Storyteller-Reviews: God of War:

God of War


Im April 2018 wurde mit 'God of War' der vierte Teil der gleichnamigen Action-Adventure-Reihe für Sonys PlayStation 4 veröffentlicht. Protagonist ist wie gewohnt der spartanische Kriegsgott Kratos, der inzwischen in die Jahre gekommen ist und von seinem kleinen Sohn Atreus durch eine von nordischer Mythologie geprägte Welt begleitet wird. Der Anlass ihrer gemeinsamen Reise ist jedoch kein schöner und Kindeserziehung nicht unbedingt die Stärke unseres großgewachsenen Heldens...

God of War


Auf zum Gipfel

Kratos wirkt im neuen 'God of War' sichtlich gereift. Der Durst nach Rache treibt den Geist von Sparta längst nicht mehr an und er hält sich von Göttern fern, statt sie töten zu wollen. Jedoch sieht er sich mit einer gänzlich anderen Situation konfrontiert, die ihm schwer zu schaffen macht: die Erziehung seines Sohns Atreus.

Bis zu ihrem Tod hat sich Ehefrau Faye die meiste Zeit um das Kind gekümmert. Nun ruht diese Verantwortung auf den Schultern des mächtigen Kriegers. Geprägt von Trauer machen sich Vater und Sohn auf den Weg, um ihre Asche zum höchsten Punkt der neun Welten der nordischen Mythologie zu bringen. Diese beschwerliche Reise ist obendrein eine gute Gelegenheit, um dem Nachwuchs ein paar Kampfgrundlagen und Überlebenstipps zu geben.


Verheimlichte Vergangenheit

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Am Sterbebett von Atreus' Mutter Faye beginnt alles

Es dauert nicht lange und beide landen im Visier von Göttern, wodurch Kratos von eben jener Vergangenheit heimgesucht wird, die er vor Atreus aus verschiedenen Gründen verheimlicht hat. Altvater Odin führt nichts Gutes im Schilde und immer mehr Gefahren stellen sich ihnen in den Weg. Im Verlauf des Abenteuers erfahren wir allmählich mehr über die genauen Beweggründe.

Tatsächlich ist die bewegend erzählte Vater-Sohn-Geschichte die große Stärke des ansonsten sehr actionlastigen Abenteuers. Es ist eine Beziehung, die Schritt für Schritt weiterentwickelt wird und wo beide Akteure wiederholt auf die Probe gestellt werden. Auf dem Weg zum Ziel wird übrigens gekonnt das Gefühl vermittelt, dass das Duo tatsächlich gemeinsam unterwegs ist. An Gesprächsstoff mangelt es nicht. In beide Rollen kann man sich also prima hinein fühlen und die Haupthandlung bleibt bis zum Ende spannend.


Rätsel und Kämpfe

Bei 'God of War' hat man es nicht nur mit zahlreichen hartnäckigen Gegnerhorden zu tun, sondern auch z.B. mit Walkyren, Riesen, Drachen und anderen Kreaturen der nordischen Mythologie. Am Ende jedes Abschnitts wartet typischerweise ein Bosskampf, doch selbst bei herkömmlichen Konfrontationen zwischendurch tauchen manchmal Gegner auf, die in anderen Spielen dieser Art getrost Endgegner hätten sein können. Die Steuerung geht dabei sehr intuitiv von der Hand und bietet wenig Grund zur Klage.

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Zwischendurch wird geklettert

Wohlgemerkt, wer keine Kämpfe mag, der sollte einen Bogen um das Spiel machen. Obwohl die Story sehr präsent und gut inszeniert ist, so gehen die häufigen Konfrontationen eng damit einher. Im Gefecht empfiehlt es sich, die Taktik entsprechend anzupassen und auf Bewegungsmuster des Gegenübers zu achten. Manchmal sind Objekte in der Umgebung im Kampf geschickt einzusetzen. Die Gameplay-Elemente bauen kontinuierlich aufeinander auf und gewinnen zusehends an Komplexität.

 

Ähnliches gilt für Rätsel und Geschicklichkeitseinlagen, die ebenfalls ein nicht unwesentlicher Aspekt dieses empfehlenswerten AAA-Titels sind. Dabei spielt insbesondere Kratos Axt eine entscheidende Rolle: Verschiedene – manchmal gut versteckte - Symbole müssen wir z.B. durch einen Axtwurf in passender Reihenfolge aktivieren, um ein Tor zu öffnen. Auch mechanische Geräte lassen sich derart steuern oder so manche tödliche Falle, die oft nur durch rechtzeitiges Blockieren von Zahnrädern per Axt zu stoppen ist. Timing und Geschicklichkeit sind also definitiv von Bedeutung. In wieder anderen Situationen sind Felsbrocken zu verschieben, um zu anderen Bereiche zu gelangen. Die Rätsel sind üblicherweise jedenfalls sehr durchdacht und laden teils wirklich etwas zum Nachdenken ein. Auch der mit einem Bogen bewaffnete Atreus kann in solchen und anderen Momenten eine Hilfe sein.


