Storyteller-Reviews: FIFA 19:

FIFA 19 - The Journey: Champions


Ende September ist für fußballbegeisterte Spieler 'FIFA'-Zeit. Dieses Mal ist der dritte Teil des Story-Modus 'The Journey' dabei. Dank neuer Champions League Lizenz trägt er den Namen 'The Journey: Champions'. Erzählt werden drei Geschichten: Die von Alex Hunter, seiner Schwester Kim Hunter und seinem Freund Danny Williams. Zwar dreht sich bei 'FIFA 19' alles um das runde Leder, doch das bedeutet nicht, dass kein Platz für Drama ist. Erhältlich ist das Spiel für PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch. Was der neue Story-Modus kann, erfährt Ihr direkt im Test.

 

 

Zurück zum Ursprung

 

Jim Hunter FIFA 19
Des Großvaters großer Moment.

Premier League, die Saison 1968/69. Jim Hunter schießt sein 100. Tor für Manchester United. Gespielt wird gegen Coventry. Wir spielen die Szene zwar nach, aber natürlich ist es nur eine „Aufzeichnung“. Kim und Alex Hunter sitzen mit dem Laptop auf der Couch in Kalifornien und sehen sich die Szenen an. Ihr Großvater schwelgt hinter ihnen in Erinnerung, während Danny Williams einen markigen Spruch abgibt. 

 

Es ist also eine Familien-Zusammenführung - Danny kann man da ruhig dazu zählen. Wir befinden uns in Weihnachten 2018 in Kalifornien, während die Geschichte von 'The Journey: Champions' dann bis Mitte 2019 läuft. Schon die ersten Szenen zeigen, dass der Story-Modus dieses Mal einen nachdenklicheren, kritischeren Ton anstimmt. Kim blättert durchs Fotoalbum und lauscht dem neuesten Musikstück von Labyrinth, Sia und Diplo. Die nächste Trainings-Session für die Teenagerin Kim steht bevor. Es heißt sich für die Weltmeisterschaft 2019 zu qualifizieren.

 

Champions League, Weltmeisterschaft und Minispiele

 

Minispiele FIFA 19
Kleine Minispiele lockern auf und sind nicht mehr so häufig als noch beim Vorgänger.

Das Haupt-Gameplay bleibt gleich wie in den letzten beiden Iterationen, nur die Schauplätze verschieben sich. Danny und Alex spielen in der Champions League, Kim in der Weltmeisterschaft und alle drei müssen zwischen durch die übliche "Skill-Games" als Training absolvieren. Zwischen dem typischen FIFA-Gameplay sind aber interessante Elemente zu finden. Während der vielen Dialoger lässt sich die Persönlichkeit der Drei verändern, aber es lassen sich auch Entscheidungen treffen, die durchaus Einfluss auf die Geschichte haben. Ebenso haben Siege oder Niederlagen in den Spielen klarerweise Auswirkungen. Zusätzlich toben sich alle Drei auf einem Kurznachrichtendienst aus, können Frisuren, Kleidung und Fußballequipment ändern. Hier zeigt sich leider, dass Kim nicht immer gleichberechtigt ist, denn sie hat, außerhalb der Kleidung, nur wenig Möglichkeiten. Tattoos bleiben ihr beispielsweise komplett verwehrt. Das steht etwas in Konflikt mit der eigentlichen Message des der Storyline von Kim Hunter: Sexismus hat im Sport nichts zu suchen.

 

Erfrischend kritisch: Spitzensport auf dem Prüfstand

 

Sexismus FIFA 19
Kim hat mit Sexismus zu kämpfen. 

Auch der Soundtrack ist ein Spiegel für die Nachdenklichkeit, denn das Spiel wird von Hans Zimmer persönlich betont. Das kann eigentlich nur eines bedeuten: Wir werden mehr Drama sehen. Natürlich ist die Geschichte mit Topstars wie Alex Morgan, Neymar Jr. oder Kevin De Bruyne gespickt. Erstaunlicherweise wird aber Kritik über den Spitzensport geübt. So werden Bereiche, wie Sexismus im Sport, der Marketing- und Medienrummel der Topstars und gierige Agenten der Spieler angesprochen. 

