Reviews: Planet of the Apes: Last Frontier:

Planet of the Apes - Last Frontier


Interaktive Geschichten werden für große Filmfirmen immer spannender. Twentieth Century Fox Film hat Anfang des Jahres FOXNEXT Games ins Leben gerufen, welches u.a. für Spiele zuständig sein soll. Das erste größere Projekt ist 'Planet of the Apes: Last Frontier', das im Universum der bekannten Hollywood-Filmreihe spielt. Entstanden ist es in Zusammenarbeit mit Imaginarium Productions und Creative England. Die Geschichte ist dabei zwischen 'Dawn of the Planet of the Apes' (2014) und 'War for the Planet of the Apes' (2017) angesiedelt. Wie gut das cinematisch verpackte Abenteuer funktioniert, beleuchten wir im Test.


Planet of the Apes

'Last Frontier' erzählt eine Geschichte zweier unterschiedlicher Welten, die mit ähnlichen Problemen zu tun haben: der Winter steht bevor und die Vorräte werden knapp. Das bekommen sowohl die Affen zu spüren, wie auch die Menschen. Während die Menschen sich Gedanken machen, wie sie die Bevölkerung des kleinen Dorfes durchfüttern sollen, senden die Affen einen kleinen Trupp los, der Nahrung in den Bergen beschaffen und sich von Ärger möglichst fernhalten soll. Leichter gesagt, als getan. Angeführt wird dieser vom aufbrausenden Tola, der von Bryn und weiteren Affen begleitet wird. Tola hält sich nicht an Anweisungen und so verlassen sie den Berg und überfallen eine Farm der Menschen, die in der Ebene gelegen ist...

Planet of the Apes

Jess ist die neue Anführerin, ihr Sohn ist aber skeptisch und trauert um den Vater

Diese eher törichte Aktion zwingt die Menschen wenig später zum Reagieren. Dort ist Jess Ross seit dem nicht lange zurückliegenden Ableben ihres Ehegatten die Anführerin des Dorfes. Sie erlebt nun ihre erste Bewährungsprobe und viel Vertrauen wird ihr nicht entgegengebracht. Selbst ihr Sohn ist nicht frei von Zweifeln. Für Jess stellt sich in den folgenden Kapiteln die Frage, wem sie vertrauen und auf wessen Ratschläge sie hören möchte. Manche Personen nutzen die Situation womöglich zum eigenen Vorteil aus.


Story mit zähem Beginn, die erst später besser wird

Im narrativen Bereich wurden mit Neil Richards (u.a. 'Baphomets Fluch 2', 'In Cold Blood') und Matthew Costello (u.a. 'The 7th Guest' und 'The 11th Hour') sogar Profis mit Adventure-Erfahrung angeheuert. Auch mit dabei ist Maurice Suckling, der zu den Autoren bei 'Borderlands: The Pre-Sequel' zählt. Das mag vielversprechend klingen, garantiert aber keine stark Story.

Planet of the Apes

Zweite Hauptfigur ist Bryn, der mit den fragwürdigen Entscheidungen seines Bruders Tola zu kämpfen hat

Um zu begeistern, ist die etwa drei Stunden dauernde Geschichte zu ausrechenbar: Zwei Parteien, die einander im Zeichen des eigenen Überlebens bekriegen und die nicht wissen, wem sie trauen sollen, das schmeckt wie eine oft aufgewärmte Suppe. Selbst die Entwicklung beider Hauptcharaktere (eine Anführerin wider Willen und ein Held, der sich anfänglich vor der Verantwortung drückt) ist leicht vorhersehbar. Trotzdem ist das Survival-Drama noch das Beste am Spiel und gewinnt gegen Ende an Qualität. Hätte 'Planet of the Apes: Last Frontier' in Sachen Gamedesign mehr zu bieten, wäre es wahrscheinlich sogar recht unterhaltsam. Warum das nicht der Fall ist, klären wir im nächsten Abschnitt.


Fade Entscheidungen und wenig zu tun

Ähnlich wie 'Hidden Agenda' ist 'Last Frontier' ein PlayLink-Spiel und auf der PlayStation 4 für ein bis vier Spieler spielbar. Im Gegensatz dazu ist man wenigstens nicht gezwungen, ein mobiles Gerät (Tablet, Smartphone) zur Steuerung zu verwenden und kann es selbst mit dem herkömmlichen PlayStation-Controller bedienen. Für ein bis zwei Personen reicht das vollkommen. Für Xbox One und Windows PC ist ebenso mit einem Release zu rechnen - ein Termin ist nicht bekannt.

