Storyteller-Reviews: Ghost of a Tale:

Ghost of a Tale


Das Indie Entwicklerstudio SeithCG hat nach fünf Jahren Arbeit das (Stealth-)Action-Adventure ‘Ghost of a Tale‘ fertiggestellt, das schon vor einiger Zeit über einen Kickstarter finanziert wurde. Lionel „Seith“ Gallat steht als Hauptentwickler hinter dem Projekt und hat 90% des Gamedesigns und der Entwicklung alleine vollbracht. Das Spiel will Elemente klassischer Adventure mit Action-RPG und Open World-Spielen verbinden. Neben dem PC soll das Spiel später in diesem Jahr auch für PlayStation 4 und Xbox One erscheinen. Wie sich die Geschichte um den Mausbarden Tilo spielt, erfahrt Ihr in unserem Test.

 


Von Mäusen und Ratten

 

{Beschreibung der Grafik}
Wir versuchen einen Ausgang aus dem Verlies zu finden.

Wir befinden uns im Verlies der Rattenburg Dieruin. Allein und orientierungslos finden wir eine geheimnisvolle Nachricht in unserer Zelle, die auch den Zellenschlüssel und somit die Freiheit enthält. Wir fackeln nicht lange und verlassen unser Verlies auf dem schnellsten Weg, doch schon nach einigen Metern treffen wir auf die erste Wache, eine nahezu doppelt so große und bewaffnete Ratte. Als kleine Maus könnten wir gegen diesen Gegner wohl nicht viel ausrichten, doch zum Glück schläft die Wache selig und wir können uns an ihr vorbeischleichen, der Freiheit entgegen. So verlassen wir das Gefängnis und suchen in Burg Dieruin nicht nur einen Fluchtweg, sondern auch unseren geheimnisvollen Verbündeten, der uns die Flucht erst ermöglicht hat. Vielleicht können wir mit ihm gemeinsam herausfinden was mit Merra, unserer großen Liebe und Ehefrau passiert ist.

 


Nur ein Mausbarde

Der Hauptcharakter von ‘Ghost of a Tale‘ ist der kleine Mausbarde Tilo, eine unscheinbare, aber geschickte und flinke kleine Maus. Vom Kämpfen versteht Tilo zwar nichts, aber ausgerüstet mit einer Mandoline und vielen Geschichten, können wir zumindest gut singen und unterhalten. Da Tilo seine Gegner also nicht effektiv ausschalten kann, muss er sich unbemerkt an ihnen vorbeischleichen oder ihnen aus dem Weg gehen. Die ein oder andere Ratte kann allerdings auch kurzfristig mit dem gezielten Wurf einer leeren Flasche ausgeknockt werden. So kommen wir mit Tilo gemeinsam an Schlüssel oder gut bewachte Schalter. Morden ist aber nicht unser Ding und genau das macht Tilo auch so sympathisch und liebevoll. 

 


Froschpirat und Diebespack

 

{Beschreibung der Grafik}

Der Froschpirat weiß mehr, als er zugeben will.

So liebevoll der Hauptcharakter Tilo designt ist, so wenig kann er mit den großartigen Nebencharakteren der Story mithalten. Bereits am Anfang treffen wir auf den exzentrisch verrückten ehemaligen Froschpiraten Kerold, der in der Zelle neben uns eingesperrt ist und so gar keine Lust auf Flucht hat. In einem anderen Teil der Burg finden wir später Gusto und Fatale, zwei Mäusediebe, die Tilo große Versprechungen machen und so manch abenteuerliche Geschichte zu berichten haben. Auch der Rattenkommandant der Burg ist ein echtes Original und kennt nicht mal den Namen seiner Herrschaftsresidenz. Nahezu jeder Nebencharakter ist wundervoll eigen und toll durchdacht. Auch Tilo ist Sympathieträger, aber eben „nur eine unbedeutende Maus“.


Epische Quests und viel Schleichen

Bis wir im späteren Spielverlauf eine Möglichkeit finden uns unbemerkt zwischen den Ratten der Burg zu bewegen, besteht das Gameplay hauptsächlich aus Schleichen, Stehlen und Dinge finden. Das ist auch für Genre Einsteiger geeignet, da wir viele Möglichkeiten haben unsere Verfolger abzuschütteln oder ihnen einfach davonzulaufen, wenn wir dann doch mal entdeckt werden. Frei nach dem Motto „Eine kluge Maus speichert in ihrem Versteck“ können wir Fässer, Schränke, Truhen und dunkle Nischen nicht nur nutzen um unbemerkt zu bleiben, sondern hier auch das Spiel abspeichern.

