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gc2018: Frankenstein und Fishermans Tale

 

Der französische Rundfunksender ARTE betätigt sich einmal mehr als Publisher für Spiele. Auf der Messe sahen wir uns 'Frankenstein' und 'A Fisherman's Tale VR' genauer an. Beides war vor Ort anspielbar.

 

Frankenstein - Birth of a Myth (Artikel von Christiane Biederbeck)

 

Frankenstein

 

La Belle Games und ARTE haben auf dem Indie Arena Booth ‘Frankenstein – Birth of a Myth‘ (Arbeitstitel) gezeigt. Das narrative Adventure stellt Mary Shelley und ihren Roman 'Frankenstein' in den Mittelpunkt der Geschichte. Durch individuelle Entscheidungen prägt der Spieler die Geschichte sogar ein bisschen mit. Der TV-Sender ARTE erhofft sich von diesem Projekt übrigens eine interessante Ergänzung zum eigenen Film rund um den Mythos. Das kostenlose Prequel zum Hauptspiel war vor Ort erstmals anspielbar. Vor allem perspektivisch und grafisch präsentierte es sich als kleine Perle. Die handgezeichneten Hintergründe erinnern an Aquarell Gemälde und lassen dadurch schnell eine besondere Atmosphäre entstehen.

 

Durch eine liebevoll visualisierte Welt steuern wir das Monster, das zu Beginn aber mehr wie ein unschuldiges Kind wirkt. Der Spieler beeinflusst wie mit Bedürfnissen und Entdeckungen umgegangen wird. Wir haben Hunger und begegnen einem Reh: Töten wir ein Tier, um unseren Hunger zu stillen? Oder suchen wir weiter? Mehr und mehr stellt sich uns die Frage, was einen Menschen überhaupt ausmacht. Neben diesen Szenen begegnen wir auch immer wieder Mary Shelley, die sich zunächst in einer Gewitternacht mit Freunden zum Essen trifft. Vor dem Kamin eines namenlosen Anwesens philosophiert die Gesellschaft über Mary Shelleys Gedanken zu ihrem neuen Buch. Den Verlauf der tiefgreifend philosophischen Diskussion prägen wir ein wenig mit, was Frankensteins Reise weiter formen kann.

Der erste Blick auf ‘Frankenstein‘ war in jedem Fall sehr vielversprechend. Das Indie Adventure wirft eine ganz neue Perspektive auf eine sehr klassische Geschichte und hat mich auch durch seine visuelle Umsetzung sehr neugierig gemacht. Das fertige Spiel wird eine Spielzeit von rund drei Stunden bieten und wie alle Spiele von ARTE in Deutsch, Französisch und Englisch spielbar sein. Eine Veröffentlichung ist geplant für 2019 und zwar für Windows PC, Mac, iOS und Android.

 

 

A Fisherman's Tale VR (Artikel von Matthias Glanznig)

 

Fisherman's Tale

 

Der nächster Termin drehte sich um das 3D-Puzzle-Adventure 'A Fisherman's Tale'. Dieses VR-Spiel ist gemacht für HTC Vive, Oculus Rift, Windows Mixed Reality VR, sowie PlayStation VR. Der Entwickler Innerspace VR hat uns übrigens wissen lassen, dass es ohne VR-Gerät nicht spielbar sein wird.

Erzählt wird die Geschichte einer handgemachten Fischer-Puppe namens Bob, der einen auf den ersten Blick typisch aussehenden Leuchtturm bewohnt. Bei näherem Hinsicht wird jedoch rasch deutlich, dass dies kein gewöhnlicher Ort ist: In der Mitte des Wohnzimmers befindet sich nämlich ein Miniaturmodell, welches dem Leuchtturm bis ins kleinste Detail nachempfunden ist. Alles was drumherum passiert, ist somit dort ersichtlich. Im Modell selbst finden wir wiederum ein weiteres Miniaturmodell und so geht es immer weiter. Jede unserer Aktionen findet also in unzähligen immer kleiner werdenden Miniaturmodellen ebenso statt.

Eines Tages nähert sich ein Sturm und zwingt Bob zum Handeln. Unser Protagonist will das Signallicht im Turm aktivieren, um die anderen zu warnen. Dazu muss er allerdings erst einmal den Raum verlassen. Keine leichte Aufgabe in einer Welt die einige surreale Eigenheiten aufweist. Manche Gegenstände, zum Beispiel der Schlüssel für die Tür im Raum, sind zu groß um gleich von Nutzen zu sein. Immerhin gibt es Abhilfe: wird besagter Schlüssel aus dem Miniaturmodell genommen, könnte es mit der Größe genau passen. Relativ ähnlich ist ansonsten mit kleinen Objekten zu verfahren. Ein wesentlicher Teil des Gameplays dreht sich um eben diese Mechanik.

Trotz der surrealen Note sind die Rätsel aber eher in der Realität verankert. So möchte Bob zu Beginn einen Blick aus dem Fenster werfen, das aber mit Brettern vernagelt ist. Also sucht er das passende Werkzeug (ein Hammer) und entfernt sogleich jeden Nagel einzeln durch eine drehende Bewegung mit der Hand, was gerade bei VR natürlich sehr zur Immersion in die Spielwelt beitragen kann. Über weite Strecken ist 'A Fisherman's Tale' mehr ein Puzzle-Spiel als ein waschechtes Adventure. Dennoch könnte die Geschichte eine sehr interessante Metaebene aufweisen. Themen wie soziale Isolation könnten in diesem Kontext wahrscheinlich sehr gut passen. Wobei es vereinzelt schon auch fremde Gestalten gibt, die einem helfen.

Uns hat die Zeit mit dem bärtigen Fischer jedenfalls gut gefallen, obgleich die VR-Steuerung anfänglich ein wenig gewöhnungsbedürftig war. Um mit Gegenständen aus der First-Person-Perspektive interagieren zu können, darf man nicht zu weit weg stehen, da die Reichweite der Arme der Spielfigur sehr beschränkt ist. Zu bestimmten Bereichen im Raum gelangen wir, indem wir diese per Controller anvisieren und dorthin teleportiert werden. Hat man dort etwas erspäht das zu weit weg ist, muss man einen weiteren Teleport versuchen. Das Anvisieren braucht ein bisschen Übung. Dafür macht die grafische Umsetzung einen charmanten Eindruck und vermittelt einen sehr eigenen Stil.

Bezüglich der Spieldauer ist bei 'A Fisherman's Tale' wohl mit zwei bis drei Stunden Spielzeit zu rechnen. Deutsche Untertitel sind geplantund der Release soll demnächst im Herbst erfolgen, wobei die PS4-Fassung etwas später erscheinen könnte. Wer ein Herz für Rätsel und VR hat, der sollte sich diesen Titel in jedem Fall merken, denn die Spielidee hat sehr viel Potenzial.


geschrieben am 03.09.2018, Team Adventure Corner




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