Reviews: The Station:

The Station


Das First-Person-Indie-Adventure 'The Station' stammt von Entwicklern, in deren Lebenslauf namhafte AAA-Spiele wie 'BioShock Infinite' und 'Kingdoms of Amalur' vermerkt sind. Insofern durfte man durchaus neugierig auf das Resultat sein. Inhaltlich geht es um die schiefgelaufene Beobachtung einer neuen Alien-Spezies. Exploration steht zwar im Mittelpunkt, aber es gibt durchaus einige investigative Elemente. Verfügbar ist das Spiel momentan für Windows PC, Mac, Linux, PlayStation 4 und Xbox One.

The Station


Ermittlungen im Weltraum

Ausgangspunkt von 'The Station' ist eine intelligente, aber möglicherweise gefährliche neue Alien-Spezies, die von einem kleinen wissenschaftlichen Team heimlich erforscht wird – dieses wurde auf der Station Espial im Weltraum stationiert. Ob eine Annäherung angestrebt wird, hängt von den Ergebnissen dieser Crew ab.

The Station

Auf der Station gehen wir auf Erkundungstour

Allerdings laufen die Dinge nicht nach Plan. Die Verbindung zum Heimatplaneten bricht ab. Unser Ziel ist es, mehr über die Vorfälle der letzten Tage herauszufinden. Per Raumschiff landen wir auf der Station, die sich in keinem guten Zustand präsentiert. Da uns niemand begrüßt, begeben wir uns gezwungenermaßen alleine auf die Erkundungstour. Diverse Audio-Aufzeichnungen sind dadurch unsere wichtigste Informationsquelle. Doch wo ist der Rest der Crew? Sind die noch am Leben? Hat die fremde Alien-Spezies etwas damit zu tun oder gibt es eine andere Erklärung?

Die folgenden rund 90 bis 120 Minuten zeigen es und bieten eine durchdachte und solide erzählte Geschichte, die auch Überraschungen auf Lager hat und bemüht ist, nicht zu abgedroschen zu sein. Es würde jedoch zu viel verraten, an dieser Stelle noch weiter ins Detail zu gehen.


Abgesperrte Räumlichkeiten und inaktive Geräte

Zwar bringt die Geschichte einige Suspense-Elemente mit, doch wird man beim Erkunden üblicherweise in Ruhe gelassen. Es gibt somit keinen Nervenkitzel im Stil von 'Soma' oder 'Alien Isolation'. Die meiste Zeit wird bei 'The Station' damit verbracht, die Espial nach Hinweisen abzusuchen, um mehr über den Verbleib der Crew-Mitglieder zu erfahren. Hin und wieder stolpern wir über einen Code für das Spindfach eines Wissenschaftlers. Den sollte man sich notieren, um ihn später parat zu halten - vielleicht findet sich im Spind eine neue Spur. Abgesehen davon wurden vielerorts bruchstückhafte Audiobotschaften zu wichtigen Ereignissen versteckt. Auch E-Mails und Notizen sind manchmal abrufbar. All das erinnert sehr an Indie-Titel wie 'Tacoma'.

The Station

Spindfächer werden durch spezielle Code-Muster geöffnet, die u.a. auf manchen Notizen hervorgehen

Aktuelle Ziele werden typischerweise über das User Interface kommuniziert, wodurch man den Überblick bewahren kann. Nicht alle Bereiche der Station sind sofort zugänglich, was für die Übersichtlichkeit ebensowenig von Nachteil ist. Manchmal ist es notwendig, etwas zu aktivieren oder einen Gegenstand zu finden, um die Zugangsberechtigung zu erhalten. Die meisten Objekte sind aus der Nähe betrachtbar, was aber selten informativ ist. In Maschinenräumen sind wiederum Anleitungen versteckt, an denen man sich orientieren kann. So muss man oft Einzelteile austauschen und mit richtigen Ersatzteilen ersetzen oder mit Terminals hantieren. 'The Station' bietet nicht wenige interaktive Elemente, und wer keine Lust zum Lesen hat, beziehungsweise sich keine Audionachrichten anhören möchte, der wird sich schwertun.

Die Entwickler scheinen insgesamt bemüht, dem Spieler nicht unnötig viel vorzukauen. Jedoch gestaltet sich die Interaktion mit der Umgebung manchmal holprig, da die Gamepad-Steuerung (oder jene per Tastatur und Maus - auch das ist möglich) nicht rundum überzeugen kann.


Verbesserungswürdige Steuerung, solide Umsetzung

Während die englischen Sprecher ihren Job wirklich sehr gut machen, die detaillierte 3D-Grafik überaus gelungen solide ist und die dezente akustische Untermalung zur Atmosphäre vor Ort beiträgt, ärgert man sich ab und zu über die Steuerung. Immer wieder muss man Objekte in der Umgebung aufheben und mit gedrückter Taste zu einem bestimmten Punkt transportieren. Dabei kommt es vor, dass einem der Gegenstand herunterfällt und man ihn wieder mühsam aufheben muss – ein herkömmliches Inventar gibt es nicht (das hätte wahrscheinlich viel erleichtert). Im technischen Bereich ist das wohl der größte Kritikpunkt auf dem PC, denn ansonsten ist 'The Station' eine sehr runde Angelegenheit. Eine deutsche Fassung fehlt leider.


Galerien

Fazit:

Wertung: 74%

Verglichen mit anderen Exploration-Adventures bietet 'The Station' sehr wohl ausreichend interaktive Elemente, um selbst für klassischer orientierte Adventure-Fans eine Überlegung wert zu sein. Das investigative SciFi-Drama ist mehr als ein „Walking Simulator“, und der Spieler wird weniger an der Hand gehalten, als bei einigen anderen Spielen. Das geht hin und wieder aber auf Kosten des Spielflusses. Die Geschichte wurde ihrerseits nett umgesetzt, hätte streckenweise jedoch etwas mehr Dynamik vertragen können. Durch die nicht immer ausgereifte Steuerung macht das Erkunden und Knobeln nicht so viel Spaß, wie es möglich gewesen wäre. Vom Umfang her darf man sich auf Spielfilmlänge einstellen, was aber je nach Gründlichkeit beim Erkunden leicht variieren kann. Unterm Strich bietet 'The Station' aber ein kurzweiliges Indie-Abenteuer für Zwischendurch. Nett.

geschrieben am 03.03.18, Matthias Glanznig

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