Reviews: Dark Fall - Das Journal des Geisterjägers:

Dark Fall - Das Journal des Geisterjägers


Die Entstehung des Independent-Adventures 'Dark Fall' ist beeindruckend. Es ist das Werk eines einzelnen Mannes, Jonathen Boakes. In eineinhalb Jahren entwickelte er, inspiriert von 'Myst', dieses 1st Person Grusel-Adventure, das vor Atmosphäre nur so strotzt. Welche Schwächen und welche Stärken das Spiel hat, klären wir in unserem Review...
Dunkel war's, der Mond schien Helle

Das Spiel beginnt in einer düsteren Nacht, in der der Bruder unseres Hauptcharakters, Peter Crowhurst, eine seltsame Nachricht auf unserem Anrufbeantworter hinterließ. Peter ist Architekt und damit beauftragt den alten verlassenen Bahnhof Dowertown mit dazugehörigem Hotel zu vermessen, um es für den Tourismus freizugeben. Doch er war nicht alleine vor Ort. Die zwei Studenten Nigel und Polly sind in dem alten Hotel auf Spurensuche nach Geistern - bislang glaubte unser Bruder zwar nicht an solchen Spuk, doch seit Kurzem sind die beiden Geisterjäger verschwunden. Peter fühlt sich bedroht und verlangt unsere Hilfe. Das Gespräch bricht nach einigen seltsamen Geräuschen ab. Es wird also Zeit unserem Bruder zu Hilfe zu eilen.

Atmosphäre satt

Das Spiel beginnt nun direkt nach unserer Ankunft in einem Eisenbahntunnel, wenige Meter entfernt von der Dowertown Station, wo uns die Stimme eines kleinen Jungen empfängt. Es ist dunkel und wir können ihn nicht sehen, bis wir merken, dass er gar nicht da ist? War er nur ein Geist? Das wird uns dann recht schnell klar, denn keine Menschenseele ist in ganz Dowertown zu finden. Dafür hört man jedoch immer wieder leises Geflüster.
Dieses Geflüster ist mit hauptverantwortlich für die düstere Atmosphäre des Spieles, es läßt einem immer wieder regelrecht das Blut in den Adern gefrieren, wenn es wieder einmal unerwartet aus den Boxen wispert.
So kommt es auch, dass es kaum stört, dass während dem Spiel keine Musik aus den Boxen dröhnt, nur hin und wieder klingt dem Spieler ein melancholisches Harfen- oder Geigenspiel entgegen.
Die komplette Sprachausgabe und alle Unterhaltungen mit diversen Geistern sind in Englisch belassen und lediglich mit Deutschen Untertiteln versehen worden. Eine gute Entscheidung, denn es wäre sicherlich schwer geworden die Soundeffekte mit der selben Wirkung komplett ins Deutsche zu Übertragen.
Allzu oft wird jedoch eh nicht geplaudert, die Geschichte entwickelt sich über die unzähligen Briefe, Notizen und Zeitungsartikel, die wir überall in den Räumen finden. Diese wiederum sind alle überzeugend ins Deutsche übersetzt wordern, so dass es kein Problem ist, alle relevanten Informationen zu verstehen..
Leider ist es sicherlich Geschmacks- und Geduldssache, ob man sich überhaupt in die Story einarbeiten will, denn es ist kein einfaches Unterfangen sich durch alle in 'Dark Fall' enthaltenen Schriftstücke zu wühlen. Nach einigen Stunden des Lesens, Lesens und wieder Lesens am PC können einem schon mal die Augen schmerzen.

Wenn man sich nicht gerade durch Textfetzen wühlt, klickt man sich durch die wenig animierten vorgerenderten Hintergründe von Raum zu Raum. Die Hintergründe sind allesamt sehr düster gehalten, ihr Detailreichtum schwankt immer zwischen unterer und oberer Mittelklasse. Jedoch wirken sie fast nie wirklich steril und tragen ihren Teil zu Gesamtatmosphäre bei.