Knackiger Schwierigkeitsgrad

Selbst auf niedrigstem Schwierigkeitsgrad verlangt 'God of War' einem mitunter einiges ab und Fehler im Kampf enden schnell fatal. Wie bei vielen Titeln dieser Art wird Kratos im Verlauf der Geschichte durch neue Rüstungen und diverse Upgrades stärker, wodurch einem gerade die zweite Spielhälfte zunehmend leichter fällt. Ein Spaziergang ist es dennoch nicht.

God of War

Mit Angriffen muss man immer rechnen

Insbesondere die optionalen Kämpfe (v.a. wenn es gegen die Walküren geht) sind selbst für einen sehr gut ausgerüsteten Helden und auf mittlerer Schwierigkeitsstufe immer wieder eine extrem harte Nuss. Wem 'God of War' auf leichter oder ausgeglichener Stufe nicht fordernd genug ist, der kann den Schwierigkeitsgrad jederzeit weiter hinaufschrauben. Santa Monica Studio versucht Fans von 'Dark Souls' zu bedienen, ohne Gelegenheitsspieler komplett aus den Augen zu verlieren. Geduld sollte man aber unbedingt mitbringen.

Nach Abschluss der Hauptgeschichte bietet die Spielwelt genug Orte, wo immer wieder weitere Gegner auftauchen, mit denen man sich nach Herzenslust messen kann. In einer Region findet sich eigens dafür sogar eine Arena. Für die Hauptgeschichte sind rund 20 bis 25 Stunden einzuplanen. Angesichts zahlreicher optionaler Aktivitäten kann man problemlos auch 40 Stunden und länger mit dem Vater-Sohn-Duo verbringen. Das sollte man freilich nur dann in Erwägung ziehen, sofern man vom Action-Gameplay noch nicht genug hat. Aus narrativer Sicht sind die optionalen Aktivitäten und Nebenquests kaum der Rede wert.


Starke Präsentation

Optisch kitzelt amerikanische Entwicklerstudio nahezu alles aus Sonys Konsole heraus. Die detailreiche Landschaft ist ungemein abwechslungsreich gelungen und unterscheidet sich von Region zu Region sehr deutlich. Es macht Spaß, sich hier umzusehen und überall kleine Schätze zu entdecken.

God of War

Oft sind wir mit dem Boot durch die stimmungsvoll visualisierte Umgebung unterwegs

Die stimmungsvolle Third-Person-Grafik entschädigt außerdem dafür, dass die Spielwelt abgesehen von diversen Gegnerhorden und ein paar Tieren recht unbelebt ist. Friedliche NPCs sind Mangelware und es ist seltsam, dass ausgerechnet die miteinander verwandten Zwerge Sindri und Brok rein zufällig immer dort aufkreuzen, wo Kratos ist. Womit die zwei Schmiede wohl ihr Geld verdienen, wenn der spartanische Kämpfer gerade nicht in der Gegend ist? Belebte Städte, wie man es von 'The Witcher 3' und 'Red Dead Redemption 2' kennt, gibt es keine.

Für den orchestralen Soundtrack wurde ein Mann engagiert, der v.a. einigen TV-Fans ein Begriff ist: Bear McCreary (u.a. 'Eureka', 'Agents of S.H.I.E.L.D.' und 'The Walking Dead'). Das Resultat passt prima zum atmosphärischen Setting und wird im Spielverlauf dosiert eingesetzt. Gekonnt ist ansonsten auch die Geräuschuntermalung, die vielerorts für Spannung sorgt und drohende Gefahren andeutet. Im Hinblick auf die Sprachausgabe glänzt die englische Fassung zwar wieder durch eine markanter klingende Besetzung (z.B. Christopher Judge als Kratos), doch die deutsche Version macht ihre Sache gar nicht schlecht.


Galerien

Fazit:

Wertung: 90%

Mit dem 2018 erschienenen 'God of War' geht eine drastische Modernisierung der gleichnamigen Reihe einher. Die zuvor gerne überstrapazierten Quicktime-Events wurden fast komplett gestrichen, die toll visualisierte Spielwelt ist diesmal sehr offen und die Erzählweise deutlich cineastischer gelungen. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann womöglich, dass das Semi-Open-World-Design keinen spürbaren Mehrwert hat und das Narrativ eher in die Länge zieht. Dafür lässt einen die ansonsten wirklich gut umgesetzte Vater-Sohn-Geschichte nicht so schnell wieder los und das Gameplay ist im Action-Adventure-Bereich eine echte Referenz! Nicht nur was die Kämpfe anbelangt – auch die Rätsel machen erstaunlich viel Spaß. Wer sich vom anfangs knackigen Schwierigkeitsgrad nicht abschrecken lässt, der bekommt mit 'God of War' von Santa Monica Studio einen großartigen AAA-Titel serviert. Wir sind gespannt auf die Fortsetzung!

geschrieben am 09.12.18, Matthias Glanznig

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