Storyteller-Reviews: Far Cry 5:

Far Cry 5


Ubisoft ist bekannt für ihre überragenden Settings und teilweise etwas gewagten Spiele. In diese Kategorie fällt auch der Open-World-Shooter 'Far Cry 5'. In der heutigen Zeit ein Spiel in die USA versetzen und eine fanatische Christ-Sekte als Thema vorzunehmen, ist selbst für das AAA-Studio radikal und eckt sicher bei vielen an. Darüber wird der typische 'Far Cry'-Mix gestülpt, der sich eher durch Evolution statt Revolution weiterentwickelt. Ob diese Mischung funktionieren kann, erfahrt ihr im Test.

 



Hope County, Montana



Joseph Seed Statue

Wahrlich verrückt, der gute Sektenanführer

Wir schlüpfen in die Haut eines Polizeineulings, genauer gesagt einer oder eines Deputies (Geschlecht ist uns überlassen) des hiesigen Sheriffs Whitehorse. Abrupt werden wir im Helikopter aufgeweckt und erblicken gerade noch so eine riesige Statue ähnlich der »Christus, der Erlöser«-Statue in Rio de Janeiro. Diese zeigt aber nicht Jesus Christus, sondern denjenigen, den wir verhaften sollten: Joseph Seed, oder auch 'Der Vater' genannt. Er ist der Anführer einer radikalen Sekte, die mit biologischen Gasen die Bevölkerung gefügig macht und das Ende der Welt kommen sieht.

Diese Sekte ist nicht nur dem Bundesstaat Montana ein Dorn in Auge und so wird auch ein U.S. Marshal zum Verhaften hingeschickt. Wir finden die Zielperson in einer typischen, kleinen, weißen Holzkirche oder Kapelle, wo er gerade mit seiner Familie und Anhängern predigt. Er selbst lässt sich verhaften, denn er glaubt, dass Gott schon etwas dagegen tun wird, wenn es nicht so sein soll. Dieses Gottesgnadentum zieht sich durch das ganze Spiel.

Wir führen Seed zum Hubschrauber ab und schlussendlich hat er schon fast recht: Seine Anhänger beschießen den Helikopter und wir stürzen ab. Joseph Seed ist wieder frei und hat einige unserer Mitglieder als Geisel gefangen genommen. Es beginnt eine Terror-Herrschaft, der wir uns entgegenstellen sollen. 


Alles ist eine Spielwiese



Hope County Spielwiese

Hope County lässt uns so einige Freiheiten

Nach einer kleinen Tutorial-Insel können wir bei diesem First-Person-Shooter unzähligen Aktivitäten nachgehen: Stunt-Fahrten, Camps auslöschen oder eine der vielen Haupt- und Nebenmissionen, um nur einen Teil der Aktivitäten zu nennen. Jedes der drei Gebiete hat ein Seed-Familienmitglied als »Bossgegner«, der erst einmal hervorgerufen wird. Zweimal kommen sie und entführen einen selbst. Beim dritten Mal sind alle Zeichen auf Showdown. Erledigt man so diese drei Phasen, die nach einer gewissen Menge an Missionen und Aktivitäten freigeschalten werden, ist ein Boss ausgeschalten.

Nach drei Bossen heißt es nur noch Jagd auf Joseph Seed zu machen und das Spiel ist eigentlich zu Ende. Sofern man nicht bereits das Ende wählt, das in der Anfangs-Sequenz steckt, oder sich noch an den vielen Aktivitäten labt. So entsteht eine Spieleerfahrung, die zwischen 12 Stunden und 40 Stunden liegt und vollkommen individuell vorangeht. Einzig die vier Eckpfeiler, die Seed-Familie, sind für jeden Spieler ident. Auch beim Ende kann man eines von zwei Wählen (und das besagte dritte gleich zu Beginn). Aus dem rigiden Vorgänger wurde eine Open-World-Erfahrung, die Spaß macht und seinesgleichen sucht. Wer gerne mit Schießprügel hantiert, sprich Shooter spielt, wird hier viel Spaß haben.


Open-World-Fehler, wohin das Auge reicht



Hurks Wagen

Notfalls heißt es einfach Fahrerflucht begehen: Inklusive alten Bekannten

Je freier die Welt ist, umso mehr Bugs bzw. Fehler findet man für gewöhnlich und davon wimmelt es hier so richtig: Missionen, die nicht zu Ende gehen und neugestartet werden müssen, Trucks, die beim Aussteigen plötzlich abheben und vieles Unerwartetes, das einfach zufällig passiert. Das soll nicht heißen, dass dieses Spiel außergewöhnlich verbuggt ist, sondern »nur«, dass es die üblichen Open-World-Probleme hat. 

