Previews: Someday You'll Return:

Someday You'll Return


Im Rahmen des gemütlichen ReVersed Indie-Festivals in Wien hatten wir Gelegenheit, eine Demo zum düsteren First-Person-Adventure 'Someday You'll Return' auf dem Stand von CBE Software ('J.U.L.I.A. - Among the Stars') durchzuspielen. Mit einem Release ist 2019 zu rechnen. Unsere ersten Eindrücke könnt Ihr nun im Preview nachlesen.

Vorschau auf das Mystery-Abenteuer

Rückkehr an einen unliebsamen Ort

'Someday You'll Return' handelt von Daniel, der auf der Suche nach seiner erneut davongelaufenen Tochter Stela ist. Das Ortungsgerät des Handys leistet zunächst gute Dienste. Nach einer langen verregneten Autoreise führt die Spur geradewegs in die mährischen Wälder. Wenig später versagt das Gerät aber und bald darauf wird ihm klar, dass er hier schon einmal gewesen ist. Schlimmer noch: Es ist ein Ort, mit dem er schlimme Erinnerungen verbindet und an den er nie wieder zurückkehren wollte...

Viel mehr vom Inhalt war basierend auf der kurzen Demo-Version noch nicht zu entnehmen, doch die ersten Minuten vermitteln das Gefühl, dass diesem Adventure eine komplexe Story mit Tiefgang zugrundeliegt, die eine starke metaphorische Komponente aufweisen dürfte.

Someday Youll Return

Das Handy eignet sich nicht nur zum Orten, sondern auch für SMS-Antworten und Telefongespräche

Wiederum gestaltet sich die Genre-Zuordnung nicht ganz so einfach. In den ersten Minuten gibt es ein paar Grusel-Momente und der toll visualisierte Wald ist gerade beim Wechsel von Tag auf Nacht mitunter ein kleines bisschen unheimlich, aber im Endeffekt erinnert es von der Stimmung her mehr an 'The Vanishing of Ethan Carter', das einen spannenden Mix aus Mystery und psychologischem Horror geboten hat, ohne sich einer Seite komplett zu verschreiben. Auch Erinnerungen an das großartige 'Firewatch' wurden ab und zu wach. In jedem Fall wird nicht jene Art von Horror geboten, die auf heftige Schockeffekte aus ist, sondern eine subtile, sehr stark narrativ getriebene Variante.


Semi-Open-World

Die Entwickler verstehen 'Someday You'll Return' als Semi-Open-World-Spiel. Bereits nach wenigen Spielminuten erreichen wir den ersten Aussichtspunkt, der nahezu die gesamte, begehbare Spielwelt umfassen soll. Zwar ist das ein guter Vorgeschmack auf das, was in den kommenden Spielstunden noch zu erwarten ist, doch vieles ist noch nicht gleich erreichbar. Zum Beispiel wurde ein Brücke zerstört und wir müssen eine Notlösung basteln, oder die Spur führt zu einem ganz bestimmten Gebäude. Es sind also immer nur größere Teilbereiche der Welt frei begehbar.

In den frei begehbaren Abschnitten gibt es stets viele optionale Sehenswürdigkeiten, Karten und weitere interessante Dinge. Es lohnt sich also, ab und zu vom Weg abzukommen. Wer genau schaut, erblickt hier und da leicht bedrohlich wirkende Skulpturen im Stein oder andere Kreationen, die an bekannte Künstler erinnern. Die Spieldauer dürfte schätzungsweise mehr als 10 Stunden betragen und soll zumindest 'J.U.L.I.A. - Among the Stars' an Umfang übertreffen.

 

Bei Nacht kann die Stimmung düster werden

Kein Walking Simulator

CBE Software bemüht sich das Spiel so zu gestalten, damit es selbst für Casual-Abenteurer zugänglich bleibt, ohne erfahrene Spieler abzuschrecken. Es wird mehrere Schwierigkeitsgrade geben, die sich offenbar vorrangig durch die Art der Hotspot-Anzeige unterscheiden. Auf leichter Stufe leuchten Hotspots selbst aus weiter Ferne sofort auf, auf schwerer Stufe muss man ganz in der Nähe eines Interaktionspunktes stehen, um diesen angezeigt zu bekommen. Durch das Brauen von Tränken soll es später zudem möglich sein, die Wahrnehmung zu verbessern.