 

 

Jede der drei Storylines hat einen ernsteren Ton als noch im Vorgänger. Kim Hunter kämpft mit Sexismus und der Frage, ob sie lieber in die Schule gehen soll oder doch gleich Profi wird. Danny Williams wird von seinem Agenten abgezockt und erlebt einen recht klassischen Konflikt mit seinem Bruder, der ebenfalls Fußballspieler ist und mehr erreicht hat. Alex Hunter schlägt sich mit einer ganzen „Huntourage“ herum und versucht trotz des Rummels um ihn und seine eigene Marke, Zeit für den Fußball und seine Familie zu finden. Neu ist, dass man jetzt die Storylines unabhängig voneinander spielen kann. Es wird nur ein "idealer Weg" vorgeschlagen, wo auch die Story am meisten Sinn macht. Das Verflechten dieser drei Geschichten gelingt meist recht gut, nur am Anfang prescht Kim Hunters Geschichte etwas weit vor und nimmt ein paar Szenen vorweg.

 

Trotzdem: Fußball und Mikro-Transaktionen im Mittelpunkt

 

Starallüren FIFA 19
Entgegen manchen Starallüren steht das Fußballspiel im Mittelpunkt.

Das System Profi-Fußball mit allen seinen Auswüchsen wird gründlich kritisiert. Gleichzeitig verpackt EA Sports diese Probleme mit dem typischen Auf und Ab eines Sportdramas aus Hollywood. Manchmal ist das zu viel des Guten und verleiht der ansonsten durchdachten Story einen unglaubwürdigen Touch. Schade eigentlich, denn die Thematik ist erfrischend ernst und bricht durchaus mit den typischen Sport-Geschichten, die man aus Film und mittlerweile auch Spiel kennt. 

 

Zum Schluss bleibt damit der Fußball noch immer das Wichtigste – oder zumindest fast. Denn so gut der Modus 'The Journey: Champions' auch gemacht ist, bleibt trotzdem durch die Belohnungen, die man für das Spielen bekommt, der Fokus auf dem FIFA Ultimate Team Modus. Man bekommt Spielerkarten für den beliebten und umstrittenen Modus, wo man sich per In-Game-Münzen Spieler, Verträge und andere Items rund um einen eigenen Fußballclub kauft. Diese können aber auch mit echtem Geld in typische Lootboxen (Spieler-Pakete oder ähnliches) gekauft werden. Direkt per Echtgeld kann man Spieler jedoch glücklicherweise nicht kaufen. Dieses umstrittene Glücksspielsystem um Microtransactions ist zwar völlig optional, bleibt aber für Spieler, die gerne auch gegen andere (möglicherweise fremde) Menschen spielen, der Hauptmodus. Dementsprechend liegt auch der Fokus des Bemühens von EA Sports. 

 

Dabei wäre gerade ein kritisches Sportspiel gerade als Storyteller interessant und womöglich auch für Nicht-Fußballfans spannend. Diese Vision erfüllt EA Sports nur zum Teil und lässt wieder viel Potential in der ansonsten ordentlichen Erzählung liegen. 


Galerien

Fazit:

'FIFA 19' bleibt vor allem eins: Ein guter Fan-Service für Fußball-Fans, der auch noch ein ausgeklügeltes Multiplayer-System und jede Menge e-Sports liefert. Der Story-Modus 'The Journey: Champions' ist aber längst nicht mehr nur stiefmütterliches Beiwerk, sondern verschlingt allein wegen den gewonnenen Spielern und der relativ hohen Produktionsqualität ordentlich Zeit und Geld. Geboten wird eine Geschichte, die eine ungewohnt kritische Haltung gegenüber den Auswüchsen des Profisports zeigt. Das ist nicht nur erfrischend, sondern lobenswert und regt zum Nachdenken an. Trotzdem schafft 'FIFA 19' es nicht ganz, die typische Hollywood-Erzählung wegzulassen und setzt viel auf jene Art von Drama, wie man sie aus den mittelmäßigen Sportfilmen kennt. Trotzdem ziehe ich meinen Hut vor der Idee und dem Mut. Mit 20 Stunden Spielzeit wird ein empfehlenswerter Ritt geboten, der im Vergleich zu den Vorgängern noch kurzweiliger ist. Für Fußball-Fans ist dieser Titel in jedem Fall sehr empfehlenswert. Auch Sportfans allgemein sollten einen Blick riskieren. Spieler ohne Fußball-Faible sollten sich bei Interesse allerdings vorher die Gratis-Demo herunterladen, um zumindest das Gameplay zu testen, denn es ist und bleibt ein Fußballspiel.

geschrieben am 19.10.18, Peter Färberböck

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Dieser Storyteller-Test gehört zu  FIFA 19.




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