Easy going

Besonders einfach und Intuitiv ist das Point & Click-Interface ausgefallen. Der Mauszeiger ist kontextsensitiv, was soviel heisst, dass er immer anzeigt, was man gerade machen kann: In den nächsten Bildschirm wechseln, ein Objekt näher betrachten oder einen Inventargegenstand benutzen. Letztere halten sich in Grenzen, denn mehr als zehn Gegenstände werdet ihr im Spiel nicht finden, weswegen alle Objekte jeweils einen festen Platz im Inventar einnehmen. Neben den Inventar am oberen Rand findet man in dort der rechten Ecke auch noch die drei Menüpunkte "Speichern", "Laden" und "Spiel verlassen".
Die Speicherstände lassen sich in einem Windowsfenster als .txt Dateien hinterlegen und wieder abrufen. Standardmäßig geschieht das im 'Eigene Dateien'-Ordner, dies kann aber während des Speicherns auch geändert werden.

Die Navigation durch die Spielwelt funktioniert meist gut. Hin und wieder jedoch verliert man kurzzeitig die Orientierung, weil die Kamera ein Stück zu weit geschwenkt ist. Ebenfalls ärgerlich ist, dass manche Hotspots etwas klein geraten sind. So muss man z.B. meistens genau die Türklinke erwischen um eine Tür zu öffnen, was sich aufgrund der dunklen Hintergründe nicht immer als einfach erweist. Ähnlich gut versteckt ist der Aufgang in den 2. bzw. 3. Stock des Hotels, dort läuft man vermutlich zwei bis drei mal dran vorbei, wenn man nicht genau weiß, wo dieser sich befindet.

Des Rätsels Kern

Da man keine Interaktionen mit anderen Menschen hat und Geister auch nur zu, aber nicht mit einem sprechen, fallen Dialogrätsel schon einmal ganz weg. Lediglich Inventar- und Logikrätsel sind vorhanden. Diese sind glücklicherweise immer gut in die Spielhandlung eingewoben und wirken nicht allzu künstlich aufgesetzt.
Auch wenn man sich von Anfang an in nahezu allen Räumen umher bewegen kann, kommt man der Geschichte erst nach und nach auf die Spur, und so ähnlich ist es mit den Rätseln. Trotz dieser ausgeprägten Nichtlinearität kommt man in einen guten Spielfluss und fühlt sich selten mit Informationen im Stich gelassen.
Dieses Gefühl wird man jedoch bekommen, wenn man sich nicht hin und wieder Notizen macht. Während die Tricks der meisten Logikrätsel noch aus dem Gedächtnis gelöst werden können oder sie sich einfach logisch ergeben, stößt man spätestens beim Endrätsel an seine Grenzen. Ein (oder zwei) Blatt Papier sind also Pflicht, wenn man das Spiel ohne Komplettlösung durchspielen will. Sicherlich keine optimale Lösung, zumal der Spieler zum Schluss nicht noch mal durch das Hotel schlendern kann, da man in den letzten Räumen eingeschlossen ist.


Galerien

Fazit:

Wertung: 67%

'Dark Fall' zu beurteilen ist nicht leicht. Sicherlich hat es eine ungeheure Atmosphäre und wer bei Dunkelheit spielt, sollte Herztropfen neben der Maus stehen haben. Ebenso stark wie die Atmosphäre ist die Story, die einen durchaus Fesseln kann, wenn man es denn zuläßt. Dies wird jedoch leider nicht Jedem gelingen, da die Einsamkeit im Spiel zwar ihren Sinn und Zweck hat, doch sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Ebenso frustrierend kann es sein, sich quasi alles selber Anlesen und sich nur mit verhältnismäßig wenig Interaktion zufrieden geben zu müssen. Auch nicht ganz perfekt, wenn auch nicht katastrophal, ist die Tatsache, dass das Schlussrätsel umfangreiches Detailwissen aus dem vorherigen Spiel verlangt.
So ist 'Dark Fall' kein Spiel für die breite Allgemeinheit, aber eines für den ambitionierten Adventurespieler, der momentan nicht viel zu Spielen hat und sich gern in eine andere Welt entführen lassen will. Und Jeder, der sich von den kleinen und mittelgroßen Hürden nicht Abschrecken lässt, sollte bei dem Schnäppchenpreis von rund 15€ bei knapp 15 Stunden Spielzeit sowieso sofort zuschlagen.

geschrieben am 01.12.03, Boris Lenauer

Systemanforderungen Weitere Links
Win 95/98/2000/ME/XP
CPU mit 233 Mhz
32 MB Ram
SVGA-Grafikkarte mit 32-Bit Farbtiefe
Soundkarte
24x CD-Rom
Maus und Tastatur
Offizielle Homepage
Bei GOG kaufen


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Dieses Review gehört zu  Dark Fall.




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