Previews: Das Geheimnis des Berghotels - Dead Mountaineer's Hotel:

Das Geheimnis des Berghotels


Längst stammen gute Adventures nicht mehr nur aus westlichen Gefilden. Doch nicht selten gelangen die Spiele aus östlich gelegenen Ländern gar nicht erst aus dem Ursprungsland heraus und bleiben der Weltöffentlichkeit für lange Zeit oder gar für immer verborgen. Ähnlich sieht das auch für 'Dead Mountaineer's Hotel' aus, welches von den russischen Entwicklern Akella in der dortigen Landessprache bereits seit 2007 erhältlich ist. Aber auch die französischen Spieler konnten sich schon an der lokalisierten Version 'Le Pic Rouge' erfreuen. Eine englisch- oder gar deutschsprachige Version blieb leider bis heute aus, erstere sollte ursprünglich von Lighthouse Interactive unter die internationale Spielerschaft gebracht werden. Die finanziellen Probleme des Publishers ließen dieses Vorhaben aber erstmal scheitern und so wartete man bisher vergeblich auf einen neuen Veröffentlichungstermin. Seit kurzem ist jetzt auch offiziell bekannt, dass nun Koch Media für den Vertrieb einer lokalisierten deutschen Versoftung zuständig ist, die am 13. November unter dem Namen 'Das Geheimnis des Berghotels' den Handel erreichen wird. Erfreulicherweise konnten wir schon einmal Hand an eine Preview-Version des Kriminaladventures legen, die uns noch mit einer russischen Sprachausgabe und englischen Untertiteln vorliegt.


Schneebedeckte Berge, ein Hotel und ein verunglückter Bergsteiger

Ein idyllisches Hotel in den Bergen. Aber nicht alles ist, wie es scheint...

Die Geschichte, welche sich an der russischen Romanvorlage 'Hotel „Zum verunglückten Bergsteiger“' der Brüder Strugazki orientiert, beginnt recht unaufgeregt. Eigentlich möchte Polizeiinspektor Peter Glebski nur zwei ruhige und erholsame Wochen Diensturlaub an einem abgeschiedenen Ort verbringen. Ohne große Vorgeschichte startet das Spiel mit der Ankunft des Protagonisten am verschneiten 'Dead Mountaineer's Hotel' in den Bergen und der Begrüßung durch den Hotelbesitzer Alec Snevar. Snevar kann die Geschichte des vor sechs Jahren verunglückten Bergsteigers, durch den das Hotel seinen Namen bekam, nicht lange für sich behalten und geleitet uns nach kurzer Einführung in das 'Museum' des Hotels, welches eigentlich das noch immer unberührte Zimmer des Unglücksraben ist. Seit einiger Zeit geschehen im Hotel merkwürdige Dinge und so ganz unberührt wie versprochen kann der Raum des Bergsteigers ebenfalls nicht sein. Eine glimmende Zigarette im Aschenbecher, schlammbedecke Schuhe und eine aktuelle Zeitung erwecken zumindest einen anderen Eindruck. Während die Schuhe von Hotelbesitzer Snevar schnell einem anderen Gast zugeordnet werden können, bleiben die beiden anderen Entdeckungen erstmal ungeklärt. Dies werden nicht die letzten rätselhaften Ereignis während des Aufenthalts bleiben.
Endlich auf dem eigenen Zimmer angekommen und durch das wohlgenährte Zimmermädchen Kaisa über die restlichen Gäste informiert, sieht man sich dem ersten Rätsel konfrontiert, denn irgendjemand (oder irgendetwas?) hat Peter doch tatsächlich von außen in seinem Zimmer eingesperrt. Vielleicht der nach Snevars Aussage hoch-intelligente Hotelhund Lel? Nachdem diese erste kleine Hürde genommen ist, kann man das groß geratene und zu Beginn unübersichtlich wirkende Hotel erkunden und die Gäste der Reihe nach persönlich kennen lernen. Diese haben alle ihre eigene besondere Geschichte und Persönlichkeit, allerdings mit einer Gemeinsamkeit: Auch ihnen widerfahren Ereignisse, die sich nicht auf Anhieb erklären lassen. Sollte das abgelegene Hotel tatsächlich vom Geist des Bergsteigers heimgesucht werden?

Die Ankunft verrät bereits ein wenig über die Geschichte des Hotels.

