Storyteller-Reviews: Heavy Rain:

Heavy Rain


Wohl kaum ein Spiel der letzten Jahre wurde so mit Vorschusslorbeeren überhäuft wie 'Heavy Rain'. Zwar zeigten sich Sony und Entwickler Quantic Dream sehr bedeckt, was die Geschichte anging und wirklich viel spielbares Material wurde auch nicht gezeigt. Das, was man dann aber zu sehen bekam, sorgte regelmäßig für offenstehende Münder. Jetzt ist es da, 'Heavy Rain', das Spiel, das eigentlich keines ist. Oder doch? Zumindest passt es nicht so recht in eine der vielen Genre-Schubladen. Wir versuchen uns in unserem garantiert Spoiler-Freien Test auch daran, zu klären, worum es sich bei 'Heavy Rain' eigentlich handelt.


Kurz etwas zur Geschichte

Ethan Mars muss einen Schicksalsschlag nach dem anderen verkraften.

In 'Heavy Rain' übernehmen wir nach und nach die Geschicke von vier Charakteren, die wir hier kurz vorstellen müssen. Da ist zum Einen Ethan Mars. Sein Sohn Shaun ist verschwunden und scheint das neueste Opfer des Origami-Killers zu sein. Besagter Serienmörder hat schon sieben Jungs auf dem Gewissen. Sein Markenzeichen: Alle Kinder sind ertrunken. Wenn sie aufgefunden werden, findet man bei ihnen eine Orchidee und eine Origami-Figur. Um den Killer endlich Dingfest zu machen, wird der örtlichen Polizei der FBI-Profiler Norman Jayden zur Seite gestellt, der mithilfe neuester Technologie die Ermittlungen unterstützen soll. Auf der Suche nach dem Killer ist auch der Privatdetektiv Scott Shelby. Vierte im Bunde und einzige Frau ist die hübsche Madison Paige.

Der FBI-Profiler Norman Jayden trifft am Tatort ein: Wieder hat der Killer zugeschlagen.

Im Laufe der Geschichte dürfen wir nun also dieses Quartett steuern, ihren Gedanken lauschen, uns mit ihnen freuen, fürchten oder leiden, ihre Entscheidungen fällen und mit den Konsequenzen leben. Dabei schafft es 'Heavy Rain', die Charaktere menschlicher zu gestalten, als man es bisher in einem Computerspiel erleben durfte. Schon während der ersten Minuten, in denen wir noch keine weltbewegenden Entscheidungen treffen und die wir mit Ethan und seiner Familie an einem wunderschönen Tag verbringen dürfen, können wir mehr über den Charakter von Ethan herausfinden, als wir in manch anderen Spielen am Ende über den Protagonisten wissen – Wenn wir uns denn dafür entscheiden, die angebotenen Möglichkeiten zu nutzen. Aber selbst, wenn wir nicht alle Möglichkeiten annehmen, gewinnen die Figuren im Laufe der Geschichte enorm an Tiefe.

Ein perfekter Tag

Erinnerungen an eine bessere Zeit: Der erfolgreiche Architekt Ethan und seine Frau.

