Reviews: Downfall:

Downfall


Bereits im Jahr 2009 erschien 'Downfall' des polnischen Indie Entwicklers Harvester Games und sorgte bei einigen Spielern für (un)angenehme Überraschungen. Neben den positiven Reaktionen, klagten viele Spieler vor allem über die zahlreichen Bugs im Spiel. Seit Dezember 2011 wird das Horror Adventure nun über Headup Games als Download vertrieben. Wurden an der aktuellen Version Verbesserungen vorgenommen?


In einer regnerischen Nacht…

Wohin ist Ivy verschwunden?

Joe Davis und seine Frau Ivy wollten sich nur eine Auszeit nehmen. Ihr Eheglück bröckelte bereits in den letzten Jahren und somit schien es eine gute Idee, London zu entfliehen um einfach mal raus zukommen. Als die beiden plötzlich von einem Unwetter überrascht werden und Ivy Panik Attacken bekommt, kommt das Quiet Haven Hotel als Unterschlupf wie gerufen. In der Rezeption angelangt, redet Ivy ununterbrochen von Tod und Finsternis. Sie behauptet sogar, dass Joe sie töten wird und fordert ihn sogar regelrecht dazu auf. Joe ist mit der Situation überfordert und plant am nächsten Morgen einen Psychiater konsultieren. Doch nach der anstrengenden Nacht ist im Hotel nichts mehr, wie es war. Die Wände sind mit Blut getränkt und tote Gestalten halten sich in den Räumen auf. Hat Ivy also doch nicht halluziniert? Gibt es eine Verbindung zu den Morden des Devenshire Axeman vor 10 Jahren?

Schaurig altmodisch

Die Lösungswege sind oft makaber, aber meist nachvollziehbar.

'Downfall' ist typisches Point and Klick Adventure. Mit der linken Maustaste kann Joe mit Objekten interagieren und mit der rechten Maustaste genauer untersuchen. Klassisch bleibt das Spiel auch bei seinen Rätseln. Die Rätselketten sind dabei meistens logisch nachvollziehbar und in einem moderaten Schwierigkeitsgrad angesiedelt. Doch zartbesaitete Spielerinnen und Spieler seien gewarnt: Joe geht bei seinen Lösungen nicht gerade zimperlich zu. An einer Stelle des Spiels muss Joe beispielsweise in einen bestimmten Raum und benötigt den Schlüssel für die Tür. Durch eine Notiz erfährt er, dass die schwarze Katze den Schlüssel geschluckt haben muss. Da diese ständig vor Joe weg rennt, muss sie zunächst eingefangen werden. Ist dies getan, müssen wir trotzdem noch irgendwie an den Schlüssel kommen. Und die Lösung des Rätsels ist leider nicht die Verabreichung von Rizinusöl im Katzenfutter, sondern eher blutiger Natur. Ob dies jetzt als Kritikpunkt bewertet werden muss, sollte jeder Spieler für sich entscheiden. Zumindest passen die makaberen Lösungen meistens zum Spielverlauf. Etwas schade bleibt dabei allerdings, dass Joe viele Handlungen zwar bereut, vorher aber kaum in Frage stellt. Überhaupt fällt es schwer, sich mit ihm zu identifizieren, dazu bleibt er oftmals zu still und charakterlos in seinen Kommentaren. Im späteren Spielverlauf werden noch andere Charaktere vom Spieler gesteuert. Sogar ein Hauch von kooperativen Aufgaben muss Joe später lösen, diese sind aber eher redundanter Natur. So muss Joe lediglich im anderen Raum sein, und beide Personen betätigen gleichzeitig jeweils die Konsole bzw. einen Hebel, um ein Tor zu öffnen. Hier wäre durchaus Potential für anspruchsvollere Rätselketten gewesen. Joe werden klare Aufgaben gegeben und der Spieler weiß auch meistens was zu tun ist. Erfreulicherweise sind die Rätsel ohne zu Großes um die Ecke denken lösbar. Selten bleibt man im Spiel hängen, zu leicht ist 'Downfall' aber trotzdem nicht. Bei 'Downfall' hat der Schwierigkeitsgrad den Vorteil, im Fluss der Geschichte zu bleiben und sich als Spieler insbesondere auf den weiteren Storyverlauf zu konzentrieren.