Diese Probleme erkennt man auch an der Häufigkeit und Brisanz bestimmter Situationen. In ganz Montana leben ungefähr eine Million Einwohner, was einer Dichte von ungefähr 2,7 Einwohner pro Quadratkilometer entspricht. Trotzdem passiert es in Hope County ständig, dass einem mehrere feindliche Wagen und Zivilisten auf einmal an einer Kreuzung begegnen und sich Shoot-Outs ergeben. Damit es nicht ganz langweilig ist, kommt noch ein altes Jagdflugzeug von oben und schießt los und ein Bär greift zusätzlich an. Diese Situation mag übertrieben wirken, passiert aber in 'Far Cry 5' relativ häufig. Selten kann man durchatmen und die wunderschöne Spielwelt genießen. Meistens setzt man sich dann eher ins Auto und flüchtet vor allem und jeden - sonst zieht sich eine Mission schnell hin. 


Eingehende Steuerung, hübsche Optik hervorragender Soundtrack



Joseph vor hellem Kreuz

Technisch opulent

Technisch bietet dafür 'Far Cry 5' trotz alter Engine einiges. Die Landschaft ist schön und kann überzeugen und auch die Nahaufnahmen der Charaktere samt Gesichtsanimationen wissen zu überzeugen. Die Steuerung ist ebenso eingängig und für Veteranen wie Neulinge einfach zu meistern. Star der Technik-Riege ist jedoch der Soundtrack, der nicht besser nach Montana passen könnte. Dazu kommen noch zusätzlich diverse Chöre, die man eher aus Hare Krishna kennt, oder andere Musik, die deutlich aus der Hippie-Bewegung der 1960er und 1970er kommt. Country-Musik darf natürlich nicht fehlen.

Bei der Auswahl an Schießprügel muss man sich zwar auf maximal vier begrenzen, das reicht aber für die meisten Situationen vollkommen aus. Leider muss man die meisten besseren Waffen erst mühsam kaufen, was für Sammler störend sein kann. Diese müssen nämlich sehr wohl alle Aktivitäten durchspielen, um an die meisten der begehrten Waffen zu kommen. Denn neben Waffen kann man sich auch Fahrzeuge, Flugzeuge und Helikopter kaufen, die allesamt unterschiedlich aussehen. Der Freiheit ist in den USA nun fast keine Grenzen gesetzt, aber das Geld muss man sich auch erst einmal erwirtschaften.


Multiplayer: Optional, aber empfehlenswert



Multiplayer Auswahl

Im Multiplayer auch ein Spaß

Wer noch jemanden kennt, der gerne Shooter spielt, sollte erwägen, 'Far Cry 5' zu zweit zu spielen. Mit zwei Exemplaren an zwei Geräten kann man so gemeinsam die gesamte Kampagne durchspielen und beim Unheil Anrichten viel Spaß haben. Daneben gibt es noch andere Modi, kurz genannt 'Far Cry Arcade'. In diesem kann man entweder selbst per Level-Editor bauen oder von anderen Spielern und von Ubisoft selbst fertig gestellte Levels spielen. Diese Sandbox erinnert fast ein wenig nach dem Erfolgsschlager 'GTA Online', das selbst Jahre nach Release noch viele Spieler hatte. Ob auch 'Far Cry 5' damit lange leben wird, bleibt abzuwarten – viel versprechend ist das ganze Spiel allemal.


Galerien

Fazit:

Wertung: 80%

Eins vorweg: Neurotiker werden wenig Spaß an diesem Open-World-Shooter haben, denn es gibt viel zu tun und einiges vom optionalen Content kann einem leicht entgehen. Davon abgesehen bleibt es aber ein kurzweiliges Vergnügen, bei dem man tun und lassen kann, was man will. Spiel nur mit Hauptstory spielen? Geht. Spiel nur mit Nebenaktivitäten spielen? Geht auch, zumindest fast. Am meisten Spaß macht es selbstverständlich mit Freunden im Coop-Modus, doch auch alleine kommt dieser nicht zu kurz. Die Zahl im Titel trübt das ganze dann doch etwas, denn es ist nun seit 'Far Cry 2' wenig am Grundprinzip verändert worden und so spielt sich auch 'Far Cry 5' ähnlich. Dadurch, dass dieses Mal keine Pflicht besteht alle Türme zu erobern oder alle Stützpunkte zu befreien, wird dieses Manko aber etwas aufgeweicht. Dann kommt jedoch noch immer das unglaubliche Gewusel, das einem kaum eine ruhige Minute lässt. Action-Fanatiker werden mit viel Adrenalin durchs Spiel rennen oder es kann dann doch etwas auf die Nerven gehen. Es bleibt ein grundsolides Spiel, das nichts richtig falsch, aber auch nichts überragend oder gar anders als die vorigen Teile macht. Evolution statt Revolution, nicht nur in der Hauptstory.

geschrieben am 09.04.18, Peter Färberböck

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Dieser Storyteller-Test gehört zu  Far Cry 5.




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