Reviews: SIMULACRA:

Simulacra


Das malaysische Studio Kaigan Games veröffentlichte im Oktober 2017 'Simulacra'. Wie es die Entwickler selbst beschreiben, handelt es sich um eine interaktive Horror-Erfahrung, in der man ein Smartphone einer verschwundenen Frau findet und sie mit Hilfe dessen finden will. Am 03. Dezember 2019 erschien das Spiel nun auch auf der Nintendo Switch und wir nahmen uns das zum Anlass einen Blick hinein zu werfen. Außerdem wird am 16. Januar 2020 der zweite Teil des Spiels erschienen. Was das Spiel kann, erfahrt Ihr im Review.

 

 

Ein Smartphone sie zu retten

 

Anna ist verzweifelt von Simulacra
Handy eingeschaltet und eine völlig aufgelöste Anna erscheint.

Plötzlich liegt ein Smartphone vor der eigenen Haustüre. Wem gehört das? Was ist passiert? Schnell schalten wir es ein und erblicken und merken, dass es Glitches hat. Bunte Pixel ziehen durch. Irgendetwas stimmt nicht. Nach etwas Herumklicken erscheint plötzlich eine verzweifelte Anna auf dem Bildschirm. Was ist nur passiert?

 

Das System lädt ein altes Backup wieder. Acht Apps sind verfügbar und erste Textnachrichten prasseln ein. Sie glauben mit Anna zu schreiben. Einige Nachrichten sind jedoch korrumpiert – wir müssen sie erst einmal entschlüsseln. Das Mikrofon ist jedoch kaputt, der eingehende Anruf von Greg, der angeblich Annas Freund ist, bringt wenig. Wir hören ihn, er uns aber nicht. Außerdem tauchen mysteriöse Videos nach und nach auf. Was ist hier passiert? Wir forschen nach.

 

Visual Novel trifft Augmented/Alternate Reality?

 

Texträtsel in Simulacra
Ein paar Texträtsel, Antwortmöglichkeiten mit Entscheidungen und Bildrätsel.

Wer noch die Adventures von Lexis Numérique kennt ('In Memoriam', 'Alt Minds'), wird sich bei 'Simulacra' schnell zurechtfinden. Die Franzosen setzten damals aber auf echte Webseiten und echte Mails, um die Immersion noch dichter aufzubauen. Die Malaysier von Kaigan Games nehmen das Handy als Interaktionsmittel. Auf der Nintendo Switch, wo wir es getestet haben, bedient man es normal durch Wischen, Drücken oder per Analog-Sticks und Buttons bedient. Mails werden durch Textnachrichten ersetzt. Das »echte« Recherchieren im Internet wird durch einen fiktiven In-Game-Browser durchgeführt. Selbst eine Online-Dating-Plattform darf am Handy nicht fehlen. 

 

Wir lesen im Spiel war hauptsächlich Texte, fällen durch Antworten Entscheidungen und lösen das eine oder andere Text- (durch Ordnen von Wörtern) oder Bildrätsel (durch Anordnen einzelner Bildfragmente). Trotz des simplen Anstrichs weiß es aber in den sechs Stunden Spiel zu unterhalten. In den Olymp kann es wegen der repetitiven Aufgaben nicht ganz aufsteigen. Außerdem ist die Geschichte dafür zu sehr klischeebehaftet. Während des Spielens reicht sie aber völlig aus, um bei der Stange zu halten und uns zu fesseln. 

 

Wer möchte kann dann auch noch das zweite Ende in einem weiteren Durchlauf angehen. Anna wirkt sympathisch und man will sie so retten. Schwieriger sind hier schon die Nebencharaktere, wie ein vermeintlicher Dating-Partner, ihr (Ex-?) Partner und ihre Freundin. Sie sind durch das Verschwinden von Anna nicht einmal großartig verstört. Es ist nur schwierig mit ihnen umzugehen, weil sie unsere Machenschaften nicht wirklich gutheißen – durchaus zurecht! Dafür stürzen sie sich dann auch selbst in sehr fragwürdige Unternehmungen.

 

Der Aspekt des Voyeurismus

 

Handy Privatsphäre bei Simulacra
Wir stöbern durch die Privatsphäre der Handybesitzerin. Ganz wohl ist einem dabei nicht immer.

Natürlich lebt das Spiel auch davon, dass man ein wenig Voyeur spielen kann. Wir haben ein fremdes Handy in der Hand und spionieren privateste Dinge von Anna aus. Arbeitsmails, Krisen in der Beziehung oder Nachrichten mit Dating-Partnern sind nur ein paar Dinge. Dazu können wir uns auch noch als Anna ausgeben, was zum Teil auch förderlich für die Geschichte ist. Hier ging es zumindest mir so, dass ich mich nicht ganz wohl dabei fühlte. Oft sind die angebotenen Alternativen nämlich nicht besser und dringen ebenso in die Privatsphäre der Person ein. 'Simulacra' spielt auch damit. Es weiß, dass man hier Grenzen überschreitet und es will darauf hinweisen, dass das zum Teil auch schwer illegal ist, was man hier tut. Hier zeigt es auch, wie ein Handy heutzutage ein Teil dieser Privatsphäre sein kann. Sehr spannend!

 

Kopfhörer!

 

Sound in Simulacra
Nicht nur während den Videos lohnen sich Kopfhörer.

Die Empfehlung mit Kopfhörern zu spielen, kommt gleich zu Beginn des Spiels. Das kann man nur betonen. Klopfgeräusche, leichtes Murmeln oder Schreie untermauern die Atmosphäre. Dabei wirken die Geräusche zum Teil so fern, dass ich mir nicht immer sicher war, ob es im Spiel war oder doch im echten Leben. Die Soundkulisse ist deswegen fantastisch gelungen.

 

Die Switch-Version ist ebenso solide gelungen und lässt sich sowohl mit Touch-Steuerung als auch mit Analog-Sticks und Knöpfen gut steuern. Da es aber als Found-Footage-Spiel ein Handy simuliert, ist es auf iOS oder Android sicherlich noch einmal immersiver. Ob die Soundkulisse auch derart gelungen ist, können wir jedoch nicht beurteilen.

 


Galerien

Fazit:

Wertung: 75%

Der Titelbildschirm von 'Simulacra' wirkt eher trashig. Dementsprechend wenig habe ich vom Spiel erwartet. Als dann das erste Video lief und die ersten Entscheidungen im Text-Chat zu fällen waren, war ich aber erstaunlich begeistert. 'Simulacra' weiß mit dem Thema Privatsphäre zu spielen und ließ mich nicht nur einmal betreten auf den Bildschirm starren. Man stöbert hier durch private Bilder, Filme und Nachrichten. Hier soll man sich unwohl fühlen und hier fühlte ich mich äußerst unwohl. Immerhin kann man sich zum Teil als fremde Person ausgeben. Allein für diese Betretenheit bin ich dem Spiel sehr dankbar. Das Gameplay war zwar nicht sehr abwechslungsreich, aber das Gefühl beim Spielen war es im Endeffekt wert. Ein Monat noch, dann die Geschichte weiter. Ich bin dabei!

geschrieben am 16.12.19, Peter Färberböck

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Dieses Review gehört zu  SIMULACRA.




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