Storyteller-Reviews: Assassin's Creed Odyssey:

Assassin's Creed: Odyssey


Nicht einmal ein Jahr ist es her, seit wir den Medjai Bayek auf seiner abenteuerlichen Reise durch das alte Ägypten begleitet haben – schon legt Ubisoft mit 'Assassin's Creed: Odyssey' den nächsten Teil der Assassinen-Reihe vor. Das liegt nicht etwa daran, dass die Entwicklung lediglich ein Jahr gedauert hat. Vielmehr wurden 'Origins' und 'Odyssey' phasenweise parallel entwickelt, und das merkt man in vielen Bereichen. Rechnen darf man hier mit einer Spielzeit von etwa 50 bis 100 Stunden, weshalb sich dieser Storyteller-Test diesmal nur auf das erste Drittel des Abenteuers bezieht.

 

Odyssey

 

Das ist Sparta!

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Mit Leonidas nimmt die Geschichte ihren Anfang.

Das Spiel geht direkt in medias res: Wir finden uns mit König Leonidas von Sparta und seinen 300 Kriegern an den Thermopylen wieder. Geschichtsaffine Menschen und solche, die den Film '300' gesehen haben, wissen: Das geht nicht gut aus. Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Bevor es ans Eingemachte geht, hält Leonidas eine mitreißende Motivationsrede, die von seinen Getreuen mit enthusiastischen „Uh!“-Rufen quittiert wird. Und dann dürfen wir auch schon in die Haut des legendären Kriegers schlüpfen, Feinde niedermetzeln und als Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird, neue Fähigkeiten wie das „Überrennen“ oder den Spartiatentritt ausprobieren. Dabei können wir uns auf dem Schlachtfeld so lange aufhalten, wie wir wollen, denn es dient zugleich als Tutorial, das uns mit den wichtigsten Funktionen des Spieles vertraut machen soll.

Ein Zeitsprung katapultiert uns zurück in die Gegenwart, wo Layla – wir kennen sie bereits aus 'Origins' – mit Victoria Bibeau von Abstergo gemeinsame Sache macht und mal wieder in den Animus steigt, um herauszufinden, was es mit dem Speer des Leonidas auf sich hat. Beide sind inzwischen auf der Seite der Assassinen.

Der Beginn der Gegenwartsgeschichte wird dabei mit notwendigen Spieleinstellungen verknüpft: Wir müssen uns für einen Schwierigkeitsgrad entscheiden und den Gameplay-Modus festlegen. Letzterer bestimmt, ob wir Hinweise, Ziele, Orte, Questgeber etc. auf der Karte überhaupt angezeigt bekommen oder nicht. Der sog. „Erforschermodus“, der von den Entwicklern ausdrücklich empfohlen wird, soll vor allem für mehr Immersion sorgen. Sowohl Schwierigkeitsgrad als auch Gameplay-Modus lassen sich jederzeit ändern.


Alexios oder Kassandra?

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Die Qual der Wahl: Alexios oder Kassandra?

Erstmals steht zur Auswahl, mit welchem Charakter man in die Vergangenheit eintauchen möchte. Zwar gab es bereits in 'Syndicate' und 'Origins' spielbare weibliche Charaktere, und 'Syndicate' ließ sich über weite Strecken mit Evie Frye bestreiten. 'Origins' war da schon deutlich restriktiver und hat die Einsatzmöglichkeiten von Aya stark eingeschränkt.

In 'Odyssey' können wir das gesamte Abenteuer entweder mit Alexios oder Kassandra erleben. Die Einführung eines weiblichen Charakters, der die Geschichte von Anfang bis Ende trägt und nicht nur schmückendes Beiwerk ist, ist eine Neuerung, die dem Sequel wirklich gut tut. Dazu ist Kassandra eine richtig coole, interessante Figur, mit der man gerne durch Griechenland streift, und das Spiel wirkt wie für sie gemacht. Jedoch ist anzunehmen, dass sich die Hauptgeschichte bei Alexios nicht großartig unterscheidet.

