Fahrenheit - Review

Lange hat es gedauert, nun ist es endlich da: 'Fahrenheit' sorgte lange vor Release für hitzige Diskussionen, Spekulationen, aktiven Speichelfluss und aufgeregtes Zucken in den Augen. Das "Über-Adventure" auf das alle gewartet haben. Das wirkliche 'Far Cry' des Adventure-Genres. Oder doch nicht? Ein Spiel wo nichts und alles möglich sein kann, gibt's so etwas überhaupt? All die Versprechungen von einer neuartigen Form des interaktiven Filmes, der "Interactive Drama Experience", konnten die gehalten werden? Wir von der Adventure Corner haben uns für euch in die Rolle eines Mörders versetzt und einen hartnäckigen Fall gelöst, der fast unsere Vorstellungskraft gesprengt hat. Was wir mit David Cages angeblichen Mammut-Spiel so alles erlebt haben, berichten wir hier und jetzt ausführlich in unserem Mega-Test: Ataris Hoffnungsträger 'Fahrenheit' geprüft auf Herz und Nieren... und blutigen Messern.

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Fazit

Wertungs-Lupe 84%

Es ist so: Zuerst fielen wir alle in blanker Euphorie auf die Knie, haben sichtlich mitgenommen Wasserfälle geweint, die Verpackung von 'Fahrenheit' gestreichelt und einfach das Glück auf Erden zelebriert. Das lang angekündigte Überspiel, endlich hielten wir es in unseren Händen! Nach ein paar Stunden Spielen verzogen sich unsere stetig von Glück erfüllten Mienen und die gewohnte Neutralität nahm wieder ihren Platz ein. Ganz objektiv wie wir uns eben zu geben versuchen, mussten wir eingestehen, dass 'Fahrenheit' durch einfaches Erleben eben doch keine Orgasmen auslösen kann.

Das Spiel enthält sowohl grafische, als auch spielerische Schwächen, eine für PC-Spieler unvorteilhafte Steuerung und eine Story, die durch ihren unerwarteten, aufgepumpten Ausklang die Spielergemeinde polarisieren wird. Doch 'Fahrenheit' spiegelt den vorbildlichen Versuch wieder, das Genre der Videospiele zu erweitern. Ein Adventure-Spiel ist 'Fahrenheit' nicht. Es ist auch heikel es einfach "nur" als "Interaktiven Film" zu bezeichnen. Es ist viel eher ein Experiment - David Cages Versuch - ein interaktives Spielerlebnis zu bieten, das nicht nur eine Geschichte mit Personen und einem Anfang und einem Ende erzählt, sondern menschliche Empfindungen zu übermitteln versucht. Liebe und Hass, Freude und Frust, Leben und Tod sind die zentralen Archetypen in 'Fahrenheit'. Ein "normales" Computerspiel darf man also nicht erwarten.
Ohne Frage ist 'Fahrenheit' das mutigste Projekt der letzten paar Jahre. Und für knapp 45 Euro kriegt man ein sechsstündigen Videospiel-Blockbuster mit hohem Wiederspielbarkeitswert und großem Unterhaltungsfaktor geboten. Durch die sehr breite Handlungsfreiheit, den individuellen Handlungsablauf, sympathischen Helden, einer spektakulären und zugleich professionellen Inszenierung und einem grandiosen Soundtrack, ist das Spiel jedem ans Herz zu legen, der gerne außergewöhnliche Geschichten "erlebt".
Eine Warnung aber noch: Wer sich vor unterschwelliger Propaganda für koffeinhaltige Getränke fürchtet, sollte entweder gleich mit dem Teetrinken aufhören, oder sich ein anderes Spiel suchen.

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6 Kommentare

BTao vor 7 Jahren
Ich habe das Spiel heute Nacht auf der PS2 zu Ende gespielt. Gekauft habe ich es mir, weil es im www als ein ausgezeichnetes Adventure angepriesen wurde. Zugegeben: hätte ich vorher ausgiebiger recherchiert, hätte ich es wahrscheinlich nicht gekauft. Das wäre jedoch ein Fehler gewesen. Das Review bringt es auf den Nenner. Fahrenheit ist ein sehr guter Storyteller, beginnt als Adventure mit ein paar Action-Reaktions-Einlagen und endet dann doch mehr als Interaktiver Film. Das Spiel mit der nervenaufreibenden Story fesselt von Beginn an. Die Reaktionsprüfungen haben mir sehr viel Spaß gemacht, da sie nicht die typische Action bietet, die man gewohnt ist. Die Sport-Sequenzen habe ich nach dem Spiel gleich nochmal gespielt, weil ich sie so cool gefunden habe. Auf der PS2 mit weniger Rätseln aber geforderter Geschicklichkeit, einem super Soundtrack, packender Spannung und mystischer Atmosphäre ein Spiel, das einen in den (Maya-)Bann zieht.
Indiana vor 7 Jahren
Stimmt, Fahrenheit hatte ich ursprünglich auch nicht auf dem Zettel, habe es mir damals dann aufgrund des Tests gekauft und nicht bereut. Das war mal ein ganz anderes "Adventure", gut inszeniert und mit einer spannenden Story. Ich weiß noch, wie ich auf dem Klo den Feudel geschwungen habe, damit ich nicht entdeckt werde... :D
Dolgsthrasir vor 7 Jahren
Indiana hat geschrieben:Ich weiß noch, wie ich auf dem Klo den Feudel geschwungen habe..
Too much info... ;)
Indiana vor 7 Jahren
Ich habe damit das Blut weggewischt ;)
marenk vor 7 Jahren
Die Stelle auf dem Klo ist mir irgendwie auch am besten in Erinnerung geblieben. Ich glaube, das liegt daran, dass man zum ersten Mal versuchen muss, zu entkommen.
Mikej vor 7 Jahren
Nun, könnte auch daran liegen, dass dem Spiel danach ein bisschen die spielerischen Ideen ausgehen und der Anfang war auch echt super. Die diversen Quicktime-Events sind mir sonst aber auch noch sehr in Erinnerung... allerdings nicht wirklich in guter *g. Aber cool war Fahrenheit damals trotzdem :).

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