Previews: Deponia 3 - Goodbye Deponia:

Goodbye Deponia


Die schräge 'Deponia'-Trilogie findet demnächst ihren finalen Abschluss. Trotz (oder gerade wegen) zahlreicher charakterlicher Defizite ist uns Protagonist Rufus inzwischen so richtig ans Herz gewachsen und auch von vielen anderen Figuren aus Daedalics Kultreihe trennt man sich nur ungern. Einen ausführlichen Vorgeschmack zu seinem neuen Spiel hat uns Poki übrigens bereits vor wenigen Tagen im Rahmen der diesjährigen Gamescom in Köln geboten. Bis zum Release dauert es nicht mehr lange, weshalb kürzlich auch eine spielbare Preview-Fassung in den virtuellen Briefkasten flatterte. Unsere Eindrücke dazu wollen wir Euch wie üblich nicht vorenthalten.

 

 

 

Deponia - Eine Verwechslungskomödie

Deponia 3

Wenn Rufus kocht, dann ist die Kacke am Dampfen

Die Handlung zu 'Goodbye Deponia' knüpft nahtlos an 'Chaos auf Deponia' an. In einem Kutter tuckern Rufus und Goal zunächst gemütlich Richtung Porta Fisco, um das letzte Hochboot nach Elysium zu erreichen. Vor ihrem Gegenspieler Cletus wollen sie am Hafen eintrudeln und die Pläne des Organons rund um die Sprengung des bewohnten Müllplaneten Deponia durchkreuzen. Rufus lässt sich allerdings wie üblich zu einer leichtfertigen Planänderung hinreißen. Es folgt ein Schlamassel, das er allein nie zurecht biegen kann. Ein Rufus nicht, aber was ist mit dreien? Eine unglückliche Verkettung unvorteilhafter Umstände und plötzlich plagen drei Rufusse die Welt. Für Verwirrung ist also gesorgt und auch Goal durchlebt eine folgenschwere Transformation. Im Rahmen seiner Gamescom-Präsentation, legte Poki großen Wert darauf, dass 'Deponia' von Anfang an als Verwechslungskomödie konzipiert gewesen sei. Während dieser Aspekt in den ersten beiden Teilen noch eine höchst beiläufige Rolle spielte, rückt er bei 'Goodbye Deponia' nun endlich in den Vordergrund und nimmt mit zunehmendem Spielverlauf Screwball-artige Züge an (Stichwort Koffertausch).

 

 

 

Nicht nur für Kenner der vorherigen Teile

Zu Besuch bei Daedalic

Poki erklärt uns Deponia 3 auf der Gamescom 2013

Obgleich die Handlung nahtlos weitergesponnen wird, ist 'Goodbye Deponia' so konzipiert, damit selbst Neulinge eine faire Chance haben, sich inhaltlich halbwegs zurechtzufinden. Einerseits gibt es den Journalisten und Rufus-Fanboy Barry, mit dem unser dreister Möchtegern-Held viele vergangene Ereignisse in selbstherrlicher Manier rekapitulieren kann. Andererseits treffen wir auf viele bekannte Gesichter (Toni, Bozo und viele mehr), mit denen wir nostalgisch in einer für sie meist überaus unangenehmen Vergangenheit schwelgen können. Selbst jene Spieler, die vieles längst vergessen haben, erhalten somit also kleine Gedächtnisstützen. Natürlich macht es deutlich mehr Sinn, die ersten beiden Teile bereits durchgespielt zu haben, denn sonst prasseln viele Spoiler zu den ersten beiden Spielen auf einen hernieder. Zudem könnten die vielen Ereignisse und Beziehungskonstellationen der letzten Spiele für Neulinge zu verwirrend sein.

 

 


Gags am laufenden Band

Deponia 3

Rufus hat soeben den idealen Lagerplatz für Kinder gefunden...

Am Ende des ersten 'Deponia' schien es zunächst, als habe Rufus sich charakterlich deutlich gebessert. Im Laufe des nachfolgenden Sequels wurde dieser Eindruck rasant revidiert und zu Beginn des Abschlusses der Trilogie ist der Junge voll zurück in seinem Element und lässt keine noch so dreiste Unverschämtheit aus (u.a. zum Thema Pädophilie, Therapie, Adventure-Insider und ähem seltsame Erziehungsmethoden...). Freunde des richtig boshaften, unkorrekten Humors werden voll auf ihre Kosten kommen. 'Goodbye Deponia' nimmt kein Blatt vor den Mund und geht gerne den einen und anderen Schritt weiter, als die ohnehin schon frechen Vorgänger. Die Gags sind diesmal übrigens noch pointierter geraten, was die englische Übersetzung womöglich erleichtern könnte. Selten macht es bei einem Spiel jedenfalls so unglaublich viel Spaß, Gegenstände wahllos miteinander zu benutzen. Erstaunlich oft erhalten wir von Rufus eine extra darauf zurecht geschnitzte, verdammt komische Antwort. Selbst die absurdeste Kombination kann für einen erfrischenden Lacher gut sein. Dieser Aspekt macht auch in jenen Momenten einiges wett, wo wir gerade nicht weiter wissen.