Die Sonne scheint durch große Fenster ins Schlafzimmer, in dem unser Protagonist noch im Bett liegt. Auf dem Monitor erscheint ein Kästchen mit einem Pfeil nach oben, für uns die Anweisung, den linken Stick des 'PS 3'-Controllers nach oben zu bewegen. So lassen wir den Charakter in 'Heavy Rain' aufstehen. Schon hier haben wir die Wahl: Stehen wir auf oder bleiben wir einfach noch eine Weile im Bett? Und wie schnell stehen wir auf? Je nachdem, wie schnell wir den Stick bewegen, reagiert auch unsere Spielfigur schneller oder - in diesem Fall – verschlafener. Sind wir erst einmal aufgestanden, geht’s ins Bad, wo wir die Toilette benutzen oder eine Dusche nehmen können. Wir entscheiden uns für die Dusche. Nachdem wir (wieder per Stick) unsere Klamotten abgelegt haben, drehen wir den Wasserhahn auf, duschen, drehen das Wasser wieder ab und greifen schließlich zum Handtuch. Hier greift dann auch schon ein weiteres Steuerungselement: Das Spiel fordert uns auf, den Controller zu schütteln. Je nach Richtung rubbelt sich unser Charakter mit dem Handtuch trocken. Wenig später – wir haben inzwischen die Zähne geputzt und uns angezogen – finden wir ein paar Bälle zum Jonglieren. Wir nutzen die Chance und lernen so spielerisch die Steuerung noch weiter kennen. Diese ersten Minuten klingen vielleicht langweilig, sie sind es aber nicht. Im Gegenteil: Es ist gut, dass dem Spieler hier einige Zeit gegeben wird, sich mit der Steuerung in 'Heavy Rain' vertraut zu machen. Zwar bietet das Spiel drei verschiedene Schwierigkeitsgrade, von denen auch der Höchste noch von Gelegenheitsspielern geschafft werden kann, die zu drückenden Tastenkombos werden im Verlauf des Spiels aber anspruchsvoller und abwechslungsreicher. Benötigt werden fast alle Tasten des Controllers: Mit dem rechten Analogstick sehen wir uns um und steuern die Laufrichtung. Damit sich Ethan, Norman, Scott oder Madison dann aber wirklich bewegen, müssen wir zusätzlich R2 drücken. Das mag sich umständlich anhören und auch bei unseren ersten eigenen Spielschritten auf der GamesCom in Köln sorgte diese Steuerungsart nicht gerade für Freude. Dennoch gewöhnt man sich erstaunlich schnell daran und muss bald feststellen, dass diese Steuerung für 'Heavy Rain' durchaus Sinn macht. Die vier Symboltasten werden für unterschiedliche Aktionen verwendet und müssen entweder gehalten oder innerhalb einer vorgeschriebenen Zeit gedrückt werden, manchmal auch mehrfach schnell hintereinander, um eine gewisse Aktion durchzuführen. Neben R2 kommen auch die übrigen drei Schultertasten für spezielle Aktionen zum Einsatz. Anders als noch im Quasi-Vorgänger 'Fahrenheit' werden die zu betätigenden Tasten übrigens nicht mehr zentral im Bildschirm angezeigt. Stattdessen sehen wir die Symbole dort, wo die anschließende Bewegung stattfindet. Bei einer Tanzszene werden die Tasten also beispielsweise an den Füßen oder Armen angezeigt, bei Prügeleien, die in 'Heavy Rain' öfter vorkommen, meist in der Nähe des zu treffenden Ziels. Das klingt einfacher, als es eigentlich ist, zumindest in den Situationen, in denen unsere Charaktere nervös werden. Dann verschwimmen die Symbole zusehends oder zittern über den Fernseher. Oftmals haben diese Stellen dann auch Auswirkungen auf das weitere Spiel.

So wie hier auf dem Schrottplatz kommt es immer wieder zu Raufereien.

