Reviews: Bone Gold:

Bone: Flucht aus Boneville


Nachdem Lucas Arts im Jahre 2004 zum Bedauern vieler 'Sam and Max2' einstellte, dauerte es nicht lange bis sich einige der ehemaligen Mitarbeiter, unter dem Banner von Telltalegames wiedervereinigten. Man kündigte nicht nur neue 'Sam and Max' Spiele im Episodenformat an, sondern gleich auch noch eine Versoftung von Jeff Smiths´ Bone Comicbüchern, im selbigen Format. Wir haben die drei Familienmitglieder der Bones auf ihrer abenteuerlichen Reise begleitet- Wie amüsant diese Reise ausfallen ist, erfahrt ihr in unserem Test.

 



Sie sind klein, weiß und Comicfiguren: Fone Bone, Smiley Bone und Phoney Bone. Des Weiteren haben sie zurzeit großen Ärger am Hals.
Der profitgierige Phoney hat mal wieder ein krummes Geschäft abgewickelt und nun wird er samt seiner beiden Cousins aus der Stadt gejagt. Als wäre dies nicht genug, treffen die drei auf einen riesigen Heuschreckenschwarm, der sogleich Jagd auf sie macht. Getrennt von einander, finden sich die Bone Cousins in einer unbekannten Gegend wieder, in der es nicht nur einen echten (gutmütigen) Drachen, sondern auch sprechende Wanzen und ein Heer ungemütlicher Rattenmonster gibt. Nebenbei verguckt sich Fone in die Waldbewohnerin Thorne, die ihm mit seiner Großmutter bereitwillig zur Seite steht.
Ein großes Abenteuer beginnt…

Gameplay

Vom Aussehen erinnert 'Bone' zwar von der Spielengine her, an ein verkapptes Jump and run, glücklicherweise ist es dennoch keines. Klicken wir eine beliebige Stelle auf dem Screen an, so läuft einer der beiden steuerbaren Charaktere (Fone und Phoney) automatisch dort hin. Die Betonung liegt auf laufen, das was wir in den meisten Adventures per Doppelklick bewerkstelligen, geschieht hier quasi von ganz alleine. Wenn wir mit einem Gegenstand – in irgendeiner Form- interagieren können, zeigt uns das Hotspotsystem dies automatisch an- einen Linksklick auf den Hotspot und die ermöglichte Aktion wird ausgeführt.
Das Inventar findet in einem Rucksack am linken, unteren Bildschirmrand Platz.
Allerdings wandern im Laufe des Spiels, nur sehr wenige Gegenstände ins Inventar. So fällt es dann bei Inventarrätseln auch nie schwer, schnell auf die richtige Lösung zu kommen. Zumal es ohnehin nur sehr wenige Hotspots gibt, mit denen wir einen unserer Gepäckgegenstände kombinieren können.
Das Stichwort Rätsel ist ohnehin angebracht, denn streng genommen gibt es so gut wie keine. Ein Inventarrätsel hier eines da, ansonsten ein paar klassische Adventuretricksereien – Das war es in der Hinsicht auch schon. Beispiele für solch ein klassisches Adventurerätsel: Phoney will einen Fluss über einen Baumstamm überqueren, dieser wird aber von einer riesigen Wanze besetzt, die uns nicht passieren lassen will. Also beleidigen wir sie in einem der Multiple Choice Dialoge so lange, bis sie uns rammen will. Nun gilt es sich sofort nach der Beleidigung vor einer geeigneten Stelle zu positionieren, um die Wanze mit dieser kollidieren zu lassen und sie sich selbst auszuknocken.
In einer anderen Szene schnappen sich 2 Rattenmonster Fone und beraten bereits darüber in welcher Form sie ihn denn verspeisen sollen( Der kleine Hobbit lässt in abgewandelter Form grüßen).
Per Multiple Choice können wir die beiden gegeneinander aufhetzen, so dass sie
Ihren Gefangenen vernachlässigen. Die beiden beschäftigen sich nun miteinander, blicken aber alle paar Sekunden mal in unsere Richtung. Wir prägen uns die Abstände ein und schleichen uns nach einem bestimmtem Muster mit Rückwärtsschritten langsam aus der Gefahrenzone. Werden wir während einer Bewegung gesehen, werden wir am Kragen gepackt, an den Ausgangspunkt verfrachtet und die Situation geht von vorne los, wir müssen also immer wenn wir in ihrem Blickfeld stehen, bewegungslos auf dem Fleck stehen bleiben.
Ein Teil dieses Puzzles ist das Multiple Choice System, welches eine sehr wichtige Funktion einnimmt. Wenn wir mehr als einen potenziellen Gesprächspartner haben, können wir zwischen den beiden Gesprächspartnern hin und her wechseln. In vielen Dialogen liegt es an uns, wie viele Fragen wir stellen wollen, große Teile sind optional. Es ist aber sehr zu empfehlen, so viel wie möglich aus den Gesprächen mitzunehmen, diese sind meistens sehr witzig und man erfährt auch deutlich mehr über die Spielwelt. Es gibt auch zwei Minispiele, die vom Inhalt komplett identisch sind. Es gibt zwei Verfolgungsjagden im Spiel, eine am Anfang, eine am Ende.
Zu Beginn fliehen wir vor einem riesigen Heuschreckenschwarm. Fone Bone läuft automatisch den aufwärts scrollenden Screen entlang, mit der Maus müssen wir Hindernissen ausweichen, mit der Spacetaste überspringen wir sie.
Die Maussteuerung in diesen Sequenzen ist nicht sehr präzise, so dass man an der ein oder anderen Stelle trotz richtiger Mausbewegungen gegen ein Hindernis läuft. Stossen wir gegen ein paar Hindernisse, haben uns die Heuschrecken eingeholt und das Minispiel muss neu gestartet werden. Nach ein paar Versuchen, lassen sich die beiden Einlagen aber problemlos bewältigen. Alternativ kann man diese Minispiele auch überspringen. Zusätzlich gibt es im ganzen Spiel eine Hilfefunktion, die über die nächsten Schritte Auskunft gibt. Damit unterstreicht Bone noch mal seinen extrem niedrigen Schwierigkeitsgrad.