Wie gehabt gibt es familiäre Probleme, die wir im Spielverlauf aufdecken. Und natürlich gibt es ominöse Bösewichte, genauer gesagt, den „Kult des Kosmos“. Dessen Mitglieder wollen uns und unserer Familie ans Leder, sind machtgierig und können nach und nach ausgeschaltet werden, was uns wertvolle Belohnungen einbringt. Hinzu kommen Verbindungen zur Ersten Zivilisation (auch: Isu), während die Gegenwartsgeschichte nur sporadisch eine Rolle spielt und mehr stört als dass sie das Spiel bereichert.


Schön ist's auf Kephallenia

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Vermummte Gestalten, ein seltsames Artefakt: Ganz klar, das ist ein Kult.

Kassandra, eigentlich Spartiatin, lebt auf der kleinen Insel Kephallenia, wo sie sich ihr Brot als Söldnerin verdient. Vom Konflikt zwischen Athen und Sparta, der als Peloponnesischer Krieg in die Geschichtsbücher eingehen wird, bekommt sie vorerst wenig mit. Schließlich hat sie alle Hände voll zu tun, denn Markos, Vaterersatz und Dienstgeber in Personalunion, bringt sie durch sein unbedachtes Verhalten immer wieder in Schwierigkeiten. So hat sich der Dummkopf eine nicht unbeträchtliche Geldsumme von einem Burschen geliehen, der gemeinhin „der Zyklop“ genannt wird. Mit seinen Schlägern bekommen wir es denn auch gleich zu Beginn zu tun. Hier gilt es erstmals, eine Entscheidung mit Konsequenzen zu treffen: Lassen wir die beiden Schläger laufen oder murksen wir sie eiskalt ab?

Ehe wir's uns versehen, sind wir bereits mitten drin im Abenteuer. Allein für den Abschnitt in Kephallenia und das angrenzende Ithaka kann man leicht sechs bis sieben Stunden aufwenden, wenn man alle Orte abklappert und jeden einzelnen Schatz birgt. Um ein Gefühl für das Spiel und das Gameplay zu bekommen, ist das tatsächlich empfehlenswert. Außerdem bringen solche Erkundungstouren wertvolle Erfahrungspunkte. Wer das erste Gebiet komplett abarbeitet, wird es je nach Schwierigkeitsgrad mit Level 6 bis 8 verlassen.

Die Hauptgeschichte wird schon in den ersten Stunden rasant erzählt. Lässt man sich von den zahlreichen Nebenaktivitäten nicht zu sehr ablenken, dann kann man voll und ganz in die Story eintauchen. Und die ist tatsächlich spannend, birgt unerwartete Wendungen und schwierige Entscheidungen, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen. Dazu werden mehrere unterschiedliche Enden in Aussicht gestellt, was den Wiederspielwert erhöht.


Wir zeigen Charakter

'Odyssey' setzt wie schon der Vorgänger stark auf rollenspielartige Elemente. Wieder müssen wir Erfahrungspunkte verdienen, um ein Level aufzusteigen, wieder können wir unsere Waffen und Ausrüstung beim Schmied aufrüsten lassen. Fähigkeitenpunkte gibt es bei Levelaufstieg und über alte Stelen, die wir in Gräbern finden. Grundsätzlich gibt es drei Charakterklassen: Jäger, Krieger und Assassine. Jede Charakterklasse verfügt über spezifische Fertigkeiten, und damit es auch ja nicht zu einfach wird, können wir nur je vier Nahkampf- und vier Fernkampf-Fertigkeiten gleichzeitig ausrüsten und ihnen Tasten zuweisen. Das macht den Kampf um einiges spannender, das erfordert Taktik und ist spielerisch mitunter durchaus fordernd. Dazu weiter unten mehr.

