Reviews: Jolly Rover:

Jolly Rover


'Jolly Rover' von Brawsome und dtp – Nicht schon wieder Piraten, hört man da so manch einen Spieler leidvoll seufzen. Aber scheinbar sind Piraten bei den Entwicklern einiger Adventures immer noch sehr beliebt. Besonders kreativ verspricht dtp uns eine Story rund um – Achtung – Hundepiraten. Und Tatsache sind alle Charaktere Hunde, ob nun Dackel, Mops oder Bulldogge. Einzige Ausnahme spielt Papagei Juan, unser treuer Begleiter, der nicht einmal bellen kann. Auf der Verpackung prangt dann noch eine fette „0“ der USK und da fragt man sich dann doch, wen dieses Adventure wirklich überzeugen kann? Kinder, Einsteiger oder hart gesottene Nussknacker.


Ich trinke lieber Tee

Dank Logbuch behält man den Überblick.

Ganz unvermittelt schlüpft der Spieler in die Rolle von Gaius James Rover, der gleich zu Beginn der Geschichte von fiesen Piraten gefangen wird und erstmal im Schiff ausharren muss. Die eigentliche Vorgeschichte zu Gaius und dem Spiel erfährt man nur häppchenweise in kleinen Intros oder eher von der Packungsbeilage. Kurz und gut: Gaius ist Sohn des Zirkusclowns Jolly, der sich unglücklicherweise mit einer Kanonenkugel ins Jenseits beförderte. Gaius will nun in die Fußstapfen seines Vaters treten und selbst einen Zirkus eröffnen. Aber ihm fehlt das nötige Kleingeld. Zum Glück erfindet er ein Gebräu aus Tabak und Rum, Jolly Rover, das er dem Gouverneur von Groggy Island verkaufen will. Und auf dem Weg dahin wird er eben gefangen genommen und seine Getränkelieferung wird einkassiert. Die erste Aufgabe ist es also, sich aus der Zelle im Schiff zu befreien und irgendwie nach Groggy Island zu gelangen. Dort beginnt dann das eigentliche Abenteuer mit schönen Frauen, einem Schatz, einem dunklen Familiengeheimnis und jeder Menge – Hundepiraten.

Ein Dackel in Not

Die Hotspot-Anzeige ist eine der Schwachstellen des Spiels.

Das Comic-Adventure bietet den Augen einen Genuss an einer farbenfrohen und liebevoll gezeichneten 2D-Grafik. Die Hintergründe sind starr, bis auf das Flackern von Kerzenlicht, aber das schadet der Atmosphäre keineswegs. Die einzelnen Charaktere sind detailreich gestaltet, vom Piratenhut bis zum Stiefel, und sie bewegen sich flüssig zwischen den einzelnen Szenerien.

'Jolly Rover' kommt mit einer klassischen Point-und-Click-Steuerung daher, wobei die Maustaste grafisch an eine Hundepfote erinnert. Man klickt einfach auf Gegenstände und kann diese dann betrachten oder einsammeln – da wird es dem Spieler sehr einfach gemacht. Aktive Gegenstände werden mit einer blauen Schrift angezeigt. Gegenstände, die Gaius nicht mehr beachten muss, werden mit weißer Schrift dargestellt. Aber Achtung – einige Gegenstände können in der Geschichte wieder eine wichtige Rolle spielen. Deswegen sollte man diese immer wieder mal anschauen. Eine Hotspot-Anzeige per Klick auf die Leertaste hilft dem Spieler alle Dinge in der Szene zu finden. Leider ist die grafische Darstellung etwas unglücklich gewählt, denn alle Gegenstände werden in aufgehellten Vierecken gezeigt, die manchmal schwer zu erkennen sind.

Piraten machen fette Beute.

Das Inventar findet man am unteren, das Menü am oberen Bildschirmrand. Im Menü findet sich das Logbuch, dass zeigt, wie viele Kekse, Silbermünzen und Flaggenteile der Spieler bereits gesammelt hat – dazu später mehr. Im Beutebuch finden sich spezielle Erfolge, die man während des Spiels freischalten kann. Speichern muss man das Adventure übrigens nicht, denn das macht das Spiel automatisch, sobald man eine neue Szene betritt – und gestorben wird nicht.

Ich tanze meinen Namen

Gleich vorab: Die Rätsel sind einsteigerfreundlich und motivieren durch zusätzlich freischaltbare Boni der Entwickler. Für hart gesottene Kniffler bietet das Adventure eher einen lockeren Spaß am Nachmittag mit einem Käffchen auf dem Balkon.

Fauler Zauber?