Um ein Beispiel zu nennen: Der FBI-Ermittler Norman hat einen Verdächtigen gestellt, bekommt dann aber ein Problem, das seiner Konzentration schadet. Gelingt es uns jetzt, auf dem Controller die richtigen Knöpfe zu drücken, kann Norman den Verdächtigen festnehmen. Reagieren wir zu spät oder drücken die falschen Knöpfe, kann der Verdächtige sich aus seiner Lage befreien, was für Norman keine allzu guten Folgen hat, das Kapitel kann sogar mit seinem Tod enden. Auch alle anderen Charaktere kommen immer wieder an Stellen, an denen sie ihr Leben lassen können. Einen „Game Over“-Screen wird in 'Heavy Rain' dennoch kein Spieler sehen: Die Geschichte geht trotzdem weiter, natürlich ohne die Kapitel der gestorbenen Figur. Während eines anderen Verhörs haben wir ebenfalls in der Rolle von Norman die Chance, einen Verdächtigen zu befragen oder recht kurz nach Beginn der Unterredung zu erschießen. Möglichkeit Eins bringt uns –schon durch das längere Gespräch- weitere Storyinhalte, während Möglichkeit Zwei die Spielzeit um wenige Minuten reduziert. Danach geht die Handlung aber genau gleich weiter, diese Entscheidung hat also kaum Auswirkungen auf die Geschichte. Vor welcher Art von Entscheidung wir jeweils stehen, erfahren wir in manchen Fällen erst ganz am Schluss des Spiels, wenn wir einige der bis zu 20 unterschiedlichen Endsequenzen bewundern dürfen. Was aber, wenn man einfach einmal wissen möchte, welche Konsequenzen eine einzelne Entscheidung oder ein anders geführter Kampf hat? In diesem Fall kann man das entsprechende Kapitel neu laden und einfach noch einmal spielen. 'Heavy Rain' gestattet uns sogar, das Spiel von dort an bis zum Ende weiterzuspielen. Das Spiel bietet aber so viel Potential, dass man es durchaus auch noch einmal ganz von vorn spielen kann.

Die Schauspieler

Bei der Animation von Gesichtern und Menschen setzt Quantic Dream neue Maßstäbe.

Schon in 'Fahrenheit' hatte Quantic Dream nicht von Spielfiguren oder NPCs gesprochen, sondern von Schauspielern. Damals hatte man bereits stark auf Motion-Capturing gesetzt, was für realistische Bewegungen sorgte. Für damalige Verhältnisse sah das auch schon recht gut aus, wirkliche Schauspieler konnte man in den Figuren allerdings nicht erkennen. 'Heavy Rain' ist da anders. Sicher erkennen wir noch immer, dass uns da animierte Gesichter anschauen. Diese sehen dank HD-Grafik aber realistischer aus, als jemals zuvor. Nachdem die ersten Screens der Figuren veröffentlicht wurden, kam unter Spielern die Frage auf, ob an den Gesichtern retouchiert wurde oder wie man es wohl schaffen wollte, diese Lebensecht wirkenden Bilder zu animieren. Quantic Dream zeigt, wie es geht: Nahezu jeder Gesichtsmuskel ist bewegbar, die Augen blicken sich Realitätsgetreu um und die Haut vermag die Geschichte der Charaktere zu erzählen. Das gilt insbesondere für das Spiel: Ob Schnitte vom Rasieren oder blaue Flecken nach Prügeleien: Alles findet sich im Gesicht unseres Protagonisten wieder. So erleben wir am Ende des Spiels nicht nur ein mehr oder weniger gutes Ende der Geschichte, sondern sehen auch in den Gesichtern der Schauspieler, wie gut wir uns geschlagen haben – im wahrsten Sinn des Wortes. Die übrigen Bewegungen laufen genauso geschmeidig ab und könnten wirklich einem Film entstammen. Im Vergleich zu den Charakteren fällt die restliche Grafik leicht ab. Referenztitel wie beispielsweise 'Uncharted 2' haben da eine hübschere Welt im Angebot. Dieses kleine Manko wird durch tolle Wettereffekte wie den andauernden Regen aber mehr als wettgemacht. Der prasselt nicht nur beständig auf die Erde, sondern rinnt an Fenstern, Autoscheiben und Gesichtern hinab, was wir auch deutlich sehen können.

Regentropfen, die an mein Fenster klopfen

Der Soundtrack sorgt nicht nur in der Disco für die richtige Stimmung.

Einen wichtigen Teil zur beeindruckenden Atmosphäre von 'Heavy Rain' tragen auch der Soundtrack und die Geräusche des Spiels bei. Gerät Ethan beispielsweise in Panik, macht sich das nicht nur durch eine dramatischere Musik bemerkbar. Zusätzlich hören wir sein Atmen, später kommt sein Herzschlag dazu, den wir zusätzlich noch am Controller spüren können. Eine klasse Funktion, die die Stimmung des Charakters hervorragend auf uns selbst überträgt.