Planet of the Apes

Das Gameplay besteht fast nur aus Entscheidungen, die sich öfter mal wiederholen

Viel zu tun gibt es ohnehin nicht, zumal es im Gameplay-Bereich lediglich darum geht, bei cineastischen Sequenzen Entscheidungen zu treffen. Rätsel und Exploration gibt es keine. Selten aber doch tauchen Quicktime-artige Momente auf: Zum Beispiel erspähen wir jemanden und haben die Möglichkeit, auf diese Person per X-Taste zu schießen (oder das nicht zu tun). Ein paar Sekunden bleibt dafür in der Regel Zeit, dann geht die Handlung weiter. Im Vergleich dazu sind die Quicktime-Events von Telltale Games deutlich anspruchsvoller. Und während man bei Telltale die Spielfigur direkt steuern kann, sehen wir bei 'Planet der Affen' nur einen Film mit Entscheidungsmomente, die nicht selten auf ein- und dasselbe hinauslaufen.


Technisch solide mit einigen Schönheitsfehlern

Die Präsentation von 'Planet of the Apes: Last Frontier' ist durchaus filmisch gelungen. Das überrascht insofern wenig, da The Imaginarium vom Schauspieler Andy Serkis mitbegründet wurde, den man u.a. als Gollum kennt und der bei den letzten beiden 'Planet der Affen'-Kinofilmen die Rolle von Caesar spielt. Mit der Vertonung darf man dementsprechend zufrieden sein. Die englischen Sprecher sind solide besetzt und bekommen sogar den Wechsel zwischen Affengeräuschen und menschlicher Sprache gut zustande. Deutsche Untertitel sind übrigens verfügbar. Der eher unauffällige Soundtrack trägt seinen Teil zu einer filmischen Atmosphäre bei.

 

Planet of the Apes

Vereinzelt darf man auf die Taste X drücken, um eine Aktion zu setzen - etwas Zeit bleibt dafür

Gesichter und Landschaften bleiben bei diesem 3D-Abenteuer halbwegs realistisch, wenngleich mit Abstrichen: Störend fallen einige verzögert ladende Texturen auf, was zumindest auf der normalen PlayStation 4 häufig passiert. Plötzlich sind in der Umgebung bei einer cinematisch aufbereiteten Sequenz Personen zu sehen, die Sekunden vorher nicht da waren. Ein Schatten, oder ein Gebüsch taucht verspätet auf. Dieses Problem kennt der eine oder andere zwar von diversen Open-World-Spielen. Im vorliegenden Fall ist das insofern sonderbar, da man sich in der Spielwelt nicht frei bewegen kann und nur ein stiller Beobachter ist, der manchmal im Zuge einer Filmsequenz eine Entscheidung trifft. Gut hinbekommen haben die Entwickler immerhin die Bewegungen der Affen, die natürlich wirken. Ab und zu schleichen sich Bilder für den Bruchteil einer Sekunde ins Spiel hinein, die an besagter Stelle eigentlich nichts verloren haben. Auch solche Schlampigkeiten schmälern den Gesamteindruck.


Galerien

Fazit:

Wertung: 61%

Begeistern könnte mich 'Last Frontier' nicht. Die diversen Entscheidungsmomente sind zu repetitiv, zu langweilig. Bryn führt zum Beispiel immer und immer wieder denselben Dialog. Ständig gefragt zu werden, wie man denn nun zum eigenen Bruder steht... das nervt etwas, insbesondere wenn meistens dasselbe geantwortet wird. Als reine Solo-Erfahrung funktioniert das interaktive Drama vermutlich besser, denn für mehrere Mitspieler gibt sowohl das monotone Gameplay, wie auch die Story zu wenig her. Besseres, als einen interaktiven C-Movie sollte man sich nicht erhoffen. Wem das genügt, der kann getrost einen Blick riskieren.

geschrieben am 12.12.17, Matthias Glanznig

Systemanforderungen Weitere Links
Auf der PlayStation 4 steuerbar entweder via PlayStation-Controller, oder mit Tablet/Smartphone (Android, iOS - die App zum Spiel muss vorher heruntergeladen und installiert werden) Offizielle Website


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