Einige wird es freuen, denn hier sind Mini-Games tabu. Kein nerviges oder zeitabhängiges Puzzeln, keine Geschicklichkeitsspiel oder Ähnliches. Dafür wartet neben den allbekannten Suchen, Finden und Kombinieren, ein neues Rätselelement auf den Spieler: der Voodoo-Zauber. Diesen erhält der Spieler im ersten Drittel des Spiels vom alten Haudegen Ron, der Gaius einfach ein Zauberbuch in die Hand drückt sowie einen Notizzettel und ihn einfach mal machen lässt. Und so tanzt Gaius mit Hilfe der alten Magie eine Mango vom Baum, die man für das legendäre Salmagundi braucht. Klingt nicht nur komisch, sondern sieht auch lustig aus und hört sich auch so an: Aeee, Eee, Ooo, Aaaa.

Wer trotz der einfachen Rätsel irgendwie den Faden verloren hat oder gedanklich den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, dem hilft der gute alte Juan. Seines Zeichens verfressener Papagei und eure lebendige Spielhilfe. Fragt man Juan nach Hilfe, gibt er zuerst kryptische Anweisungen von sich, klar, ganz so einfach will man es dann auch nicht machen. Kommt dem Spieler das ganze immer noch Spanisch vor, kann man Juan mit einem Keks eine hilfreiche Antwort entlocken. Er hilft zum Beispiel beim Baumhaus-Rätsel, indem er selbst das Ruder in die Hand nimmt und den Code löst. Die Kekse liegen übrigens überall in der Gegend herum oder man bekommt sie von den witzigen Piratenhunden, wie dem Mops Fidel (Achtung, Wortwitz!).

Spicken ist erlaubt.

Zusätzlich zum Rätselsystem haben die Entwickler eine Art Rollenspiel-Element eingebaut. Während des Spiels sammelt man Punkte, die dem Spieler einen entsprechenden Piratenrang geben. Je mehr Kekse man an Juan verfüttert, desto weniger Punkte bekommt man natürlich. Aber das hat auf dem Spielverlauf keinerlei Einfluss.

Motiviert beim Rumrätseln wird der Spieler durch das Finden von Silbermünzen, die besonders bei Rufus Entzücken hervorrufen und Flaggenteile. Diese schalten dann auch entsprechende Boni wie Musikstücke, Konzeptgrafiken oder Biographien frei. Ein ganz witziges Gimmick, dass das Spiel abwechslungsreicher erscheinen lässt.

Hat man 'Jolly Rover' durchgespielt, schaltet sich der Entwicklerkommentar frei und man könnte das Adventure gleich nochmal spielen.

Spitzschnäuziger Papageienpupser

'Jolly Rover' kommt in englischer Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln daher. Die Stimmen passen zu den einzelnen Figuren, ob nun die freundliche Stimme von Dackel Gaius oder die raue, fast bellende Stimme vom Bulldoggen-Piratenkapitän. Witzig sind die Hundelaute, die die Piraten ab und zu von sich geben oder die Darstellung einiger Geräusche, wie das Paddeln, dass comic-mäßig auch mit deutschem Untertitel angezeigt wird. Im Abspann des Spiels ist man überrascht, da einige Sprecher gleich mehre Rollen übernommen haben. Das fällt während des Spiels überhaupt nicht auf. Des weiteren sind die Dialoge gewürzt mit einer Brise Humor und markigen Sprüchen. Bei der Hintergrundmusik hat man einen Gang zurückgeschaltet. Es gibt kein nerviges Gedudel alter Piratensongs, sondern eine zarte Lautuntermalung der Szenerie angereichert mit dem Schreien der Möwen oder dem Rauschen der Wellen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 77%

Fazit
'Jolly Rover' ist ein kurzweiliges, humorvolles Abenteuer, dass einem schon den Nachmittag versüßen kann. Mit seinen 4-5 Stunden Spielzeit bietet es Einsteigern ein tolles Spielerlebnis, Kniffelfreunde werden angesichts der Leichtigkeit eher am Witz und der Gestaltung des Spiels ihre Freude finden. Der Voodoo-Zauber lockert das altbekannte Rätseldesign auf und ist dann doch mal etwas anderes, als die weniger beliebten Mini-Spiele, die hier gar nicht erst eingebaut wurden. Leider kommt die Vorgeschichte zu Gaius etwas zu kurz und wird nur wenig im Spiel selbst beleuchtet. Ein weiteres Manko ist die grafische Darstellung der Hotspots, die manchmal zu durchsichtig erscheint und sich von der anderen Grafik wenig hervorhebt.

geschrieben am 04.04.11, Simone Riecke

Systemanforderungen Weitere Links

Windows 7, Vista, XP SP1 & 2
Pentium IV 1.2 Ghz oder schneller
256 MB RAM
800 x 600 Auflösung minimum
160 MB Festplattenkapazität
Offizielle Homepage


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Dieses Review gehört zu  Jolly Rover.




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