Previews: Alter Ego:

Alter Ego


Der adelige Sir William ist tot und ganz Plymouth ist froh, ihn endlich losgeworden zu sein. Zwar konnte man ihm nie etwas nachweisen, dennoch ranken sich wilde Gerüchte um den schrulligen Einwohner. Viele ungeklärte Todesfälle sollen auf sein Konto gehen und auch sonst soll der Sir keine reine Weste haben. Doch mit dem Tod des Adeligen und seiner geplanten Beerdigung herrscht noch immer keine Ruhe in der englischen Hafenstadt. Die Serie unerklärlicher Morde geht weiter und zu allem Überfluss ist auch noch der Leichnam von Sir William verschwunden. In dieser schaurigen Szenerie platziert Future Games zwei Charaktere, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Den Dieb Timothy Moor und den Detective Briscol. Das tschechische Entwicklerstudio möchte mit 'Alter Ego' zurück in die Erfolgsspur kommen und schickt den Spieler zurück nach England, das wie schon im Hit 'Black Mirror', Schauplatz einer gruselig-spannenden Geschichte werden soll.


Plymouth, Ende des 19. Jahrhunderts

Timothy Moor wird als blinder Passagier erst einmal Festgenommen. Natürlich ist für den Dieb alles nur ein "Mißverständnis"...

Der Tagedieb Timothy Moor hatte sich seine Schiffsreise in das englische Hafenstädtchen doch etwas anders vorgestellt: Statt wie jeder andere auch von Board zu gehen, steckt er nur noch mit einer Unterhose bekleidet in Handschellen und wird am Hafen bereits von der Polizei erwartet. Dabei war doch alles nur ein Missverständnis und der blinde Passagier ist – wie soll es auch anders sein – völlig zu Unrecht in dieser bedrückenden Lage. Seinem Traum vom unbeschwerten Leben in der neuen Welt auf der anderen Seite des Atlantiks steht nun also erst einmal ein wenig angenehmer Aufenthalt im Gefängnis von Plymouth im Wege. Da Timothy dazu verständlicherweise wenig Lust hat, versucht er mit einem Sprung ins Hafenbecken seiner Festnahme zu entgehen. Glücklicherweise schafft er das auch und findet sich in der Kanalisation der Küstenstadt wieder, allerdings noch immer in Handschellen und nur mit einer Unterhose bekleidet. So bestehen auch die ersten Aufgaben des Spiels darin, die Handschellen loszuwerden und trockene, saubere Klamotten aufzutreiben. Nachdem er mithilfe einer Waschfrau recht bald in einem schicken Zwirn steckt, kann er sich endlich dem eigentlichen Grund für seinen Besuch in Plymouth widmen: Sein langjähriger Freund Brian will sich mit ihm treffen, um die gemeinsame Reise nach Amerika vorzubereiten.

Der Detective bekommt es an seinem ersten Arbeitstag an der neuen Arbeitsstätte gleich mit mehreren Toten zu tun: Er darf sich auf die Suche nach dem Leichnam des unbeliebten Sir William machen und den Mord am örtlichen Totengräber aufklären. Was Bristol nicht ahnt: In der Nacht vor diesen mysteriösen Vorfällen war auch ein uns inzwischen wohlbekannter Timothy auf dem fraglichen Friedhof unterwegs…

Gemächlicher Start

Detective Sergeant Briscol ist das absolute Gegenteil zum Dieb Timothy.

'Alter Ego' nimmt sich Zeit, den Spieler in die Steuerung und die Rätsel einzuführen. So bestehen die ersten Rätsel aus einfacheren Kombinationsaufgaben und Dialogen. Letzteren wird in 'Alter Ego' eine große Bedeutung beigemessen, oft müssen neue Orte oder Handlungsmöglichkeiten erst im Dialog mit anderen Charakteren frei geschaltet werden. Ein typisches Rätsel aus den ersten Minuten in 'Alter Ego' sieht beispielsweise so aus: Timothy wurde auf seiner Schiffsreise neben seiner Kleidung auch ein Familienerbstück abgenommen. Ein Medaillon, das er immer bei sich trägt. Da die Polizei noch nach ihm fahndet, kann er sich nicht selbst darum kümmern. Wie gut, dass er in einer Wäscherei eine erste Verbündete gefunden hat. Die muss er jetzt im Gespräch davon überzeugen, den Seemann zur Wäscherei zu locken, der sein Medaillon an sich genommen hat. Erst danach geht es weiter mit der Geschichte. An einer anderen Stelle müssen wir einen Charakter durch ein Gespräch ablenken, um unserer Tätigkeit als Dieb nachgehen zu können. Zumindest in unserer Preview-Version des Spiels, in der die ersten drei Kapitel voll spielbar waren, gab es hier aber keine alternativen Wege, so dass immer alle Gesprächsoptionen ausgewählt werden mussten, ehe es weiter ging. Ganz zu Beginn des dritten Kapitels gab es zwar eine theoretische Möglichkeit zu zwei unterschiedlichen Lösungswegen, die aber wohl eher einem noch auszubessernden Logikfehler zu verdanken sind, denn einer der Wege führt zu keinem logischen Ende. Für die weiteren Kapitel hoffen wir auf eine nicht ganz so starre Linearität der Geschichte. Was die Komplexität der Rätsel angeht, legte das Spiel bereits in den ersten drei Kapiteln etwas zu, was den Schluss nahelegt, dass der Schwierigkeitsgrad auch in den weiteren sechs Kapiteln stetig ansteigen sollte. Das muss auch geschehen, denn die anfänglichen Rätsel waren nicht sonderlich schwer.