Ohne gleich zu viel verraten zu wollen, beginnt die Story recht vielversprechend, wird aber gerade gegen Ende recht abstrus. Besonders die zweite Hälfte des Spiels wirkt deutlich gehetzt und dadurch entsteht der Eindruck, man möchte viel mehr erzählen, als schließlich im Spiel umgesetzt wurde. Dem geschuldet ist es für Nichtkenner der Romanvorlage leider nicht immer ganz einfach, die Geschichte zu verfolgen und dabei gänzlich zu verstehen. Die von Akella versprochene Nichtlinearität der Geschichte beschränkt sich leider nur auf zwei verschiedene Enden, den Austausch diverser Charaktere in manchen Situationen und auf optionale Rätsel, die nicht zur Hauptgeschichte gehören.

Arktisch, praktisch, gut?

Ob der verunglückte Bergsteiger immer noch das Hotel bewohnt, muss erst noch aufgeklärt werden.

Optisch gestaltet sich das 3rd-Person-Adventure durchgehend stimmig. Die 2D-Hintergründe sind mit einer starren Auflösung von 1024x768 Pixeln zwar nicht mehr ganz zeitgemäß, wissen aber dennoch mit vielen Details zu gefallen. Auch deshalb ist es schade, dass nur wenige Objekte in der Umgebung zur Interaktion mit dem Mauszeiger einladen. Die eisige Winterlandschaft lässt Gedanken an das liebevoll gestaltete 'Syberia' aufkommen, einen ebenso frostigen und verträumten Charme hat auch 'Dead Mountaineer's Hotel' durchaus anzubieten. Einige der Hintergründe können zudem mit animierten Objekten aufwarten, die der Szenerie ein wenig mehr Leben einhauchen. Die dreidimensionalen Charaktere gliedern sich zudem gut in die Hintergründe ein und sind größtenteils gut animiert, wirken aber häufig in ihrer Bewegung etwas steif.

Interaktionen beinhalten häufig verschiedene Optionen. Allerdings sind diese nicht immer unbedingt sinnvoll.

Gesteuert wird im klassischen Point-and-Click-Stil und der Mauszeiger verändert sein Aussehen je nach Benutzungsmöglichkeit eines Hotspots klar verständlich. Negativ fällt die Trägheit der Animation auf, wenn der Mauszeiger über ein interaktives Objekt bewegt wird und dadurch sein Aussehen in ein anderes Interaktionssymbol wandelt. Wer also nicht die nötige Geduld aufweist, die Räume mit langsamen Mausbewegungen abzusuchen, übersieht schon einmal einen der rar gesäten Hotspots. Entdeckt man einen aufnehmbaren Gegenstand oder ein sonstiges interaktionsfähiges Objekt, werden bei einem Klick mit der linken Maustaste zusätzliche Optionen eingeblendet, die mögliche Aktionen zur Auswahl stellen. Besonders bei den einsammelbaren Objekten ist die zusätzliche Abfrage, ob der Gegenstand mitgenommen oder liegengelassen werden soll, eher überflüssig. Ein Zurücklassen von Objekten macht eigentlich keinen Sinn, da das Inventar keine Platzbegrenzung aufweist und somit alles Adventure-typisch eingesteckt werden sollte, was nicht niet- und nagelfest ist. Von diesen Inventargegenständen existieren über die gesamte Spieldauer nicht allzu viele und auch nicht alle werden schlussendlich zum Durchspielen benötigt. Rennen möchte Inspektor Glebski im Übrigen nicht, dafür bewirkt aber ein Doppelklick auf einen Ausgang im Regelfall einen direkten Raumwechsel.

Das schriftliche Gedächtnis

Geschicklichkeits- und Minispiele sind in der Regel nicht für das Vorankommen erforderlich.

Gerätselt wird hauptsächlich über den richtigen Einsatz der Inventargegenstände in der näheren Umgebung. Da das Inventar, welches mit der rechten Maustaste aufgerufen werden kann, stets übersichtlich bleibt, sind die Kombinationsrätsel keine große Herausforderung für Adventure-Veteranen. Die Rätsel sind dabei immer logisch und gut in die Welt integriert. An gewissen Stellen sind zusätzlich kleinere Minispiele eingebaut, um die Geschicklichkeit des Spielers herauszufordern. An einem Beispiel erklärt, muss der Mauszeiger für eine kurze Zeitspanne innerhalb eines Kreises gehalten werden, damit der Protagonist ein Glas mit exotischem Likör austrinkt ohne alles wieder auszuspucken. In einer anderen Situation wird mit den Pfeiltasten links und rechts auf der Tastatur vom Spieler abverlangt, die Balance auf Skiern aufrecht zu halten. Ein Scheitern der Minispiele bringt allerdings keinerlei schwerwiegende Konsequenzen mit sich, weshalb diese kurzen Einlagen auch keine Frustsituationen beim Spieler hervorrufen sollten und auch nur in einem Fall zum Weiterkommen erfolgreich absolviert werden müssen. Auch optionale Minispiele, wie beispielsweise Black Jack, Billiard oder Dart können von dem Spieler angegangen werden, wenn dieser es wünscht und Gäste zum Spielen bereit stehen.

