Reviews: Call of Cthulhu:

Call of Cthulhu


Cyanide Studios entführt uns in die Welt von H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos. In 'Call of Cthulhu' ermittelt seit Ende Oktober Privatdetektiv Edward Pierce im Amerika der 1924er Jahre und begegnet Schrecken, die langsam seinen Verstand zermürben. 'Call of Cthulhu' ist das offizielle Computerspiel nach dem klassischen, gleichnamigen Pen & Paper Rollenspiel von Chaosium, dass hierzulande von Pegasus vertrieben wird. Wir haben das Horror-Adventure für Euch getestet.

 


Der Fall Sarah Hawkins

Amerika 1924: In der Nähe von Boston fristet der ehemalige Soldat Edward Pierce sein Dasein als ständig betrunkener Privatdetektiv. Der letzte Fall liegt Wochen, vielleicht Monate zurück, als er unerwartet einen Auftrag bekommt. Im Fischerdorf Darkwater soll Pierce den Tod von Sarah Hawkins untersuchen. Bei einem mysteriösen Brand kam die gesamte Familie ums Leben, nur die düsteren und unheilvollen Gemälde von Sarah Hawkins sind zurückgeblieben. Als Edward Pierce versuchen wir die Hintergründe des Brandes zu ermitteln und mehr über die geheimnisvolle Malerin und ihren zerrütteten Verstand zu erfahren.     

Die Gemälde von Sarah Hawkins sind düster und wahnsinnig.

Wir brechen auf nach Darkwater und schon am Pier bemerken wir einen seltsamen Menschenauflauf. Ein Killerwal wurde an den Strand gespült und die Fischer beraten, wie am besten mit ihm verfahren werden kann. Die Prohibition interessiert in diesem Ort wirklich keinen und unsere Ermittlungen beginnen direkt im lokalen Pub. Schon bald wird klar, dass Darkwater neben Fischern auch einige zwielichtige Gestalten und Geschäfte zu bieten hat.
 
Im Lagerhaus der Familie Hawkins finden wir erste Hinweise und machen uns auf den Weg zum Anwesen. Schnell führen uns die Ermittlungen zu Hinweisen auf okkulte Rituale. Im Keller der Hawkins-Villa finden wir schließlich einen Geheimgang, der uns in ein unterirdisches Labyrinth führt. Dort treibt ein geheimnisvoller Kult sein Unwesen. Schnell wird klar, dass Sarah Hawkins' Bilder der alles umfassende rote Faden zwischen Wahnsinn, Kult und Darkwater sind.


Ermittlungen, geheimes Wissen und Wahnsinn

'Call of Cthulhu' ist in 14 Kapitel unterteilt, die jeweils an unterschiedlichen Orten spielen. Als Edward Pierce ermitteln wir dort ganz im Sinne eines Adventures: Wir sprechen mit Leuten, untersuchen Gegenstände und sammeln Informationen. Alle gesammelten Informationen sowie unserer jeweiliges Kapitel-Ziel stehen uns im Journal zur Verfügung. Hier finden wir Informationen über Gegenstände, Orte, Personen, Aufgaben, unseren Geisteszustand und unsere Fähigkeiten. Das Inventar ist in das Journal integriert. Gesammelte Gegenstände können wir hier ansehen, allerdings nicht auswählen oder mit anderen Gegenständen kombinieren. Das erledigt das Spiel beim Untersuchen oder in Dialogen automatisch für uns.

Die Steuerung ist aufgeteilt in WASD für Bewegung und der Maus für den Blickwinkel. Interagieren können wir mit der Taste E. Rennen können wir bei zusätzlichem, ständigem Drücken der Umschalttaste. Das ist leider sehr gewöhnungsbedürftig und gerade am Spielbeginn unnötig kompliziert. Hier hätte man sicher eine bessere Lösung finden können. 

Der Code für den Tresor ist durch Hinweise verschlüsselt.

