Reviews: (T)Raumschiff Surprise - Periode 1:

(T)Raumschiff Surprise - Periode 1


Für Fans der Bullyparade sind diese Namen seit Jahren ein Begriff: Käpt'n Kork, Mr. Spuck und Schrotty. Stehen sie doch für die je nach Geschmack ge- oder misslungene Star Trek-Persiflage 'Unser (T)Raumschiff'. Und während diese drei Gestalten pünktlich zum wahren Sommerbeginn auch auf der Kinoleinwand ihr Unwesen treiben, darf natürlich auch eine passende Spielumsetzung nicht fehlen. Ein Point & Click-Adventure sollte es werden, um den eigentümlichen Humor bestmöglich auf den heimischen PC umzusetzen. Was die 'Moorhuhn'-Entwickler von Phenomedia letztendlich daraus gemacht haben, erfahrt im folgenden Test.


Eine Zeitreise ist lustig, eine Zeitreise macht Spaß. Dumm nur, wenn man eigentlich vor hat, an der Miss Waikiki-Wahl teilzunehmen und generell eher wenig Interesse an Heldentum und Erdenerrettung hat. Doch auf eben jenem Planeten herrscht Kriegszustand, denn "der Mars macht mobil". Und wie der Zufall so spielt ist das Raumschiff Surprise, das übrigens die Form eines überdimensionalen männlichen Geschlechtsorgans besitzt, unter der Führung des berühmten Käpt'n Kork die letzte Hoffnung der Menschheit. Denn der böse Regulator und seine rechte Hand, Jens Maul, haben den irdischen Widerstand nahezu vollständig gebrochen und die einzige Chance, das Unheil noch abzuwenden ist eine Zeitreise in das Jahr 2004. "Damals" nämlich landete ein Raumschiff vom Mars auf unserem schnuckeligen, kleinen Planeten und damit wurde der Grundstein für den Jahrhunderte später stattfindenden Angriff gelegt.

So weit, so platt. Wer im Verlaufe des Spiels große dramaturgische Wendungen erwartet, wird eindeutig enttäuscht. Das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf dem skurrilen Humor und die Hintergrundgeschichte existiert eigentlich nur zur Dekoration. Dennoch sollte man den Film gesehen haben, um alle Geschehnisse vollständig erfassen zu können - zugegeben, ein ziemlich cleverer Schachzug...

Drei Tucken auf Weltraumtour

Wie im filmischen Vorbild bereisen der Käpt'n, Spucky, der unsagbar coole Taxifahrer Rock und Königin Metapha also nicht nur das weite All, sondern auch das Mittelalter, den wilden Westen sowie die Gegenwart. Und diese Umgebungen sehen gar nicht mal so schlecht aus. Sicherlich läßt sich mit den Animationen der Charaktere kein bedeutender Preis gewinnen und die sterilen Hintergründe der Surprise erinnern auch eher an ein katholisches Krankenhaus als an ein hochmodernes Raumschiff des 24.Jahrhunderts, doch insgesamt kann man als Adventurespieler durchaus mit der grafischen Qualität leben. Schließlich ist es auch gar nicht mal unwahrscheinlich, dass alles genau so aussehen sollte - man denke nur an das Aussehen der Kulissen in den Sketchen der Bullyparade...

Richtig eintönig wird's eigentlich erst beim Gameplay. Meist beschränken sich die Aufgaben darauf, mit Charakter X zu sprechen, um Gegenstand Y zu bekommen, den dieser aber nur abgibt, wenn man ihm Objekt Z bringt. Objekt Z wiederum befindet sich in Besitz von Charakter W, der aber zuerst Gegenstand V haben will. Das artet schließlich in eine unglaubliche Rennerei aus, die auf die Dauer durchaus nervig sein kann, vor allem weil sich die Charaktere jederzeit in einem lustigen Watschelgang bewegen. So sind die Rätsel zwar zu keiner Zeit sonderlich herausfordernd, aber zeitraubend.

Das Röckchen gehört zu meinem Kostüm

Mächtig Pluspunkte sammelt das Spiel bei der Synchronisation: Während Bully, Rick Kavanian und Christian Tramitz ihren Software-Alter-Egos höchstpersönlich die Stimmen liehen, wurden die anderen aus dem Film bekannten Charaktere von professionellen Synchronsprechern vertont. Für Fans vom Schweiger Til sicher eine Enttäuschung, letztendlich aber doch zu verschmerzen.
Die Musik hingegen läuft nur ganz gemächlich im Hintergrund, ohne groß Aufsehen zu erregen. Wer jedoch leicht zu reizen ist, dem wird das Gedudel nach kurzer Zeit auf den Senkel gehen und dann entstehen durchaus schon mal Kommentare wie "Iih, diese Installationsmusik von Periode 1 macht mich ganz... gringelig". So schlimm ist es jedoch wirklich nicht.

Die Steuerung ist so einfach wie möglich gehalten. Im klassischen Point & Click-Stil betrachten wir Gegenstände und Personen via Klick der rechten Maustaste, während ein herzhafter Druck auf die linke eine Aktion ausführt. Das Inventar befindet sich am unteren Bildschirmrand und erscheint, sobald der Mauszeiger an selbigen herangeführt wird. Interessant ist noch die Tatsache, dass wir im Verlaufe von '(T)Raumschiff Surprise' sowohl die Kontrolle über Käpt'n Kork, als auch über Mr. Spuck und Schrotty übernehmen dürfen. Am eigentlichen Spielgefühl ändert das jedoch nichts.

Space-Taxi to the Sky-haiii

Im Verlaufe des Spiels werden insgesamt vier Mini-Spiele im Hauptmenü freigeschaltet, die auch jeweils den Übergang zum nächsten Kapitel einläuten. Diese sind nicht sonderlich schwer und sind durchaus als kurzweiliger Spaß ganz unterhaltsam. Ferner ist auf der Spiel-CD ein Bildschirmschoner mit Bildern aus dem Film enthalten, ein nettes Goodie für Fans von Bully und Co.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Abenteuer bereits nach wenigen Stunden schon wieder beendet und die Erde gerettet ist. Wer dann jedoch noch nicht die genug von drei rosa Weltraumhelden hat, der kann noch jederzeit ins Kino pilgern oder über den der Verpackung beigelegten Prospekt voller Fanartikel herfallen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 70%

Am Film scheiden sich momentan die Geister und beim Spiel sieht's nicht viel anders aus: Wer mit Bullys Humor nichts anfangen kann, für den ist beides schon mal gar nicht geeignet. Davon abgesehen kann ich aber auch die Versoftung "normalen" Adventurefans nur mit einigen kleinen Bedenken empfehlen. Während die kurze Spielzeit durch den recht geringen Verkaufspreis noch zu verschmerzen ist, stört das absolut eintönige Gameplay schon ungleich mehr. Auf der Habenseite verbucht '(T)Raumschiff Surprise - Periode 1' hingegen die Originalsprecher der drei Hauptpersonen sowie die größtenteils passende Grafik. Wer also entweder eine Sonnenallergie hat oder ohnehin Fan der Bullyparade ist, der darf ruhig zugreifen. In diesem Sinne: Schluss mit Eierschaukeln!

geschrieben am 28.07.04, Matthias Holz

Systemanforderungen Weitere Links
Win 95/98/2000/ME/XP
CPU mit 800 Mhz
16 MB Grafikkarte
256 MB Ram
800 MB freier Festplattenspeicher
CD-Rom-Laufwerk
DirectX kompatible Soundkarte
DirectX 5



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Dieses Review gehört zu  (T)Raumschiff Surprise.




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