Einträge in ein Notizbuch leisten hilfreiche Dienste und vermerken nützliche Information

Als in vielen Situationen hilfreich erweist sich unser Notizbuch, in dem Peter seine Erlebnisse und Eindrücke niederschreibt. Sowohl Notizen und Charakterbeschreibungen der anderen Gäste als auch Hotelpläne und zurückliegende Ereignisse werden detailliert vermerkt und können bei Bedarf wiederholt durchgelesen werden. Sobald ein neuer Eintrag dem Notizbuch hinzugefügt wird, erscheint auf dem Bildschirm ein Hinweissymbol, welches den Spieler auf die neuen Informationen hinweist. Die lang ausfallenden Laufwege hätten durch die Benutzung der Hotelpläne der einzelnen Etagen um einiges abgekürzt werden können, was die ohnehin schon nicht sehr lange Spieldauer allerdings nochmal um einiges beschnitten hätte.

Ausdrucksstarke Soundkulisse

Punkten kann 'Dead Mountaineer's Hotel' mit seiner weitgehend gelungenen Sounduntermalung. Zwar beherbergt die uns vorliegende Version wie bereits einleitend erwähnt noch keine deutsche Sprachausgabe, sondern nur größtenteils ins Englische übersetzte Untertitel, doch die Geräuschkulisse und insbesondere die orchestrale Hintergrundmusik hinterlassen einen atmosphärischen Eindruck und eine von der Außenwelt abgeschiedene Stimmung. Positiv ist auch anzumerken, dass die Hintergrundmusik in einem der Gästezimmer etwas rockiger gestaltet wird, wenn der Hotelgast zu einer derartigen Schallplatte lauscht. Ein vorhandener, hörbarer Wechsel des Musikstück nach einem Bildübergang innerhalb des selben angesprochenen Raumes wirkt aber gerade deshalb inkonsistent und unpassend.


Galerien

Fazit:

Wertung: Gut

'Dead Mountaineer's Hotel' verfolgt einige gute Ansätze, wirkt aber in der Gesamtheit nicht zu Ende gebracht. Der Handlungsstrang könnte noch mehr Länge und Inhalt vertragen, weshalb nach wenigen Stunden bereits der Abspann über den Bildschirm flimmert. Da sowohl die russische als auch die französische Version keine großen Unterschiede zu der Story unserer Preview-Version bietet, dürfte sich an diesem Punkt auch nicht mehr allzu viel ändern. Der nichtlineare Handlungsverlauf ist eine schöne Idee, die allerdings etwas wenig Variation anbietet. Die zwei verschiedenen Enden unterscheiden sich nicht besonders stark voneinander und die Entscheidung über den Ausgang der Geschichte wird auch erst gegen Ende recht unspektakulär getroffen. Zu wenige Rätsel, die zusätzlich durch lange Laufwege gestreckt werden aber sonst gut in die Welt integriert sind, stellen nur bedingt eine Herausforderung dar. Nun liegt es an Akella, für eine ebenso gute deutschsprachige Vertonung zu sorgen und die noch fehlenden Übersetzungen einzupflegen. Sollte zusätzlich an diversen Stellen etwas Feinschliff betrieben werden, so erwartet uns ein solides Kriminaladventure, welches aber dennoch hinter seinen Möglichkeiten zurückbleiben dürfte.

geschrieben am 30.09.09, Andreas Baumann

Systemanforderungen Weitere Links

Windows XP/Vista-Betriebssystem (32-/64-Bit)Pentium IV-Prozessor mit 2,0 GHz 512 MB Arbeitsspeicher
2,3 GB freier Festplattenspeicher
DirectX 9-kompatible Grafikkarte mit 128 MB RAM (GeForce FX 5700 oder höher, außer Onboard-Grafikkarten)
DirectX 9-kompatible Soundkarte
8-fach DVD-ROM-Laufwerk, Tastatur und Maus, DirectX 9.0c
Offizielle Homepage


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Dieses Preview gehört zu  Das Geheimnis des Berghotels.




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