Reviews: Dead Reefs - Das Relikt des Bösen:

Dead Reefs


„Betritt die berüchtigte Pirateninsel Dead Reefs!“ – so wirbt die Packung des neuesten Adventures von The Adventure Company. Und nichts anderes macht auch Amadey Finvinerro, seines Zeichens Ermittler der Majestät. Er wird nach Dead Reefs geschickt, um dort einen rätselhaften Mord aufzuklären. Warum man in dem Piratenspiel keinen einzigen Piraten zu Gesicht kommt und ob es sich lohnt, die Ermittlung aufzunehmen, erfahrt Ihr in unserem Review.


 



Es ist der 13. Oktober 1727, als Amadey Finvinerro die Insel Dead Reefs betritt. Um die Insel rankt sich eine düstere Legende. Vor Hunderten von Jahren sollen Piraten falsche Leuchtfeuer gelegt haben, um vorbeifahrende Schiffe auf versteckte Riffe zu lenken. Eines dieser Schiffe hatte eine antike Reliquie an Bord, die von einem uralten Mönchsorden beschützt wurde. Den Mönchen erging es wie allen anderen Seeleuten, die in die Falle gingen. Sie wurden ermordet und das Schiff geplündert. So gelang die Reliquie in den Besitz des Piratenbarons Kasbert Wyndham. Doch auf der Reliquie liegt ein Fluch, der alle neun Jahre einen Bewohner der Insel zum Opfer fällt. Nun scheint der Fluch wieder zugeschlagen zu haben. Patrick Wyndham, Nachfahre des berüchtigten Piratenbarons, ist von einer Klippe in den Tod gestürzt. Eben dieses Unglück soll Amadey Finvinerro untersuchen. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Todesfall und sogar Amadey selbst kann im Laufe der Ermittlungen mehr als einmal sterben.

100% Nagetierfrei!

Besitzer von kabellosen Mäusen werden sich freuen: 'Dead Reefs' spart Batteriestrom. Gesteuert wird Amadey nämlich einzig und allein per Tastatur. Dabei kommt die von Schootern bekannte Steuerung zum Einsatz. Mit den Tasten W, A, S und D wird Amadey über die dreidimensionale Insel. Aktionen werden über die Pfeiltasten ausgeführt, wobei jeder Taste eine eigene Aktion zugeteilt ist. Amadey kann interagieren, Gespräche führen und Gegenstände betrachten. Die vierte Taste öffnet das Inventar. Hier muss man nun wieder mit den Tasten A und D zwischen den Gegenständen umschalten, ähnlich wie bei den Dialogen. Was sich zuerst umständlich anhört, geht nach kurzer Eingewöhnungszeit sehr gut von der Hand. Allerdings muss man zu Beginn erst einmal die Standardeinstellungen laden, denn nach der Installation sind die Tasten völlig unsinnig konfiguriert und führen sogar recht schnell zu einer ausweglosen Situation: Direkt nach der Ankunft auf der Insel wird Amadey in ein Gespräch verwickelt. Und nun kann man nichts mehr machen, weil die Steuerung nicht mehr reagiert. Wie schon gesagt tritt dieses Problem nur dann auf, wenn man die Steuerung nach der Installation nicht verändert. Doch leider scheint die Steuerung dennoch auf vielen Rechnern zu Problemen zu führen. In verschiedenen Foren beschweren sich Spieler über langsame oder ungenaue Reaktionen der Figur. Auf unserem Testsystem traten diese Probleme jedoch nicht auf. Hier reagierte Amadey direkt und korrekt auf die Eingaben.

18. Jahrhundert live

Wenn man nun also mit der Steuerung zurechtkommt kann sich Amadey daran machen, die Insel zu erkunden. 'Dead Reefs spielt im 18. Jahrhundert und es sieht auch alles so aus, wie man es sich vorstellt. Die Gebäude und Landschaften scheinen direkt aus einem Geschichtsbuch zu stammen, genauso wie die Kleidung der Figuren. Sicher, die Figuren wirken etwas kantig und klotzig, aber die Animationen laufen flüssig und die Grafik des komplett dreidimensionalen Spiels hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Auch für die Belebung der Szenerie hat man gesorgt. Amadey scheucht Vögel auf, die kreischend wegfliegen, Fackeln flackern an den Wänden von düsteren Kellergewölben. Speziell zu Beginn des Spiels sind auch andere Bewohner auf der Insel unterwegs und beleben die Umgebung. Einzig die Gespenster, mit denen man es im Laufe des Spiels immer wieder zu tun bekommt hinterlassen einen schwächeren Eindruck.

Störender wirkt die Kameraführung. Immer wieder schaltet die Perspektive um. In Verbindung mit der Steuerung kann das durchaus zu Irritationen führen, denn Amadey wird aus Kamerasicht gesteuert. Ein anderer Kamerawinkel bedeutet dann auch eine andere Laufrichtung. Und leider lässt sich die Kamera auch nicht frei positionieren, so dass Amadey in einigen Situationen hinter einem Gegenstand verschwindet und die Aktion nicht mehr zu sehen ist. Auch wegen der gelungenen Umgebung wäre es schön gewesen, einfach mal die Kamera durch den Raum fahren zu lassen.