Erstmals in der Assassinen-Reihe gibt es mehr Entscheidungsfreiheit in den Dialogen, und unsere Entscheidungen können später Konsequenzen nach sich ziehen. In einer Quest etwa kommen wir dahinter, dass hungernde Zivilisten mit Hilfe eines Söldners Lebensmittel gestohlen haben, um zu überleben. Töten wir sie? Lassen wir sie laufen und belügen dafür unseren Auftraggeber? Was machen wir mit Menschen, die krank sind? Sollen wir ihnen gestatten, sich auf die Suche nach einem Heilmittel zu begeben, auch auf die Gefahr hin, dass sich eine Seuche ausbreitet?

Die Konsequenzen unserer Entscheidungen werden uns in der Regel erst später präsentiert und sind oft nicht vorhersehbar. Zwar kann man in 'Odyssey' eigene Spielstände anlegen, aber womöglich mehrere Stunden des Spielfortschritts zu opfern, um eine Entscheidung rückgängig zu machen – bei aller Liebe, wirklich nicht. Da ist es verlockender, das Spiel ein zweites Mal, mit einem anderen Hauptcharakter, in Angriff zu nehmen und Entscheidungen anders zu treffen. Das und die unterschiedlichen Enden sorgen für einen deutlich höheren Wiederspielwert, als das bisher bei 'Assassin's Creed' der Fall war.


Kein reinrassiges Rollenspiel

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Es wird wieder viel gekämpft.

Dass man immer wieder zu Entscheidungen genötigt wird und auch die Dialoge weitgehend selbst steuern kann, macht 'Odyssey' zwar noch lange nicht zum reinrassigen Rollenspiel. Aber Ubisoft ist diesbezüglich auf einem guten Weg. Auch die Nebenquests, die oft mit einer Hauptquest verknüpft sind, können sich größtenteils sehen lassen. Manche sind zeitabhängig und entweder nur für 24 Stunden verfügbar. Oder sie verfallen, sobald man z.B. die Hauptquest weiter verfolgt oder weiterschippert.

Quests leveln übrigens mit. Hat man beispielsweise eine Level-2-Quest eingesammelt und will diese später, sagen wir, mit Level 4, erledigen, dann hat die Quest sich angepasst und muss nun auch auf Level 4 bewältigt werden. Das gilt auch für Gegner, die direkt mit der Quest verknüpft sind. Müssen wir z.B. im Rahmen der Hauptgeschichte einen Fiesling in einer Festung aufspüren, dann haben Quest, Fiesling, unsere Spielfigur und etwaige Soldaten dasselbe Level. Letztere behalten ihre Stufe allerdings, selbst wenn wir nach Abschluss der Quest um ein Level aufsteigen. Auch die einzelnen Gebiete behalten ihre zugewiesenen Stufen.

Arg repetitiv sind leider wieder die zusätzlichen Aufgaben, die man in den einzelnen Gebieten erledigen kann. Es gibt Banditenlager und Festungen, die gestürmt und Schätze, die geborgen werden können, wir dürfen Gräber plündern, sog. Ostrakon-Rätsel lösen (sie entsprechen den Papryus-Rätseln in 'Origins'), Aussichtspunkte synchronisieren und so unserem Adler Ikaros mehr Weitsicht verschaffen. Wir können auch den Krieg beeinflussen, indem wir z.B. Kriegsvorräte zerstören und so die Vormacht entweder der Athener oder der Spartaner schwächen. Ist die aktuell herrschende Seite arg geschwächt, können wir uns in die optionale Schlacht stürzen. Diese dient dazu, die Vorherrschaft einer der beiden Fraktionen in einem Gebiet zu festigen und dauert so lange, bis eine Seite gewonnen hat.