Da das Spiel offiziell auf dem gleichnamigen Pen & Paper Rollenspiel basiert, ist ein integraler Bestandteil des Journals ein Fähigkeitsbaum. Für das erfolgreiche Lösen von Aufgaben und Rätseln erhalten wir Erfahrungspunkte, die wir wiederum in unsere Fähigkeiten investieren können. Zur Verfügung stehen uns u.a. „Ermitteln“, „Stärke“ und „Psychologie“. Die Fähigkeiten Medizin und Okkultismus können wir nur passiv durch das Studieren von Medizinbüchern und okkulten Werken steigern. Diese können wir überall im Spiel finden.  Je besser wir in einer Fähigkeit sind, desto mehr Informationen und Vorteile verschafft sie uns im Spielverlauf. So können wir z.B. spezielle Dialoge freischalten oder mehr Informationen über eine Krankheit oder eine Todesursache bekommen. Dieses System sorgt dafür, dass wir Aufgaben und Rätsel immer auf mehrere Arten lösen können. Das gefällt mir sehr gut und passt großartig zum Detektivcharme des Adventures. Da unsere Handlungen auch unser Schicksal beeinflussen, können wir insgesamt vier verschiedene Enden freispielen.

'Call of Cthulhu' erinnert durch sein wenig klassisches Gameplay allerdings auch sehr an ein Action-Adventure oder RPG. Auch Stealth-Elemente fehlen nicht, denn in einigen Leveln müssen wir uns an gewaltbereiten Gegner vorbeischleichen. Teilweise finde ich hier die Schwierigkeit der Level zu hoch, was schnell zu Frustration beim Spielen führt. Sterben können wir nämlich auch. Da das Spiel automatisch an vorgegebenen Punkten speichert, werden wir zum letzten Speicherpunkt zurückgeschickt und können es nochmal versuchen.

Ich finde den Hybrid aus Adventure, Pen & Paper Rollenspiel und Aktion-Adventure gut gelungen und stimmig. Es passt zum Thema des Spiels, zum Rollenspielhintergrund und zur Story, wirkt aber stellenweise etwas unausgereift.

 
„Iäh, iäh, Cthulhu fhtagn!“

Was hat es mit diesen okkulten Zeichen auf sich?

So wie es sein soll, kann 'Call of Cthulhu' eine sehr dichte und gruselige Atmosphäre schaffen. Die Story entwickelt sich langsam und Liebhaber cthuloider Geschichten werden sicherlich ihren Spaß damit haben. Immer wieder begegnet uns dabei der Cthulhu-Mythos, dicht gefolgt von Irrsinn und Wahnsinn. Auch Angststörungen, die unser Charakter im Laufe des Spiels entwickelt, werden stimmungsvoll dargestellt. Die Grafik ist ansonsten leider sehr eckig und teilweise etwas klobig geraten. Einige Charaktere wirken hölzern, ihre Gesichtszüge etwas maskenhaft.

Hauptaufgabe ist das Sammeln von Informationen und das Reden mit Personen. Auch das Untersuchen von Orten und Szenen gehört dazu. Im „Rekonstruktionsmodus“ finden wir anhand von Hinweisen (Hotspots im Raum) heraus, was passiert ist. Viel aktiver Puzzlespaß ist das allerdings nicht. Wir müssen lediglich die richtigen Gegenstände finden. Neben unseren Ermittlungen gibt es auch einige Rätsel im Spiel. Viele davon können wir allerdings auf unterschiedliche Arten lösen. Je nach Fähigkeiten unseres Charakters können wir z.B. eine Tür aufbrechen, das Schloss knacken oder den Schlüssel stehlen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 80%

'Call of Cthulhu' wird Liebhabern des Pen & Paper Rollenspiels gefallen. Auch Spieler mit Vorwissen und Fans von H.P. Lovecrafts Welten werden das Spiel vermutlich mögen. Neulinge und Spieler ohne Vorwissen könnten von der verschachtelten und irrsinnigen Story hingegen abgeschreckt sein, die für echte Adventure-Kultisten wie mich ein wahrlich cthuloider Spaß ist. Zwar hätte man an der Grafik nachbessern können, doch die dichte Atmosphäre lässt mich maskenhafte, klobige Charaktere schnell verzeihen. 'Call of Cthulhu' ist ein Adventure mit Stealth- und RPG-Elementen. Dieser hybride Mix ist letztlich nicht ganz geglückt. Dennoch finde ich das Gameplay sehr passend zum Thema und Hintergrund dieses knapp achtstündigen Spiels. Es kommt übrigens mit deutschen Bildschirmtexten und sehr guter englischer Synchronisation zu euch. In diesem Sinne: „Iäh, iäh, Cthulhu fhtagn!“

geschrieben am 15.11.18, Christiane Biederbeck

Systemanforderungen Weitere Links
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Dieses Review gehört zu  Call of Cthulhu.




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