Previews: Syberia 2:

Syberia 2


Viele betrachten Syberia 2 als kommendes Referenzprodukt für das aussterbende Adventuregenre. Doch kann sich eine Kate Walker neben Fenimore Fillmore oder Samuel Gordon behaupten? Microïds ist wie schon beim Vorgänger optimistisch, weshalb das Sequel erneut für die führenden Plattformen PC, XBOX und PS2 entwickelt wird. Was wir kommenden Mai tatsächlich erwarten dürfen, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Preview.


Die Reise der Kate Walker geht weiter, womit die Geschichte von 'Syberia 2' nahtlos an die Hintergründe des ersten Teils anknüpft: Kate, der geniale Professor Hans Voralberg und Automat Oscar verlassen mit dem Zug Aralbad, um nach Romansburg zu gelangen – die nächste Station auf ihrer Reise nach dem mystischen Syberia. Wie nämlich Kate während ihrer Reise von West- nach Ost-Europa in Erfahrung brachte, soll sich dort das Land der vergessenen Mammuts befinden. Hans Voralberg - in seiner euphorischen Überzeugung nicht mehr zu bremsen - würde alles daran setzten die noch lebenden Mammuts vors Gesicht zu bekommen. Um ihm diesen Wunsch zu erfüllen, durchreist Kate vom eisigen Norden bis hin zum eigentlichen Zielort Syberia ganz Russland. Je tiefer sie in das magische Abenteuer hineingezogen wird, desto mehr verändert sich die akkurate Anwältin in eine mutige Abenteuerin, womit sie die konventionelle, alltägliche Welt für immer hinter sich lässt und sich auf die Suche nach den verlorenen Mythen der vergangenen Erdgeschichte begibt.

Symbiose von Rätsel und Geschichte

Von einem Nachfolger wird meist erwartet, dass er das Original übertrifft. Um dies zu erreichen wird erstens vorrausgesetzt, dass das Sequel alle Stärken des ersten Teiles aufweist. In 'Syberia' gehörten hierzu vor allem die qualitativ hochstehende Grafik und die besonders spannende Hintergrundgeschichte. Die erschwerte Wegfindung und die teilweise missratene Steuerung trübten nur leicht den Spielspass. Das Rätseldesign war solide aber nicht hervorragend. Positiv war allerdings die Tatsache, dass sich Rätsel und Aufgaben direkt in das Spiel hineinfügten. Konsequenterweise war der Spieler dadurch von unlogischen „Suche-Nadel-im-Heuhaufen“-Aufgaben verschont geblieben. Inwiefern hebt sich nun aber 'Syberia 2' von seinem Vorgänger ab?
Da der zweite Teil kein völlig neues Spiel werden soll wird auch vieles beim alten belassen. Das Gameplay bleibt demjenigen des ersten Teiles fast gleich. Auch die Rätselstruktur soll ihren Charakter behalten: Die Rätsel sind hauptsächlich durch rationale Gedankengänge zu lösen und sollen, wie vieles andere auch, als natürlich ins Spiel integrierte Elemente erscheinen - quasi als Symbiose zwischen erzählter Geschichte und den dazugehörigen Rätsel. Dies setzt voraus, dass der Schwierigkeitsgrad ebenfalls auf demselben Niveau bleiben wird und nur wenige Aufgaben sollten den Adventurespieler an seine geistigen Grenzen bringen.

Dynamische Grafik und aufgemotzte Cut-Scenes

Hauptsächlich haben die Entwickler an der Technik und an einigen interessanten Details herumgefeilt: Die Animationen der Charaktere wirken um einiges natürlicher. Selbst bei Gesprächen mit NPC’s wurde die Körperhaltung und die Aktions-Modellierung angepasst. Auch der gesamt-grafische Eindruck wurde verstärkt. Die Grafik-Engine und Systemanforderungen bleiben zwar gleich, doch bietet 'Syberia 2' im Vergleich zu seinem Vorgänger ordentlich mehr optische Genüsse: die Charaktere können öfters von näher betrachtet werden und Licht- wie auch Schatteneffekte wurden professionell aufpoliert und vielfältiger eingesetzt. Zu letzteren gehören meist dynamische Grafik und Lichtreflex-Details wie z.B. animierter Nebel, Glassreflexionen, polierte Eistexturen, berechnete Spiegelungen und Schneefall in Echtzeit. Zu allem Staunen gesellen sich natürlich auch die exzellent realisierten Hintergründe von Zeichner und Erfinder Benoît Sokal hinzu.
Des weiteren arbeiteten Animatoren und Grafiker ausführlich an den Cut-Scenes, die wie in Syberia die Story stückweise weitererzählen sollen. Diese sollen qualitativ hochwertiger sein und sich sogar potentiell mit elitären Animationsfilmen messen können. Ob die Syberia 2 'cinematics' allerdings an Squaresoft Maßstäbe heranreicht, mag zu bezweifeln sein. In der Demo gibt’s bisher leider auch noch nicht viel zu sehen. Durch die DVD-Justierung in den Konsolenversionen werden die Zwischensequenzen womöglich eine bessere Bildqualität aufweisen als diejenigen der PC-Version.

