The Witcher - Enhanced Edition - Storyteller-Test

Für sein erstes Fantasy-Rollenspiel gründete der polnische Publisher CD Projekt extra sein eigenes Entwicklerstudio, CD Projekt RED. Vier Jahre war besagtes Spiel dann in der Mache, bis es CD Projekt und Atari mit vereinten Kräften endlich im Jahr 2007 auf den Markt brachten. Mit Geralt von Riva schickten sie einen eher untypischen Helden ins Rennen: Weiße Haare, Reptilienaugen und Narben im Gesicht, eine Schönheit ist der 'Witcher' sicher nicht. Wieso er dennoch jede Frau herumkriegt, bleibt wohl Hexergeheimnis. Die Hauptfigur, die auf den Büchern des polnischen Autors Andrzej Sapkowski basiert, verdient sich sein tägliches Brot damit, Ungeheuer zu töten. Dabei durchstreift sie eine raue und verkommene Welt für Erwachsene. In 'The Witcher' wird geflucht, gelogen, gevögelt und natürlich viel gekämpft. Nach einiger Kritik an der ersten Version lieferten uns die Entwickler mit der 'Enhanced Edition' eine Neuauflage, die sich sehen lassen kann.

Bilder

Fazit

Wertungs-Lupe 86%

Ganz klar für den „Witcher” spricht die düstere Atmosphäre. Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen und keine tugendhaften Helden sind darauf aus, die Welt zu retten. Es gibt Faustkämpfe und Wettsaufen. Sogar Sex ist möglich, wobei Geralts amouröse Abenteuer nicht immer einen narrativen Faden aufweisen und manchmal etwas aus der Luft gegriffen sind. Entscheidungen zu treffen, die Konsequenzen nach sich ziehen, machen einen großen Reiz des Spiels aus. Kämpfe sind schön animiert und Geralt dabei zuzusehen, wie er gekonnt Schwertstreiche ausführt, Gegner umpustet oder über sie hinweg einen Salto macht, übt eine gewisse Faszination aus. Wenn da nicht das Kampfsystem wäre, bei dem es buchstäblich etwas hakt, und was mich zu Flüchen verleitete, die wohl jedem Seemann die Schamesröte ins Gesicht treiben würden. Die Story hat Tiefgang und ist wohl eine der Besten in Rollenspielen, doch leider zieht sich das zweite Kapitel und raubt einem den Enthusiasmus. Zum Glück kriegt CD Projekt RED dann aber doch noch die berühmte Kurve. Lobenswert ist die detailreiche Spielwelt, die nicht nur mit Tag- und Nachtwechsel und einem Wettersystem aufwartet, sondern Tiere und Menschen zeigt, die auf den Helden reagieren. Die neue Sprachfassung schlägt die alte um Längen und sorgt nun für eine stimmigere Atmosphäre. Trotz der genannten Störfaktoren ist 'The Witcher – Enhanced Edition' ein Spiel, bei dem man getrost zulangen kann, denn es zieht einen schnell in seinen Bann und bleibt in Erinnerung. Wenn da mal keine Magie am Werk ist …

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