Harte Brocken: Kopfgeldjäger

Bleiben wir gleich beim Thema Kampf: Die Gegner haben es teilweise echt in sich. Ist ein Gegner zwei oder mehr Level über dem des eigenen Charakters: Finger weg! Speziell bei Kopfgeldjägern bzw. Söldnern reicht es, wenn sie nur ein Level über Kassandra stehen. So schnell kann man gar nicht 'Odyssey' sagen, wie einen so ein Kopfgeldjäger massakriert. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Sobald man dasselbe Level oder ein höheres als der Kopfgeldjäger erreicht hat, fällt einem der Kampf normalerweise etwas leichter. Ab Stufe 16 sind kleine Level-Unterschiede nicht mehr so gravierend. Das hängt u.a. mit einigen später freischaltbaren Fähigkeiten, die vieles erleichtern. Dennoch sollte man sich wohl überlegen, mit wem man sich anlegen möchte.

 

Über einen eigenen Menüpunkt „Söldner“ können wir uns Informationen zu jenen Kopfgeldjägern holen, denen wir bereits über den Weg gelaufen sind oder die wir aus der Ferne gesehen haben. Das ist ziemlich praktisch, denn hier sehen wir neben dem Level auch die Schwachpunkte des jeweiligen Söldners, seinen Kampfstil und, als besonderen Service, gleich auch noch die Beute, die wir kassieren, wenn wir ihn oder sie zum Hades jagen. Ist ein Kopfgeldjäger viel stärker als wir, können wir das ausstehende Kopfgeld zur Not selbst bezahlen, oder wir beseitigen die für das Kopfgeld verantwortliche Person. Die Idee mit den Kopfgeldjägern hat in 'Origins' gut funktioniert. Nur: 'Odyssey' übertreibt es, was die Anzahl der Kopfgeldjäger angeht. Ärgerlich wird das insbesondere dann, wenn diese netten Zeitgenossen bei Quests stören - das tun sie ständig. Der Umstand, dass man sich freikaufen kann, nimmt dem Ganzen wiederum ein wenig die Würze.



Dynamik, Strategie, Taktik: Das Kampfsystem zu Lande...

Die Kämpfe selbst gestalten sich dynamisch, das Kampfsystem verlangt dem Spieler einiges ab. Da auf einen Schild verzichtet wurde, muss man auf andere Verteidigungsstrategien zurückgreifen. Leuchtet etwa die Silhouette eines Gegners auf, kann man weder parieren noch kontern, sondern nur rechtzeitig ausweichen. Schafft man das nicht, bekommt man einen ordentlichen Schlag ab, der entsprechend viel Schaden verursacht. In manchen Situationen, speziell wenn es gegen mehrere Gegner ging, hätte ich mir wirklich einen ordentlichen Schild gewünscht, nicht nur, um mich mal kurz dahinter zu verstecken. Ein Schild gehörte einfach zur Ausrüstung eines griechischen bzw. spartanischen Kämpfers im fünften vorchristlichen Jahrhundert. Richtig fies ist, dass viele Gegner sehr wohl über Schilde verfügen.

Abgesehen davon gibt es am Kampfsystem wenig zu meckern. Man muss strategisch und taktisch vorgehen, sich genau überlegen, welche Fertigkeiten man auf welche Taste legen möchte und auf welche Charakterklasse man seinen Schwerpunkt legt. Krieger werden nicht umhin können, sich in Angriff und Verteidigung zu üben. Wer lieber als Assassine unterwegs ist, kann sich durch Gebüsche schleichen und sonstige Deckungen nutzen, um beispielsweise in eine schwer bewachte Festung einzudringen. Attentate sind nach wie vor möglich, allerdings ist ein Opfer nicht notwendigerweise sofort tot: Ein einfacher Soldat fällt unserem Leonidas-Speer problemlos zum Opfer, während höherrangige Offiziere grade mal ein paar Schadenpunkte nehmen – auch das eine Erschwernis, die vermutlich nicht bei allen Spielern auf Gegenliebe stoßen wird. Ähnlich sieht es bei Fernkampfwaffen aus. Ein Kopfschuss ist nicht mehr automatisch tödlich, wenn die entsprechende Fertigkeit samt zugehörigem Schadensbonus fehlt.


… und zu Wasser

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Wir dürfen wieder Seeschlachten ausfechten.