 

 


Verquerte Rätsel

Deponia 3

Die (medikamentöse) Therapie hat Toni verändert. Das passt Rufus ganz und gar nicht!

Verquerte Kopfnüsse erreichen sehr früh ein vergleichsweise anspruchsvolles Niveau und fade 08/15 Aufgaben sind eher die Ausnahme. Jedoch läuft man als Spieler häufig Gefahr, ratlos in spielerische Passivität zu verfallen. Gerade im ersten Abschnitt gibt es wenige Aktionen, die komplett unabhängig voneinander möglich sind. 'Goodbye Deponia' erreicht hier trotz einiger toller Einfälle nicht ganz das Niveau des zweiten Teils. In jenem Abschnitt, der sich in Porta Fisco abspielt, zerfällt ein zentrales Ziel (das Betreten des Hauptquartiers des Widerstands) zum Beispiel in sehr viele kleine Rätsel, wodurch der Haupthandlungsstrang etwas an Substanz und Übersichtlichkeit verliert. Weniger Kleinklein im Rätseldesign hätte dem Spiel phasenweise gut getan. In manchen Fällen ist die Relevanz bestimmter Handlungen für das Hauptziel auch etwas schwer nachvollziehbar (Stichwort Baby in Not, Toni Provokation...). Noch dazu gab es in der Preview-Version ein paar Macken, die die Knobelei weiter erschwerten. Beispielsweise hätte es für die Logik und nachfolgende Aufgaben geholfen, wenn beim Blick durch das Kanalgitter im ersten Kapitel zwecks Orientierung auch gleich die Außenseite gezeigt worden wäre. Zudem waren ein paar Hotspots noch nicht voll ins Spiel integriert, was das Spielgefühl zuweilen zusätzlich irritierte.

 

 


Stilsichere Umsetzung

Deponia 3

Zuhause bei den Bozos finden wir ein wildes Sitcom-Szenario...

An der visuellen Umsetzung, der Steuerung (das Scrollrad der Maus kann bei Bedarf übrigens dazu benutzt werden, um das Inventar schnell abzurufen) und den Sprechern ist jedenfalls nichts zu rütteln. Die markante Handschrift der Reihe wird stilsicher und gekonnt fortgeführt. Diesmal bietet der klasse Soundtrack sogar noch mehr Abwechslung als sonst und wagt einige witzige Abstecher in andere Stilrichtungen. In der Preview-Fassung offenbaren sich ansonsten allerdings (wie bereits kurz angeschnitten) einige Baustellen und es lief auf unserem Testcomputer nicht alles so rund, wie man es von Daedalic in dieser doch recht späten Entwicklungsphase gewohnt ist. So gab es Grafikfehler, besagte Macken bei manchen Hotspots, auffällige Probleme mit schwankender Lautstärke von Musik und Sprache, Aktionen die erneut durchführbar sind, obwohl sie eigentlich abgeschlossen ist und andere Dinge. Es ist aber schwer davon auszugehen, dass Daedalic die bestehenden Macken bis zum Release ausbügelt und dann können wir uns in jedem Fall auf ein gelungenes, richtig schräges Adventures freuen.


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

'Goodbye Deponia' zeichnet sich einmal mehr durch ein echtes Humor-Feuerwerk aus, welches nie vor Seitenhieben und sonstigen Boshaftigkeiten zurückschreckt. Selten macht es bei einem Adventure zudem soviel Spaß, sinnlose kombinatorische Experimente zu wagen, einfach nur um Rufus witzige Reaktion darauf zu erleben. Viele Charaktere kennt man zudem bereits gut und freut sich umso mehr, sie wieder zu treffen und über "gute" alte Zeiten zu plaudern. Technisch lief die Preview allerdings noch nicht so rund, wie wir uns das so kurz vor dem Release-Termin wünschen würden und das Rätseldesign geht streckenweise leider etwas auf Kosten des Erzählflusses. Dennoch wird deutlich, dass Daedalics 'Goodbye Deponia' viel Klasse hat. Sobald die derzeit noch vorhandenen Macken ausgebügelt sind, können wir uns auf einen würdigen Abschluss der Erfolgsreihe freuen.

geschrieben am 29.08.13, Matthias Glanznig

Systemanforderungen Weitere Links

2,5 GHz Single-Core-Prozessor od. 2 GHz Dual-Core-Prozessor
2 GB Arbeitsspeicher
OpenGL2.0-kompatible Grafikkarte mit 512 MB RAM (Shared-Memory wird nicht empfohlen)
DirectX-kompatible Soundkarte
5 GB freier Festplattenspeicher
DVD-Laufwerk
Maus
Offizielle Webseite
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Dieses Preview gehört zu  Deponia 3.




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