Previews: Black Mirror 2:

Black Mirror 2


Über fünf Jahre ist es bereits her, dass sich Adventure-Spieler auf gemacht haben, die schaurigen Mordfälle rund um das englische Nest Willow Creek mit seinem Schloss Black Mirror aufzuklären. Das Spiel des tschechischen Entwicklers Unknown Identity räumte damals dank seiner packenden Geschichte und den ausgesprochen guten Rätseln Auszeichnungen en masse ab. Von uns gab es satte 91 Punkte nebst Award. Die Meldung, dass der Publisher dtp eine Fortsetzung in Auftrag gegeben hat, verwunderte da wenig. Vielmehr fragten sich Spieler, ob ein zweiter Teil an die Qualitäten von 'Black Mirror' heranreichen würde und wie man die Geschichte fortführen will. Außerdem sorgte die Meldung für Verwunderung, dass statt des damaligen Entwicklers die Cranberry Studios ('Mata Hari') mit der Umsetzung beauftragt wurden. Einige Wochen vor der Veröffentlichung konnten wir uns bereits einen ersten Eindruck von 'Black Mirror 2' verschaffen und verraten in unserer Vorschau, ob 'Black Mirror 2' es schaffen kann, das große Erbe anzutreten.


12 Jahre später…

Black Mirror 2 beginnt ganz passend in einem dunklen Keller... Mit dem Tauschen einer Sicherung.

Darren hätte eigentlich gar keinen Grund, sich zu beklagen: Es sind Semesterferien und der junge Student der Physik hat sich dazu entschlossen, einige Zeit bei seiner Mutter im Küstenort Biddeford im US-Staat Maine zu verbringen. Dort jobbt er nebenbei in einem Fotoladen und verdient sich so mit seinem Hobby etwas Geld dazu. Der Job im Fotoladen bringt ihm dann auch die Bekanntschaft der hübschen Engländerin Angelina ein, die ihn um ein Fotoshooting bittet. Das klingt irgendwie so gar nicht nach 'Black Mirror'? Wie schon gesagt: Eigentlich hätte Darren keinen Grund, sich zu beklagen. Doch leider ist sein Chef ein tyrannischer Choleriker, der Darren den ganzen Tag nur anschreit und herumscheucht. Das merken wir direkt in den ersten Minuten des Spiels, denn wir treffen Darren erstmals in einem dunklen Keller, mit einer Kerze als einzige Lichtquelle. Von oben schreit uns Fuller - so heißt Darrens Chef - an, dass wir doch endlich die Sicherung für den Laden austauschen sollen, er will schließlich öffnen. Das gelingt dem Physikstudenten natürlich recht schnell, doch das Rumgeschreie hört trotzdem nicht auf: Darren soll das Werbeschild vor den Laden stellen. Auch das wird natürlich prompt

Biddefords Postkarten-Idylle trügt: Hier geschehen seltsame Dinge.

erledigt. Dabei trifft Darren auf Angelina, die ihm sogleich den Kopf verdreht. Um so mehr freut er sich über die Chance, die junge Britin während eines Fotoshootings näher kennen zu lernen. Doch wieder macht ihm Fuller einen Strich durch die Rechnung: Darren soll erstmal einige Botengänge erledigen, das Fotoshooting übernimmt der Chef lieber selbst, vor allem bei jungen, attraktiven Frauen. Also ergibt Darren sich seinem Schicksal und eilt durch die Straßen des Küstenortes, um verschiedene Botengänge durchzuführen. Immerhin lernt er so die Einwohner ein wenig kennen, doch leider bringt es ihn keinen Schritt näher zu Angelina. Doch dann nehmen die Geschehnisse ihren verhängnisvollen Lauf: Ein unbekannter Mann schleicht durch Biddefords Straßen, scheinbar verfolgt er Angelina. Seine Mutter erleidet einen Unfall, in deren Folge sie ins Koma fällt und auch um Angelina tun sich dunkle Wolken auf. Außerdem ergeben sich erste Verbindungen nach England, in ein uns wohlbekanntes Örtchen namens Willow Creek…

Bis Darren dort schließlich ankommt, vergehen zwei interessante und äußerst umfangreiche erste Kapitel. In England taucht Darren tiefer ein in die Geschichte der Gordons. Der Familie, die schon seit Generationen auf Schloss Black Mirror lebt und auf der ein Fluch zu liegen scheint. Und irgendwie scheint auch Darren verflucht zu sein, denn ein mysteriöser Orden macht ihm den Insel-Aufenthalt alles andere als Angenehm. Doch an dieser Stelle wollen wir noch nicht mehr über die Geschehnisse in 'Black Mirror 2' verraten, nur so viel: Es wird gruselig und die Geschichte fügt sich überraschend gut an den Vorgänger an.

Ansichtskarte des Horrors

Die ehemalige Irrenanstalt von Willow Creek ist jetzt ein Hotel.

