Previews: Lamplight City:

Lamplight City


'Lamplight City' ist das nächste Point&Click-Adventure von Francisco González (Grundislav Games), der schon mit der stimmungsvoll umgesetzten Pixel-Dystopie 'Shardlight' seine Qualitäten als Geschichtenerzähler beweisen könnte. Mit Application Systems Heidelberg (u.a. 'Nelly Cootalot') steht ihm diesmal ein anderer Publisher zur Seite, womit es deutsche Untertitel geben wird.

Eine Preview zum neuen Spiel wurde uns kürzlich zur Verfügung gestellt, die den ersten großen Krimi-Fall enthält. Unsere ersten Eindrücke könnt Ihr in diesem Artikel nachlesen, und im September 2018 ist mit dem Release zu rechnen.

Neues Spiel, neues Glück?

Ein schwer zerrütteter Ermittler

Wir befinden uns in der fiktiven Hafenstadt New Bretagne, Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein eigentlich banaler Fall rund um einen sonderbaren Blumendiebstahl in einem heruntergekommenen Bezirk der Stadt endet für den Freund und Kollegen von Miles Fordham plötzlich fatal. Der Polizist fühlt sich für Bills Tod verantwortlich und gibt seinen Job auf, um als Privatschnüffler zu arbeiten. Erschwerend kommt hinzu, dass er unentwegt Bills geisterhafte Stimme hört, die darauf pocht, dass sein Mörder endlich gefasst wird. Die Polizei tappt hier nämlich im Dunkeln. Um ab und zu seine Ruhe zu haben, dröhnt Miles sich täglich mit Medikamenten zu und verwahrlost immer mehr, was auch seiner Ehefrau Sorgen bereitet. Der Erfolg hält sich in Grenzen.

Lamplight City

Für unseren Kollegen Bill (links im Bild) endet der Prolog wenig erfreulich

Eines Tages lässt ihm Constance Upton, eine ehemalige Kollegin aus alten Polizei-Tagen, einen mysteriösen Fall zukommen: Madame DuPrée, eine sehr angesehene alte Dame der Oberschicht, wurde für tot gehalten und in der Familiengruft untergebracht. Im Rahmen der Beerdigung ist sie jedoch zum Erschrecken aller wieder erwacht. Die Polizei hat wenig später einen ihrer Angestellten verhaftet und will ihn nun hinrichten lassen. Ein Voodoo-Zauber soll nämlich hinter all dem stecken und dessen Familie ist dafür bekannt, Voodoo zu praktizieren. Constance ist sich sicher, dass da mehr dahintersteckt.


Eine Welt der sozialen Gegensätze

New Bretagne ist ein Ort der Gegensätze: Die kleine mächtige Elite steht einer großen armen Bevölkerung gegenüber, die sich oft nur durch Kriminalität über Wasser hält. Das Streben der Oberschicht nach Fortschritt geht dabei auf Kosten der Angestellten, die angesichts diverser neuer Technologien immer wieder ernsten Gefahren ausgesetzt sind.

Lamplight City

Wichtige Spuren und verdächtige Personen werden hier festgehalten

Miles' erster Fall als Privatschnüffler lässt uns in diese Welt immer tiefer eintauchen. Wir beschäftigen uns mit vielen Charakteren (das vollständige Krimi-Abenteuer soll über 50 NPCs bieten), besuchen diverse via In-Game-Karte besuchbare Schauplätze und decken immer neue Spuren auf, die zu weiteren Geheimnissen führen. Es macht viel Spaß herumzustöbern und vereinzelt sogar Gesprächspartner zu provozieren (die Option hätte ich gern öfter gehabt). Bill bekommen wir zwar nur im Prolog zu sehen, doch beim ersten Fall leistet er uns durch viele freche Beobachtungen als Geist Gesellschaft und lockert die ernste Grundstimmung auf – sehr zum Leidwesen seines Ex-Kollegen.

