Reviews: The Little Acre:

The Little Acre


Das Dubliner 2D-Point&Click-Adventure 'The Little Acre' wurde vor einigen Monaten für PC, mobile Geräte und Konsolen veröffentlicht. Es stammt von Pewter Games, die bei der Entwicklung sogar ein bisschen von der Erfahrung von Charles Cecil ('Baphomets Fluch') profitieren könnten. Im Review werfen wir nun einen Blick darauf.


'The Little Acre' handelt von Aidan und dessen Tochter Lily, die in einem Häuschen im ländlichen Teil von Irland in den 1950er-Jahren leben. Das kürzliche Verschwinden ihres Großvaters beschäftigt nicht nur Lily, sondern auch den jungen Mann, der damit beginnt sich die raffinierten technologischen Erfindungen des alten Herren genauer anzusehen. Allerdings führt das dazu, dass er unverhofft in eine Parallelwelt gesogen wird.

Das lebhafte junge Mädchen bemerkt seine Abwesenheit erst eine Weile nach dem Frühstück und sucht sogleich nach Hinweisen. Unter Mithilfe des Hundes der Familie gelingt es ihr schließlich selbst hinterher zu reisen – freilich dauert es eine Weile, ehe ein Wiedersehen mit Papa dort in Reichweite rückt. Und womöglich findet das Duo bei dieser Gelegenheit ja etwas über das Verschwinden des Großvaters heraus.


Einfache Story im putzigen 2D-Gewand

The Little Acre

Die Nebencharaktere kommen leider kaum zur Geltung

Ergiebig ist die Story des Fantasy-Abenteuers nicht gerade. Sie richtet sich eher an Kinder und eine nennenswerte Botschaft wird nicht kommuniziert. Dass Aidan viel an seiner Tochter liegt, ist ohnehin von Anfang an spürbar und selbst die Sache mit dem Großvater wirkt in dieser Form noch nicht wie jene Art von Geschichte, die unbedingt erzählt werden muss. Angesichts der einfachen Inszenierung tun sich selbst emotionale Momente schwer, zur Geltung zu kommen.

Um narrativ mehr herauszukitzeln, sind Exposition und Spieldauer letztlich etwas zu kurz geraten (90 bis 100 Minuten Spielzeit). Je näher wir dem Ende sind, desto stärker macht sich das Gefühl breit, dass ursprünglich viel mehr geplant war. Bei den Charakteren lernen wir lediglich Aidan und Lily besser kennen, also die zwei abwechselnd spielbaren Hauptfiguren dieses bunten Abenteuers. Die weiteren Nebenfiguren wurden nur flüchtig in Szene gesetzt. Enttäuschend ist, dass das zunächst höchst interessant klingende Setting (Irland, 1950er-Jahre) komplett untergeht. 'The Little Acre' hätte überall spielen können.

Teils entschädigt dafür die putzige Comic-Grafik, die mit knuffigen Kreaturen und liebevoll gezeichneten Schauplätzen aufwartet. Animierte Zwischensequenzen sorgen für Dynamik und visuelle Auflockerung, die englische Sprachausgabe ist nett gelungen (deutsche Untertitel sind bei Bedarf verfügbar) und ähnliches kann man dem Soundtrack attestieren. Diverse kleine Anspielungen auf Genre-Klassiker wie 'Baphomets Fluch' werden eingefleischten Point&Click-Fans obendrein zusagen.


Kleine Rätsel, ohne nennenswerte Herausforderung

The Little Acre

In der Fantasy-Parallelwelt sehen Aidan und Lily ein bisschen anders aus

Da wohl eine jüngere Zielgruppe angesprochen werden soll, dürfte es wenig überraschen, dass fast alle Rätsel mit zwei, drei Mausklicken erledigt sind. 'The Little Acre' ist ähnlich wie viele Escape-Games konzipiert: Wir geraten stets in einen überschaubaren Bereich und suchen eine Möglichkeit, um diesen zu verlassen. Manchmal geht es darum, Pflanzen zu aktivieren, wir setzen einen in der Umgebung versteckten Code ein oder wir bekommen Hilfe vom Hund sowie der raupenartigen Kreatur Bugsy. Ist der nächste Abschnitt endlich erreicht, folgt der Wechsel zur zweiten Hauptfigur und so geht es immer weiter.

Zwar ist ein klassisches Inventar verfügbar, doch viel mehr als zwei, drei Gegenstände landen dort in der Regel nicht. Ähnliches gilt für die Hotspots, die in den meisten Schauplätzen spärlich gesät sind. Selbst jene Rätsel, die vielleicht nicht gar so intuitiv wirken, sind auf diese Weise leicht durch Ausschlussprinzip zu knacken.


Galerien

Fazit:

Wertung: 67%

Für Kinder könnte 'The Little Acre' ein netter Einstieg ins Adventure-Genre sein, oder für Eltern, die vor dem PC ein kurzes Point&Click-Abenteuer mit dem Nachwuchs erleben wollen. Eine potenzielle Hürde könnte hier freilich die englische Sprachausgabe sein (deutsche Untertitel gibt es jedoch). Die Grafik zeigt sich von einer überaus putzigen Seite, der Schwierigkeitsgrad ist niedrig und die Geschichte nicht zu komplex geraten. Leider hat man gegen Ende das Gefühl, dass den Entwicklern sowohl die Zeit, als auch das Geld ausgegangen ist, weshalb der Schlussteil überhastet wirkt. Für Zwischendurch könnte es trotzdem passabel sein, die geringe Spielzeit macht einen in diesem Fall allerdings nicht wirklich satt.

geschrieben am 12.07.18, Matthias Glanznig

Systemanforderungen Weitere Links
Betriebssystem: Windows XP SP3/Vista with SP2/7/8/8.1/10 x86 or x64
Prozessor: Intel Core2 Duo E4300 (2 * 1800) or equivalent | AMD Athlon 64 X2 5000+ (2 * 2600) or equivalent
Arbeitsspeicher: 2048 MB RAM
Grafik: GeForce GT 610 (1024 MB) or equivalent | Radeon HD 6450 (512 MB) or equivalent
DirectX: Version 10
Speicherplatz: 3500 MB verfügbarer Speicherplatz
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