Dialoge werden bequem über die Symboltasten geführt, auf Wunsch in sechs unterschiedlichen Sprachen.

Die Sprachausgabe und Synchronisation von 'Heavy Rain' steht einem Hollywood-Blockbuster in fast nichts nach. Für alle Charaktere wurden sehr gute deutsche Sprecher gefunden, die mit ganz wenigen Ausnahmen hervorragende Arbeit abliefern. Einzig die Vertonung von FBI-Profiler Norman Jayden zeigt hin und wieder kleinere Schwächen auf - speziell dann, wenn es etwas lauter wird. Wer dennoch lieber einer anderen Sprachausgabe lauschen möchte, hat bereits zu Beginn der Installation die Wahl zwischen Englisch, Französisch, Niederländisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch. Unabhängig von der Tonspur können Untertitel und Menütexte in einer anderen Sprache installiert werden – Absolut vorbildlich. Von den angebotenen Tonspuren war in unserem Test übrigens nur die englische wirklich absolut Lippensynchron.

Die Dialoge selbst laufen im Spiel oftmals als wahres Multiple-Choice ab, in denen verschieden Gesprächsthemen oder Antwortmöglichkeiten um den Kopf der Figur kreisen, die jeweils per Tastendruck ausgewählt werden können. Unsere Wahl wird an einigen Stellen durch ein Zeitlimit oder eine maximal anwählbare Anzahl von Themen eingegrenzt. Fragen, die wir bis dahin nicht angesprochen haben, bleiben unbeantwortet.

Adventure? Film? Quick-Time-Event? Was ist es denn nun?

"Nein, ein klassisches Adventure ist Heavy Rain nicht..." scheint Madison hier traurig festzustellen.

Diese Frage ist wirklich nicht leicht zu beantworten, wie viele Diskussionen unter Spielern belegen. Um einen Versuch zu starten, nehmen wir die Spielinhalte einmal auseinander und fangen mit den Rätseln an. Das ist so ziemlich der einfachste Teil, denn wirkliche Rätsel gibt es in 'Heavy Rain' nicht. Sicher dürfen wir uns daran versuchen, im Spiel eine Origami-Figur zu basteln. Oder wir müssen uns eine Blume suchen, um diese anschließend zu verschenken. Ersteres lösen wir mithilfe der angezeigten Tastenkombos. Letzteres, in dem wir eine Blume aus einem Nachbarraum mitnehmen. Wirkliche Rätsel sehen anders aus. Selbst die Ermittlungen, die Norman Jayden mithilfe seiner High-Tech Ausrüstung durchführt, beinhalten kaum Rätsel, die man als solche bezeichnen könnte. Oftmals übernimmt ARI (so der Name seiner Allzweck-Brille) die Arbeit für uns und findet oder analysiert Spuren und Beweise. Aber will ich in 'Heavy Rain' Pixelhunting betreiben? Will ich Fingerabdrücke selbst vergleichen? Würde das nicht das Spielerlebnis einfach nur verzögern?

Kommen wir zum Thema Geschichte und Charaktere. 'Heavy Rain' bietet beides in einer Qualität, wie man sie in der Geschichte der Computerspiele nur selten erleben durfte. Klar, die Suche nach einem Serienmörder zählt zu den beliebtesten Themen für Kino, Spiel und Literatur. Auch mit solch spannenden und sehr überraschenden Wendungen wie in diesem Fall. Aber das ist es nicht, was die Stärke von 'Heavy Rain' in diesem Gebiet ausmacht. Vielmehr sind es die Charaktere, zu denen der Spieler eine wirkliche emotionale Verbindung aufbaut, wenn er sich denn auf sie einlässt und den Controller nicht gleich nach dem anfänglichen Duschen in die Ecke wirft, weil noch keine Gegnerhorden niedergemetzelt wurden. Die Geschichte und vor allem ihre Charaktere sprechen also schon einmal für sich. Aber inzwischen haben nahezu alle Genres gelernt, spannende Geschichten zu erzählen oder interessante Charaktere auszubilden. Eine emotionale Bindung an die Charaktere erleben Spieler in diesem Maße aber ganz sicher nur in 'Heavy Rain'.

