Reviews: Mage's Initiation: Reign of the Elements:

Mage's Initiation: Reign of the Elements


Im März 2013 wurde der Point&Click-RPG-Mix 'Mage's Initiation: Reign of the Elements' via Kickstarter finanziert. Wie so oft bei Crowdfunding-Projekten klappte es jedoch nicht mit dem ursprünglich geplanten Release im Jahr 2014 und so mussten sich die Unterstützer bis Anfang 2019 gedulden. Inzwischen ist das 2D-Fantasy-Abenteuer von Himalaya Studios aber erhältlich (PC, Mac und Linux) und kann mit einer aus heutiger Sicht recht ordentlichen Spielzeit aufwarten (etwa 10 bis 12 Stunden). Alles weitere verraten wir Euch im Test.

Mage's Initiation

Als Kind wurde D'arc gegen seinen Willen von seinen Eltern getrennt, nachdem sein Talent für die Magie erkannt wurde. Die Magiergilde von Iginor hat sich seither um seine Ausbildung gekümmert und mit 16 Jahren ist der talentierte Lehrling fast am Ziel angelangt: Drei Prüfungen gilt es noch zu bestehen, um als Magier aufgenommen zu werden: Einer gefährlichen Zauberin im Exil sollen wir eine Haarlocke entwenden, ein unbeschädigtes Greifenei in den Bergen finden und im Wald das dreizackige Horn eines legendären Wesens. Damit starten wir ins Abenteuer.

Mage

Drei Prüfungen trennen D'arc davon, ein echter Magier zu werden

Besonders ist dieser Moment für unseren Helden übrigens auch deshalb, weil er erstmals seit vielen Jahren die Außenwelt frei erkunden darf. Zuvor musste er sich die meiste Zeit im Turm der Magier aufhalten und weiß deshalb nur aus Büchern und Erzählungen, wie die Fantasy-Welt um ihn herum tickt. Und es tut sich einiges, denn die Spannungen zwischen Menschen, Magiern, Kobolden und fliegenden Kreaturen nehmen zu. Kann D'arc zur Deeskalation beitragen?

Was 'Mage's Initiation' auszeichnet, ist die liebevoll durchdachte Fantasy-Spielwelt mit viel Hintergrundgeschichte, die über weite Strecken darüber hinwegtrösten kann, dass man zur Hauptfigur schwerlich eine Beziehung aufbaut. Trotz Rollenspielelemente wird nie so recht das Gefühl vermittelt, viel Einfluss auf dessen Charakter zu nehmen und selbst bei den Dialogen klappern wir nur die diversen Themen ab. Wer ein schlechteres Ende möchte, muss sich schon sehr anstrengen und die meisten Spieler werden auf Anhieb das beste Ende erreichen.


Point&Click meets Rollenspiel

Fans von Sierras 'Quest for Glory' haben sicherlich ein grobe Vorstellung davon, was bei 'Mage's Initiation' zu erwarten ist. Diese Reihe zählt zu den wichtigsten Vorbildern. Einerseits gibt es in Point&Click-Manier Rätsel zu lösen und wir plaudern mit diversen NPCs, wobei uns stets viele Gesprächsoptionen zur Verfügung stehen, die überwiegend nur dazu dienen, die Spielwelt näher kennen zu lernen. Die Rätsel sind recht klassisch, ohne sehr abstrakt zu werden. Wir basteln zum Beispiel ein Boot, brauen einen Trank oder bereiten ein Mahl zu. Die dafür benötigten Objekte setzen immer wieder längere Laufwege voraus.

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Zu Beginn des Abenteuers stehen uns kaum Zaubersprüche zur Verfügung. Kapitelweise werden es dann mehr.

Zu Beginn des Abenteuers hat D'arc zudem darüber zu entscheiden, auf welches Element er sich spezialisieren möchte. Feuer? Wasser? Luft? Erde? Abhängig von dieser Entscheidung ändert sich sein Kampfstil und vereinzelt die Herangehensweise an manche Rätsel. Manche Zauber sind nur für den Kampf gedacht (z.B. das Schießen von Feuer), andere nur für die Interaktion in der Spielwelt (z.B. ein Gefrierzauber). Damit zusammenhängend dazu muss man sich mit einem an diverse Rollenspiele angelehnten Kampfsystem arrangieren und Fähigkeitspunkte sammeln, die auf verschiedene Fähigkeiten aufgeteilt werden (Gesundheit, Magie, Intelligenz und Kraft).

