Das Entwicklerstudio inkle aus Cambridge steht hinter den Spielen der 'Overboard!'-Reihe, '80 Days' und 'Haven’s Vault' und ist bekannt für seine interaktiven und erzählstarken Indie-Spiele. Das neue Spiel 'TR-49' steht im Zeichen der Entschlüsselung von mysteriösen Codes. Wie es sich spielt, erfahrt ihr im Test.
Wer bin ich?
„Abbi, bist du da?“ Mit diesen Worten beginnt das neue Rätsel-Adventure des Indie-Studios inkle. Wir befinden uns im Keller einer alten Kirche vor einer mysteriösen, alten Dechiffriermaschine. Ein runder Bildschirm auf der linken Seite leuchtet in monotonem Computergrün. Unser Name ist Abbi. Unsere Aufgabe: Wir müssen ein verschwundenes Buch finden.
Wir haben nur kurz Zeit, uns über die Frage nach dem „Wer bin ich?“ Gedanken zu machen, denn durch einen alten Lautsprecher redet eine Stimme mit uns. Sie bittet uns, mithilfe der Maschine ein Buch zu finden, das sich dort in ihrem Inneren, ihrem Archiv, befindet. Der Name des Buches ist „Endpeace“.
Was tue ich hier?
Genauso unvermittelt, wie wir vor dieser Maschine gelandet sind, gestaltet sich auch die Suche nach dem Buch. Denn bevor wir uns Gedanken machen können, müssen wir die Bedienung der Maschine in den Griff bekommen. Und die ist eine spannende Mischung aus altem Computer, Hebeln und Knöpfen. Es handelt sich eindeutig um ein älteres Kaliber, und diese Vermutung wird sich im Laufe unserer Suche bestätigen.

Schnell wird dabei deutlich, dass wir nicht nach normalen Büchern oder klassischen Autoren suchen, auch wenn wir im Laufe der Suche Einträge zur „Schatzinsel“ und „Alice im Wunderland“ finden können. Der Kern des Archivs der Maschine besteht aus Büchern von Autoren und Verlagen, die völlig unbekannt sind, allen voran Cecil Caulderly und Beatrice Dooler, die Erfinder der Maschine, mit der wir gerade arbeiten.
DO-17 oder ST-09?
Das Gameplay ist einfach und übersichtlich gehalten. 'TR-49' wurde für die Bedienung des Steam Decks konzipiert und lässt sich sowohl mit der Tastatur als auch mit der Maus oder dem Gamepad steuern. Da ich während des Spiels hauptsächlich Codes eingeben musste, habe ich eine Mischung aus Maus und Tastatur gewählt, die mir entgegenkam. Letztlich steht es dem Spieler aber völlig frei.

Der Hauptmechanismus des Spiels besteht im Ausprobieren und im Enträtseln von vierstelligen Codes, die dann wiederum zu Einträgen führen und neue Informationen liefern. Viele dieser Einträge führen uns dann zu neuen Autoren, Titeln und unbekannten Büchern, zu denen es wiederum neue Einträge und neue Informationen gibt. Zwischendurch bekommen wir immer wieder Input von dem unbekannten Mann am anderen Ende unseres Lautsprechers.
Mir hat das Gameplay gut gefallen. Das Enträtseln und Lesen von Einträgen hat mir Spaß gemacht. Die Meta-Geschichte um den Mann hinter dem Lautsprecher macht das Spiel lebendig und schafft eine dringliche und unheimliche Atmosphäre. 'TR-49 ist komplett synchronisiert und eben kein reines Lesespiel, obwohl das den Großteil des Gameplays ausmacht. Durch die gelungene audiovisuelle Unterstützung wird dieser Teil aber gut aufgebrochen und lebendig ins Spiel eingebunden.
Endpeace
Letztlich versucht 'TR-49', verschiedene Storylines zusammenzubringen. Die erste und offensichtlichste ist das Rätsel um Abbi und den Unbekannten hinter dem Lautsprecher. Die zweite ist die Geschichte der rätselhaften Bücher im Archiv der Maschine und der Autoren dahinter sowie des „Endpeace“, das wir suchen. Die dritte Geschichte ist eine Geschichte in der Geschichte, die sich um die Entwickler der Maschine und ihre Familie dreht.

Gedanklich bin ich am Ende der vier bis acht Stunden Spielzeit, aber mit vielen Fragen im Kopf zurückgeblieben. Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich zwar alle Informationen gefunden und entschlüsselt, aber nicht richtig zusammengebracht oder schlicht nicht richtig verstanden habe. Leider liegt 'TR-49' bisher auch nur in englischer Sprache vor. Für mein fehlendes Puzzlestück ist das aber nicht verantwortlich.
'TR-49' ist ein schönes und komplexes Rätselspiel, das durch vielschichtige Storylines verdichtet wird. Ganz im Stil anderer inkle-Spiele hat mich das Spiel schnell in seine Story hineingezogen. Die vier bis acht Stunden Spielzeit sind angemessen und weder zu kurz noch zu lang. Je nach eigener Auffassungsgabe rätselt man eben etwas länger oder kürzer.
Dennoch bin ich etwas enttäuscht zurückgeblieben. Ich habe das Spiel zwar gelöst und konnte einige meiner offenen Fragen beantworten, habe aber immer noch das Gefühl, nicht alle Puzzlestücke richtig verstanden zu haben und etwas übersehen zu haben.
Dennoch schafft es das Spiel, eine passende und dichte Atmosphäre zu erzeugen und mir hat es Spaß gemacht. Das liegt nicht zuletzt an der gelungenen Synchronisation und audiovisuellen Unterstützung, die aber bisher leider nur in englischer Sprache vorliegt. Hierfür gab es aber keinen Punktabzug in meiner Wertung.
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TR-49
- Entwickler
- inkle Studios
- Publisher
- inkle Studios
- Release
- 21. Januar
- Trailer
- Hier ansehen • Bei Youtube ansehen
- Webseite
- https://www.inklestudios.com/tr-49/
- Sprachen
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- Systeme
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- Stichwörter
- Publisher und Entwickler: inkle Studios