Weil wir es mit Griechenland und somit einer Fülle von Inseln zu tun haben, dürfen wir auch in 'Odyssey' Seeschlachten ausfechten. Diese spielen sich ähnlich wie jene in 'Black Flag', 'Rogue' oder 'Origins'. Manche sind verpflichtend, manchen kann man aus dem Weg gehen, etwa, indem man Fersengeld gibt und einfach abhaut.

Ganz ohne Seeschlacht geht’s allerdings nicht. Es wäre ja auch schade um das schöne Schiff, das man erhält, wenn man Kephallenia verlässt. Das können wir aufmotzen und zu einem ordentlichen Kriegsschiff ausbauen. Dazu können wir Materialien sammeln, die im Meer treiben. Oder wir legen uns mit Piraten an, wobei diese Variante ziemlich mühsam sein kann. Denn wenn man es gleichzeitig mit fünf oder sechs Piratenschiffen zu tun bekommt, wird es stressig.

Zusätzlich können wir Crewmitglieder anheuern, die sich in der ganzen Welt finden. Besonders solche mit dem Label „legendär“ sollte man unbedingt rekrutieren. Denn erstens sind die im Kampf versierter und zweitens bringen sie Spezialfähigkeiten mit. Sie halten außerdem mehr aus und fallen nicht sofort tot um, wenn sie einen Pfeil nur von Weitem sehen. Es zahlt sich aus, mit Nebencharakteren in der ganzen griechischen Welt zu sprechen bzw. nicht gleich jeden Gegner zu töten. Denn auch Feinde lassen sich mitunter bereitwillig dazu überreden, sich uns anzuschließen.


Von Crafting und rabiaten Hühnern

Um unser Schiff auszubauen, aber auch um Rüstungen oder Waffen verbessern zu können, benötigen wir wieder verschiedene Rohstoffe, und das in Hülle und Fülle. Tierschützer dürfen erleichtert aufatmen: Aktive Jagd wird nur noch im Rahmen von bestimmten Quests verlangt, ist aber nicht mehr zwingend Voraussetzung, um z.B. an Leder zu kommen. Ganz ungeschoren kommen die virtuellen Viecher aber auch nicht davon. Schließlich müssen wir uns unter anderem gegen Wölfe, Bären, Haie, Schlangen und sogar Hühner verteidigen. Jawohl, Hühner. Mitunter kann es passieren, dass rabiates Federvieh den Spielcharakter attackiert und verletzt. Ob das ein Bug, ein Feature oder ein Insider-Joke ist, war mir ehrlich gesagt egal. Lustig waren die unmotivierten Hühner-Attacken allemal.

Zurück zum Crafting: Zu den Materialien, die wir benötigen, gehören Leder, Olivenholz, Eisen, Obsidian und andere Dinge, die dankenswerterweise meist einfach so in der Botanik herumliegen oder die wir frisch-fröhlich looten können. Beim Looten gibt es jedoch eine Einschränkung: In einigen Gebieten wird daraus gemeines Stehlen, und das wirkt sich auf das ausgesetzte Kopfgeld aus. Wir können auch alte Waffen bzw. Ausrüstungsteile zerlegen sowie Materialien beim Schmied kaufen. Der verbessert unsere Waffen und unsere Rüstung bzw. kann Gravuren anbringen. Diese werden nach und nach freigeschaltet, sind zum Teil Belohnungen für Quests, die erwähnten Ostrakon-Rätsel sowie Herausforderungen und motzen so ziemlich jedes Rüstungsteil bzw. jede Waffe auf. Sie verschaffen uns Boni auf Gesundheit, Schaden, Widerstand z.B. gegen Gift oder Feuer, Adrenalinschübe und dergleichen mehr. Es zahlt sich wirklich aus, solche Gravuren anbringen zu lassen – am besten auf legendären Waffen bzw. Rüstungsteilen. Diese haben nämlich von vornherein schon mehr Boni als normale Waffen und sind mit Gravur noch schlagkräftiger. Jede Waffe und jedes Ausrüstungsteil können wir wie gehabt auf unser aktuelles Level bringen.