In diesem Spiel stehen die Charaktere und ihre Entscheidungen im Vordergrung. Über allem schwebt die Frage "Wie weit würdest Du gehen, um jemanden zu retten, den Du liebst?"

Es bleiben die Quick-Time-Events, die die Spielmechanik deutlich beherrschen. Der gemächliche Spieler mag sich nun fragen, ob es wirklich sein muss, innerhalb kürzester Zeit x-Mal auf die Dreiecktaste einzuhämmern, dabei gleichzeitig noch den Kreis zu drücken, L1 festzuhalten und mit beiden Analogsticks in unterschiedliche Richtungen zu kurbeln. Diese bewusste Übertreibung stellt natürlich keine Spielszene dar, mag aber durchaus den Vorurteilen eines typischen Quick-Time-Spiels entsprechen. Solche Fingerakrobatik finden wir in 'Heavy Rain' aber auch nicht. Alle geforderten Aktionen sind auch für Gelegenheitsspieler gut durchführbar, dafür sorgt nicht zuletzt der ansteigende Schwierigkeitsgrad. Wird es dann doch einmal zu schwer, kann das Spiel zu jeder Zeit auf eine leichtere Einstellung geschaltet werden. Die vom Spiel gestellten Aufgaben ließen sich aber anders nicht so realitätsnah auf den Spieler übertragen. Jemand wirft mit einem Gegenstand nach Madison? Schnell den Analogstick nach unten gedrückt und schon duckt sich unser Charakter. Eine Tür klemmt? Eine deutliche Bewegung mit dem Controller zur Seite könnte helfen. Oder wir treten die Tür gleich ganz ein, in dem wir den Controller nach unten schwingen. Diese Steuerung sorgt tatsächlich für noch mehr Verbundenheit mit den Spielfiguren, als man bisher kennt. Oder anders gesagt: Wer freut sich nicht, wenn man einem brutalen Gegenspieler, der den Spielcharakter bedroht, mal so ordentlich eines mit einer Schaufel überziehen und dabei den Controller fast so wie den Schaufelstiel durch die Gegend schwingen darf? Würde eine andere Steuerung dieses Spielerlebnis nicht stören?

Nein, auch uns gelingt es nicht, 'Heavy Rain' in eine der vorhandenen Schubladen zu pressen. Es ist kein Adventure, dafür fehlen die Rätsel. Es ist kein interaktiver Film, dafür haben wir zu viel Entscheidungsfreiheiten. Und für ein Reaktionsspiel ist es zu leicht. Vielleicht ist es besser, 'Heavy Rain' nicht als ein Spiel im eigentlichen Sinn zu sehen, sondern vielmehr als eine Erfahrung. Eine Erfahrung, wie sie noch nie zuvor ein Computerspiel bieten konnte und das den Spieler länger als bis zum Abspann beschäftigen kann. Das zusammen mit einer hervorragend erzählten Geschichte und tiefgründigen Charakteren macht 'Heavy Rain' zum perfekten Storyteller – gäbe es diese Rubrik noch nicht bei uns, hätten wir sie für dieses Spiel einrichten müssen.

Fehlfaltungen

Wie beeindruckend eine fehlerfrei gefaltete Origami-Figur ist, kann jeder mit etwas Geschick selbst herausfinden. Auch bei 'Heavy Rain' hätte es so sein können, leider traten nicht nur bei uns einige Fehler auf. So kann es beim Spielen vorkommen, dass die Playstation keinerlei Regung mehr zeigt und das Bild schwarz ist. Leider scheint dieses Problem auch die Speicherstände zu befallen, die sich meist auch nicht mehr laden lassen. Ein erster Patch behebt leider nur einige Fehler in der Grafik, an einem weiteren Patch wird fieberhaft gearbeitet.