Gravierend sind diese Unterschiede für den Verlauf der Geschichte nicht, um einen weiteren Spieldurchlauf zu rechtfertigen. Insbesondere deshalb, weil das Kampfsystem die große Schwachstelle von 'Mage's Initiation' darstellt. Es sieht primär so aus, dass unsere Spielfigur den Bildschirm hektisch auf und ab läuft und per rechter Maustaste den strohdummen Gegner mit diversen Zaubersprüchen angreift (Pausieren ist jederzeit möglich, um den Zauber zu wechseln). Es ist also kein klassisches rundenbasiertes System.

Ist der Mana- oder Gesundheits-Wert zu stark gesunken, kann der angehende Magier sich mit einem Trank behelfen, oder ein paar Nahrungsmittel zu sich nehmen. Diese Dinge sind üblicherweise beim Händler in der Stadt zu kaufen (zu Geld kommt man für gewöhnlich durch erfolgreiche Kämpfe, oder beim Kartenspielen). Für den Fall, dass die Vorräte ausgehen, ist Flucht (fast) immer eine Option, um dem Tod zu entfliehen. Wer sich mit Kämpfen schwertut, der hat zum Glück die Möglichkeit den Schwierigkeitsgrad herunterschrauben, was einiges erleichtert. Unterm Strich wäre Himalaya Studios dennoch besser beraten gewesen, dem Beispiel von Daedalics Memoria zu folgen und auf Kämpfe komplett zu verzichten.


Technisch solide umgesetzt

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Die Zwischensequenzen sind nicht so überzeugend wie die 2D-Pixel-Hintergründe

Wer 2D-Grafik der pixeligeren Sorte zu schätzen weiß, der wird mit 'Mage's Initiation' mehr als nur zufrieden sein. Die diversen Schauplätze wurden überaus detailliert und ästhetisch visualisiert. Immer wieder huscht ein Vogel durchs Bild oder ein Specht verrichtet eifrig seine Arbeit. Die Spielwelt lädt in optischer Hinsicht also definitiv zum Erkunden ein und man fühlt sich an Klassiker wie 'King's Quest 6' erinnert.

Als Übergang zum nächsten Kapitel gibt es jeweils kurze animierte Comic-Zwischensequenzen, die allerdings nicht dasselbe hohe Niveau erreichen und deutlich einfacher gehalten sind. Vergleichbare Abstriche gibt es bei der englischen Sprachausgabe, die zwar bemüht wirkt, doch nicht alle Rollen sind ideal besetzt. Bei rund 9000 Dialogzeilen ist das im Hinblick auf das beschränkte Indie-Budget freilich nicht verwunderlich. Eine deutsche Übersetzung ist - vermutlich aus dem gleichen Grund - vorerst nicht in Aussicht.


Galerien

Fazit:

Wertung: 69%

Die Geschichte von 'Mage's Initiation' ist linear erzählt, sodass man beim ersten Mal wahrscheinlich alles gesehen hat. Das uninteressante Kampfsystem motiviert zudem kaum dazu, in einem zweiten Durchlauf andere Magierklassen auszuprobieren und die wenigen Entscheidungen wirken sich marginal auf den Charakter der Hauptfigur aus. Wer mehr im Rollenspiel-Genre zuhause ist, der darf sich also auf eine Enttäuschung gefasst machen. Der Fokus ruht jedoch mehr auf dem klassischen Point&Click-Gameplay. Eben da ist 'Mage's Initiation', trotz mancher Längen zwischendurch, recht solide umgesetzt und hält halbwegs gut bei Laune. Die durchdachte Hintergrundgeschichte tröstet zudem über die blasse Hauptfigur hinweg und die 2D-In-Game-Grafik ist stark gelungen. Für Fantasy-Fans könnte es sich somit trotz Macken lohnen, einen Blick zu riskieren.

geschrieben am 07.02.19, Matthias Glanznig

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