Abhängig ist die Spielzeit davon, wie gründlich die Vorgehensweise ist. Es besteht sogar die Möglichkeit, nach wenigen Hinweisen den Falschen festzunageln, was den Vorgang natürlich beschleunigt. Wobei die Preview-Fassung diesbezüglich eher wenig Raum für Zweifel gegeben hat. Sehr wohl gibt es aber mehrere optionale Spuren, denen man nicht unbedingt nachgehen muss, um ans Ziel zu gelangen. Für den ersten Fall benötigten wir knapp zwei Stunden. Vier weitere soll es im fertigen Adventure geben.

 

Trautes Heim

Routinierte Point&Click-Kost ohne spielerische Überraschungen

'Lamplight City' setzt auf eine Ein-Klick-Bedienung und zwar ohne Inventar. Vereinzelt gibt es Hotspots, die einen bestimmten Gegenstand erfordern, den wir dann suchen können. Hat die Spielfigur diesen eingesteckt, kann sie ihn mit dem Hotspot direkt kombinieren. Für manche Hotspots gibt es eine Nahaufnahme, wo wir zum Beispiel eine Pinzette benutzen können, um eine Notiz aus einer Ritze herauszuholen.

Lamplight City

What can you tell me about Voodoo? Gabriel Knight lässt grüßen...

Die meiste Zeit verbringen wir bei diesem Point&Click-Krimi hingegen damit, Zeugen und verdächtigen Personen Fragen zu stellen und die Umgebung nach Notizen und dergleichen abzusuchen. Neue Informationen schalten in Gesprächen zusätzliche Dialoge frei. Zwischendurch gibt es vereinzelt Rätsel der komplexeren Sorte, wie eine musikalisch kodierte Botschaft. Unterm Strich bewegt sich der Schwierigkeitsgrad in einem sehr angenehmen Bereich, ohne zu einfach oder schwer zu sein. Selten aber doch trifft Miles sogar moralische Entscheidungen, u.a. wenn die schuldige Person zwar gefunden ist, er aber entscheidet, ob sie hinter Gittern landen soll oder eine Alternative bevorzugt wird.


Nette Pixel-Präsentation mit starker Vertonung

Mit dem schicken Pixel-Look von 'Shardlight' hält 'Lamplight City' nicht mit, die vielen 2D-Schauplätze sehen dafür trotzdem nett aus und vermitteln eine ansprechende Krimi-Stimmung. Kleine Anspielungen an alte Genre-Klassiker wie Sierras 'Gabriel Knight' dürfen ebensowenig fehlen - schon die markanten Charakter-Profile bei den Befragungen erinnern daran. Sie drängen sich nie unnötig in den Vordergrund.

Die Atmosphäre profitiert insbesondere davon, dass sowohl der orchestrale Soundtrack von Mark Benis als auch die starke englische Vertonung sich bislang keine nennenswerten Schnitzer leisten. Ähnlich wie schon bei 'Unforeseen Incidents' sind nahezu alle Rollen in dieser Sprachfassung punktgenau besetzt und bringen die wirklich gut geschriebenen Dialoge prima zur Geltung. Zwar ist keine deutsche Vertonung geplant, aber mit Untertiteln ist zu rechnen. Diese waren in der Preview-Fassung noch nicht enthalten.


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

In den ersten zwei bis drei Stunden lebt 'Lamplight City' nicht so sehr von seinem netten Pixel-Look, sondern von wirklich gut geschriebenen und vertonten Dialogen. Die Story macht zudem genau das, was man sich von einem stimmigen Krimi erwarten würde: Sie lässt einen in fremde Milieus eintauchen, Geheimnisse aufdecken, verschiedene Spuren folgen und Schritt für Schritt zur Wahrheit gelangen. Sollten sich die weiteren Fälle auf einem ähnlichen Niveau bewegen, ist mit einem starken Point&Click-Adventure zu rechnen. Wir sind gespannt.

geschrieben am 13.07.18, Matthias Glanznig

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Dieses Preview gehört zu  Lamplight City.




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Kommentare 2
ImaMightyPirate
15.07.2018, 23:51

Ist eine iOS Umsetzung geplant?

Mikej
16.07.2018, 01:27

Der Fokus ist derzeit PC und Mac. Bezüglich Mobile habe ich nichts gehört. Mal abwarten.


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