann 'Last Day of June‘ durch seine grafische Umsetzung und seine wirklich gute Story. Es gibt deutsche Bildschirmtexte, das Adventure verzichtet aber komplett auf eine Sprachausgabe. Sehr beeindruckend werden dabei Gefühle und Emotionen durch Bilder und Musik transportiert. Auch die wunderschöne, malerische Grafik lädt zum Verweilen im Spiel ein und trägt zu einer wirklich gelungenen atmosphärischen Umsetzung der Story bei. Einziges Manko sind hier die vielen identischen, sich periodisch wiederholende Zwischensequenzen, die man nicht überspringen kann.

Das Spiel verzichtet komplett auf eine manuelle Speicherfunktion. An vorgegebenen Speicherpunkten wird automatisch gespeichert. Leider sind diese nicht deutlich ersichtlich und werden auch nicht über ein entsprechendes Symbol auf dem Bildschirm angezeigt. Bei einer durchschnittlichen Spieldauer von rund drei Stunden sicher kein großes Manko, dennoch zerrt es an ungeduldigen Spielernerven, eine Szene ausversehen mehrmals durchspielen zu müssen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 62%

'Last Day of June‘ bleibt spielerisch deutlich unter seinen Möglichkeiten. Der Butterfly Effect reizt mich zwar als Thema, leider kann das Adventure hier trotzdem nicht voll punkten. Die Rätselumsetzung ist einfach zu schwach. Dennoch sind grafische Darstellung und Geschichte derart gut gelungen, dass mich das Ende zu Tränen gerührt hat. 'Last Day of June‘ lässt mich spielerisch etwas enttäuscht zurück. Es ist aber für alle zu empfehlen, die sich mal für einen Nachmittag von einer emotionalen, interaktiven Liebesgeschichte mitreißen lassen wollen.

geschrieben am 20.09.17, Christiane Biederbeck

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