Zwecks Orientierung stehen uns im Abenteuer Karten zur Verfügung, die unseren aktuellen Aufenthaltsort anzeigen. Eine Schnellreisefunktion fehlt, was viel Laufarbeit und Ausdauer erfordert. Leider sind die Karten auch nicht immer so übersichtlich gestaltet, wie es wünschenswert gewesen wäre. Im Spielverlauf wird man zwangsweise zu einem Umgebungsexperten, so dass man im letzten Drittel von 'Ghost of a Tale' die Karte gar nicht mehr benötigt.

Das Inventar ist wiederum sehr übersichtlich gestaltet und in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Neben Verkleidungen und Nahrungen, finden wir hier auch Karten, Bücher und gesammeltes Wissen sowie unsere aktuellen und bereits erledigten Quests. Hauptquests sind extra gekennzeichnet. Die Palette der zu erledigenden Dinge ist reichhaltig. Ob wir nun die Bienenstöcke im Hof für die Köchin neu beleben sollen, Pilze suchen oder Namen gefallener Krieger für Geisterratten herausfinden: Ein Hauch epischer Geschichte begleitet uns stets. Allerdings sei lesefaulen Spielern Vorsicht geraten. Es gibt keine Möglichkeit, geführte Dialoge nachzulesen und die Hinweise im Quest Log sind oft auf das Wesentliche beschränkt. Die Dialoge sind allerdings weder ausufernd, noch langweilig und sollten daher keine große Herausforderung darstellen.


Malerische Welt mit ausbaufähigem Soundtrack

Der Soundtrack ist zwar recht schön gelungen, wenn auch nicht überragend. Mich hat das beim Spielen zwar nicht sehr gestört, es ist aber doch schade.

{Beschreibung der Grafik}

Detailreiche Grafiken sorgen für ein märchenhaftes Ambiente.

Das Design und die Grafik von ‘Ghost of a Tale‘ kann man einfach nur als malerisch märchenhaft bezeichnen. Mit viel Liebe zum Detail wurde hier eine großartige und stimmige Welt erschaffen, die man einfach gerne ansieht und erkundet. Die Welt um Tilo kommt sehr fantastisch und episch daher, kann aber auch manchmal düster und gefährlich sein. Licht und Schatten sorgen nicht nur im Verlies für stimmiges Ambiente und das Charakterdesign von Tilo & Co passt sich nahtlos in die märchenhafte Spielgrafik ein.


Bugs & Patches

‘Ghost of a Tale‘ ist komplett auf Deutsch erhältlich (Text) und bringt rund 20 Stunden Spielspaß in einer Welt ohne Menschen mit. Ich habe das Spiel in der ersten Woche nach dem Erscheinen getestet und noch ein ganze Reihe Bugs erlebt, die teilweise sehr nervig waren. Dennoch möchte ich SeithCG an dieser Stelle für die gute Arbeit loben, denn in der ersten Woche kam jeden Tag ein neuer Patch mit notwendigen Änderungen. Die Kommunikation mit den Spielern über den Steam Communityhub funktionierte extrem gut und auch Anfragen per E-Mail an den Support wurden schnell beantwortet, so dass mittlerweile ein nahezu fehlerfreies Spielvergnügen garantiert ist. Trotz Bugs und Kinderkrankheiten ist ‘Ghost of a Tale‘ für mich ein echter Überraschungshit, der noch dazu mit sehr wenig explizierter Gewaltdarstellung auskommt.



Galerien

Fazit:

Wertung: 88%

Stealth-RPGs und Action-Adventure sind normalerweise nicht mein Lieblingsgenre, da mir oft die Geduld für Heimlichkeit und Schleichorgien fehlt. ‘Ghost of a Tale‘ macht es dem Spieler hier aber einfach und dürfte vor allem für Genre-Neulinge ein guter Einstieg sein. Ich habe Tilo und seine Verbündeten schnell liebgewonnen und das fantasievolle Setting und die ungewohnte Perspektive des Spiels haben mich schnell gefesselt. ‘Ghost of a Tale‘ ist kein zu anspruchsvolles Spiel und hat kein Happy End im engen oder epischen Sinne. Vielleicht erwartet uns irgendwann ein Nachfolger, der die Geschichte von Tilo weitererzählt. Mich würde es freuen. So oder so ist das Spiel ein echtes Original und eine wahre Perle der Indie- und Kickstarterprojekte dieser Tage. Wer den märchenhaften Stil mag, für den gibt es hier eine klare Spieleempfehlung.

geschrieben am 06.04.18, Christiane Biederbeck

Systemanforderungen Weitere Links
Minimum: Betriebssystem: Windows 7 64bit Prozessor: Intel i5 - 2.5Ghz Arbeitsspeicher: 3 GB RAM Grafik: NVIDIA GeForce GTX 660 (2GB) or AMD Radeon R9 270 DirectX: Version 11 Speicherplatz: 5 GB verfügbarer Speicherplatz Soundkarte: Motherboard Integrated sound card Website


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Dieser Storyteller-Test gehört zu  Ghost of a Tale.




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