Eine ausgedehnte Odyssee mit hundeähnlichen Eisbären

Ursprünglich war 'Syberia' als einzelnes Spiel geplant, doch schon in einer frühen Phase wurde den Entwicklern klar, dass die epische Reise der Kate Walker nicht in einem einzigen Projekt Platz haben würde. So musste man noch bevor Kate richtig in das Abenteuer hineinstürzte die Geschichte an einer Stelle abrupt beenden. Viele Spieler klagten deshalb über eine zu kurze Spieldauer und verurteilten das Spiel als „unvollständig“.
'Syberia 2' führt nun die Geschichte weiter und erweitert somit in doppelter Hinsicht Kate’s Abenteuer. Das Spiel erzählt nämlich nicht nur die weiteren Vorgänge der in 'Syberia' angefangenen Kate Walker-Odyssee, sondern bietet auch im Gegensatz zum ersten Teil, einige Stunden erweiterten Spielspass. So schätzt man die Dauer des Spiels auf ca. 15-25 Stunden, je nach Spielererfahrung. Diesbezüglich ist allerdings auch zu hoffen, dass das Spiel nicht mit unnötig langen Fussmärschen verlängert wurde. Beim spielen der Demoversion machten sich aber schon ähnliche Elemente bemerkbar, wo man doch mit Kate und Youki, der Mischlingskreatur, einen längeren Weg durch den eisigen Norden laufen musste. Positiv jedenfalls fiel hier die vereinfachte Steuerung von Kate auf: unsere attraktive Protagonistin bewegt sich nicht mehr so träge wie noch im ersten Teil und läuft nicht unnötig in irgendwelche Sackgassen hinein, aus welchen man sie mühsam herausklicken müsste.

Bunte Musik und ein erweitertes Dialogsystem

Grafik und Gameplay sind nicht alles was zu einem guten Spiel gehören. Auch für den akkustischen Backround hat der erste Teil so einiges an positiver Resonanz eingesackt. Da sich die Umgebung mit dem Weiterkommen von Kate immer mehr änderte, wurde auch die Musik speziell angepasst. Der Score hebt sich aber nicht vollends von demjenigen des Originals ab und behält demnach den eher melancholisch angehauchten, orchestralen Charakter. Um aber etwas Farbe in die ganze Angelegenheit zu bringen, gibt es durchaus Abweichungen die von ein bisschen „tzigan“ bis hin zu Folklore und Zigeunermusik das Repertoire ein bisschen aufstocken sollen. Die Musik wurde übrigens von Inon Zur komponiert, der auch schon für die musikalische Untermahlung des D&D Rollenspiels 'Icewind Dale' ausgezeichnet wurde.
Wie in der nordamerikanischen Version wird Kate Walker auch lokalisiert dieselbe Synchronstimme bekommen wie im ersten Teil. Einzelne Sprecherstimmen wie die der Mutter mit welcher Kate öfters telefoniert und die ihrer Freundin werden jedoch ändern.
Zu der Synchronisation der Spielfiguren, gesellt sich ein erweitertes Dialogsystem, dass demjenigen von 'Post Mortem' angepasst ist und demjenigen von 'Syberia' erweitert erscheint. So soll Kate bei Misslingen einer versuchten Aktion dies auf verschiedene Arten kommentieren, sofern weiterhin dasselbe mehrmals ausprobiert wird. In der Demo war aber leider auch zu bemerken, dass sich Kate immer noch wenig in Richtung Spieler wendet. Gegenstände im Inventar können nicht betrachtet werden (was sich vielleicht in der finalen Version noch ändern könnte) und Objekte in der Umgebung werden von ihr nur selten mit kurzen Kommentaren diagnostiziert.