I like to Move it: Heavy Rain Move Edition

Sony hat seine 'Playstation 3' um eine neue Eingabemöglichkeit erweitert: Mit 'Move' bekommt der 'Playstation'-Spieler ähnliche Möglichkeiten, wie sie auch bei Nintendos 'Wii' vorhanden sind. Mittels eines entfernt an eine Eiswaffel erinnernden Controllers und der 'Playstation Eye'-Kamera werden die Bewegungen des Spielers direkt in das Spiel übertragen. Was das bringt, haben wir anhand der 'Heavy Rain Move Edition' überprüft. Das Spiel ist seit Oktober in der neuen Fassung im Handel, wer sich 'Heavy Rain' ohne die neuen Funktionen gekauft hat, freut sich über den kostenlosen Patch, der das Spiel auf Version 2.0 erweitert und ebenfalls die 'Move'-Funktionen mitbringt.

Gleich zu Beginn fallen die Neuerungen auf: Es gibt nur noch zwei Schwierigkeitsgrade (Einfach und Schwer) und das Startmenü kann nun bereits mit den 'Move'-Controllern bedient werden. Natürlich ist auch eine Steuerung über den klassischen Controller möglich. Und dann geht es los: Wieder steuern wir Ethan Mars an einem gewöhnlichen Vormittag. Diesesmal allerdings mit dem 'Move'-Controller. Aufstehen, Duschen, Anziehen - All diese Tätigkeiten werden jetzt durch Bewegungen des gesamten Armes ausgelöst und nicht mehr nur durch Fingerbewegungen am Analogstick. So öffnen wir einen Schrank zum Beispiel, in dem wir danach greifen und dann wieder ziehen: Wir steuern nicht mehr Ethan Mars, wir sind Ethan Mars. Fast alles lässt sich in 'Heavy Rain' nun per 'Move' steuern, nur selten greifen wir auf Tastenkombos zurück. Wie schon bei der klassischen Steuerung zeigen uns Symbole im Bild, was wir genau machen müssen, etwa den Controller zur Seite bewegen oder drehen. Der Clou: Die Farbe der Kugel zeigt an, wie lange die Aktion durchgeführt werden muss.

Am Ende muss man sagen, dass 'Heavy Rain' in der 'Move Edition' nochmal mehr Spaß macht, als ohnehin schon. Der Spieler wird noch tiefer in das Geschehen gezogen.

Wertung von 'Heavy Rain Move Edition': 87%


Galerien

Fazit:

Wertung: 85%

'Heavy Rain' ist nach Aussage von Sony der wichtigste Titel des Jahres für die Playstation 3. Zu Recht, wie wir meinen. Das Spiel bietet nahezu perfekte Unterhaltung, starke Emotionen, tiefgründige und interessante Charaktere, tolle Charakter-Grafiken und eine spannende Geschichte mit überraschenden Wendungen. Punktabzüge gibt es für die im Vergleich nicht ganz so schicken Hintergrundgrafiken, eine deutsche Sprachausgabe mit kleineren Schwächen und wenige lose Enden in der Geschichte. Als weiteren Kritikpunkt könnte man den Fakt anführen, dass 'Heavy Rain' sich in keine der üblichen Spieleschubladen einsortieren lässt. Quantic Dream hat allerdings auch nie den Anspruch erhoben, ein Spiel zu entwickeln. Stattdessen hat man schon immer darauf hingewiesen, dass 'Heavy Rain' ein Unterhaltungsprodukt für Erwachsene werden soll - Das ist dem französischen Entwickler mit Bravour gelungen und daher lassen wir diesen Punkt auch nicht gelten.

geschrieben am 09.03.10, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Playstation 3 Offizielle Homepage
Quantic Dream Collection für PS4 (mit Beyond)


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