In den 12 Jahren hat sich viel getan. Willow Creek hat durch die Mordserie einen touristischen Boom erlebt und sich voll auf die Vermarktung der grausigen Details ausgerichtet. Das Sanatorium wurde zu einem Hotel umgebaut, neben dem Pub findet sich ein Jahrmarkt und es gibt jetzt ein Museum, in dem nicht nur die Geschichte des Ortes dargestellt wird, sondern in der die Besucher sich dank Puppen und billiger Effekte ein Bild der blutigsten Vorkommnisse aus 'Black Mirror' machen können. Doch damit nicht genug: Es gibt sogar Ansichtskarten, auf denen die Orte der Morde eingezeichnet sind. Doch nicht nur in den 12 Jahren der Handlung sondern auch in den Jahren seit 2004 hat sich am Spiel einiges getan. 'Black Mirror 2' bietet eine Bildschirmauflösung von bis zu 1680 x 1050, es werden als auch Widescreen-Monitore unterstützt. Damit man auch auf betagteren Rechnern noch gut spielen kann, können Spiegelungen oder Hintergrundfiguren abgeschaltet sowie die Grafikqualität verringert werden. Doch nicht nur auf der technischen Seite hat sich einiges getan. Die Cranberry Studios spendieren dem Spiel einiges an Hilfefunktionen. Neben der schon zum Standard gehörenden, optionalen Hotspot-Anzeige gibt es ein Tagebuch, in dem nicht nur der Spielfortschritt festgehalten wird, sondern auch aktuelle und erledigte Aufgaben. So weiß man selbst nach einigen Tagen Zwangpause immer gleich wieder, was Darren eigentlich machen will. Außerdem bietet das Tagebuch auf Wunsch auch eine Tipp-Funktion, die den Spieler auf die

Rätsel wie dieses Schiebepuzzle lassen sich auf Wunsch überspringen.

richtige Fährte bringt. Die Rätsel sind aber immer sehr logisch aufgebaut und die Lösungen nachvollziehbar, so dass man diese Funktion eher selten benötigt. 'Black Mirror' bot damals eine tolle Auswahl verschiedenster Rätsel, die sich nie wiederholten und in der selbst einige Knobeleien wie beispielsweise Schlossrätsel überzeugend eingebaut waren und 'Black Mirror 2' scheint diese Tradition fortzuführen. Wieder gibt es mechanische Rätsel, z.B. ein Verschieberätsel zum Öffnen eines alten Sekretärs, die sich aber größtenteils hervorragend in die Welt von 'Black Mirror' einpassen. Wer diese Spiele nicht mag, kann sich – ebenfalls optional – nach einiger Zeit des Herumprobierens das Rätsel durch das Spiel selbst lösen lassen. Die Steuerung funktioniert im Übrigen noch genauso wie beim Vorgänger, selbst der Mauszeiger lässt sich auf die Version von 'Black Mirror' umschalten. Das bedeutet, dass eigentlich nur die linke Maustaste benötigt wird, um das Spiel zu spielen. Nur in wenigen Ausnahmefällen wird die rechte Maustaste wirklich gebraucht, beispielsweise um ein Rädchen anders herum zu drehen. Ansonsten dient die rechte Maustaste der näheren Betrachtung von Gegenständen. Da Darren uns aber beim ersten Anklicken schon über alles Wichtige der zum Teil auffallend vielen Hotspots aufklärt, benötigen wir sie nur selten.

Wiedererkennungswert

Willow Creek in Black Mirror 2...

Die Grafik von 'Black Mirror 2' macht bereits in unserer frühen Version einen sehr guten Eindruck. Die Hintergründe sind detailreich und bestechen durch unauffällige Animationen, mit denen die Entwickler es schaffen, dem Spiel Leben einzuhauchen: Hier bewegen sich Blätter im Wind, dort schaukelt ein Schiff auf dem Ozean, Möwen fliegen herum und andere Personen laufen durch die Gegend. Auch die Charaktere machen einen lebendigen Eindruck. Sie ziehen sich um, werden im Regen nass oder dreckig, wenn sie durch die

... und im Vorgänger.

Kanalisation kriechen. Interessant für Kenner von 'Black Mirror' ist natürlich der erste Besuch in Willow Creek, einem der Hauptschauplätze. Wie oben schon angedeutet, ist die Entwicklung an dem Dörfchen nicht spurlos vorbei gegangen. Dennoch erkennt man den Ort sofort wieder, wie auch unser Screenshot-Vergleich zeigt.

Besonders gelungen sind die Dialoge, die den Charakteren ihre Glaubwürdigkeit verleihen. Dort, wie auch beim Rätseldesign und der Geschichte gab es übrigens eine Zusammenarbeit zwischen Cranberry und King Art, die Anfang des Jahres mit 'The Book of Unwritten Tales' einen Hit landeten.


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

'Black Mirror 2' hinterlässt einen wirklich sehr guten ersten Eindruck. Grafik, Sound und Rätsel wissen bereits jetzt zu gefallen. Sicher gab es in unserer Version noch den einen oder anderen kleineren Fehler, das Spiel als Ganzes ist aber bereits jetzt erfreulich Fehlerfrei. Und das Wichtigste: Die bereits jetzt fesselnde Geschichte und ihre Charaktere fügen sich überzeugend in die Welt des Vorgängers ein und können einen würdigen Nachfolger abgeben. Freilich fehlte in unserer Version nach Angaben von dtp noch rund die Hälfte, so dass wir auch noch nicht wissen, wie es weiter geht mit Darren und Angelina. Sollte aber die zweite Hälfte genau so gut und lang wie die Erste werden, erwartet uns am 25. September ein weiterer Spitzentitel.

geschrieben am 03.09.09, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links

CPU 1400 MHz
512 MB RAM (XP) 1.024 MB RAM (Vista) / 1.536 MB RAM (Vista x64)
Grafikkarte mit Shader Model 2, DirectX9-kompatibel 128 MB Ram
DirectX8-kompatible Soundkarte
Windows XP oder Vista, je x32/x64
DVD-ROM, Maus, Tastatur
6 GB Festplattenplatz
Offizielle Homepage
Bei GOG kaufen


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Dieses Preview gehört zu  Black Mirror 2.




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