Mit 'Whirlight – No Time To Trip' schickt das italienische Studio imaginarylab ein Zeitreise-Adventure ins Rennen, das sich in der Indie-Szene bereits einen Namen gemacht hat. Noch vor Release wurde das Spiel unter anderem beim PAX Rising Showcase 2025 präsentiert, als Best Narrative Game beim Chainsaw Festival 2025 ausgezeichnet und schaffte es in die Top 5 der IndieDB Players’ Choice Awards. Vorschusslorbeeren sind also vorhanden.
Schon der Startbildschirm und die kurze einleitende Zwischensequenz machen Lust auf mehr. Ohne lange Vorrede landen wir direkt im Spiel, in einem abgeschlossenen Tresorraum. Blöd nur: Margaret weiß weder, wo sie ist, noch in welcher Zeit sie gelandet ist. Also heißt es: umsehen, kombinieren, knobeln.
Von pupsenden Bakterien und Hinterlassenschaften im Pappbecher
Auf ins Abenteuer...Der Tresorraum ist überschaubar, aber vollgestopft mit Hinweisen. Ein Zahlencode-Schloss blockiert die Tür. Und obwohl der Raum nur so vor Zahlen wimmelt, tippen wir natürlich erst einmal fröhlich die falschen Kombinationen ein. Und so kommt es, wie es kommen muss. Nach drei Fehlversuchen wird die Tür nochmal extra verriegelt. Wäre ja sonst auch langweilig, oder?Immerhin purzelt uns ein kleiner Schlüssel vor die Füße, der uns Zugang zu einem Schließfach verschafft. Dort stoßen wir auf Hinweise zu einem gewissen Baron und einem offenbar ziemlich gefährlichen Artefakt. Eine dunkle Ecke ignorieren wir zunächst – nicht, weil wir Angst hätten. Sondern weil Margaret Angst hat.
Mit etwas Kombinationsgabe gelingt schließlich die Flucht aus dem Tresorraum. Doch die Freiheit währt nur kurz, denn wir finden uns in einer Art Museum wieder. Und ja, auch hier steht Margaret ebenfalls vor einer verschlossenen Tür. Spätestens bei den Exponaten wird klar, dass Margaret offenbar in der Zukunft gelandet ist. Also knobeln wir uns weiter durch zwei Etagen, plaudern mit einem redseligen Roboter und begegnen unter anderem einer pupsenden Bakterie. Ja, richtig gelesen.
Gerade als wir mit einer ziemlich cleveren Idee das Museum verlassen können, zieht die Demo den Stecker. Cliffhanger. Ende. Bildschirm. Danke auch.
Gemein? Ein bisschen. Effektiv? Absolut.
Comicstil, der ins Auge fällt
Was man eben eingeschlossen in einem Trsor so macht.Optisch setzt imaginarylab auf eine farbenfrohe, liebevoll gestalteten 2D-Comicwelt aus der Third-Person-Perspektive. Kräftige Farben, klare Formen und dezente 3D-Elemente sorgen für einen Look, der sofort ins Auge fällt, ohne überladen zu wirken. Alles wirkt stimmig und detailverliebt. Man merkt, dass hier viel Herzblut drinsteckt.
Klassisches Point-and-Click
Spielerisch bekommen wir klassisches Adventure-Handwerk. Linksklick zum Laufen und Interagieren, Rechtsklick zum Untersuchen, Hotspots per Leertaste einblenden, Inventar mit „I“, Menü mit „ESC“. Alles geht schnell in Fleisch und Blut über. Der gelbe Mauszeiger hebt sich deutlich hervor, Mouse-over-Hinweise zeigen zuverlässig, was anklickbar ist, und Dialoge funktionieren über direkt anwählbare Textoptionen. Übersichtlich, intuitiv, unkompliziert.
Die Rätsel fühlen sich angenehm ausgewogen an. Wir müssen nachdenken, kombinieren und auch mal etwas ausprobieren, aber wir verzweifeln nicht.Unser Gesprächspartner, zumindest wenn wir Strom haben.
Akustisch hinterlässt das Spiel ebenfalls einen guten Eindruck. Die englische Sprachausgabe passt hervorragend zu Margaret, alternativ gibt es auch eine chinesische Vertonung. Die Texte lassen sich unter anderem auf Deutsch anzeigen. Der Hintergrundsound bleibt dezent und unterstützt die Stimmung, ohne sich aufzudrängen.
Wie lange müssen wir jetzt noch warten? Die Story-Demo macht genau das, was sie soll: neugierig. Margaret ist eine sympathische Hauptfigur, die Präsentation stimmt, und die Rätsel fühlen sich durchdacht an. Wenn das fertige Spiel dieses Niveau hält und die angedeuteten Story-Fäden genauso unterhaltsam weiterspinnt, könnte uns hier ein richtig tolles Adventure erwarten. Und ehrlich gesagt: Wir wären so was von bereit dafür.
2 Kommentare