Mehr Interaktion mit tieferer Handyrechnung

Im ersten Teil erfuhren wir vieles über Kate’s Privatleben, indem wir Zeuge von Telefonanrufen wurden, die quasi eine Geschichte außerhalb der Ereignisse um die Voralbergs erzählten. Hierzu kam sogar eine kleine Ehekrise und die immer wieder nervenden Anrufe von Kate’s überfürsorglicher Mutter. Im zweiten Teil ist die Rolle des Mobiltelefons weniger relevant. Mit der Zeit wird Kate immer schwieriger zu erreichen sein, je nachdem wie tief sie in ihr Abenteuer hineingezogen wird. Dies wurde allerdings mit rund 25 non-Player-Characters gut kompensiert. Das Spiel soll somit viel „lebendiger“ wirken und ausserdem eine Erweiterung der Interaktion zwischen den Spielfiguren fördern. Interessantester der neuen Charaktere ist wohl der bereits erwähnte Mischling Youki, der unsere Protagonistin nach gut eindrittel des Spielverlaufs eine längere Zeit lang begleiten soll.
Zu mehr Charakteren und einer längeren Spieldauer gehören natürlich auch mehr Locations. Die einzelnen Teilgebiete werden viel größer als in 'Syberia' und jede Szene wird ein kleines Meisterwerk von Sokal sein. Aus logischen Kausalitäten der Umwelt, wird Kate auch verschiedene Outfits haben.

Keine unerwünschten "Käfer"

Für den Erscheinungstermin haben sich die Köpfe von Microïds etwas ganz besonderes als Vorsatz genommen: 'Syberia 2' soll ganz ohne Bugs und völlig überarbeitet erscheinen. Dies könnte man eventuell auch als Rechtfertigung für die sechs monatige Verspätung des Release verstehen. Tatsächlich aber, ist die Demo frei von irgendwelchen störenden Bugs und läuft auf den Windows Betriebsystemen ab Windows 98 überall sauber. Da bisher jedoch nur eine PC Demo veröffentlicht wurde, kann dies nicht für die XBOX oder PS2 Version bestätigt werden. Auch ob die Grafik auf der Sony oder Microsoft Konsole genau so eindrücklich ist, wie auf dem PC bleibt abzuwarten.


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

Falls ihr 'Syberia' noch nicht gespielt habt, sollte das schnellstens nachgeholt werden. Bald schon erwartet uns nämlich ein grandioses, emotionales Finale. Der Nachfolger wird dem Original und der Genrekonkurrenz allemal Paroli bieten können. Die kürzlich erschienene Demo-Version kann dies nur bestätigen: 'Syberia 2' sieht atemberaubend schön aus, die Atmosphäre des ersten Teils scheint erhalten geblieben und Kate Walker ist (bezogen auf das Gameplay) angenehm einfach durch das neue Abenteuer zu führen. Innovative Ideen prägen stetig den Fortlauf des Sequels, so z.B. zeigen sich in der Demo bereits nicht-Spiel-relevante-Szenen, welche den Spannungspegel des Spieles erhöhen und die Geschichte attraktiv und beinahe cineastisch weitererzählen.
'Syberia 2' gehört ganz klar zu der Sorte von Spielen, die es schaffen, die an sich desinteressierten Blicke der Spiele-Industrie wieder in Richtung des Adventure-Genres ziehen zu können. Zusammen mit 'The Westerner' und 'Black Mirror' gehört 'Syberia 2' klar zu den aktuellen Referenzen. Positiv dürfte sich auf das Sequel vor allem seine Konsolenkompatibilität auswirken. So werden wahrscheinlich nicht nur nostalgische PC-User nach dem Abenteuerspiel greifen, sondern auch Konsolenbesitzer, die gerne mal etwas Abwechslung wollen. Dennoch bleibt abzuwarten welche der drei kommenden Adventuregrössen den Markt dominieren wird. Kate Walker's Abenteuer hat jedenfalls gute Chancen!

geschrieben am 06.06.03, Philipp Thalmann

Systemanforderungen Weitere Links
Win 98/Me/2000/XP
CPU mit 350 MHz
16 MB Grafikkarte
64 MB RAM
400 MB Festplattespeicher
16x CD-ROM
DirectX 7 kompatible Soundkarte
DirectX 8.1
Offizielle Homepage


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Dieses Preview gehört zu  Syberia 2.




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