Die Dialoge sind in Alter Ego einen wichtes Element für die Rätsellösung.

Die Dialoge in 'Alter Ego', die uns nur in der englischen Fassung und ohne Sprachausgabe vorlagen, machen schon einen guten Eindruck. Neben den für die Geschichte wichtigen Themen können wir auch Small Talk halten und so mehr über unser Gegenüber erfahren. Alle verfügbaren Themen werden uns in einer Auswahl dargestellt und bleiben auch dann noch erhalten, wenn wir sie bereits einmal angeklickt haben – Dann jedoch grau hinterlegt. So lassen sich neue Themen schnell finden und bereits geführte Dialoge wiederholen, falls uns eine wichtige Information entgangen sein sollte.

Schaurige Grafiken

Alter Ego bietet stimmungsvolle Grafiken: Die Kirche bei Nacht...

Schon 'Black Mirror' zeichnete sich durch sehr atmosphärische Hintergrundgrafiken aus. Ein Bonus, den sich auch 'Alter Ego' auf die Fahnen schreiben kann. Die Bar, Wäscherei und speziell der Friedhof machten durchweg einen sehr gelungenen Eindruck und fangen die düstere Atmosphäre der Geschichte hervorragend ein. Das fertige Spiel soll mit insgesamt rund 80 Locations aufwarten, die in der Regel über mehrere Screens verteilt sind. Belebt werden die Szenarien durch unaufdringliche Effekte wie flackerndes Feuer oder den obligatorischen britischen Dauerregen. Das Spiel präsentiert sich in verschiedenen Auflösungen bis zu 1680x1050 Pixel, es werden also auch Widescreen-Monitore unterstützt.

... und am Tag.

Die dreidimensionalen Charaktere glänzen zwar mit sehr vielen Spezialanimationen, z.B. wenn wir mit ihnen über eine Mauer klettern, bewegen sich im Großen und Ganzen aber noch recht steif. Da das Spiel ansonsten allerdings einen recht fertigen Eindruck macht, gehen wir nicht davon aus, dass sich hier noch etwas ändert.

Bei der Steuerung setzen Future Games auf gewohnte Elemente. Mit der linken Maustaste lassen wir unseren Charakter laufen und wahlweise auch rennen, Gegenstände aufnehmen oder Gespräche führen, über die rechte Taste unterziehen wir das gewählte Objekt einer genaueren Betrachtung. Eingesammelte Objekte finden wir im Inventar wieder, das am unteren Bildrand aufpoppt, wenn wir mit der Maus darüberfahren. Komfortfunktionen wie eine Anzeige der Hotspots und Ausgänge, oder eine Karte, über die wir weiter entfernte Orte besuchen können, finden sich ebenfalls in 'Alter Ego'.


Galerien

Fazit:

Wertung: Gut

Nach einem recht gemächlichen Start, der auch Anfängern keine Probleme bereiten dürfte, beginnt die Story im dritten Kapitel, etwas an Spannung aufzubauen. Im Laufe der weiteren sechs Abschnitte sollte 'Alter Ego' hier noch einen Zahn zulegen. Dasselbe gilt auch für die Rätsel, die in dem angespielten Teil noch eher selten zum Grübeln anregten. Meist genügte es schon, ausgiebig und mehrmals mit allen anwesenden Charakteren zu reden, um in der Geschichte voran zu kommen. Aber auch hier macht das dritte Kapitel einen Schritt in die richtige Richtung. Ob es für 'Alter Ego' reicht, an die Geschichte und Atmosphäre des Klassikers 'Black Mirror' anzuknüpfen, bleibt abzuwarten. Die Idee hinter der Geschichte hat auf jeden Fall das Potential dazu. Da ein Großteil der Atmosphäre aber durch die Texte und Sprecher erzeugt wird, können wir diesen Punkt noch nicht abschließend beurteilen. Wir sind gespannt, wie sich der Titel in der lokalisierten Fassung anfühlt und auch darauf, wie die unterschiedlichen Geschichten miteinander verknüpft werden. Fest steht jedoch schon jetzt: Eine Enttäuschung wie 'Reprobates' wird 'Alter Ego' ganz sicher nicht.

geschrieben am 24.02.10, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links

Windows 7 / XP / Vista
1,5 GHz CPU
512 MB Ram
DirectX 9 kompatible Grafikkarte und Soundkarte
DirectX 9.0c
4 GB Festplattenplatz
DVD-ROM
Offizielle Homepage


Spiel kaufen

Bei Amazon kaufen (Affiliate Link)
Ähnliche Spiele

Dieses Preview gehört zu  Alter Ego.




+1 Gefällt mir
Kommentare 0

Als Gast kommentieren

Benutzername
Zeichenkombination eingeben: 73c994


Anmelden

Name
Passwort

[ Registrieren | Passwort vergessen? ]
 

PCGamesDatabase.de Tayrint-Lets Play Adventures-Kompakt Adventuresunlimited.de Tentakelvilla.de All-Inkl Serverhosting

Der Adventure Corner Award
 Newsfeeds!  Twitter!  Become a fan!