Grafik

Die Hintergründe wirken ein bisschen auftapeziert. In den meisten Screens dominiert eine Hauptfarbe, zudem wirkt die Grafik ein wenig matt.
Auf grafische Spielereien wurde verzichtet, somit ist die Grafik zwar nicht gerade überragend, aber durchaus solide und ein gutes Fundament für den Charme und das Ambiente des Spiels.
Die 3D Kamera fängt das Spielgeschehen gut ein und die Charaktere sind liebevoll gestaltet. Daran ändert sich auch bei den vielen Closeups in den Dialogen nichts.
Besonders die drei Bone Cousins sind so sympathisch und charmant dargestellt, dass man sie einfach mögen muss.

Sound

Die mittlerweile eingedeutschte CD Version von 'Bone', ist ein Musterbeispiel für eine gelungene Vertonung. Unter anderem haben der Homer Simpson Synchronsprecher und die deutsche Stimme von George Stubbard ihren gelungenen Beitrag geleistet. Dass der Humor so wunderbar aufgeht liegt also nicht nur an den witzig geschriebenen Dialogen und den guten Charakteren sondern auch zum großen Teil an den Sprechern. Die musikalische Untermalung ist nicht minder gelungen. Sehr amüsant und skurril geht es auch hier zu.
Gelegentlich schleichen sich traditionell irische Klänge ins Musikgefüge ein, die schlicht und ergreifend fantastisch klingen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 74%

An spielerischem Gehalt kann 'Bone' nicht besonders viel bieten. Die wenigen Rätsel verdienen kaum den Namen, zumal sich die benötigten Items stets in unmittelbarer Nähe befinden. Wesentlich mehr Zeit verbringt man mit Dialogen, die dafür sehr amüsant und gelungen sind. Generell zündet der Humor in 'Bone' hervorragend. Bei den skurrilen Charakteren merkt man, dass hier ehemalige Lucas Arts Mitarbeiter beteiligt waren. Die gelungene Synchronisation (mit viel Prominenz) weiß ohnehin zu begeistern. Die musikalische Untermalung ist ebenfalls sehr gelungen und erinnert ebenfalls gelegentlich an alte Lucas Arts Tage. Von der spielerischen Qualität selbiger, ist man zwar weit entfernt, aber das ist wohl der Preis des Episodenformats. Die Spielzeit ist nebenbei auch für ein Spiel in Episodenform unanständig kurz.
Mehr als maximal 3 Stunden (und dies ist schon optimistisch) dürfte niemand benötigen, um den Abspann zu sehen. Allerdings ist die Spielwelt so gelungen und fantasievoll, dass es hoch unterhaltsame Stunden sind und die Lust auf den Nachfolger geweckt wird. Dieser ist auch in Form des Bundles 'Bone Gold', in Kombination mit Teil1 erhältlich. Da Episode 2 die unmittelbare Geschichte von Teil1 weitererzählt und es hier kein abgeschlossenes Ende gibt, rate ich stark zu diesem Paket.
'Bone' ist ein ideales Spiel für Einsteiger, da es nicht wirklich Stellen gibt, an denen man hängen bleiben kann. Im Übrigen eignet sich das Spiel auch für jüngere Spieler hervorragend. Eltern können ihren Kindern hier unbesorgt, eine harmlos- fantasievolle Welt nach Hause holen. Gleichzeitig schafft es 'Bone' aber auch ältere Semester anzusprechen, zumindest solche die die Gameplaymängel bei Seite schieben können, ansonsten könnten einige doch sehr enttäuscht reagieren.
Letzten Endes ist die erste Episode von Telltale, aber auch einfach Geschmacksache und daher kann ich nur für mich sprechen, wenn ich sage: Mir hat es viel Spaß gemacht. Eine höhere Wertung, ist mir aufgrund der Gameplayschwächen, allerdings dennoch nicht möglich. Hier wäre noch mehr drin gewesen!

geschrieben am 08.04.08, Ingmar Böke

Systemanforderungen Weitere Links
Windows XP
PIV 1GHz CPU
128MB RAM
140MB HD
Homepage des Entwicklerteams
Offizielle Bone Homepage


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Dieses Review gehört zu  Bone Gold.




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