Nicht empfohlen für Jugendliche unter 18 Jahren

In vielen Locations geht es blutig zu.

'Downfall' geizt nicht mit Splatter und Gore Effekten und richtet sich dabei ganz klar an erwachsene Adventure Spieler. Wer Spaß an blutigen Horror Geschichten hat, kommt hier ganz klar auf seine Kosten, zumal ähnliche Vertreter im Adventuregenre eher spärlich vorhanden sind. Dabei ist Harvester Games ein gelungener Spagat zwischen einer ernsthaft ambitionierten Geschichte und schockierendem Horror gelungen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass keine schwarzhumorigen Elemente im Spiel zu kurz kommen müssen. Zwar werden auch Schockmomente in das Spiel mit eingebaut, diese wirken jedoch aufgrund der limitierten Technik kaum erschreckend. Dafür punktet der Titel in Sachen Atmosphäre. Wenn Joe über blutverschmierte Flure wandert und vor dem Haus ein Gewitter donnert, kommt durchaus Gänsehautatmosphäre auf. Überhaupt sind zumindest die gezeichneten und kontrastreichen Hintergründe im Spiel mehr als gelungen und tragen viel zur gruseligen Stimmung bei. Lediglich die 2D Chraktere sehen zum Teil sehr grob und matschig aus und wirken in den kreide- und bundstiftartigen Hintergründen teilweise arg deplatziert. Nichtsdestotrotz muss man 'Downfall' seinen eigenen Stil zusprechen. Die Animationen sind nur zum Teil gelungen. Während sich Joe mehr als hölzern durch die mehr als 70 handgezeichneten Hintergründe bewegt, sind Betätigungen mit Mordinstrumenten wesentlich besser animiert. Somit wird einerseits der Gore Faktor erhöht, andererseits ein Teil der ansonsten guten Atmosphäre getrübt. Beim Soundtrack gibt es hingegen nur wenig Kritik. Die Musikstücke werden zwar nur sperrlich eingesetzt, sind dafür aber durchweg gelungen und abwechslungsreich. Auch gelegentliche Soundeffekte, wie Donner verbreiten Gruselstimmung. Etwas schade ist hingegen, dass das Spiel keine Sprachausgabe aufweist. Da der Titel vor allem seinen Fokus auf die Geschichte und Atmosphäre legt, wäre eine Sprachausgabe toll gewesen. Das Spiel ist dabei lediglich in englischer Sprache erhältlich. Die Texte sind jedoch sehr gut verständlich, sodass nicht die größten Englischkenntnisse Voraussetzung sind.

Entscheide dich jetzt

Die Hintergründe sind zum Teil sehr gut umgesetzt.

An einigen Momenten im Spiel muss sich Joe zwischen zwei Aktionen entscheiden. Diese Entscheidungen haben sogar einen Einfluss auf den weiteren Spielverlauf sowie auf die Endsequenzen. Von denen bietet 'Downfall' insgesamt fünf Verschiedene. Dabei ist positiv zu sagen, dass der Grundverlauf der Geschichte unangetastet und demzufolge glaubwürdig bleibt, sondern lediglich unterschiedliche Endsequenzen möglich sind. Das erhöht zwar den Wiederspielwert, jedoch sind drei Entscheidungen und demzufolge drei Endsequenzen erst kurz vor dem Spielende zu treffen und mit einem gut platzierten Savegame sofort spielbar. Somit verändern die Entscheidungen zwar nicht den Verlauf des Spiels, dafür ist es angenehm, ein Hauch von Entscheidungskonsequenzen zu spüren. Wie es sich für ein Horror Spiel gehört, ist auch ein Ableben von Joe während des Spiels möglich. Dabei hat man drei Continues zur Verfügung, kann aber natürlich jederzeit wieder einen alten Spielstand laden.

