Through The Darkest of Times - Storyteller-Test

Nazis, Hakenkreuze und Spiele. Ein Trio, das es so erst seit August 2018 geben darf. Ein Trio, das gleichzeitig immer noch für gehobene Augenbrauen sorgt: Kann ein Spiel kritisch mit Verbrechen an der Menschheit umgehen? Kann so ein Spiel gut sein? In Gesprächen erfuhr ich nicht selten eine Grundskepsis oder gar Ablehnung – unabhängig von der Altersgruppe. Das Berliner Studio Paintbucket Games versetzt Euch in 'Through the Darkest of Times' in eine Widerstandszelle nach Berlin zwischen 1933 und 1945. Deportationen, Denunziationen und Gewalt sind an der Tagesordnung. Wir haben uns für Euch diesen Storyteller-Mix aus Strategie und narrativem Visual Novel angesehen.

Bilder

Fazit

Wertungs-Lupe 86%

Ja, Paintbucket Games hat für 'Through the Darkest of Times' nicht wenige Vorschusslorbeeren bekommen. Wie sich jetzt, wo das Spiel am Markt ist, herausstellt war das nicht umsonst. Spielerisch mag es vielleicht nicht das allerbeste Gameplay haben und wirkt nicht ganz kohärent. Atmosphärisch und erzählerisch ist es aber doch ein Meilenstein. In einer Zeit von Fake News, alternativen Fakten und Aufrufen mehr auf Nationen als auf die gemeinschaftliche, europäische Einheit zu schauen, passt dieses Spiel einfach perfekt. Es ruft in Erinnerung, wie schleichend der Übergang nach der Machtübernahme Hitlers war und wie bald schon erste Gruppierungen absoluter Gefahr ausgesetzt waren. Es ist wahrscheinlich das Beispiel, das zeigt, dass der zweite Weltkrieg und die Gräuel an der Zivilgesellschaft in Spielen seinen Platz haben. So sorgfältig und doch packend wurde kaum mit der Thematik umgegangen. Hut ab! In der heutigen Zeit muss man 'Through the Darkest of Times' fast spielen – trotz der offensichtlichen spielerischen Mängel.

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