Life is Strange: True Colors - Review

Jahre zuvor durften die Entwickler von Deck Nine Games sich bereits an einem Prequel zu 'Life is Strange' versuchen. Diese Aufgabe wurde erstaunlich gut gemeistert und die großen Fußstapfen von DONTNOD gar nicht schlecht ausgefüllt. Kein Wunder also, dass sie von Publisher Square Enix mit einem weiteren Teil beauftragt wurden - diesmal mit eigenen Charakteren, sowie in einer neuen Ortschaft, die weit weg von Arcadia Bay entfernt liegt. Das Resultat ist inzwischen für PC und Konsolen erhältlich und trägt den Namen 'Life is Strange: True Colors'. Am narrativen Fokus hat sich wenig geändert und selbst der Rest passt hervorragend zur Philosophie der Reihe. Mehr dazu im Test.

Bilder

Fazit

Ausgezeichnet mit dem Adventure Corner Award
Wertungs-Lupe 87%

Im Vergleich zum guten Prequel ist Deck Nine Games mit 'True Colors' ein Sprung vorwärts gelungen, der für ihre kommenden Projekte optimistisch stimmt. Das Adventure glänzt in fast allen Bereichen, die schon das erste 'Life is Strange' auszeichneten - insbesondere was die Geschichte und die Charaktere betrifft.

Darüber hinaus wurde die erfolgreiche Formel teilweise sogar ein bisschen weiterentwickelt. Die Spielwelt fühlt sich offener und freier an, die Mimik wirkt echter. Zugegeben: Der dramatische Twist in der Geschichte ist relativ leicht zu erahnen, was wenig daran änderte, dass mir die junge Spielfigur und die Ortschaft ans Herz wuchsen. Ein wenig enttäuscht hat mich lediglich die etwas schlichte interaktive Umsetzung von Alex Chens Superpower. Oft reicht ein Klick auf die Taste, um Einblick in die Gefühlswelt einer Person zu erlangen. Da hätte es für meinen Geschmack ruhig noch ein, zwei kleinere Hürden geben können. Dann wäre die Kraft womöglich stärker im Gedächtnis geblieben.

Nicht falsch verstehen, das fällt in meinem Fall eher in die Kategorie “Meckern auf hohem Niveau“, und schwierig war die Reihe ohnehin nie (wer Rätsel und anspruchsvolles Gameplay sucht, der ist hier aber wohl an der falschen Adresse). Die Zeit in Haven Springs habe ich durchwegs genossen und kann das Abenteuer von Alex Chen ruhigen Gewissens weiterempfehlen. Sehr unterhaltsam!

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6 Kommentare

advfreak vor 1 Jahr
Guter Test, meine Kritikpunkte wären auch gewesen das der Twist auch für mich schon relativ bald klar war und das die Fähigkeit mit den Emotionen zu wenig eingebaut wurde.😔

Als besonderes schlecht fand ich leider die Umsetzung des Live-Rollenspiels, das war mir zu langweilig und die vielen Schwarzblenden bei Ortswechseln und banalen Sachen wie Dinge aufräumen. Hier waren die Entwickler einfach nur faul, heutzutage darf sowas im AAa Segment einfach nicht mehr sein.

Die Spielzeit für einen 60,- Euro Titel war mir auch zu kurz, die Story relativ banal und bei weitem nicht so emotional ausgereift wie im 2. LiS Teil. Dafür macht den hohen Preis eine gelungene deutsche Sprachausgabe wieder wett, Gronkh hab ich zum Glück nicht erkannt. 😉

Meine persönliche Wertung wären so im Vergleich mit den anderen Teilen im 70er Bereich, ich vergebe 73%. ❤️

Storytechnisch gleichauf mit Twin Mirror, alle anderen Teile haben mir aber weit besser gefallen als True Colors. 😊

Persönlich fand ich House of Ashes eindeutig gelungener.
Mikej vor 1 Jahr
In dem Fall fand ich auch das Aufräumen sogar inhaltlich stimmig, weils eben zur Situation von Alex & zu ihrem inneren Chaos gepasst hat. Zumal es eh immer sehr schnell erledigt war.
sinnFeiN vor 1 Jahr
Das war übrigens auch in der Redaktion Mal eine Diskussion, wie schwierig die Preispolitik ist.
Das Problem ist halt, dass langsam alle AAA-Spiele auf 80 € zielen (auch am PC. Siehe Final Fantasy VII Intergrade im Epic Story, wo kurz Mal alle aufschrien).
Logisch, Preisanpassung muss sein. Es könnte also gut sein, dass die Game Pässe langsam das Niedrigpreissegment abdecken.
Mikej vor 1 Jahr
Ja, die Preisdiskussionen kann ich auch irgendwo verstehen. Wobei es ja eh jetzt schon -40, -50% Angebote bei Amazon und Co. gibt. Ist dann eher die Frage, ob man ungeduldig ist und unbedingt gleich spielen will, oder zwei bis vier Monate auf das passende Angebot warten kann.

Es sieht tatsächlich so aus, als würden die Preise derzeit generell spürbar rauf rutschen. Wobei gut... meistens hat man eh soviel Zeugs bei GOG, Steam, Epic und Co. ungespielt herumliegen, dass eh keine Eile für einen Kauf ist.
advfreak vor 1 Jahr
Mikej hat geschrieben:
16.12.2021, 17:54
In dem Fall fand ich auch das Aufräumen sogar inhaltlich stimmig, weils eben zur Situation von Alex & zu ihrem inneren Chaos gepasst hat. Zumal es eh immer sehr schnell erledigt war.
Ich meinte dass in manchen Szene wenn z.B. was zum abräumen in der Bar, oder was zum aufräumen beim Fest war, dann einfach eine Schwarzblende gekommen ist. Es ging mir hier nicht um den Inhalt, sondern um die Faulheit eine Animation zu Programmieren. Dieses leidliche Thema hatten wir vor zig Jahren schon bei Geheimakte 3. :deal: :rofl:
MrAdventureX (Gast) vor 1 Jahr
Fand das Spiel gut - aber auch etwas kurz.
Die älteren Life Is Strange sind aber auf einem ganz anderen Niveau - mich hat vor allem Before The Storm richtig mitgenommen.

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