Atemberaubende Spielewelt

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Griechenland zeigt sich von seiner besten Seite.

Kommen wir noch zu einem nicht unwichtigen Teil des Spiels: der Grafik. Die erinnert zwar an 'Origins', aber nachdem beide Spiele parallel entwickelt wurden, ist das nicht weiter verwunderlich. Optisch macht 'Odyssey' allerdings noch mal einen Sprung nach vorne, und es besteht Hoffnung, dass es im nächsten 'Assassin's Creed' endlich mal realistische Haare zu sehen geben wird – Kassandras Frisur stimmt mich da zuversichtlich. Scherz beiseite: 'Odyssey' ist optisch eine Wucht. Egal, ob Fischschwärme, die neben einem herschwimmen, während man taucht, Lichtreflexe auf Wasser, Landschaften, Tempel, Tiere, Menschen, oder Ortschaften. Und selbst auf der Konsole sieht das Spiel toll aus. Lediglich die Mimik mancher Nebencharaktere hätte etwas lebendiger ausfallen dürfen.

Zur stimmigen Optik gesellt sich eine hervorragende Vertonung. Standardmäßig ist die englische Sprachausgabe eingestellt. Die ist mitunter aufgrund der Akzente der Sprecher etwas schwierig zu verstehen, aber zum Glück gibt’s deutsche Untertitel. Diese sind zwar nicht immer ganz deckungsgleich mit dem, was gesprochen wird, aber das stört wirklich nur minimal. Alternative Sprachpakete, darunter eines auf Deutsch, müssen wie gehabt heruntergeladen und separat installiert werden. In Sachen Musik gibt es das bekannte Assassinen-Thema zu hören, das sich spätestens mit der Ezio-Reihe in die Gehörgänge der Spieler eingebrannt haben dürfte. Dazu gesellen sich neue Musikstücke und Geräuschkulissen, die immens zur Atmosphäre und zum Gesamterlebnis beitragen.


Galerien

Fazit:

'Assassin's Creed: Odyssey' geht noch etwas stärker in Richtung Rollenspiel als das beim Vorgänger der Fall war. Neue Features wie Dialogoptionen oder etwa die Wahl des Hauptcharakters tun dem Spiel ebenso gut wie verbesserte Quests und das dynamischere Kampfsystem. Die Geschichte macht in den ersten Stunden einen spannenden EIndruck und birgt so manch überraschende Wendung.

Die riesige Spielwelt lädt zum Erkunden ein. Sie ist voll gepackt mit Dingen, die man tun und erleben kann. Bisweilen kann einen das überfordern, wobei wie immer gilt: Man kann alles machen, muss aber nicht. Wem das Spiel zu schwierig wird, der sollte die Möglichkeit nutzen, den Schwierigkeitsgrad und unter Umständen auch den Gameplay-Modus – geführtes Spiel vs. Erforschertum – zu ändern.

Abzüge gibt’s für Kleinigkeiten, wie etwa den fehlenden Schild oder den Umstand, dass man zwar selbst speichern kann, das Spiel aber in gewissen Situationen genau dieses selbstständige Speichern unterbindet. Auch in Sachen Kopfgeldjäger und Kultisten hätte Ubisoft gut daran getan, die Devise „Weniger ist mehr“ anzuwenden.

Unterm Strich ist 'Assassin's Creed: Odyssey' ein unterhaltsames Spiel. So mancher mag beklagen, dass es sich um kein „richtiges“ 'Assassin's Creed' mehr handelt. Mir persönlich gefällt diese bereits durch 'Origins' eingeläutete Entwicklung sehr gut, und wenn Ubisoft so weitermacht, bekommen wir es bald mit einem reinrassigen Rollenspiel zu tun.

geschrieben am 27.10.18, Susanne Lang-Vorhofer

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