Reviews: Bear with me: The Lost Robots:

Bear With Me: The Lost Robots


Das Zagreber Entwicklerstudio Exordium Games hat mit der Noir-Comedy-Welt von 'Bear with Me' noch nicht abgeschlossen und erst kürzlich ein Prequel veröffentlicht. In 'The Lost Robots' muss der routinierte Detektiv Ted E. Bear ausnahmsweise auf die deduktiven Fähigkeiten von Ambers Bruder Flint zurückgreifen. Das frischgebackene Ermittlerduo ist jedoch schwer gezeichnet von vergangenen Ereignissen und froh über jede Ablenkung. Alles Weitere verraten wir im Test.


In der Fantasiewelt Paper City tut sich einiges. Diesmal stehen Roboter auf der Abschussliste eines Serienkillers. Diese werden entführt und in ihre Einzelteile zerlegt, ehe die leblosen Reste in einer finsteren Seitengasse landen. Die Polizei scheinen diese Vorfälle wenig zu tangieren, weshalb Ted E. Bear von der Chefin der Robotervereinigung beauftragt wird, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Dem Privatschnüffler kommt jede Ablenkung gelegen. Erst kürzlich hat ihm seine große Liebe Betty - nicht ganz grundlos - eine Kugel durchs Ohr gejagt. Den darauffolgenden Sturz aus großer Höhe konnte der mürrische Plüschbär mit mehr Glück als Verstand überleben. Der Liebeskummer sitzt dementsprechend tief. Obendrein hat er einen neuen Sidekick, was ihm nicht schmeckt. Normalerweise würde ihn Amber bei den Ermittlungen begleiten, doch das junge Mädchen ist aus irgendeinem Grund verhindert. Vertreten wird sie durch ihren Bruder, der jedoch keinen sehr überschwänglichen Eindruck macht.


Zwei deprimierte Protagonisten

Bear With Me

Ted ist sichtlich geprägt durch ein Liebesdrama

'The Lost Robots' erzählt einen eigenständigen Krimi-Fall. Durch die Anwesenheit von Flint entsteht allerdings eine starke Verbindung zum Hauptspiel 'Bear With Me' (wo der Junge im Zentrum des Geschehens steht), die dort narrativ für eine klarere Linie sorgt. Manches wird erst in Kombination mit beiden Point&Click-Abenteuern klar. Es macht also durchaus Sinn, die Reihe chronologisch durchzuspielen, um mehr davon zu haben. Getrennt voneinander fehlt den Abenteuern manchmal hingegen die Substanz.

Vom Aufbau her orientiert sich 'The Lost Robots' an typischen Krimis aus Film und Fernsehen, die gerne durch den Kakao gezogen werden. Selbst der obligatorische Twist vor dem Finale ist eher als pointierte Hommage zu verstehen und versucht gar nicht erst durchdacht zu sein. An Gags und Anspielungen mangelt es nicht, obgleich der Grundton diesmal einen Ticken ernster ist. Die Spielfiguren sind sichtlich gezeichnet von der Vergangenheit und das spürt man vom Start weg. Flint verhält sich lethargisch und die Taktlosigkeit von Ted E. Bear bekommt dadurch von ihm kein ausgleichendes Gegengewicht, wie es bei Amber der Fall gewesen wäre. Dafür ist die Charakterentwicklung sehr nachvollziehbar und durchdachter als zuletzt.


Lineare Krimi-Kost

In Summe wird passable Krimi-Kost für Zwischendurch geboten, die aber unter der linearen Erzählweise leidet und den Spieler an der kurzen Leine hält. Bei den Dialogen gibt es nicht so viele Gesprächsoptionen und es ist schade, dass wir Ted nicht während des Falls einfach so ansprechen, oder wir ihn Gegenstände aus dem Inventar betrachten lassen können.

Bear With Me

Neben typischer Inventar-Rätsel-Kost gibt es auch kleine Mini-Games

Stattdessen beschränken sich die Entwickler nur auf das Notwendigste, wodurch die Spielwelt nicht so stark zur Geltung kommt, wie im Hauptspiel. Dabei hätte es sich angeboten, noch mehr Verbindungen zum Hauptspiel herzustellen. Immerhin wird die Geschichte vergleichsweise weniger ausschweifend erzählt und sie ist besser auf den Punkt gebracht.

Im Endeffekt arbeiten wir uns in 'The Lost Robots' jedoch primär von Schauplatz zu Schauplatz weiter und lösen typischen Point&Click-Rätsel, die allesamt logisch bleiben. Teils werden Gegenstände direkt im Inventar miteinander kombiniert, oder mit der Umgebung und wir bedienen vereinzelt Maschinen in Minigame-Manier. Das Gameplay ist sehr solide und dürfte Genre-Fans gefallen. Der Schwierigkeitsgrad bleibt casual.


Unausgereifte Umsetzung

Während der Comic-Look gewohnt nett ist, fehlt dem 2D-Abenteuer oft die musikalische Untermalung, was auf Kosten der Präsentation geht. Musik gibt es in der Regel lediglich in Zwischensequenzen, oder wenn eine Jukebox oder dergleichen vor Ort ersichtlich ist. Ohne Musik wirken die eigentlich recht charmanten 2D-Schauplätze manchmal unfertig. Die englische Sprachausgabe geht in Ordnung, obgleich Flints lethargische Art zunächst gewöhnungsbedürftig ist und die Vertonung bei ihm hin und wieder zu leise ist. Übrigens gibt es deutsche Untertitel, die zwar akzeptabel sind, aber sich bei der Übersetzung ein paar Schnitzer leisten, die dem Humor schaden.

Bear With Me

Der 2D-Look hat Charme

Die In-Game-Karte ist im Spiel jederzeit abrufbar, was unnötige Laufwege spart. Gerade angesichts der langsamen Gehgeschwindigkeit ist das hilfreich. Allerdings liegt das Symbol für die Karte direkt neben dem Symbol fürs Inventar, wodurch man sich schon mal verdrücken kann (und zumindest in einer Situation stolpert man dadurch in einen nervigen Bug hinein – zum Beispiel wenn man auf einem Eimer steht und die In-Game-Karte anklickt). Wie im Hauptspiel sind die betretbaren Schauplätze nur sehr dezent mit roter Farbe gekennzeichnet, was teilweise leicht zu übersehen ist. Für Farbenblindheit ist das sowieso suboptimal.


Galerien

Fazit:

Wertung: 68%

'The Lost Robots' verleiht dem manchmal ausschweifenden Hauptspiel inhaltlich eine klarere Linie, was hoch anzurechnen ist. Zugleich wirkt das kurze Prequel teilweise ein wenig unfertig und macht nur für sich genommen nicht so richtig satt. An einigen Orten fehlt ein Soundtrack und die In-Game-Karte könnte übersichtlicher sein. Die teilnahmslose Art von Flint hat zwar einen sehr nachvollziehbaren Grund, führt jedoch zwangsläufig dazu, dass es dem Krimi-Adventure in den zwei bis zweieinhalb Stunden Spielzeit an Sympathieträgern mangelt. Selbst Ted E. Bear ist geistig mit anderen Dingen beschäftigt und nicht das gewohnt wortgewandte Selbst. Trotzdem wird ein netter Comedy-Zeitvertreib für Zwischendurch geboten, der Point&Click-Fans gefallen könnte.

geschrieben am 15.08.19, Matthias Glanznig

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