Verbesserungen seit 2009?

Irgendetwas ist faul am Hotel Quiet Haven.

Neben den vielen positiven Aspekten des Spiels, wurden schon 2009 die vielen Unfertigkeiten des Spiels bemängelt. Und hier können wir leider keine Entwarnung aussprechen. Scheinbar haben sich die technischen Mängel auch in die aktuelle Version geschlichen und wurden nicht verbessert. So gibt es zahlreiche kleinere und größere Bugs. So dreht sich Joe beispielsweise gleich zu Beginn des Spiels im Hotel Folier im Gespräch mit Ivy ständig in Richtung des Spielers, wenn Ivy allerdings spricht, dreht er sich zu ihr. Im späteren Verlauf ist auch aufgetreten, dass Gegenstände im Inventar verschwinden und nicht wieder anklickbar sind. Während des Testens ist das Spiel auch abgestürzt. In späteren Abschnitten zu zweit, bleibt die zweite Person in einem anderen Raum hängen und ist dann auch nicht wieder auffindbar. Hier helfen nur mehrere Savegames. Kleinere Unzulänglichkeiten, wie zum Beispiel das Schließen des Inventars bei der Betätigung der Pfeiltaste zum Scrollen oder der Kombinierung von zwei Objekten, wobei das eine aber unerklärlicherweise zuerst angeklickt werden muss, trüben ebenfalls den Gruselspaß. Nichtsdestotrotz macht 'Downfall' dadurch einen eher unfertigen Eindruck und trübt die ansonsten sehr gelungende Atmosphäre.


Galerien

Fazit:

Wertung: 76%

Eigentlich ist 'Downfall' ein richtig toller Horror Titel geworden. Die Atmosphäre stimmt, die Geschichte ist spannend, zum Ende sogar durchaus überraschend und versprüht viel Gruselstimmung für etwa fünf Stunden Spielzeit. Zwar ist man nach dem Spielen nicht so verängstigt, wie zum Beispiel nach 'Amnesia', dafür ist die Technik zu limitiert, aber auch 'Downfall' hat seine guten Momente und versucht zumindest die subtile Komponente mit viel Gore zu kompensieren, was den geneigten Splatterfreund sicher gefallen wird. Trotzdem werden wir das Gefühl nicht los, dass der Titel mit mehr Feinschliff, einer besseren Technik und einer Sprachausgabe noch besser sein könnte. Insbesondere die zahlreichen Bugs sind scheinbar nicht behoben worden, was nach über zwei Jahren schon an Frechheit grenzt. Dem polnischen Entwickler Remigiusz Michalskis muss für sein erstes kommerzielles Adventure trotzdem Tribut gezollt werden, zumal hier fast alles in Alleinregie enststanden ist. Sogar der Song in den Credits stammt von Michalskis. Neben den genannten Defiziten sollte sich Michalskis beim nächsten Spiel auch mehr Zeit für seinen Hauptcharakter nehmen, da die Identifizierung mit diesem hier nur schwer möglich ist. Wem also die technischen Aspekte in einem atmosphärischen Horrortitel weniger wichtig sind, die englische Sprache einigermaßen beherrscht und mehr Wert auf eine gute Geschichte statt komplexer Rätselkost legt, kann die knapp 9,00 € sorglos in 'Downfall' investieren.

geschrieben am 22.02.12, Martin Letzel

Systemanforderungen Weitere Links
Win XP/2000/Vista/7
Prozessor mit mindestens 600 MHz
400 MB Festplattenplatz
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Vollversion zu Downfall (2009) kostenlos und legal herunterladen


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