Tauben und Runen

Bei den Rätseln beschert uns Entwickler Streko eine gelungene Mischung aus Kombinations- und Logikrätseln, die aber allesamt nicht zu schwer sind. Am Seltensten kommen Inventarrätsel vor, bei denen verschiedene Gegenstände kombiniert werden müssen. Häufiger muss Amadey Gegenstände finden und richtig einsetzen. Dabei ist Amadey einer der wenigen Adventurehelden, die nicht unbegrenzt viel Gewicht tragen können. So kann er beispielsweise in einem Rätsel immer nur eine Kanonenkugel tragen, obwohl mehrere zum Bewältigen der Aufgabe benötigt werden. Auch die Logikrätsel in 'Dead Reefs' wurden sehr gut in die Handlung eingebaut und sind immer fair und gut lösbar. Allerdings sollte vor einigen Rätseln unbedingt gespeichert werden, da Amadey bei einer falschen Lösung stirbt. Bei dem Taubenrätsel, in dem Amadey anhand einer Notiz ausgestopfte Tauben in einer richtigen Reihenfolge drücken muss, genügt ein falscher Tastendruck und Amadey stirbt an einem Giftpfeil. Bei anderen Rätseln, in denen Beispielsweise alte Runen entziffert werden müssen, hat man wiederum genügend Versuche. Eher selten kommt es auf die Reaktion an, um Amadey vor einem vorzeitigen Ableben zu bewahren. Trotzdem sollte man lieber einmal öfter speichern. Das Spiel bietet zwar auch eine Autosafe-Funktion, die beim Beenden des Spiels oder vor gefährlichen Situationen automatisch abspeichert, aber in unserem Test war das Safegame einmal auch unbrauchbar, weil Amadey mitten im Wasser wieder erschien und keine Chance bestand, ihn wieder an Land zu bekommen.

Gruselfaktor

Die Akustik trägt sehr viel zu der unheimlichen und wirklich tollen Atmosphäre von 'Dead Reefs' bei. Die Hintergrundmusik passt sich perfekt an die Umgebung an und wechselt von einfühlsam bis spannend gruselig. Auch die Stimmen der Hauptcharaktere sind gut gewählt und passen zu den Charakteren. Bei den Nebencharakteren sieht das dann leider etwas anders aus. Der eher an einen blutverschmierten Schlacher erinnernde Chefkoch zum Beispiel hat eine eher sympathische, fast schon zu freundliche Stimme. Da wäre etwas Raues besser gewesen. Insgesamt bleiben solche Eindrücke aber die Ausnahme und der positive Eindruck überwiegt. Man sollte jedoch nicht auf die Lippen der Protagonisten schauen, denn sämtliche Dialoge sind absolut nicht lippensynchron.

Die Übersetzer haben in 'Dead Reefs' eine gute Arbeit geleistet, zumindest was den gesprochenen Text angeht. Die abschaltbaren Untertitel weisen jedoch hin und wieder Fehler auf.

Unterschiedliche Enden

Die Verpackung verspricht, dass Entscheidungen des Spielers Einfluss auf das Ende haben und lügt dabei nicht. An einer entscheidenden Stelle muss sich Amadey entscheiden, wer denn nun für die Todesfälle verantwortlich ist. Trifft er die falsche Entscheidung, ist das Spiel vorbei präsentiert ein eher trauriges Ende. Trifft er hingegen die richtige Entscheidung, erwarten uns noch einige Stunden Spielspaß. Generell ist 'Dead Reefs' ein eher langes Adventure, bei dem Anfänger durchaus weit über zehn Stunden Spielspaß erwartet. Aber auch Erfahrene Spieler werden um die zehn Stunden auf der Insel beschäftigt sein. Das Spiel wird während der ganzen Spielzeit nie langweilig. Immer passiert irgendwas und zieht den Spieler tiefer in die Geschichte um den Fluch. Die über 40 Minuten Zwischensequenzen tragen zur Motivation bei und fügen sich nahtlos in das Geschehen und die Stimmung ein. Damit man in dem mysteriösen Fall nicht den Überblick verliert, führt Amadey ein Tagebuch, in dem man alle wichtigen Informationen wiederfindet.

Bei der gesamten Geschichte bekommt man den Eindruck, dass 'Dead Reefs' eine inoffizielle Fortsetzung des Filmes 'Sleepy Hollow' sein soll. Die Zeit könnte passen, es geht ebenfalls um eine recht gruselige Geschichte und der Amadey Finvinerro hat eine auffallende Ähnlichkeit zu Johnny Depp, der in dem Film die Hauptrolle spielt.


Fazit:

Wertung: 79%

Publischer cdv hat mit 'Dead Reefs' ein Adventure im Programm, dass zwar einige kleinere Schnitzer mit sich bringt, die dem Spiel auch eine höhere Wertung vermiesen. Die spannungsgeladene Geschichte um einen uralten Fluch, die tollen Grafiken sowie der klasse Soundtrack sorgen aber dennoch dafür, dass 'Dead Reefs' jede Menge Spaß macht. Dafür ist vor allem die sehr gute Atmosphäre von 'Dead Reefs' verantwortlich, an die nur aktuelle Titel heranreichen. Wenn man sich also mit der Steuerung anfreunden kann, sollte man 'Dead Reefs' mal einen Besuch abstatten.

geschrieben am 02.08.07, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Windows 2000/XP/Vista
1.2 GHz Pentium III oder Athlon
256MB Ram
DVD-ROM
3.5 GB Festplattenspeicher
64MB DirectX 8.1 kompatible Grafikkarte
Offizielle Homepage


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Dieses Review gehört zu  Dead Reefs.




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