Wer einen “Walking Simulator“ befürchtet, der liegt komplett daneben. Natürlich geht es oft darum, Spuren zu folgen und die Umgebung zu erkunden. Doch selbst in diesem Punkt ist beispielsweise darauf zu achten, wohin man tritt und manchmal ist langsameres Gehen besser um keine böse Überraschung zu erleben. Einen kleinen, aber nicht sonderlich komplizierten Balanceakt auf einer Brücke gab es ebenso. Abgesehen von Gameplay-Elementen dieser Art darf man sich auf zahlreiche andere Interaktionsmöglichkeiten einstellen, auf die wir im folgenden Punkt zu sprechen kommen.


Inventar und Werkzeuge

Someday Youll Return

Im Inventar stehen uns mehrere Werkzeuge zur Verfügung, die wir gezielt einsetzen müssen

Wie man es von klassischeren Adventures kennt, gibt es ein richtiges Inventar. Gegenstände sind dort kombinierbar oder lassen sich anhand von diversen Werkzeugen bearbeiten. Selbst das Handy ist nicht nur zum Orten der Tochter geeignet, sondern für SMS und Telefonate, die wir beantworten oder ignorieren können (das Spiel bietet uns zwei, drei Antwortmöglichkeiten zur Auswahl an). Und ja, in der Spielwelt ist obendrein eine Handvoll NPCs anzutreffen. Überhaupt sollen unsere Entscheidungen in den diversen Kommunikationen kleine Konsequenzen mit sich bringen.

Die Sache mit den Werkzeugen funktioniert übrigens so, dass Daniel früh bei seiner Suche auf verschiedene Werkzeuge in einem Rucksack stößt, die sogleich ins Inventar wandern. Wird dann eine vernagelte Kiste entdeckt, ist diese im Inventar aus der Nähe betrachtbar (dort ist sie frei drehbar und lässt sich von allen Seiten begutachten). Mit dem Hammer wird jeder Nagel einzeln entfernt. Ansatzweise vergleichbar ist das mit 'Unforeseen Incidents'. Allerdings muss bei 'Someday You'll Return' jeder Interaktionspunkt sehr gezielt anvisiert werden und dieses Unterfangen gestaltet sich doch ein bisschen komplexer. Beim letzten Rätsel der Demo ging es um die Reparatur einer kaputten Leiter, wo wir zunächst Holz sammeln mussten, um es dann zu befestigen.

 

Der Wald ist detailliert gelungen

Schöne Präsentation

Seit dem ersten Teaser von 2015 hat sich 'Someday You'll Return' sehr gut weiterentwickelt und das zusätzliche Budget durch diverse Förderungen hat sichtlich geholfen. Zumindest der Einstieg fühlt sich sehr an, als würde man durch einen richtigen Wald spazieren und die detailliert visualisierte Umgebung ist in diesen Minuten angenehm abwechslungsreich gelungen. Dass für die meiste Arbeit (ähnlich wie schon bei 'J.U.L.I.A.') nur ein zweiköpfiges Team verantwortlich ist, würde man wahrscheinlich nicht vermuten.

Gespielt wurde die Demo zwar via Maus und Tastatur, das fertige First-Person-Abenteuer wird aber auch Controller-Support haben. Während die musikalische Untermalung gewohnt stark ist, ohne sich unnötig in den Vordergrund zu drängen, konnten wir uns noch kein Bild von der englischen Sprachausgabe machen, die in dieser Fassung noch nicht integriert war. Deutsche Untertitel sind fix geplant, hinter einer deutschen Vertonung steht vorerst hingegen ein Fragezeichen.


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

Schon als ich den Wald vom Aussichtspunkt überblicken konnte und vom Entwickler zu hören bekam, dass tatsächlich fast alles erkundbar sein wird, war ich sehr angetan! Die Stimmung der düster-melancholischen Umgebung ist so weit sehr atmosphärisch und es ist kein Nachteil, dass hier reale Orte miteinander vermengt wurden! Selbst in den ersten Minuten sind überall kleine Details und Sehenswürdigkeiten versteckt, ohne das eigentliche Ziel der metaphorischen Reise aus den Augen zu verlieren. Doch auch in spielerischer Hinsicht gibt es genug zu tun und das Gefühl, einen Walking Simulator zu spielen, hatte ich beim Anspielen keine Sekunde lang. Erwarten darf man sich somit ein sehr ambitioniertes First-Person-Abenteuer, das auch optisch einiges hergibt. Wie gut die Story über die volle Distanz funktionieren wird und inwiefern die Sprachausgabe dem hohen Anspruch gerecht werden kann, bleibt freilich abzuwarten. Wir freuen uns jedenfalls auf das fertige Spiel.

geschrieben am 11.07.18, Matthias Glanznig

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